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			<title>kwondoo.de - Texte aus Wissenschaft und Philosophie</title>
			<link>http://www.kwondoo.de/</link>
			<description>kwondoo.de - alle Inhalte</description>
			<language>de</language>
			<pubDate>Sat, 04 Feb 2012 20:43:20 +0100</pubDate>
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				<title><![CDATA[Nächste Version / Neue Version online!]]></title>
			    <link>http://www.kwondoo.de/texte/Verschiedenes/kwondoo.de/N%26auml%3Bchste+Version</link>
			    <dc:creator>Patrick Albertini</dc:creator>
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Diese Seite geht in die nächste Runde. Bald Jetzt gibts RTE und APIs...
Eine Weile lang habe ich überlegt. Überlegt, ob ich diese Internetseite we...]]></description>
			    <content><![CDATA[
<p class="description">Diese Seite geht in die nächste Runde. <span style="text-decoration: line-through;">Bald</span> Jetzt gibts RTE und APIs...</p>
<p>Eine Weile lang habe ich überlegt. Überlegt, ob ich diese Internetseite weiter betreiben soll und ob ich mich weiter darum kümmern soll. Die letzte Änderung ist schon recht alt - im Februar 2008 habe ich die Nutzerverwaltung umgestellt.<br /> <br /> Aber <span style="text-decoration: line-through;">in wenigen Tagen wird</span> jetzt hat es dramatische Änderungen gegeben. Im Zuge der Weiterentwicklung meines Alternate-Frameworks <span style="text-decoration: line-through;">wird</span> hat auch diese Seite ihr Gesicht gewandelt und wurde auf die neue Software umgestellt. Das <span style="text-decoration: line-through;">wird sicher</span> war schon ein Stück Arbeit, ich darf gar nicht daran denken, wie sehr die Datenniveaus sich unterscheiden. Aber es <span style="text-decoration: line-through;">wird</span> hat sich gelohnt.<br /> <br /> Autoren dürfen sich vor allem schon mal an den neuen Rich-Text-Editor gewöhnen.<br /> <span style="text-decoration: line-through;">Der in der Demo gezeigt Funktionsumfang ist zuviel, und wir werden hier nur einige der Dinge brauchen, aber die habens in sich;</span> vor allem der Bild- und Datei-Manager wird sicher eine Erleichterung sein, da das Einfügen von Bildern in Texte hier derzeit noch ein echter Krampf ist.</p>
<p>Beim Umzug sind einige Funktionen erstmal auf der Strecke geblieben, aber die werden folgen.</p>
<p>Eine weitere Neuerung wird es auf jeden Fall noch geben: und zwar der Export verschiedener Inhalte in moderne Datenformate wie etwa RSS. In meinem Blog etwa lassen sich Einträge, Kommentare allgemein und Kommentare zu einem Eintrag getrennt als Feed abonnieren. Das wird auch hier möglich sein.<br /> <br /> Die neue Version wird im Hintergrund installiert, so dass diese Seite nicht offline gehen, und derweil weiter genutzt werden können.</p>]]></content>
			    <pubDate>Thu, 01 Jan 1970 01:00:00 +0100</pubDate>
			</item>
			<item>
				<title><![CDATA[Blog 5]]></title>
			    <link>http://www.kwondoo.de/texte/Prosa/Tagebuch/Blog+5</link>
			    <dc:creator>Patrick Albertini</dc:creator>
			    <description><![CDATA[Lost in BeijingIm Bus und in allen öffentlichen Gebäuden wird geraucht, obwohl überall Verbotsschilder sind. Die Hupe ist ein zuvorkommendes Warnsi...]]></description>
			    <content><![CDATA[<p class="description">Lost in Beijing</p>Im Bus und in allen öffentlichen Gebäuden wird geraucht, obwohl überall Verbotsschilder sind. Die Hupe ist ein zuvorkommendes Warnsignal. Im Restaurant bringt man seinen eigenen Wein mit. Aber das ist ganz egal, denn das Essen auf der Strasse und in den kleinen Gassen ist viel besser und viel billiger (&bdquo;Wurstburger&ldquo; für 30 ct, Ode an den Gaumen, unschlagbar). Alle wollen Fotos mit dir machen und lächeln dabei, gucken dich aber in der Ubahn ständig schief an. Soll etwas verkauft werden, sind Chinesen manchmal auffällig penetrant, und doch übermäßig freundlich, und von sich aus hilfsbereit, wenn ein &bdquo;Ausländer&ldquo; mal hilflos aussieht. Soll ja mitunter vorkommen. Rote Ampel heißt grüne Ampel, und umgekehrt, aber manchmal sind die Farben auch egal. Manchmal gibt es auch Verkehrswächter. Diese habe manchmal auch eine Funktion. Es gibt über 3000 Busse. <br />
<br />
Manchmal haben diese verschiedene Nummern und fahren dieselbe Strecke. Manchmal haben sie die gleiche Nummer und fahren in verschiedene Richtungen, bzw. haben verschiedene Routen (was durchaus zum Verhängnis werden kann, lustige Geschichte...)<br />
<br />
Der Verkehr ist das reinste Chaos und eine absolute Todesfalle und doch habe ich noch nie einen Taxifahrer schreien oder fluchen hören; niemals hat einer auch nur den Hauch eines Anscheins gehabt, die Fassung zu verlieren: &bdquo;Cha bu duo!&ldquo; Das passt schon...<br />
<br />
Der öffentliche Raum ist ruppig und rauh, aber manchmal sind die Leute auch sehr freundlich und solidarisch zueinander. Kommt eben drauf an. Und im privaten Bereich gehen die Chinesen, die ich kenne, meistens sehr freundlich miteinander um. Können sich aber auch startk voneinander abwenden. Ohne sich gegenseitig anzugreifen. Ich versteh das irgendwie nicht. Aber wie mein Bruder einst sagte. &bdquo;Man muss ja nicht alles verstehen!&ldquo; Na dann bin ich ja beruhigt. :)<br />
<br />
Eine Ubahn-Fahrt kostet 20 cent, Preise sind generell Verhandlungssache. Ohne ein Wort chinesisch weiß ich nicht, wie man überleben kann. Überall wird man angesprochen, aber nicht alle wollen dir etwas andrehen, manche wollen dich auch wirklich fragen, ob du Hilfe brauchst und helfen dir auch, oder wollen einfach nur englisch sprechen. Nur weiß man nie, worauf man gerade trifft. In der Ubahn laufen Trickfilme. Auf der Straße spielen blinde Musiker. <br />
<br />
Chinesische Reisegruppen muss man einfach mal gesehen haben, das ist besser als Monty Python. Manche Taxifahrer verstehen weder ein Wort von dem, was du sagst, noch haben sie sonst irgendwie eine Ahnung, wo du hinmöchtest, auch wenn du ihnen einen Zettel zeigst. Dann wird ein Freund angerufen, der englisch spricht. Ungefähr so gut wie ich chinesisch. Oder deine Adresse ist ausnahmsweise eindeutig, weil dich diesmal der Chinese, der es dir aufgeschrieben hat, richtig verstanden hat. Dann kann der Fahrer aber nichts lesen, weil, wie seine Nummer sagt, er um die 70 sein muss (je länger man fährt, desto kleiner die Nummer). Dann gibt es großes Gezeter  Aber trotzdem bekommt man Mandarinen geschenkt. Und man wird ausgelacht, wenn das Vokabelheft entdeckt wird. Hab ich eh verloren. Neues ist in der Mache. <br />
<br />
Bei McDonald´s sitzen nur Chinesen (wenn nicht gerade eine 30köpfige amerikanische Reisegruppe den Laden blockiert.) Auf der Strasse spielen alte Opas Schach. Manche Taxifahrer wollen dich übers Ohr hauen, und brüllen sogar in anhaltende Busse auf chinesisch hinein: &bdquo;Hey Ausländer, soll ich dich mitnehmen?&ldquo; &bdquo;Nein, du Chinese&ldquo; hab ich noch nicht geantwortet, man weiß ja nie, wie so die Reaktion ist, besonders, wenn man, wie ich, meistens von Chinesen umgeben ist. <br />
<br />
Der Sommerpalast, die Residenz des Kaisers im Sommer, ist eine der schönsten Garten-und Palastanlagen, die ich je gesehen hab. (Wie ich den Sommerpalast gefunden habe, ist auch eine lustige Geschichte...) Der Tian´Anmen war erstaunlich groß und recht hübsch. Die &bdquo;Great Hall of People&ldquo; ist in jedem Falle einen Besuch wert, nicht nur wegen den Empfangsräumen, in denen die Crème de la crème der internationalen Politik speist, sondern vor allen Dingen wegen dem klein bisschen Ruhe, das man hier erhaschen kann. Stille findert man nämlich eher selten. <br />
<br />
Die verbotene Stadt (=Kaiserpalast) hingegen fand ich persönlich eher enttäuschend.<br />
Der Franzose, den ich hier getroffen habe, und ich sind uns einig: Sehr bekannt, wichtige Historie, imposant durch Größe, aber letztlich sehen die einzelnen Hallen alle recht gleich aus...nennt mich einen Kulturbanausen aber ich fand die verbotene Stadt nicht sonderlich spannend.<br />
<br />
Mein Name bedeutet auf chinesisch übrigens ungefähr soviel wie &bdquo;vielseitiges Mysterium und unterhaltsamer Mann&ldquo;, das hab ich jetzt schwarz auf weiß, von einem Kaligrafen erworben (noch so eine lustige Geschichte...)<br />
<br />
Gestern habe ich leider gar nichts geschafft, hab mich verfahren, war in einem chinesischen Lokalbus (oha!!!), hab ca. 40 Leute abblitzen lassen, die mich übers Ohr hauen wollten, hatte Stress, keine Lust, war genervt und bin, nachdem ich mich halbwegs wieder beruhigt hatte, weil ich in der Spielhölle Zombies erschossen habe, abends noch aus meinem Hostel geflogen. Es gibt Tage, da sollte man besser im Bett bleiben. Und es gibt welche, da sollte man früher aufstehen, besonders, wenn man zur chinesischen Mauer möchte. Die ersten beiden Versuche, dorthin zu gelangen, sind kläglich gescheitert, doch ich gebe mich nicht geschlagen. <br />
<br />
Ich werde sicher keine bequeme Tour machen, die hier in meinem neuen Hostel (mit Abstand das beste Hostel, in dem ich je gewesen bin) angeboten wird, A: Sie kostet mit 26 &euro; vergleichsweise ein Vermögen, wenn man bedenkt, dass nur Hin- und Rückfahrt enthalten sind. (Preis mit öffentlichen Verkehrsmitteln: 1,40 &euro; pro Fahrt) B: Ich habe festgestellt, dass man am meisten erlebt, und es am schönsten, oder am witzigsten, auch manchmal am frustrierendsten, aber auf jeden Fall am besten ist, wenn man alleine unterwegs ist. Und seit ich in China bin, stehe ich mit vielen Europäern auf Kriegsfuß. <br />
<br />
Einge, die ich bisher getroffen habe, waren entweder nichtmals in der Lage, nach zweimonatigem Aufenthalt &bdquo;Danke&ldquo; oder &bdquo;Verzeihung&ldquo; auf chinesisch zu sagen, und hatten daran auch kein Interesse, oder haben billige Preise und überhaupt Geld und Preis-Leistungsverhältnisse im Fokus, oder waren einfach nur langweilig. Oder ich sehe sie bei McDonald´s. Oder auf der Strasse, mit einer jungen Chinesin, Hand in Hand. Ich bin kein Fan von der Erfahrung, dass sich Vorurteile bestätigen, daher bin ich auch froh, einen Franzosen, einen Engländer, einen Russen, einen Schweizer, sowie eine Gruppe Deutsche getroffen habe, die über jedes Vorurteil erhaben sind. Offenherzige, interessierte, intelligente Menschen eben.<br />
<br />
Der Japaner, der seit anderthalb Jahren durch die Welt jettet (allein 20 Länder in Afrika), in Las Vegas in einer Quick Chapel eine Japanerin geheiratet hat, deutsche Philosophie studiert hat (absoluter Nietzscheaner), Gedichte und Reisetagebücher schreibt, und sich jetzt in Beijing aufhält (was aufgrund der jüngeren Geschichte mehr als wagemutig ist, sagen wir einfach: Chinesen sind nicht allzugut auf Japaner zu sprechen) war wirklich eine Bereicherung, und ich konnte mein Japanisch ein wenig aufpolieren: von &bdquo;überhaupt nicht&ldquo; zu &bdquo;ziemlich beschissen&ldquo;. Man wächst eben mit seinen Aufgaben. Dasselbe gilt für den Franzosen: Ich spreche französisch mit ihm, und er Englisch mit mir, so können wir beide üben.<br />
<br />
Ich habe aufgehört, so viele einzelne Geschichten erzählen zu wollen. Ich vermische einfach Geschichten und Eindrücke, Emotionen, Einstellungen, Pläne und Wünsche, Reaktionen und dergleichen, rühre alles um, und presse das Ergebnis auf die Tasten vor mir.<br />
<br />
Ich habe aufgehört, mir alles merken zu wollen, alles aufzuschreiben, denn dann hätte ich keine Zeit mehr für andere Dinge, die wichtiger sind: zum Beispiel das Leben hier genießen. Eindrücke sammeln und bewusst wahrnehmen. <br />
<br />
Der erwartete Kulturschock blieb übrigens bislang ehrlich gesagt aus. Na klar, viele Dinge laufen hier anders als in Europa. Das ist erstaunlich, bezüglich den Inhalten an sich. Insgesamt war es aber zu erwarten. Auch wenn China sicher immer für eine Überraschung gut ist. Viele Dinge verstehe ich auch einfach nicht und /oder behaupte, dass sie keinen Sinn ergeben, aber das macht ja nichts. <br />
<br />
Der Lebensstil ist mir jedoch nicht allzu fremd. Die Menschen, die ich kennengelernt habe, sind freundlich, hilfsbereit und couragiert. Offenherzig, zeigen ehrliches Interesse, und loben dich für dein chinesisch (was zugegebenermaßen übertrieben ist, ich kann etwas zu Essen bestellen und ein Zugticket kaufen, und das auch nicht gut) Der Schock besteht wenn überhaupt in den krassen Gegensätzen, die sich durch anscheinend jeden Lebensbereich ziehen, sodass man teilweise einfach nicht weiß, was Sache ist...aber die meisten Chinesen sind mir bisher sehr freundlich gesinnt gewesen, und sie erwarten, denke ich, auch nicht, dass man sie versteht...vielleicht tun sie das selber nicht.<br />
<br />
Wer freundllich ist, wird auch freundlich behandelt. So einfach ist das. Das einzige, was mich mittlerweile ein bisschen stört, ist es, ständig angestarrt zu werden. Das war in Wuhan anders. Und da kenn ich außer Jan keinen einzigen Weißen und habe auch noch nie einen gesehen.<br />
<br />
Wie dem auch sei, mir ist gerade nicht nach Geschichten erzählen, um die Meute zu unterhalten :) Mir geht&rsquo;s gut, ich fühle mich wohl. Mehr dann, wenn ich wieder in Wuhan bin..]]></content>
			    <pubDate>Thu, 01 Jan 1970 01:00:00 +0100</pubDate>
			</item>
			<item>
				<title><![CDATA[Deutschland - hier werden Ideen geboren]]></title>
			    <link>http://www.kwondoo.de/texte/Kultur/Politik/Deutschland+-+hier+werden+Ideen+geboren</link>
			    <dc:creator>Patrick Albertini</dc:creator>
			    <description><![CDATA[Solidarität, Gerechtigkeit, Einfachkeit und Wachstum - Ideale, nach denen scheinbar getrachtet wird. Weil es gut für uns alle ist. Aber jetzt haben ...]]></description>
			    <content><![CDATA[<p class="description">Solidarität, Gerechtigkeit, Einfachkeit und Wachstum - Ideale, nach denen scheinbar getrachtet wird. Weil es gut für uns alle ist. Aber jetzt haben wir wirklich den Vogel abgeschossen, und der Wolf fängt im Schafspelz an zu schwitzen...</p>Krankheiten gibt es viele. Manche Menschen essen zu wenig, oder zu viel, oder das Falsche. Trinken tun die meisten Menschen ohnehin zu wenig, dafür gibt es kaum eine Droge, die gesellschaftlich so stark akzeptiert wird, wie der Alkoholgenuss. Immerhin brauen wir Deutschen auch anständiges Bier. Wäre eine Schande, wenn wir es nicht selber konsumieren würden. Und zu einem guten, fettigen und vitaminarmen Essen gehört natürlich auch eine Zigarette, für danach, damit man besser verdauen kann, und der Kaffee besser schmeckt. Wir sind eben eine Genießerkultur, das lassen wir uns auch nicht nehmen von Gesundheitsfaschisten und Obstökos. <br />
<br />
Man muss sich schließlich auch mal entspannen, denn in dieser schnellebigen Welt klopft der Stress von jeder Seite an die Tür, doch wir als erhabene, aufgeklärte, fleißige Bürger wissen damit umzugehen, und es liegt einfach in der Natur des Menschen: Man will sich einfach auch mal etwas gönnen. Da bleibt nicht viel Zeit für Sport, denn Zeit ist ohnehin eine Währung, deren Wert schneller ansteigt als der Goldpreis, überdies ist es auch ganz schön teuer, ins Fitnessstudio zu gehen, und drittens muss man ja auch auf seine Gelenke achten (Ein Grund für neumodisch ? innovativ ? sinnvolle Sportarten wie ?Nordic Walking?) <br />
<br />
Mit anderen Worten, ich habe vollstes Verständnis dafür, dass ein gesunder Lebensstil zeitaufwendig, teuer, anstrengend und kompliziert ist. Kochen braucht Zeit. Einkaufen braucht Zeit. Joggen braucht Zeit. Und das alles erfordert auch noch ein Höchstmaß an Konsequenz und Durchhaltevermögen. Außerdem wissen Ärzte sowieso besser Bescheid, denn immerhin haben sie das studiert. Und auch wenn in der Politik mehr Eigenverantwortung gefordert wird, wo kämen wir denn da hin, wenn wir unseren Lebensstil dem anpassen würden, was unser Arzt uns rät ? Der Mann wäre ja seinen Job los. In der Politik ist das schließlich anders. Hier möchte man mehr Eigenverantwortung. Immerhin, wir sind freie Bürger, echte Demokraten, Kant steht in unseren Regalen und Lessing liegt auf unserem Nachttisch.<br />
<br />
Mehr Eigenverantwortung ist genau das, was wir brauchen, und nicht ein unüberschaubarer bürokratischer Leviathan, dessen ätzender Rachen mindestens so viele  in sich herein frisst, wie man an Geldern braucht, um ihn zusammen zuhalten. ?Den Verwaltungsapparat stabil halten? heißt das. Aber all das wird langsam ein wenig teuer, Wir Deutschen haben einfach kein Geld. Wir haben Stahl, wir haben Autos, wir haben Bier, aber wir haben einfach kein Geld. Der Staat ist pleite also müssen wir dem Staat helfen, deshalb ist es auch völlig in Ordnung, wenn der Staat sich bei uns Geld leiht, und natürlich müssen die Konditionen dann auch die Transferkosten gering halten. <br />
<br />
Natürlich muss die Bank darin mitverdienen, sonst hätten wir ja keine Chance, unser Geld irgendwo zu deponieren. Wie sollte sich der Staat denn dann einfach, heimlich, still, leise und unkompliziert unser Geld leihen? Wir wollen ja nichts verkomplizieren. Ansonsten müsste ja der Fernseher gepfändet werden, um ihn in in Berlin-Hellersdorf zu verkaufen. Aber, Glück gehabt, den Fernseher pfänden ist in Deutschland glücklicherweise verboten. <br />
<br />
Dann ist es doch so viel besser, und zumindest leiht sich dann der Staat Geld bei seinen eigenen Bürgern, andere, weiter westlich gelegene Staaten haben ja Gefallen dran gefunden, sich Geld bei anderen Staaten oder internationalen Organisationen zu leihen, in denen sie vielleicht sogar die Mehrheit bilden. Welch geschickter Schachzug aber wir Deutschen machen so etwas nicht. Wir doch nicht. Wir bewegen was. Wir verändern unser System und bauen uns ein neues Gesundheitssystem: Eine Revolution, hört man. Absolut, wenn man bedenkt, dass Arbeitnehmer nun einen Pauschalbetrag zahlen, anstatt 7.9 % vom Bruttoeinkommen. Dadurch wird das Ganze systematischer und übersichtlicher. <br />
<br />
Und 125 Euro sind ja auch nicht viel. Dadurch verändert sich das System natürlich grundlegend und die meisten Leute werden dadurch enorme Vorteile haben, die uns, dem deutschen Volke, sicher gut tun werden. Ob es Einbußen gibt, weil der türkische Opelarbeiter, der für einen Hungerloihn am Fließband stand, und jetzt gefeuert wird, weil Opel ?umstrukturiert? werden muss ? Sicher nicht, denn wer verzichtet schon auf eine gesetzliche Krankenkasse? Wir sind doch pflichtversichert. <br />
<br />
Weil wir schlau sind. Und selbst, wenn der kleine Mann nun vielleicht ein bisschen mehr zahlt, sind das doch höchstens 50 Euro, naja, oder 100 Euro. Dann wird der Gürtel halt mal enger geschnallt, selber zu Hause gekocht. Ist sowieso gesünder. Außerdem gibt es ja noch den Sozialausgleich. Wie der aussehen soll, ist noch nicht ganz klar, aber man soll ja schließlich auch nicht immer gleich den Teufel an die Wand malen. ?Wenn jeder an sich denkt, ist auch an alle gedacht.? Danke, Guido Westerwelle! <br />
<br />
Daher mache ich mir auch keine Sorgen um die Zukunft unseres Sozialstaates. Schmarotzer raus und basta. Aber arme Leute sind ja nicht gleich Schmarotzer, die uns armen Steuerzahlern auf er Tasche liegen...Verzeihung, diesen sozialdarwinistischen Eindruck wollte ich jetzt nicht erweckt haben. Für die meisten Menschen ändert sich sowieso nichts, oder es wird besser. Die Mittelverdiener werden ca. genauso viel zahlen, wie vorher, die Gutverdiener sogar weniger. Dadurch ist diese Reform unterm Strich gut für uns Bürger und ich freue mich. <br />
<br />
Himmelhochjauchzend warte ich darauf. Gut, die Umstrukturierung wird dauern, wird Chaos verbreiten, wird enorme Summen an Geld schlucken und wird den ohnehin schon kaum übersichtlichen Verwaltungsapparat ein wenig an seine Grenzen treiben. Sachbearbeiter müssen auf einmal ganz neue Knöpfe drücken, neue Nummern eingeben, Arbeitstechniken ändern, Kontoverbindungen eintragen und dergleichen. Das kostet zeit, Kraft, und Mühe. Aber am Ende wird es einfach und gut, und besser. Wir sind Deutschland, wir schaffen das !<br />
<br />
Ob man darin eine Gefahr sehen sollte, dass sich die Leute, die ohnehin nichts haben, keine Krankenkasse mehr leisten können, und die, die können, und zahlen, weniger einzahlen ? Nein nein, es ist besser, dies einheitlich zu gestalten. Und am Ende regulieren sich Systeme auch ganz gut alleine, man muss nur zwischendurch ein bisschen eingreifen. Ich glaube auch nicht, dass den Kassen Geld fehlen wird, und falls doch, dann gibt es ja so einen weiten Bereich Kassen, dass sich die qualitative Leistung der einzelnen Kassen einfach ein wenig voneinander unterscheidet. Das ist zwar nicht der Plan, aber wenn kein Geld da ist, was will man machen ? <br />
<br />
Außerdem ist das doch auch weder ungerecht, noch ein Problem, ist doch wie auf einem Rummelmarkt, für jeden ist etwas dabei. Und Konkurrenz belebt das Geschäft. Und wenn sich Arme leute halt wirklich mal irgendwas nicht leisten können, hilft ja auch Vater Staat ganz bestimmt. Wie der Papi, der dem kleinen Kind auf dem Rummel, bleiben wir bei dem Bild sagt, dass das Lebkuchenherz leider zu teuer für ihn ist, er aber gerne eine kleine Zuckerwatte haben darf. Na immerhin. Schließlich ist die Geste das, was zählt. Da muss sicher niemand auf der Strecke bleiben. Und wenn es nicht reicht, die qualitative Leistungsverteilung anzupassen, naja, dann pumpen wir halt einfach von anderer Stelle ein bisschen Geld rein, auch wenn es uns selbst gerade fehlen sollte, uns leiht man gerne was zu super Konditionen, wir sind schließlich kein Dritte-Welt-Land. <br />
<br />
Oder wir pumpen einfach die Mehrwertsteuer wieder ein bisschen hoch. So auf 10, oder 22 %. dann werden vielleicht die ein oder anderen Produkte teurer, aber wir als Vertreter der westlichen Konsumgesellschaft sollten ohnehin wieder zu mehr Genügsamkeit finden, und uns ein bisschen zurückschrauben. Dann wird eben nicht mehr so viel konsumiert und wir leben dadurch sicher auch wieder gesünder.Dass sich manche dann Produkte leisten können, und andere nicht, ist doch nicht ungerecht, nein, das ist der Lauf der Dinge.<br />
<br />
Und wenn wir dann die Kassen nicht mehr so beansprucht haben, weil wir nicht zum Arzt gehen müssen, da wir auf einmal wieder gesund leben, sind wir auch fit und bereit für die neue deutsche Epoche: Wir sind wieder mit dem Einfachen zufrieden, weil wir uns nichts mehr leisten können, und fangen an, zu arbeiten. Stark sind wir, gesund sind wir, und wir nehmen keine Leistungen in Anspruch, wir zahlen nur dafür. Konsumieren tun wir nicht, aber produzieren. Irgendwo muss die neue Generation Wohlstand schließlich ihren Anfang nehmen, warum nicht auf dem Rücken der Standsäulen unserer Gesellschaft, den Arbeitern ? Wir sind schließlich für Fleiß und Stahl und Autos und Bier bekannt, das archaische Leben wird ja auch unterschätzt. Wunderbar, mehr davon!<br />
<br />
Eine schwarz-gelbe Steuererhöhung. Das wäre doch mal eine gute Monthy-Python Nummer. Die schwarz-gelbe Volksfront. Herrlich. Überhaupt diese Vorstellung, wie da eine Gruppe Politiker vor einem Schaubild sitzt, und darüber nachdenkt, wo in dem Bild der Fehler ist, und was man da besser machen könnte. Da brüten promovierte stunden- und tagelang drüber, lesen Dutzende Gutachten, befragen Experten, kalkulieren, rechnen durch, gleichen ab, und im Endeffekt kommt DAS dabei raus. Ich muss schon sagen, ich bin tief beeindruckt, kein Zehntklässler wäre jemals an solch ein ausgefuchstes Niveau herangekommen. Da bin ich doch richtig froh, dass wir immer noch schlaue Menschen an den Hebeln sitzen haben, die alles können.<br />
<br />
Ministerlotto ist nur fair. Wenn ich mich mein ganzes Leben lang nur mit Wirtschaft befasst hätte, würde ich auch gerne mal den Soldaten sagen, auf wen sie Bomben werfen dürfen, und wen nicht. An seine Grenzen gehen, sich selbst testen, und auch mal neuen Herausforderungen stellen. Sich selbst in der neuen Erfahrung verwirklichen. Poesie für meine Ohren, herrlich. Man darf ja schließlich nie stillstehen, Minister als Prototyp für Deutschland, Deutschland ist Paradigma einer sich wandelnden Gesellschaft. Denn irgendwann können alles alles, und dann wird alles gut, nicht wahr?<br />
<br />
Also, kurzfristig werden ärmere Leute unter der Gesundheitsreform zu leiden haben, Reiche werden entlastet. Solche Dinge passieren eben. Bayern München verliert auch nicht gegen den 1. FC Köln. Die fehlenden Einnahmen, die entstehen werden (weil Arme sicher nicht das auffangen können, was die Reichen sich in ihre Taschen zurückstecken), werden sich im weiteren Ausbleiben von Leistungen der Kassen deutlich machen, und Gesundheit wird mehr privilegiert werden. Was aber kein Problem ist, denn das, was an Geld fehlt,  als Steuererhöhung wiederkehren. Und wie bereits erwähnt, die Armen können sich dann keine überteuerten Produkte mehr konsumieren, leben dadurch gesunder und müssn nicht mehr zum Arzt. Ganz schön gewitzt und feist. <br />
<br />
Ein Bilderbuchbeispiel für altruistische Solidarität. Danke, Putzfrauen und ausländische Fließbandarbeiter. Dafür bekommt ihr bald auch euren eigenen Platz in der Rasterfahndung, damit ihr euch hier in unserer Kultur noch wohler fühlt. Und einen tollen neuen Ausweis mit Fingerabdruck gibt?s gratis dazu. Dann weiß man, wo man gelandet ist.Und auch wenn es Samstagabend ist, und die 3 Kinder zuhause warten, will man dann seinem Chef von der Zeitarbeit sicher noch einen Gefallen tun, und Überstunden einlegen. Denn es ist wahr, es gibt eine Sache, die in Deutschland offensichtlich ist: Wir halten alle zusammen.<br />
<br />
Daher handelt es sich hier auch nicht um ein weiteres Beispiel einer endlosen Reihe diffamierender Ungerechtigkeiten, sondern um einen innovativen Akt wahrer Größe, der Mut und Weitsicht erfordert: Meckern und Rumnölen ist etwas für destruktive Köpfe, oder Hippies. Letztlich kann jeder meckern und jammern. Für mehr Gleichheit und solche Dinge demonstrieren. Dadurch haben wir Gleichheit. Bums aus, Feierabend, weitermachen!<br />
Wir machen uns die Welt, wide wide wie sie uns gefällt.<br />
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Umstrukturierungen sind etwas Gutes, denn  es kann nicht immer so weitergehen wie bisher: Wir brauchen Wachstum, Aufschwung, Dynamik, Topspin, Autonomie, und mehr Begriffe, die sich wie ein Schaf im Wolfspelz über unsere Machenschaften legen.  Aber das ist sicher ein wenig pessimistisch, denn wir wollen ja schließlich LANGFRISTIG denken, nicht wahr? <br />
<br />
Im Endeffekt wird es zwar ein bisschen chaotisch am Anfang, und teuer, und es wird Geld fehlen. Und das müssen wir zahlen. Und vor allem die, die ohnehin nichts haben, und dann auf den Versicherungsschutz verzichten werden, weil sie sich das nicht mehr leisten können. Aber dies sind sicher nur vorübergehende Modeerscheinungen. Im Endeffekt wird alles einfacher. Reformen vereinfachen das Leben. Das sieht man an den letzten 6 Rechtschreibreformen ganz gut. Und da alle Menschen dasselbe zahlen sollen, wird es nicht nur übersichtlicher, sondern auch fairer. <br />
<br />
Danke an die Gleichheit. Danke an die Solidarität! Danke dass sich wirklich etwas bewegt, und an unser Wohl gedacht wird! Danke, dass sich wieder mal zeigt, dass verantwortungsbewusstes, ökonomisches und sozial verträgliches Handeln wieder einem blinden Aktionismus vorgezogen wird, der im ersten Schritt egoistisch und kalt erscheint, und im zweiten Schritt der Gesamtbevölkerung schadet. Ich bin wirklich froh, in einem Land mit soviel politischem Interesse, echter Aufgeklärtheit, Mitgefühl und Sozialcourage zu leben. Ein Vorzeigemodell in der Europäischen Union, und nun haben wir endlich bewiesen, dass die letzten 200 Jahre Klassenkampf in den westlichen Gesellschaften nun doch zu etwas geführt haben.<br />
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Danke Deutschland ! ! ! ! <br />
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]]></content>
			    <pubDate>Thu, 01 Jan 1970 01:00:00 +0100</pubDate>
			</item>
			<item>
				<title><![CDATA[Des Kaisers alte Kleider]]></title>
			    <link>http://www.kwondoo.de/texte/Prosa/Des+Kaisers+alte+Kleider</link>
			    <dc:creator>Patrick Albertini</dc:creator>
			    <description><![CDATA[Man verkauft uns für klug, um uns dumm zu halten. 
Wir wollen uns fassen und sind fassungslos. 
Die Wahrheit des Menschen ist unantastbar.

Im Ga...]]></description>
			    <content><![CDATA[<p class="description"></p>Man verkauft uns für klug, um uns dumm zu halten. <br />
Wir wollen uns fassen und sind fassungslos. <br />
Die Wahrheit des Menschen ist unantastbar.<br />
<br />
Im Galopp peitsche ich meine Wirklichkeit durch das irisierende Nichts, mein in Glaswolle eingemachtes Herz hat sich in den Himmel geschwindelt und gewittert im mondschweren Glasperlenspiel auf den doppelten Boden der Tatsachen zurück. <br />
<br />
Die Lebendigkeit als solche erscheint wie ein komatöser Rausch, den wir mit unserer bläulichen Gier nach Eineiigkeit, verzweifelt zu umarmen befleißigt sind. Unsere Existenz nimmt sich als Mängelwesen aus. Zur Horizontalisierung unserer kafkaesken Bedeutungslage sind wir versucht, Berührungspunkte in das uns umschirmende Wirklichkeitsspektrum einzustanzen. <br />
Der limitierende Repräsentant dieser Elegie, das in die vergilbte Radierung Mensch eingesprengte Bewusstsein ? eine abgenabelte Eishölle der Selbstreferenz ? kalbt dabei einen bemaulkorpten Sarkasmus. In diesem deliriert der Wahn der Erkenntnis in neuralgischer Aporie. Wir katapultieren die ultima ratio über wissenschaftstheoretische Gräben und verlieren sie im Nebel ihrer Luzidität. Der Wunschvater des Gedankens: Die verfleischlichte Apotheose unserer Minderwertigkeit zum austranszendierten Übermenschen hin, frappierend. <br />
<br />
Hier strangulieren sich Bedürfnisse am eigenen Leib, Nietzsche rekurriert aus dem Lande der Menschenfresser: ?In der Einsamkeit frisst sich der Einsame selbst auf, in der Vielsamkeit fressen ihn die vielen. Nun wähle.?<br />
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Dieses Zerwürfnis füttert das Schopenhauersche Stachelschwein, doch der Schlachthof liegt in Münchhausen. <br />
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Um sich zu begegnen, bedarf es der Häutung ? wir müssen die Zustandslosigkeit unseres Wissens bejahen, sie in ihrer Vergegenständlichung sublimieren und den metaphysischen Suizid der Selbsterhaltung zum Fraß vorwerfen. <br />
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So tanzen wir auf dämonischen Gräbern und baden auch weiterhin im erkenntnisimpotenten Schatten unsere laut gewordene Verschwiegenheit lichterloh aus. <br />
]]></content>
			    <pubDate>Thu, 01 Jan 1970 01:00:00 +0100</pubDate>
			</item>
			<item>
				<title><![CDATA[Blog 4: Peking]]></title>
			    <link>http://www.kwondoo.de/texte/Prosa/Tagebuch/Blog+4%3A+Peking</link>
			    <dc:creator>Patrick Albertini</dc:creator>
			    <description><![CDATA[Die chinesische Hauptstadt ist doch immer für eine Überraschung gut, und hat sicher noch mehr zu bieten...Wenn man von einer chinesischen Großstadt...]]></description>
			    <content><![CDATA[<p class="description">Die chinesische Hauptstadt ist doch immer für eine Überraschung gut, und hat sicher noch mehr zu bieten...</p>Wenn man von einer chinesischen Großstadt in eine andere möchte, braucht man in der Regel nicht allzu viel Geld. So kann man eine Distanz von ca. 1000 km im Zug zurücklegen, ohne dafür mehr als 25 ? zahlen zu müssen. So entschloss ich mich also, eine kleine Reise zu unternehmen, das inzwischen lieb gewonnene Wuhan zumindest für ein paar Tage zu verlassen, um mich in die, wörtlich übersetzt, ?Nördliche Hauptstadt? zu begeben. Für die Schlauköpfe unter uns, ?Bei? bedeutet ?Norden?, und ?jing? ?Hauptstadt, oder, für ?uns? Deutsche: Auf geht?s nach Peking. <br />
<br />
Warum eine Zugfahrt so günstig ist, sollte mir im Nachhinein bewusst werden, dazu später mehr. Man muss dazu sagen, dass ich mit 3 Freunden gereist bin, die ihrerseits von dort einen Flieger in ihre Heimat zurückgenommen haben, in dem Fall Papua Neuguinea und Ghana. <br />
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Also fuhren wir mit 2 Taxen zum Bahnhof. Angstschweiß, 3 Fast-Unfälle, man gewöhnt sich so langsam daran. Ich fahre also mit 2 Chinesinnen im Taxi, die ungefähr so gut Englisch sprechen, wie ich Chinesisch. Man kann sich also vorstellen, wie ergiebig die Unterhaltung war. Nach leichten Differenzen bezüglich des Treffpunktes mit den anderen (es war meine eigene Schuld, ich habe schließlich nur 12 mal gesagt, dass wir uns in der Eingangshalle am Schalter Z12? treffen, das kann man natürlich nicht auf Anhieb verstehen) haben wir uns dann doch entschlossen, in das Gebäude reinzugehen. <br />
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Warum das erwähnenswert ist ?<br />
Weil ich, wie ich es noch aus alten Discozeiten mit gefälschtem Ausweis kenne, nicht reingekommen bin. Es gibt im Einlassbereich nämlich eine riesige Schlange, in der sich die Leute mit Ellbogen, Schultern und Körpermasse durch die engen Gitter drängen wollen, um ihr Gepäck durch die Sicherheitskontrolle zu jagen. Dort muss man sein bereits erworbenes Ticket vorzeigen. Ich frage mich, wie es funktionieren soll, jemanden abzuholen...<br />
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Wie dem auch sei, Tickets hatten wir gekauft, mittelungünstigerweise hatte Jan diese doch geschickterweise in seine eigene Tasche gesteckt, ohne mich darauf hinzuweisen, dass ich diese benötige. Und so steh ich dann da, als einziger Weißer, von chinesischen Sicherheitsleuten umgeben, in einem 16 Quadratmeter großem Karrée, beobachtet, angezwinkert, wie ein Äffchen im Zoo. Verhandlungskünste tralala, irgendwo habe ich es dann doch geschafft, reinzukommen, mit chinesischer Hilfe, versteht sich. <br />
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Nächstes Problem: Den vereinbarten Treffpunkt ?Z12? gibt es nicht. Ein sich zufällig über den Weg laufen ist ungefähr so, wie zu sagen, man trifft sich in Spanien am Strand, oder in Nizza an der Apotheke, oder in Düsseldorf an der Kneipe. Naja, man hat ja schon so einiges erlebt, also klappt auch dies natürlich irgendwie, organisatorisches Chaos macht ja schließlich den Trip nur interessanter...glaube ich.<br />
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Naja, nachdem man sich also doch irgendwie gefunden hat, die Tickets verteilt wurden, und man den Weg in den Zug gefunden hat, erstmal der Schock einer jeden (kleinen) Reisegruppe: Eine Reisegruppe! Zug laut, Zug überfüllt, alles eng, alle drängeln sich, etc. <br />
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Wir haben einen Nachtzug genommen, in dem jeder einen ?hardsleeper? reserviert hat. Ein kleines Bett, das eher einer Pritsche gleicht, aber den genügsamen Naturen durchaus reicht. Ein Reiseführer sagt in der Regel nichts anderes. Was er nicht sagt, ist, dass man sich die Kabine mit 5 anderen Leuten teilt, wo jeweils 3 Betten übereinander liegen. Wenn man selbst dann auf ein Bett klettern soll, das ca. 2,30 hoch ist, und vorher ordentlich ein paar Flaschen Wein vernichtet hat, kann der Spaß losgehen: Chinesen nicht die Füße unter die Nase halten, niemanden verletzen, niemanden wecken. Aber das geht schon alles irgendwie. Schließlich schaffen das auch Leute in beeindruckend hohem Alter in diese beeindruckende Höhe. <br />
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Ein anderes Erlebnis auf dieser Fahrt waren die Plumpsklos. Aber diese Erfahrung möchte ich lieber für mich behalten, genauer gesagt, möglichst schnell verdrängen. Seien wir einfach diplomatisch und nennen es: Ein Erlebnis !<br />
Irgendwann dann, völlig übernächtigt und fast verschlafen, kommen wir in Beijing an: Es ist noch lauter, die Leute rotzen noch mehr, die Luft ist noch trockener, und überall riecht es nach Tofu. Naja, fast. Und ich bin nicht gerade ein Tofufan.<br />
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Vom, nebenbei angemerkt, riesigem Bahnhof fahren dann Busse ab. Sehr sehr viele Busse, in die Innenstadt...wobei es so etwas in Peking nicht wirklich gibt, es gibt eher mehrere Ballungszentren. Wo Busse fahren, wie, nach welchem System... ich habe nicht die geringste Ahnung, wie das funktioniert. Aber von solchen Lapalien lässt man sich schließlich nicht aufhalten. Vorbei an Tian´men, dem größten öffentlichen Platz der Welt, auf dem über 1 Millionen Menschen Platz finden können, der zwischen dem ?Maosoleum? und dem Kaiserpalast (?Die verbotene Stadt?) angelegt ist, dem Herrschaftssitz von Hu Jintao, dem Präsidenten und Vorsitzenden der Kommunistischen Partei, und weiteren, kleineren Sehenswürdigkeiten.<br />
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Irgendwann sind wir dann bei einem Kumpel, einem in Beijing wohnenden Schweizer, angekommen. Auf dem Weg dorthin haben wir einen blinden Chinesen ein Instrument spielen sehen, hockend, dass einen sehr an uralte Klagelieder erinnert hat, und ein wenig aussah, wie ein Bogen, der von einer durchgängigen Sehne gespannt wird. Der Mann war sicher schon 90. 10 Stunden später waren wir wieder da. Der Mann auch. Was ein Durchhaltevermögen. Meinen Respekt dafür. Und so schlecht war die Musik auch nicht.<br />
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Der Pekinger Verkehr, man muss ihn gesondert erwähnen. Autos die sich ihren Weg durch Menschenmassen bahnen, die eine Straße passieren, obschon diese grün haben ? Kein Problem ! Spontane Richtungswechsel innerhalb der Straße, kreieren eigener Spuren ? Ok, wieso nicht ! <br />
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Wenn das Ganze dann noch dadurch den Angstschweiß hochtreibt, dass man auf einer Straße, die 14 (!!!) Spuren hat, mindestens 2 mal stehen bleiben muss, weil irgendwer irgendwo grün hat (Die Ampeln sind sehr versteckt), man aber nicht weiß, wer, und wo, sondern nur um den Stellenwert besagter Ampeln weiß, ist man auf jeden Fall abgehärtet, wenn man dies überlebt. <br />
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Ich habe in einer vorbereitenden Lektüre gelesen, man sollte als Ausländer in Peking kein Auto fahren. Dies erschien mir großkotzig. Es ist genauso großkotzig, wie jemandem zu sagen, dass er sich nicht ins Gesicht schießen soll, wenn er keine Präferenz für bleibende Verletzungen hat. Trotzdem bleiben Taxifahrer immer gelassen, ich habe noch nie einen das Gesicht verziehen sehen, geschweige denn fluchen hören. Wahnsinn.<br />
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Nunja, was wir bisher gesehen haben, sind große Shoppingcenter, die ihrerseits so überaus nervtötend sind, denn sie sind groß, sie sind eng, sie sind verwinkelt, und an jeder Ecke wirst du halb in eine kleine Box hineingezogen, um die angebotenen Produkte zu kaufen. Dass ich keinen Bedarf an Damenhandtaschen und Babyschuhen habe, unvorstellbar. Welch dekadente Lüge, ich schäbiger Europäer, ich.<br />
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Interessant hingegen sind die sogenannten ?Putongs?, quasi die alten verwinkelten urchinesischen Gassen, das antike Klischee - China, oder wie auch immer man das nennen will. Diese gibt es in jeder Großstadt, und bringen ein bisschen alten Charme und chinesische Freundlichkeit zurück, in eine so schnellebige, eigene kleine Welt, wie Peking mir eine zu sein scheint. Alte, verwinkelte Gassen, in denen streunende Köter herumlaufen, Fleisch auf offenem Feuer gegrillt wird, die Fahrräder so alt sind wie die Fahrer selbst, und Alte und Junge auf öffentlichen Plätzen zusammenkommen, um Badminton, Tischtennis oder Diablo zu spielen. Märkte, wo sich Leute die ohnehin schon zerfransten Schuhe reparieren lassen, um den Obstpreis gefeilscht wird, und es laut und ruppig zugeht. Archaisch eben. <br />
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Und das alles 10 meter neben einem der größten und modernsten Hotels in Beijing. Dieser offensichtliche Gegensatz, dass sich Viertel nicht homogen entwickeln, dass auf der einen Seite ich noch nie eine solche Konsumorientierung erlebt habe, auf der anderen Seite der Welt der Kultur in einem verbindlichen Maße geschätzt wird, wie es wirklich nur schwer nachvollziehbarer ist, ist eine der chinesischen Facetten. Eine Erklärung habe ich dafür nicht. Dies ist lediglich mein bescheidener Eindruck.<br />
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Abends sind wir dann in einen sehr schönen Stadtteil gefahren, ein großer See, der ringsum romantische Plätze bietet, und mit antiken Statuen, Pflanzen und glorreich arrangiertem Licht umsäumt ist. Restaurants und Bars, die den Weg um den See ebnen, und durch zahlreiche Brücken einen Übergang ermöglichen. Schwierig, dies in Worte zu fassen, und selbst wenn es gelänge, wäre es doch nur ein Abglanz von dem Eindruck, den ich von diesem Ort hatte. Ich bin nun wirklich kein Freund von Kitsch, aber hier, wo Tradition und Moderne in einer Harmonie zusammentrafen, wo weder Hektik noch Lärm herrschen...hier findet sich etwas ganz Besonderes !<br />
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Natürlich muss ich noch etwas über das Essen sagen: es war aus einer Provinz östlich von Tibet, also Südwest-China, sehr weit entfernt von Beijing, sehr weit entfernt von Wuhan, etwas ganz anderes. Alles wurde frisch auf dem Tisch für uns zubereitet, es war scharf es war lecker, aber am genialsten waren die, ich Banause würde sagen Kostüme, die die dort Bediensteten getragen haben. Traditionelle Kluft, die schon ein wenig an Tibeter erinnert, die in den Bergen eine Messe feiern. In diesem Sinne kehrt dann auch wieder die Vernunft ein, da spürbar ist, wie auch hier, an diesem idyllischen Ort, die Touristen, und damit der Konsum, zugeschlagen haben.<br />
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Nichtsdestotrotz denke ich, dass alles eine Frage der Perspektive ist, und ich in gewisser Weise auch ?nur? ein Tourist bin, der sich darüber erfreut, billig essen und leben zu können. Darüber Hinaus verbindet mich allerdings wahres Interesse und echte Aufgeschlossenheit mit diesem Ort, eine Eigenschaft, die nicht alle Menschen, die als Nichtchinesen hier residieren, zu haben scheinen. <br />
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Als Beispiel müsste ich hier eine Unterhaltung zitieren, die ich abends mit einem Geschäftsmann aus Chicago geführt habe. Diese war sehr ernüchternd und hat mich in gewisser Weise sogar wirklich getroffen, weil dieser Mensch, sagen wir, nicht unbedeutend war, und in gewisser Weise die Chinesen verachtet hat, eine einheitliche Meinung über ganz China hatte (man sollte mal in Deutschland versuchen, Schwaben und Berliner über einen Kamm zu scheren, oder einen Rheinländer mit einem Sachsen an einen Tisch zu setzen, um eine Diskussion über Wirtschaftspolitik zu führen).Hier entstehen Klischees. Und, wie Hagen Rether sagen würde...sowas verletzt mein sittliches Empfinden !<br />
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Unser Hotel ist relativ zentral gelegen, sofern man das in Beijing überhaupt, wie bereits erwähnt, so sagen kann. Unter unserer Tür werden jeden Tag kleine Visitenkarten durchgeschoben, auf denen Frauen abgebildet sind, und Telefonnummern. Was das wohl zu bedeuten hat...man weiß es nicht. <br />
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Aber auch im Alltag trifft man Frauen, die sich als "Cheese", "Wendy", "Paris", "Iwan" (der Schreckliche ?) und "Jessy" vorstellen. Hintergrund ist, dass sich viele Chinesen einen ausländischen Namen geben (lassen). Klingt cool für sie, lustig für mich und alle haben was davon.<br />
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Ou ja, meine erste "Ich stehe ganz allein vor Chinesen und will Chinesisch sprechen" - Erfahrung: Es begab sich also, dass wir, zu dritt im Restaurant, nicht alle 5 Teller aufessen konnten, die uns 4,30 (!!!) ? gekostet haben und bislang mit Abstand das Beste waren, was ich bisher hier gegessen habe. Also ließen wir das Meiste einpacken. Ungünstigerweise waren in der Tüte, als ich diese, als mich späterer Heißhunger überkam, keine Stäbchen zu finden. Essen möglich, aber ungünstig. Was tun ?<br />
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Nachts im Hotel, ich habe Hunger, keiner ist da, ich nehme also all meinen Mut zusammen, gehe zur Rezeption, die eine Frau guckt schon skeptisch und hilfesuchend zur Kollegin, die des Englischen mächtig ist. Nichts da, Englisch, pah, kann ja jeder.<br />
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"Ni hao, dubuqi, ni you mei you kuaizi ma?"<br />
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Entschuldigung, guten Abend, haben Sie vielleicht Stäbchen ? Eine sehr höfliche, grammatikalisch korrekte Form, die ich da angewandt habe, und auch wenn ich ein bisschen nervös bin, kann ich das geschickt kaschieren, als ich den Satz selbstsicher an die Ohren meines Gegenübers werfe.<br />
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Das Warten auf die Reaktion, die längsten 5 Sekunden meines Lebens...dann endlich, sehnlichst erwartet, kommen meine Stäb...nein es folgt nur ein verwirrtes Hochziehen der Augenbrauen. Verdammt. Ich gestikuliere, und sage "chi fan" = Essen essen ! Keine Reaktion. "CHOP STICKS!"<br />
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Endlich erbarmt sich ein anderer Chinese und reicht mir die hölzernen Futterutensilien. Leicht enttäuscht von meinem "zhong wen" kehre ich dann in mein Zimmer zurück. Die biologische Reaktion auf das Sichuan - Chili täuscht über meine Tränen hinweg ;P<br />
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Aber ich habe mich nicht geschlagen gegeben. Heute im Supermarkt haben wir eine Gratisprobe Tee bekommen, woraufhin ich prompt reagiere mit einem selbstsicheren: <br />
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"Xie xie, wo xihuan he chá." = Danke, ich trinke gerne Tee.<br />
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Immerhin ernte ich diesmal ein Lachen, Nachforschungen geben an, dass die Frau mich tatsächlich verstanden hat. JACKPOT !<br />
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Stolz wie Oscar bin ich darauf gespannt, was die nächsten Tage in Beijing so alles mit mir anstellen.<br />
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Sicher habe ich auch vieles nicht erwähnt und das große ?Sightseeing? kommt ab morgen.<br />
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Tian´men Platz, Mao gucken, Verbotene Stadt, Sommerpalast, Gartenanlagen, tralala. Ich werde die nächsten 3 Tage in einem Hostel wohnen. Insgesamt zahle ich für diese 3 Übernachtungen 10 Euro :)<br />
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Neue Erfahrungen folgen alsbald =)<br />
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			    <pubDate>Thu, 01 Jan 1970 01:00:00 +0100</pubDate>
			</item>
			<item>
				<title><![CDATA[Ein Quantum geliehener Freiheit]]></title>
			    <link>http://www.kwondoo.de/texte/Philosophie/Existentialismus/Ein+Quantum+geliehener+Freiheit</link>
			    <dc:creator>Patrick Albertini</dc:creator>
			    <description><![CDATA[Der Mensch, der in sich selbst den härtesten Gegner findet, merkt das meistens am Wenigsten. Können sich fleischgewordene Widersprüche noch in Wohl...]]></description>
			    <content><![CDATA[<p class="description">Der Mensch, der in sich selbst den härtesten Gegner findet, merkt das meistens am Wenigsten. Können sich fleischgewordene Widersprüche noch in Wohlgefallen auflösen ?</p>Philosophie ist alles und von allem etwas. Und dennoch findet sich kein wahrhaftes Ventil, um sie durch sich selbst zu pressen. Die Liebe zur Weisheit pervertiert zum Wunsch nach einem topologischen Trichter. Zu vieles bleibt auf der Strecke, man spürt es, wie ein Blutfluss, der sich zu einem Geschwür zusammenpresst, um dann irgendwann zu platzen oder zu veröden. Oder weiter ziellos zu gleiten, ohne austreten zu können, ohne Richtung, ohne Aufgabe, dennoch unverzichtbar. Wo die Bewegung und die Materie sich an einem Punkt versammeln, ist die Unschärfe ans universale Maximum getreten. Und doch ist das alles, was wir haben können.<br />
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Physik, Chemie, Biologie, Logik, Mathematik, Algorithmen, Syntax, Semantik, Vergegenwärtigung, Reflexion, Wahrnehmung. Wir schwimmen im Meer und sind dem Kontrollverlust hilflos ausgeliefert. Entweder weil wir Nichtschwimmer sind, oder keine Brücken bauen können, oder die falschen, oder nicht wissen, wo sie hinführen. Wir gehen auf in Relativität, Intersubjektivität, freier Interpretation. Dies ist unser Ausweg, da wir in uns selbst gefangen sind, denn: "Probleme kann man niemals mit derselben Denkweise lösen, durch die sie entstanden sind."<br />
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Wahrscheinlich hat Einstein das erkannt.<br />
Das Leben ist ein Spiel, dessen Regeln wir nicht kennen. Wir machen uns eigene.<br />
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In der Post - post - modernen Wirklichkeit kann Gott würfeln, oder das Spiel boykottieren, es tut unserer offen zur Schau gestellten Selbstgefälligkeit keinen Abbruch.<br />
<br />
Es scheint fast so, als könnte man sich selbst beobachten, um ein Urteil zu fällen. Ein Urteil über unsere Funktion- und Funktionsweise. Intentionalität sowie Zweckhaftigkeit. Wir als echte Teilmenge eines großen Ganzen. Durch die dunkelgrünen Scheuklappen, voll des Eifers und blinder Euphorie spiegeln wir die Realität in uns wider. Die infantile Naivität ist beinahe rührselig. Die Dekadenz hat in jeglich erdenklicher Hinsicht ihren Zenit erreicht.<br />
<br />
Wir haben Gott getötet, und sind zum Übermenschen geworden. Das wissen wir seit Nietzsche. Doch selbst wenn Gott jetzt auferstehen würde, könnte er uns nichts mehr anhaben. Er hat keine Macht mehr über uns. Daher kommt er auch nicht wieder, will nicht mehr mitspielen. Feuerbach und Terry Pratchett haben es gewusst. Wir haben unsere göttlichen Fesseln zerschlagen, um uns frei zu fühlen. Wir haben uns neue und stärkere angelegt, um Stärke zu fühlen, um über uns selbst erhaben zu sein, personale Transzendenz, der Über-Übermensch in der post-post-modernen Welt.<br />
<br />
Wen kümmert es, dass wir vergessen haben, einen Schlüsselloch einzubauen? Gleißender Stahl hinterlässt keine Schwielen an den Gelenken.<br />
<br />
Freiheit, die durch Knechtschaft seiner selbst bedingt ist, das ist ein Teil der modernen Welt. Sowohl im abstrakten Denken der Menschen, als auch im konkreten Leben. <br />
<br />
Vielleicht gibt es einen Ausweg, einen der Versöhnlichkeit, der alte Fesseln zerschlagen kann. Sie sollen von innen heraus zerbersten, wer die Macht hat, etwas zu erschaffen, kann es auch zerstören, ohne sich selbst zu zerstören. Ein Abbild unserer Selbst muss mit über den Jordan. Ein mutiger Schritt. Ein hoher Preis.<br />
<br />
Aber Destruktion ist der erste Schritt, um die Gedanken wahrhaft ans Tageslicht zu lassen, die sich selbst, und damit ihren Träger befreien. Niemand hat dies je schöner auf den Punkt gebracht als der alte Fritz: "Ich sage euch: Man muss noch Chaos in sich haben, um einen tanzenden Stern gebären zu können." <br />
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"Das Hirn aufmachen, um alles herausfließen zu lassen", so heißt die Devise: Staudämme brechen unregelmäßig, nichts ist kontrollierbar, vertocknete Gebiete, ungewässerte Felder, überschwemmte Bereiche. Das System IST Chaos. Spontan, gleichzeitig, scheinbar ungerichtet. Meine Welt ist meine Wahrnehmung. Die letzte Festung geliehener Freiheit, wie der Löwe, der nicht versteht, dass er im Käfig sitzt, brodelnd, majestätisch, anmutig. <br />
<br />
Begriffe wie Quantenmechanik und Determinismus haben für meine Wahrnehmung nur reflexiven Charakter. Die Algorithmen meines Hirns  sind nicht Teil davon. Sich  beobachten hält auf. Sich selbst die Richtung geben ist paradox. Sich selbst beurteilen zirkulär. Und dennoch klopft die Reflexion an die Tür, um mit der Sense zu schwingen. Was bleibt dann noch ? <br />
<br />
Das ist das Problem. Der universale Determinismus reisst die Hoffnung und Orientierung mit in den Graben, von der Meinung einiger Psychologen mal abgesehen. Aber wir sind nicht verloren. Man muss einfach nur loslassen können, um wahrhaft frei zu sein. Die neue Welt, meine Wirklichkeit hat phänomenale Realität, und bezieht sich auf Prozesse, ist Teil derselben, und kann sich dennoch inhaltlich vollständig von ihnen lösen, daher müssen wir uns keine Sorgen machen. Wir dürfen sogar gespannt sein. Ich bin meistens sehr gespannt, wenn ich darüber nachdenke, wie sich meine Wirklichkeit wohl in 6 Monaten konstituieren wird. "Mit der Hoffnungslosigkeit beginnt der wahre Optimismus!"<br />
<br />
Merci, Monsieur Sartre.<br />
<br />
Ja, es stimmt, ich selbst bin stets das gefühlte Nichts, die innere Leere, in der nichts zurückbleibt, wenn mir nur die Beobachtung meiner Selbst bleibt, wenn die Bedingungen externer Prozesse auf mich einwirken und meiner Seele das Blut aussaugen. Reduktionistische Retrospektion.<br />
<br />
Wir müssen aber wirklich nicht leer ausgehen doch haben wir dennoch unsere Laster zu tragen, und einen schweren Weg zu beschreiten. Die dritte Generation Übermensch. <br />
<br />
Es gibt einen Weg, sich selbst Hoffnung zu basteln, seine Seele neu zu stricken, die Welt neu zu gebären, die Perspektive zu wechseln, die Wahrnehmung erst zu abstrahieren, um sie dann zu intensivieren. Illumination der Realität. Dieser Weg ist die Philosophie:<br />
<br />
"Die Philosophie ist eine hohe Alpenstraße, zu ihr führt nur ein steiler Pfad über spitze Steine und stechende Dornen: er ist einsam und wird immer öder, je höher man kommt, und wer ihn geht, darf kein Grausen kennen, sondern muß alles hinter sich lassen und sich getrost im kalten Schnee seinen Weg selbst bahnen. <b>...</b> Dafür sieht er bald die Welt unter sich, ihre Sandwüsten und Moräste verschwinden, ihre Unebenheiten gleichen sich aus, ihre Mißtöne dringen nicht herauf, ihre Rundung offenbart sich. Er selbst steht immer in reiner kühler Alpenluft und sieht schon die Sonne, wenn unten noch schwarze Nacht liegt."<br />
<br />
Besser als Schopenhauer hätte man es nicht zusammenfassen können.<br />
<br />
Philosophie ist ein Prozess, ein Werkzeug, eine Passion, eine Leidenschaft, eine Aufgabe, eine Pflicht, Befreiung, Geißel, bringt fast zum Ersticken, und doch könnte ich ohne sie nicht atmen. (written text 102)<br />
<br />
Der mentale Druck holt mich ein, aus den Früchten soll noch der letzte Saft geholt werden, doch der Speicher kollabiert, die Defragmentierung versagt, ein Virus jagt den nächsten, ein System, was an sich selbst zu verglühen droht. Man ist gefangen in Selbstreferenzialität, beobachtet eines der substanziellen Probleme, und ist selbst  wieder Teil davon. Gedanken, Worte, Systeme, Inhalte, Sinnhaftigkeit, Gefühle. <br />
<br />
Man kann lange ausholen um darzustellen, wie viele Schwachstellen der Wille zum System hat. Übersetzungsfehler, implizite Prämissen, unerlaubte Perspektivenwechsel, sowohl innerhalb der Sprache, als auch der Wissenschaft.Und die Überbrückung der Kluft. Hier geht etwas schief, muss etwas schief gehen. In der Überbrückung der Kluft wird aus objektiver Kausalität willkürliche Interpretation. Zu schwer, sich einzugestehen, sich in den eigenen Schwanz zu beißen. <br />
<br />
Zu groß die Angst. Wahres Begreifen setzt losgelöste Wahrnehmung voraus, erst der Input, dann das System. Der Filter verengt, unser Filter ist unser Hirn, und man kann nur sein Bestes tun, damit zu leben. Wenn wir aber losgelöst sein wollen, das heißt ohne Filter, und unser Hirn ein Filter ist, was passiert dann? <br />
<br />
Dann gibt es immer noch Sarte: Alles, was ist, ist für uns, und das alles dürfen wir auffassen, aufspüren, empfinden, verstehen, einordnen. Wir müssen es nicht. Und wenn Wittgenstein sagt, dass, alles, was gesagt werden kann, klar gesagt werden kann, spielt das keine Rolle: Denn das, was wichtig ist, spiegelt sich nicht in Worten wieder. Worte sind keine Gefühle. Worte sind nicht das Leben. Worte sind nicht die Welt. Worte sind ein kläglicher Versuch, einer Intuition Ausdruck zu verleihen, um uns selbst gewahr zu werden, um uns anderen verständlich zu machen, einen Konsens zu erschaffen.<br />
<br />
Worte sind wichtig und wir hätten ohne sie ganz andere Probleme. Manche Probleme wären gelöst, manche würden erst gar nicht entstehen. Nun aber gilt es, sich dem Leben zu widmen. Zeit für Rechtschaffenheit. Zeit für Genügsamkeit. Zeit, zu seiner Seele zurückzufinden, sich zu versöhnen. Zeit, sich Zeit zu nehmen, sich dafür Zeit zu geben.<br />
<br />
Nicht umsonst hat Schopenhauer ein Fable für Buddhismus gehabt.<br />
<br />
Dies allein beansprucht die volle Kapazität des Menschen, und ist gleichermaßen dazu berechtigt und benötigt. In der Überwindung seiner Funktionalität überwindet der Mensch sein schlimmstes Schicksal und kann sich wieder selbst lieben. <br />
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Das Kind seiner Wirklichkeit wiegt sich selbst in den Schlaf.<br />
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			    <pubDate>Thu, 01 Jan 1970 01:00:00 +0100</pubDate>
			</item>
			<item>
				<title><![CDATA[Blog 3: Wuhan City und gutes Essen]]></title>
			    <link>http://www.kwondoo.de/texte/Prosa/Tagebuch/Blog+3%3A+Wuhan+City+und+gutes+Essen</link>
			    <dc:creator>Patrick Albertini</dc:creator>
			    <description><![CDATA[Die Innenstadt, kulinarische Offenbarungen und halsbrecherische Taxifahrten...In den letzten Tagen hat sich das ein oder andere Klischee bewahrheitet:...]]></description>
			    <content><![CDATA[<p class="description">Die Innenstadt, kulinarische Offenbarungen und halsbrecherische Taxifahrten...</p>In den letzten Tagen hat sich das ein oder andere Klischee bewahrheitet: Eine Taxifahrt, wie bereits kurz erwähnt, ist für den Durschnittseuropäer wie eine Nahtod-Erfahrung. Während ich, aufgrund meiner akuten Flugangst, stets mit meinem Leben bereits abgeschlossen habe, während wir durchs erste Luftloch säuseln, machen die Wuhaner Taxifahrer ihrem Ruf alle Ehre: Wir sind gestern das erste Mal in die große Innenstadt gefahren (Jan wohnt in einem der Universitätenviertel). Ich spare mir mal die Ausführungen darüber, wie groß alles ist, wie bunt, wie belebt, und so weiter, denn auch wenn ich das erste Mal in China bin, habe ich ja dennoch schon ab und an eine Großstadt erblicken dürfen, obschon, das gebe ich gerne zu, nicht in diesem, &bdquo;bunten&ldquo; Ausmaß. Bilder werden bald folgen, und man mag sich selbst Eindrücke verschaffen. <br />
<br />
Aber die Fahrt dorthin...ging ja ganz harmlos los. Mal abgesehen von dem Radfahrer mit der Pressluftflasche auf dem Gepäckträger, der nahezu übersehen wurde, dem LKW, in den wir fast reingekracht wären, weil dieser meinte, ohne ersichtlichen Grund auf der mittleren Spur zum Stehen zu kommen. Die Rollerfahrer, die nachts einfach auf einer 4spurigen Strasse (inoffiziell!!!) einfach ohne Licht fahren, sind ja auch noch völlig ok, und wenn dort ansässige Radler heldenhaftig unser Taxi schneiden möchten, während unser Fahrer fröhlich Witze mit uns macht (hahaha, Angstschweiß...), dann mag man ja noch behaupten, die sei deren Schuld, oder dergleichen.<br />
<br />
Aber als dann besagter Fahrer, nachdem wir ihn, auf dem Weg zu unserem Restaurant (Ode an den Gaumen, bzw. es gibt doch einen Gott, mehr hierzu später) auf einer riesigen Kreuzung, die selbst für eine Stadt mit ca 9 Millionen Einwohnern, wie Wuhan eine ist, durchaus imposant ist, eine lustige Runde fährt, einmal um seinen eigenen Wendekreis, um statt rechts abzubiegen, doch nach links zu fahren. Ist ja an sich kein großes Manöver, wenn da nicht die anderen Fahrzeuge gewesen wären, die längst grün gehabt haben. Wunderschön, man glaube es oder nicht, ich hatte meinen Spaß, und hupen tun sowieso alle ständig, obwohl in der Stadt diverse Schilder aufgestellt sind, die selbiges verbieten. Aber das Rauchverbot im Restaurant stört schließlich auch niemanden. &bdquo;Laws are what you make out of it&ldquo;, wenn ich mal einen tapferen Mitstreiter zitieren darf...<br />
<br />
Der Taxifahrer hat sich nach einer Irrfahrt (rechts, nein links, ok da lang....wir sind gleich da, nein wir sind doch total falsch...achne das geht schon...ups, HIER sind wir ???) sich noch entschuldigt hat, unsere Zeit zu stehlen, war mir einfach klar: Man kann viel sagen, aber eines steht fest: Guter Service wird hier absolut großgeschrieben, und was &bdquo;Der Kunde ist König&ldquo; angeht, so kann sich so mancher Europäer hier noch eine Scheibe abschneiden.<br />
<br />
A pros pos Scheibe abschneiden, wir sind noch in ein brasilianisches &bdquo;All you can eat&ldquo; Restaurant gefahren. Frisch gegrilltes Fleisch am Spieß, und ca 20 Chinesen, mit dieser und anderen Leckereien bewaffnet, die durch das Restaurant wandern, und dir stets frisches Essen auf den Teller scheffeln. Alles lecker, alles super, alles zuviel, nach ca 90 Minuten mussten wir, d.h. Jan, Paa und ich, den ewigen Kampf gegen unser Essen aufgeben, dass offenbar vor weiteren Mitstreitern nur so strotzte. Frisches Fleisch mit Ananasgeschmack (!!), grüner Spargel in geröstetem Schinken, fritierter Lotos und Co haben mir, mal abgesehen von dem Schauspiel an sich, den Abend nicht nur metaphorisch versüsst, von den Nachspeisen ganz zu schweigen. Nachdem unser Tisch dann eher den Charakter verbrannter Erde hatte (zum Schluss zählte ich 13, einsam herumlungernde, teils gestapelte, teils noch mit letzten Resten belegte, Teller, die genau das widerspiegelten, wie wir den Abend verbracht hatten: Essen ist Krieg ! :)<br />
<br />
Der Abend ging dann bei Jan zuhause weiter und sollte zu weiteren lustigen Erfahrungen führen. Chinesen sind anscheinend sehr spielfreudig, gerade dann, wenn Cidre oder Wein im Angebot ist, und so spielten wir dann, sei es Schnick Schnack Schnuck, bestimmte Nummern nennen (oder nicht nennen), etc etc etc...war auf jeden Fall sehr lustig, bis auf die Tatsache, dass Chinesin Nummer 1, die ein Trinkspiel vorgeschlagen hatte, sich von selbigem ca eine Stunde später entsagen musste...aber alles in allem ein lustiger Abend,<br />
der für mich in zwei weiteren kulinarischen Erfahrungen enden sollte (aber ein für allemal: Das Essen ist einfach unvergleichbar lecker, ich bin einfach immer noch so beeindruckt, dass ich es nicht unerwähnt lassen kann).<br />
<br />
Und die Freundlichkeit des ersten Muslimen, bei dem wir noch etwas zwischen den Kiefer geschoben hatten, war im Anbetracht der Tatsache, dass es 3 Uhr morgens war, außer uns nur 3 Chinesen anwesend waren, die lautstark mit ihm diskutierten, warum sie denn dort keinen Schnaps trinken dürfen (normalerweise darf man sich seine Getränke in Restaurants mitbringen, nur eben keinen Alkohol bei Muslimen) war doch erstaunlich. Vielleicht lag das auch daran, dass seine Frau, die sich eine Liege mitten im Restaurant serviert hatte, friedlich geschlafen hat. <br />
<br />
Ich rede schon wieder über Essen, ok, ich versuche mich wirklich aufs Wesentliche zu beschränken: Essen beim Muslimen 40 ct, sehr lecker, Essen bei, ich glaube, Uiguren (ethnische Minderheit in China): das schärfste, was ich je gegessen habe. Normalerweise steht in jedem chinesischen Restaurant Chili zum Nachwürzen auf dem Tisch. Dort nicht. Hätte mich skeptisch machen sollen, ich war aber zu sehr damit beschäftigt, mich per kontrollierter Atmung darauf zu konzentrieren, dass mein Rachen kein Feuer fängt. Aber natürlich war das Essen, wie immer, ausgezeichnet.<br />
<br />
Danach sind wir noch in die &bdquo;Altstadt&ldquo; gegangen, eine Ansammlung kleiner Buden, Geschäfte, Kiosks, Hotels, Bars, und dergleichen, allerdings im traditionellen Stil. Hatte ein wenig Hinterhof-Charakter und die Kulisse war filmreif: Enorm viel Müll auf beiden Straßenseiten, schiefe Strommasten, streunende Katzen, betrunkene Chinesen, die sich nicht mehr auf den Beinen halten können, Musik von irgendwo, dahinter eine Karaoke Bar, verwinkelte Gassen, kaputte Schilder, aufgehängte Wäsche, Sperrmüll, teilweise zerstörte Hausfassaden...ich weiß nicht, ob Worte ausreichen können, um dies zu beschreiben, ich befürchte nicht, wahrscheinlich wird gerade sogar ein falscher Eindruck vermittelt, denn in gewisser Weise war es dort...wunderschön (und ich weiß um den inflationären Gebrauch dieses Wortes) <br />
<br />
Vor allen Dingen der krasse Gegensatz dieser offensichtlich sehr armen Gegend im Gegensatz zur durchaus beeindruckenden Innenstadt war erstaunlich, beeindruckend und irgendwie fast schon unglaubwürdig.<br />
<br />
Zum Ende des Abends sind wir noch an einem Kiosk vorbei gegangen, wobei man sich solche eher wie eine offen stehende Garage vorstellen kann, vor der 2 Chinesen fröhlich trinkend (Uhrzeit: 4 Uhr morgens, mittwochs) rumsitzen.<br />
<br />
Da Jan schon länger hier wohnt, spricht er chinesisch, und sowohl, das, was er sagt, als auch die paar Brocken Mandarin, die ich nun rausquetschen kann, scheinen sehr beeindruckend für Chinesen zu sein. Ich habe mal gelesen, dass Chinesen glauben, sie seien die einzigen, die ihre Sprache beherrschen können. Nun, das ist natürlich offensichtlicher Unsinn, wenn man bedenkt, dass ca. 1,3 Milliarden Menschen, bildungsunabhängig in der Lage sind, diese Sprache in Wort und Schrift zu beherrschen.<br />
Nichtsdestotrotz fangen die Chinesen immer noch freundlich an zu lachen, wenn ich zb. Dem Taxifahrer zum Abschied &bdquo;Xie xie, shi fu, zai jian, man sao&ldquo; entgegne, wörtlich etwa: &bdquo;Danke, Onkel und bis bald, aber das nächste Mal: Fahr langsamer!&ldquo;<br />
<br />
Notgedrungen von den Chinesen am Kiosk noch einen Schnaps getrunken, dann sollte es das aber gewesen sein. Todmüde, satt und glücklich, mit neuen Impressionen genährt, bin ich dann gegen 6 Uhr morgens ins Bett gefallen, um dann 6 Stunden später dieses Geschreibsel anzufertigen. In 4 Stunden geht es dann mit 3 Kollegen im Nachtzug nach Beijing, das nächste Mal also mehr Infos darüber.<br />
<br />
Eine Sache merke ich allerdings jetzt schon: Der Unterschied liegt oftmals im Detail, und auch wenn es hier in Wuhan, wie in den meisten westlichen Großstädten Taxis gibt, Strassen, Restaurants, große Plätze, Geschäfte, Lärm und überhaupt natürlich China keine neue Welt ist, diesbezüglich betrachtet, ist doch so ziemlich alles irgendwie...anders.]]></content>
			    <pubDate>Thu, 01 Jan 1970 01:00:00 +0100</pubDate>
			</item>
			<item>
				<title><![CDATA[Blog 2: Das Einleben]]></title>
			    <link>http://www.kwondoo.de/texte/Prosa/Tagebuch/Blog+2%3A+Das+Einleben</link>
			    <dc:creator>Patrick Albertini</dc:creator>
			    <description><![CDATA[Mich beschleicht langsam die subtile Angst, das gesprochene Deutsch zu verlernen. Wenn man sich langsam daran gewöhnt, den ganzen Tag nur Englisch zu...]]></description>
			    <content><![CDATA[<p class="description"></p>Mich beschleicht langsam die subtile Angst, das gesprochene Deutsch zu verlernen. Wenn man sich langsam daran gewöhnt, den ganzen Tag nur Englisch zu sprechen, bzw. sich damit auseinanderzusetzen, was &bdquo;Shi Fu, Man sao, man sao&ldquo; heißt, und was dieses oder jenes Schriftzeichen bedeutet, verliert man das ein wenig aus dem Auge. Wir diskutieren hier jeden Abend und wechseln da auch unter &bdquo;uns Deutschen&ldquo; manchmal die Sprache, weil wir es auf Englisch besser ausdrücken können. Das scheint also ziemlich schnell zu gehen...A pros pos Mandarin, ich habe noch nicht wirklich viel gelernt, ich werde morgen oder nächste Woche, wenn ich aus Beijing zurück bin, mal zur Uni gehen, und schauen, ob dort Intensivkurse angeboten werden, sodass ich nicht nur ein paar Sprachfetzen aufschnappe, sondern zumindest tendenziell diese Sprache, von der ich glaube, dass sie innerhalb der nächsten 20 Jahre von stetig zunehmender Wichtigkeit sein wird, zu lernen.<br />
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Ich bin immer noch nicht ganz fit, Nachwirkungen vom verdammten Antibiotikum (ich hasse es, Pillen zu schlucken), abgetötete Bakterien, plus Zeit und Nahrungsumstellung machen meinem Körper ein wenig zu schaffen, ich ließ mir sagen, dies sei in ein paar Tagen vorbei. Hoffentlich. Morgen geht Jans Mitbewohner für ein paar Monate zurück nach Ghana, was sehr bedauerlich ist. Selten habe ich einen Menschen getroffen, der mit solch einer Selbstverständlichkeit seine Hilfe nicht nur anbietet, sondern auch zu seinem Wort steht. So habe ich jetzt bereits 2 Kontaktpersonen an Sprachschulen (die zu treffen ich allerdings noch nicht geschafft habe). Darüber Hinaus hat er gestern Abend die ganze Zeit SMS geschrieben, als wir im Club waren, und ich dachte, dass er bestimmt seiner Freundin schreibt und sprach ihn an. Er meinte nein, er aquiriere all seine hie rgewonnenen Freunde, dass die sich um mich kümmern sollen und mir helfen sollen, wann immer ich Hilfe brauche. Abgesehen davon ist er für einen (West)-afrikaner sehr ruhig, geradezu schüchtern, aber wenn man selbst soviel redet wie ich, braucht man ja nicht zwangsläufig noch eine Laberbacke um sich herum.<br />
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Chinesischer Club gestern: Alter Schwede. Erstmal wirkte dieser mehr wie ein römisches Dampfbad, als das, was ich als bescheidener Ex-Berlin-Bewohner als &bdquo;Club&ldquo; bezeichnen würde. Warum ich gesondert erwähne, dass es sich um einen chinesischen Club handelt ?<br />
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Da Jan, Paa und ich die einzigen Ausländer (lao wei) waren. Was nicht bedeutet, dass nicht 2 Chinesen nach 2 Minuten Fotos mit mir machen wollten, mir Zigaretten und Schnaps angeboten haben. Dies abzulehnen, soviel habe ich mittlerweile gelernt, ist mehr als unhöflich und da ich mich, unbescheiden wie ich bin, tendenziell auf interkultureller Austauschsmission sehe, bin ich mir dieser Verantwortung wohl bewusst :)<br />
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Will sagen, im Moment verhalte ich mich eigentlich so, dass ich mich bei jedem Handgriff frage: Macht man das so? War das unhöflich? Dies hemmt natürlich einerseits, aber andererseits hilft mir Jan auch teilweise, oder beantwortet mir Fragen, um größere &bdquo;Fehler&ldquo; zu vermeiden. Obschon er mich natürlich auch meine eigenen Erfahrungen machen lässt...größtenteils sogar, was auch gut ist. <br />
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Die ersten Kontakte in diesem Club habe ich auf zweierlei Art und Weise empfunden: Erstens schien ein großes Interesse an meiner Person zu herrschen. Wo ich denn herkäme, wurde ich auf Englisch gefragt. &bdquo;Germany&ldquo;, meine Antwort. Nach dem dritten Mal, dass ich dies sagen musste, guckt mich besagter Chinese ungläubig und lachend an und sagt: &bdquo;You ?? Japanese?&ldquo; Und ich: &bdquo;No, Germany. De Guo&ldquo; (Chinesisch für &bdquo;Deutschland&ldquo;)  Und er: &bdquo;Ah, Germany!&ldquo; Wenigstens haben wir beide gelacht. Aber ich muss auch zugeben, dass die Chinesen, die ich bisher kennegelernt habe, zwar Englisch sprechen, aber so einen krassen Akzent haben, dass ich mich über jeden Provencebewohner freuen würde, der versucht, seiner seit 2 Wochen erlernter angelsächischer Sprache zu fröhnen, denn ich verstehe nahezu nichts. Als ich dann aber noch ein paar ganz simple Dinge auf Chinesisch in sein Ohr säuselte (Verzeihung, der Herr, ich bin ein Pandabär, 1 bis 10) hatte ich dann gewonnen: Die Chinesen ließen mich an ihrem üblen Saufgelage (Mitten in der Woche, gegen 2 Uhr morgens, wen kümmerts), teilhaben. Wieviel so kleine Menschen in sich reinkippen können, ohne selbst zu kippen, nämlich auf den Fußboden, ist mir ein absolutes Rätsel.<br />
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Achja, ich hab gerade den roten Faden wiedergefunden: Meine zweite Wahrnehmung dieses Kontaktes war...nunja...ich fühlte mich mal wieder beobachtet, fast wie ein Affe im Zirkus, oder ein Weißer in Afrika, oder ein Schaf in einer Wolfsherde (aber ich bin noch heile, keine Sorge). Da der Chinese mehrfach darauf bestanden hat, mit mir auf die Tanzfläche zu gehen, tat ich ihm schließlich den Gefallen. Die Tanzfläche, ein riesiges Holzbrett, mit Schwungfedern eingelassen, will sagen ein Trampolin, war direkt leer, als die &bdquo;lao wei&ldquo; auf der Tanzfläche gesehen haben. Beobachtung, Klatschen, vom DJ angefeuert werden. All sowas. Von dem Servicde, dass dein Glas automatisch nachgefüllt, dein Tisch immer sauber ist, ganz zu schweigen. Vielleicht galten wir aber auch als VIP´s, weil der Jan es sich trotz &bdquo;Lass es uns heute mal ruhig angehen&ldquo; nicht nehmen lassen konnte, für Paa, ihn und mich eine Flasche Gin zu bestellen. So ist er eben, der Jan :)<br />
<br />
Und man will ja nicht unhöflich sein, hahahahaha !<br />
Anderes Thema, muslimisches Essen in einer...Chinesen würden es kleines Restaurant in einer Nebenstrasse nennen, ich nenne es Schabracke im Ghetoo (sorry). Aber das Essen war so unglaublich lecker, dass iuch wahrhaft zugeben kann, erstens, der Schein trügt oftmals, wieso sollte ein Restaurant seine Ressourcen darauf verschwenden, gut auszusehen? Zweitens habe ich wahrscheinluch für unschlagbare 50 cent (!!!) noch niemal meinen Wanzt vollschlagen können (jaja, westliches Argument), geschweige denn, so lecker. Frisch gemachte Nudeln (sieht übrigens sehr interessant aus, wie der Teig da von A nach B durch die Luft geschwungen wird, täglich 30 min in dem Restaurant arbeiten, und man braucht keinen Sport mehr), leckeres Fleisch, nette Gäste (die ihre Nudelsuppe in ca 3 Minuten wegschlürfen, Rekordzeit und insgesamt eins ehr entspanntes Ambiente.<br />
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Das Essen ist überhaupt sehr reichhaltig, vielseitig und vor allem gibt es immser sehr sehr viel. Dennoch habe ich hier noch nicht einen einzigen, auch nur ansatzweise dicken, Chinesen gesehen. Das mag aber womöglich daran liegen, dass das Essen erstens frisch, zweitens nicht so fett, und drittens meistens sehr scharf ist, weil Chili wirklich überall draufkommt (Brot, Kartoffeln...). Auf die Teekultur bin ich sehr gespannt, ich habe in meiner &bdquo;Vorbereitungszeit&ldquo; gelesen, dass der chinesische Teekonsum etwa mit dem westeuropäischen Weinkonsum vergleichbar ist. Mit selbigem habe ich übrigens auch hier, in Wuhan, bereits meine reichhaltigen Erfahrungen machen dürfen.<br />
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Nichtsdestotrotz habe ich bisher eigentlich noch nicht viel gemacht, und &bdquo;das Eigentliche&ldquo; kommt erst noch. Aber da ich so viel reden kann, schaffe ich es irgendwie dennoch, Zeilen zu füllen, und hoffentlich nicht allzusehr zu langweilen. Aufbald !]]></content>
			    <pubDate>Thu, 01 Jan 1970 01:00:00 +0100</pubDate>
			</item>
			<item>
				<title><![CDATA[Blog 1: Dominique in China - Erste Eindrücke]]></title>
			    <link>http://www.kwondoo.de/texte/Prosa/Tagebuch/Blog+1%3A+Dominique+in+China+-+Erste+Eindr%C3%BCcke</link>
			    <dc:creator>Patrick Albertini</dc:creator>
			    <description><![CDATA[Ich habe sicher die Hälfte vergessen, bin übernächtigt und mein Hirn fühlt sich leicht wacklig an, aber ich habe hiermit mein Bestes getan, um ein...]]></description>
			    <content><![CDATA[<p class="description">Ich habe sicher die Hälfte vergessen, bin übernächtigt und mein Hirn fühlt sich leicht wacklig an, aber ich habe hiermit mein Bestes getan, um einen kleinen Eindruck zu vermitteln</p>Der Anfang ist meistens das Schwierigste, gerade, wenn ich überlege, was ich bislang alles an Eindrücken gesammelt habe. Bevor ich auch nur einen einzigen Fuß auf zentralchinesischen Boden gesetzt hab, ist bereits soviel passiert. Dass ich mich als Ausländer gefühlt habe, ging schon in Berlin am Flughafen los, da neben mir 3 weitere Europäer in einem Airbus geflogen sind, da waren also bestimmt ein paar Hundert Chinesen. Das Rotzen scheint hier ziemlich weit verbreitet und generell akzeptiert zu sein, ok, von mir aus, aber als ich mir einmal die Nase geputzt habe, wurde ich schnell darauf aufmerksam gemacht, wie ekelhaft das sei, und dass ich dies doch bitte unterlassen soll. Ok, von mir aus. Im Flugzeug fangen die Boardbegleiter bereits an, deine Temperatur zu messen, mit roten Laserpistolen, und geben dir 2 Formulare, die man ausfüllen muss. Aufenthaltsort, Telefonnummer, etc pp. Ich hatte keine Ahnung von Jans Adresse...war zum Glück aber auch kein Problem. Ich ließ sagen, dass die medizinische Paranoia, die in Beijing am Flughafen zu herrschen scheint (viele Bedienstete rennen mit Mundschutz rum), eine H5N1 Nachwirkung ist, ich dachte zuerst an SARS...whatever.<br />
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Dass in Großstädten Autos hupen, war mir ja vorher klar, aber so ein Hupkonzert wie in Beijing habe ich echt noch nie erlebt. Da bleiben Autos teilweise ohne ersichtlichen Grund mitten auf der Strasse stehen, scheren im letzten Moment aus, ohne zu blinken, schneiden sich, fahren dicht auf...ich frage mich welche Funktion die Hupe tatsächlich hat, auf jeden Fall wird sie ständig benutzt. Cola kostet 30 cent, Kippen zwischen 60 ct und 4 Euro, je nach Qualität. Am Aschenbecher gibt es Spucknäpfe, und der chinesische ?Klomann?, den ich getroffen habe, war guter Dinge, hat gesungen, mir Handtücher etc angegeben, um mich nachher anzugrinsen, seine Finger zu reiben, um mir zu signalisieren, dass er Geld haben möchte. Nicht mit mir, ich war der einzige, der da ?bedient? wurde, und ich war der einzige Ausländer...war also klar, was hier Sache ist.<br />
<br />
Im Nachhinein habe ich das ein bisschen bereut, denn als ich den Zustand der öffentlichen Klos gesehen hab, in denen kein Klomann rumschwirrt...ich gehe hier besser nicht ins Detail. Was kann man bis dato noch sagen. Achja, es ist laut, überall. Menschen schreien am Telefon und jemand, der einfach seine Ruhe haben will, ist hier denke ich nicht allzugut aufgehoben. Zum Glück trifft das auf mich nicht zu :)<br />
<br />
Was mir sehr positiv aufgefallen ist, ist wie hier mit den ?Alten? umgegangen wird, Menschen die nicht mehr gut sehen oder laufen können. Um diese Menschen wird sich sehr liebevoll mit einer Selbstverständlichkeit, Geduld und Toleranz gekümmert, wie ich es aus Deutschland in der Regel nur von Leuten kenne, die dafür bezahlt werden. Wie mit den Alten umgegangen wird, habe ich einmal gelesen, daran kann man den Wert einer Gesellschaft ablesen. Wer weiß.<br />
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Hier fahren Busse rum, die mit der Aufschrift ?100 % perfect Hotel? werben...der Bus war allerdings schon sowas von scheintot, dass das nicht ernst gemeint sein kann und eher nach der letzten Chance wirkt, doch noch Kunden zu erhaschen.<br />
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Achja, das Spucken...es scheint normal zu sein, überall hinzuspucken, unabhängig davon, ob man sich in geschlossenen Räumen / öffentlichen Gebäuden aufhält oder nicht.<br />
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Ich komme mir sehr beobachtet vor. Alle gucken mich an, da ich vergleichsweise groß bin, sind die meisten nicht, einen Bart trage, haben die meisten nicht, und eine Glatze habe, kennen die meisten nicht. Kleine Kinder bleiben vor mir stehen und starren mich an, was noch ganz witzig ist, aber ich komme mir in meinen ersten Tagen hier nicht nur vor wie ein Alien, ich werde anscheinend auch so wahrgenommen. Das ist nicht weiter schlimm, ich werde weder beleidigt, noch ausgelacht, aber dass ich hier sehr stark wahrgenommen werde, ist offensichtlich. <br />
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Als ich dann nach 21 h Flug- und Wartezeit endlich in Wuhan angekommen bin, sind wir mit dem Taxi 60 km zu Jans Wohnung gefahren, um danach auf eine Halloweenparty zu gehen. Ich habe hier mein eigenes Zimmer mit Schreibtisch, Bett, Sessel...also allem, was ich brauche. Jans Freunde sind alle sehr nett, die meisten studieren Informatik, Physik oder Ingenieurswissenschaften und kommen aus Ghana, Papua Neuguinea, oder kleineren umliegenden Inselgruppen. Mit anderen Worten, alle Freunde, die ich bis jetzt vom Jan kennen, sind schwarz :P<br />
Bevor ichs vergesse, die Paul Panzer Fans unter euch werden es verstehen...ich habe Kokossaft getrunken :)<br />
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In Wuhan tanzen die Menschen jeden Abend auf der Strasse und jeden Abend und jeden Morgen kann man sehr sehr günstig sehr leckeres Essen kaufen. Das Restaurant, in welchem wir waren, war für chinesische Verhältnisse, ließ ich mir sagen, semi gut, semi laut, etc...<br />
<br />
Lecker fand ich das Essen in jedem Fall, es handelte sich um ?Sichuan-Küche?, also eine der 4, mir bekannten, chinesischen Küchen. Überall Chili drauf und irgendwann ist die Zunge taub aber hey, warum nicht. Der Restaurantbesitzer kam gleich an unseren Tisch, bat mir eine Zigarette an und fing an, mir seine Englischkünste zu demonstrieren. Hat die teuersten Zigaretten geraucht, die man hier kaufen kann. Ich ließ mir sagen, eine angebotene Zigarette ablehnen, kommt ungefähr dem gleich, einem Fremden zur Begrüßung ins Gesicht zu spucken. Taxifahrer, Kneipenbesitzer...alle bieten mir Zigaretten an, sobald ich mit ihnen rede. Ein Mädchen in der Kneipen wollte meine linke Hand sehen, weil sie sich meinen Ring angucken wollte...was das bedeuten soll, habe ich bisher nicht verstanden. Aber ich verstehe auch nicht, warum die Servietten im Flugzeug nach Pfeffer gerochen haben. Oder warum es im Supermarkt keine Laufbänder gibt. Oder warum die KP Studenten untersagt, in dem ersten Studienjahr einen Computer zu besitzen, woraufhin diese in ein Internetcafé gehen, da diese 24/7 geöffnet sind.<br />
Supermarkt ist ein gutes Stichwort: Es gibt Bierchips. :) Alles, was theoretisch irgendwie essbar ist, wird in eine Wurst gepresst. Fischwurst ist da wohl mein Anti-Beispiel...<br />
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Es gibt eine riesige Auswahl an allem, der Supermarkt hat 2 Etagen und ist sehr sehr groß. Wein nimmt man sich nicht aus dem Regal, er wird Dir empfohlen und angereicht. Fisch kauft man nicht einfach tot, sondern fischt ihn mit dem Netz aus dem Wasserbecken und lässt ihn fertigmachen (was in dem Fall heißt, dass der noch zappelnde Fisch seitlich aufgeschnitten wird, Tierschützer hätten da wahrscheinlich keinen Spaß dran). Dasselbe gilt auch für Krebse. Abgesehen davon scheinen die Chinesen in Wuhan auch sehr experimentierfreudig zu sein, machen aus wirklich Allem entweder Wurst oder Saft. Gestern habe ich z.B. Maissaft getrunken, sehr bekömmlich. Es gibt hier wahrscheinlich so um die 300 verschiedenen Säfte / Drinks / nichtalkoholische Trinflüssigkeiten.<br />
<br />
Von daher bin ich als experimentierfreudiger Menschn ganz gut aufgehoben, da ich ca 30 % der hier erwerblichen Produkte weder jemals gesehen habe, noch mir vorstellen kann, welch kryptisches Etwas sich dahinter verbergen mag. Also kaufen, ausprobieren. Falls es nicht die beste Idee war, ist man halt auch nur 30 cent ärmer. <br />
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Das einzige was mich an dem Supermarkt richtig nervt, ist, dass sowohl der Zugang zur Kasse, als auch die Kasse so dermaßen klein sind, dass ein Großeinkauf zum absoluten Horrortrip wird und man mindestens 3 optimal aufeinander abgestimmte Mitmenschen braucht, um dem gerecht zu werden.<br />
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Ist in meinem Fall natürlich super, mein Mandarin ist ja mittlerweile nahezu perfekt...nicht !<br />
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Fleisch liegt teilweise einfach offen rum, sodass sich jeder bedienen kann, wie in einem Süssigkeitenladen. Sieht verdammt lecker aus. Aber mit Masken rumrennen, wegen Krankheiten, und dann Essen offen liegen lassen ? Ich muss ja nicht alles verstehen...<br />
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Übermorgen geht?s nach Beijing, ich habe immer noch nen Jetlag und den Tagesrhytmus noch nicht drauf, mein Körper stellt sich gerade auf das sehr leckere, aber durchaus andere Essen ein, die Menschen die ich treffe sind nett, vor Taxifahrten habe ich manchmal ein bisschen Angst, hier sind viele Ausländer, aber ich bin, neben Jan, der einzige ?Weiße? hier, und Jan ist ja auch mehr Chinese :)<br />
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Nicht dass das schlimm wäre, ich wollte den Austausch, nun habe ich ihn. Habe mit ein paar Chinesen geredet und natürlich direkt mit Wirtschaft angefangen und mit ökologischer Verantwortung. Ich möchte dies aber nicht wiedergeben, was das Mädel gesagt hat, war einfach nicht repräsentativ...hoffe ich.<br />
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Ansonsten geht?s mir gut, morgen treffe ich mich mit einem Freund, der mir vielleicht einen Job vermitteln kann, die Leute, von denen ich umgeben bin, sind sehr nett, hier gibt es zwar viel Polizei, aber ich habe die noch nicht einmal irgendwas machen sehen, und die sehen auch nicht so gefährlich aus, weil sie eh klein und dünn sind :)<br />
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Alles in allem bislang alles super, aber wir haben auch noch nicht viel gemacht, das ?Sightseeing? und so kommt noch, ich habe da ja noch ein paar Wochen Zeit...<br />
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In der Stadt gibt es sehr viele schöne Garten- und Parkanlagen, die ich mir dann in nächster Zeit ansehen möchte. Dazu auch den goldenen Kranich, eine Art Stadtwahrzeichen, dann die Uni, und und und...<br />
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]]></content>
			    <pubDate>Thu, 01 Jan 1970 01:00:00 +0100</pubDate>
			</item>
			<item>
				<title><![CDATA[Und da war er wieder, dieser Juckreiz im Hirn.]]></title>
			    <link>http://www.kwondoo.de/texte/Prosa/Und+da+war+er+wieder%2C+dieser+Juckreiz+im+Hirn.</link>
			    <dc:creator>Patrick Albertini</dc:creator>
			    <description><![CDATA[Ich bin der Geworfene, den die Welt niemals fangen konnte. Was ein hechelnder Tag. All diese Facetten, diese Armut an Schwerfälligkeit. 
Alles badet...]]></description>
			    <content><![CDATA[<p class="description">Ich bin der Geworfene, den die Welt niemals fangen konnte. </p>Was ein hechelnder Tag. All diese Facetten, diese Armut an Schwerfälligkeit. <br />
Alles badet sich im zuckenden Licht. Ein farbiger Strudel reißt mich hinab in den Trichter der zirkelnden Einheit. Ich bin der Himmel und verkürze mein Sein zur Melodie der Umgebung. Auf sanften Schwingen tanze ich meinem lächelnden Nichts in die Arme. Ich bin der umgedrehte Abgrund, aus mir tropft sich das Universum. Ein atmendes Aquarell, ein Feuerbach der Energien, ein Abglanz der Sünde, leidenschaftlich, unverdrossen, geregnet in den Gesang meiner Wahrnehmung. Diese Welt, diese fürchterlich erstaunte Konfiguration eines Gehirns, das im Begriff ist sich nicht mehr ernst nehmen zu müssen. Ich lebe die Gegenwart und lasse die offene Weite in mir nachklingen. Ein Hall, ein schattenhaftes Geräusch, ich schieße mich auf mich ein und kraule durch die federartigen Wogen der Sonne. Da sitze ich, auf meinen Blick hat sich die Landschaft gerichtet: saftig grünend, vom Wind gestreichelt, keinem etwas schuldig, seiend, bebend und ein Spiegel meiner verspiegelten Natur. Eine Gänsehaut taumelt meine Arme hinauf und bricht sich über die Schulterblätter hinweg an den Ausläufern meines Rückens in warmen Wellen. Die Segel meiner Seele streifen den hinauseilenden Horizont. Keine Wissenschaft, keine Variablen, keine Statistik, nur das Wir im Jetzt. Der Fokus verschwimmt und nimmt sich die Autorität. Die Psyche weidet sich an diesem wundersamen Garten. Geborgte Freiheit riecht schmeichelnd.<br />
Geschliffen ohne Richtung, eigendynamisch, der in die Höhe fallende Engel, Sturzflug zum Rausch, gefrorene Erlösung. Der Alltag klebt mir an den Hacken, bringt mich ins Straucheln, dann ins Fallen. Während ich falle, greife ich Erinnerungen und die Fülle an blumenartigen Wahrheiten&hellip;spirituelle Bruchlandung. Der Erdboden war mir mal wieder zu real. In das Gewand der zärtlichen Verantwortung gekleidet, blicke ich sternengleich in die Zukunft. Eine Träne rollt sich zu einer Zigarette, in der ich mich in Rauch auflöse. Der Teufel lässt mich hinter sich. Ich kehre gelassen aus mir zurück - übersprudelnder Quellen gleich. Ein spuckender Teppich, eine Kaskade der Information, ein entgleister Gott, ein Schlachthaus der Sinne, ein stillendes Trauma. In diesem Augenblick, der wie ein Vogelschwarm an mir vorüber zog, destillierte sich der Ozean meiner Befangenheit zu einem verklärten Tropfen Gewissheit: Liebe ist alles was der strohigen Ewigkeit die flammende Stirn bietet.<br />
]]></content>
			    <pubDate>Thu, 01 Jan 1970 01:00:00 +0100</pubDate>
			</item>
			<item>
				<title><![CDATA[Geistige Umnachtung]]></title>
			    <link>http://www.kwondoo.de/texte/Philosophie/Philosophie/Geistige+Umnachtung</link>
			    <dc:creator>Patrick Albertini</dc:creator>
			    <description><![CDATA[Kaffekranz mit NietzscheUnsere Freiheiten bewegen sich im Rahmen des notorischen Konsumzwangs, Wünsche werden suggeriert, implementiert, das limbisch...]]></description>
			    <content><![CDATA[<p class="description">Kaffekranz mit Nietzsche</p>Unsere Freiheiten bewegen sich im Rahmen des notorischen Konsumzwangs, Wünsche werden suggeriert, implementiert, das limbische System tanzt Tango.<br />
<br />
Kritisches Denken stößt gerade noch an die Grenzen der Rationalisierung von Standpunkten: Das Amen unter dem eigenen Ausbruch in meinen eigenen Idealismus.<br />
<br />
Die Ignoranz unserer Gesellschaft: <br />
Ein zynisches, egozentrisches, narzisstisch-pervertiertes Paradoxon.<br />
Mit grenzdebilem Desinteresse verabschieden wir uns unserer Existenzgrundlage, schaufeln uns unser eigenes Grab und suhlen uns in unserer Arroganz.<br />
<br />
Egozentrismus als Hauptmotor einer Kultur, die durch selbigen zu zerbersten droht.<br />
Willkommen in meiner Welt.<br />
<br />
Soziopathische Misanthropen, geistig fehlfixierte, degenerierte Materialisten, religiös verblendete Querdenker, rhetorische Dilettanten sind Brüder im Geiste ihrer eigenen Übermacht. Verfeindet und im Schicksal vereint.<br />
<br />
Wie die Lemminge lasst ihr euch in die Schlucht treiben, willenlos und apathisch, kontrolliert durch ein Gespenst, der kollektiven Habsucht und Ignoranz, die sich Im Einzelnen manifestiert. <br />
<br />
Dies hat bald ein Ende: Wer fällt, braucht keine Stoßrichtung!]]></content>
			    <pubDate>Thu, 01 Jan 1970 01:00:00 +0100</pubDate>
			</item>
			<item>
				<title><![CDATA[Von Fotos und Idealisten]]></title>
			    <link>http://www.kwondoo.de/texte/Kultur/Ethik/Von+Fotos+und+Idealisten</link>
			    <dc:creator>Patrick Albertini</dc:creator>
			    <description><![CDATA[Wo Moral zum idealistischen Einweg - Geschoss wird, verliert sie ihre Glaubwürdigkeit.
Schockierung fokussiert Aufmerksamkeit.
Situationsethik ist ...]]></description>
			    <content><![CDATA[<p class="description">Wo Moral zum idealistischen Einweg - Geschoss wird, verliert sie ihre Glaubwürdigkeit.
Schockierung fokussiert Aufmerksamkeit.
</p>Situationsethik ist ein schönes Wort, besonders dann, wenn es um hypothetische Situationen geht. Schließlich ist rechtes Denken die Voraussetzung für rechtes Handeln. Das ist wie bei gutem, anständigem Krafttraining: Alles muss ausdefiniert sein, bevor man sich in die Öffentlichkeit wagt.<br />
<br />
Der südafrikanische Kriegsfotograf Kevin Carter erhielt 1994 den Pulitzer Preis für sein Foto eines verhungernden sudanesischen Mädchens, auf das im Hintergrund bereits ein Geier wartet. Wie abscheulich das doch ist. Berichten zufolge hat dieser Mensch sogar 30 Minuten auf ein besseres Bild gewartet. Der Geier, der die Flügel schlägt, das wäre doch ein herrlicher Blickfang, wenn schon, denn schon.<br />
<br />
Es ist erstaunlich, zwischen der <i>Super Nanny</i> und den 5 Uhr Nachrichten bleibt immer noch etwas Zeit für Mitgefühl für Kinder der dritten Welt. Bleibt genug Zeit, zwischendurch die moralische Peitsche knallen zu lassen...<br />
<br />
Ein Mensch, der ein Foto von einem verhungernden Kind macht, anstatt ihm aufzuhelfen, und unmittelbar in das nächstgelegene Krankenhaus zu bringen, muss ein wahrer Teufel sein. Wie kann man so etwas nur zulassen? Schrecklich!<br />
<br />
So sind sie, die Idealisten, sie denken nicht nur schwarz weiß, sie rechtfertigen sich auch so. Was ist also hier der Punkt der Sache? Dass Menschen verhungern? Eher nicht, dass ist allgemein bekannt. Dass das Foto grausam ist? Schon eher, aber letztlich geht es nicht nur um die Grausamkeit des Fotos, sondern darum, dass Kevin Carter das Kind hat sterben lassen.<br />
<br />
Wie das Kind, dessen Namen nie jemand erfahren wird, ein gefundenes Fressen für den Geier ist, ist es Carter für den Idealisten. Dabei geht es nicht darum, die Welt zu verbessern, oder gar, wie man annehmen könnte, Afrikanern zu helfen, nein, vielmehr kann man sich darüber pikieren, wie unmoralisch es doch sei, ein armes, hilfloses Kind allein zu lassen. Titelseite ! Preisgeld !<br />
<br />
Unfassbar, denkt man sich, und wendet sich wieder seiner Playstation zu. Man selbst hätte in dieser Situation anders gehandelt, denkt man sich angeekelt, umarmt in Gedanken die dritte Welt und lebt sein Leben weiter. <br />
<br />
Schon ironisch, wie man wertvolle Energie auf Dispute derart verwenden kann, wie sich Carter hätte verhalten können, anstatt einmal im Monat einen Euro für Afrika zu spenden. Plakat gesehen, gelächelt, über die Korruption und Ausbeutung in der Welt geärgert und zu <i>Starbucks</i> gegangen.<br />
<br />
Ja, vielleicht wäre es richtig gewesen, dass der Fotograf dem Kind nach dem Foto auf die Beine geholfen hätte, ihm zu essen gäbe u.s.w.<br />
Vielleicht ist es aber auch richtig, wenn Menschen Geld spenden würden, sagen wir mal, zehn Kindern Nahrung, medizinische Versorgung, und Bildung zu spenden.<br />
<br />
Es geht doch nicht darum, den Fotografen für das, was er tut, zu verurteilen, sondern um das, was man selbst tut. Moralisches Denken ist einfach, hypothetisch ist jeder Idealist ein Held, Rationalisierung des eigenen Standpunktes nennt sich das. Abwärtsvergleiche aus dem sicheren Nest heraus. "Ich kann ja auch nicht allen Menschen helfen, aber..."<br />
<br />
Vielen Dank für Ihren Kommentar!<br />
<br />
Wenn ich aber nicht für Kinder in Afrika spende, dann bin ich genauso jemand, der zulässt, das Menschen Tag für Tag sterben. Was macht es denn für einen Unterschied, ob ein Kind vor mir liegt, welches stirbt, oder ob ich es vorziehe, zu Starbucks zu gehen, oder mein Geld Philip Morris in den Rachen zu werfen, anstatt für Nordkenia oder Äthiopien zu spenden, in dem Bürgerkriege, Hungersnot und Krankheiten an de Tagesordnung sind?<br />
<br />
Wenn das Argument tatsächlich dasjenige ist, dass der Fotograf in einer direkten Situation ist, in der man unmittelbar helfen kann, dann ist das sicher richtig. Aber die Fragestellung, diese ganze Debatte, ist völlig wertfrei. Ohne diese Bilder wäre die Wahrnehmung der Verhältnisse auf dem schwarzen Kontinent noch viel schwärzer. Das Bild ist gerechtfertigt, weil es zu Hilfe auffordert, weil es die Dinge zeigt, wie sie sind, Menschen verrecken wie die Hunde.<br />
<br />
Carter hält der westlichen Welt den Spiegel vors Gesicht, das bedeutet, er zeigt uns Dinge, die wir längst wissen, aber gepflegt ignorieren. Uns geht das nichts an. Aber jemand anders, der uns die Misere wieder ins Gedächtnis ruft, zahlt einen viel zu hohen Preis. Herr Carter, wir wissen, was in der dritten Welt passiert, also helfen sie bitte!<br />
<br />
Menschen können nur sehr schwer mit Kritik umgehen, Menschen kritisieren hingegen ist sehr leicht.<br />
<br />
Aber auch Empörung kann man <b>konstruktiv</b> umsetzen, manch einer mag sogar behaupten, dies sei Carters Ziel gewesen...<br />
<br />
Statt uns also nun endlich aufzuraffen, und die verdammte Hälfte unseres Geldes zu spenden, ziehen wir es vor, nicht nur jemand anders zu verurteilen, anstatt uns an die eigene Nase zu fassen, sondern darüber hinaus aus der Moral noch eine Diskussion zu machen. <br />
<br />
Doch warme Worte backen kein Brot und scharfe Kritik löscht keinen Durst.<br />
<br />
Wer die Welt selbst nicht ändert, hat kein Recht, über Menschen wie Kevin Carter zu urteilen.<br />
<br />
Über Fotos, wie Carter sie schießt, die uns erst vor Augen führen, wie schrecklich es tatsächlich vorgeht, da Menschen für Einzelschicksale empfänglicher sind als für Statistiken, können wir urteilen ? und darüber, dass er dem Kind nicht geholfen hat, zumindest wüssten wir nichts darüber. <br />
<br />
Was unterscheidet mich von Idealisten? Dass ich mich nicht für hochmoralisch halte? Bestimmt. Aber darüber zumindest bin ich nicht so scheinheilig, so zu tun. Ich verurteile nicht, dass Menschen andere Menschen sterben lassen und schwinge den moralischen Hammer, wenn ich selbst nichts tue, was der dritten Welt hilft.<br />
<br />
Eine Handlung wird nicht deswegen moralischer oder unmoralischer, weil die Lösung des Problems so naheliegt. Dem Kind etwas zu essen zu geben, wäre womöglich nicht schwer gewesen. Aber es ist auch nicht schwer, im Internet einen Dauerauftrag einzurichten, der Menschen zugute kommt, die das Geld wahrlich gut gebrauchen können.<br />
<br />
In diese, strengen Sinne, der eine Konsistenz erfordert, bin ich nicht moralisch. Denn es ginge einfach noch viel mehr. Wer kann denn heutzutage noch ernsthaft und aufrichtig in den Spiegel sehen und sagen: Ja, ich bin ein guter Mensch ???<br />
<br />
Und wenn ich deswegen nicht als moralisch gelte, weil ich mich nicht an politisch korrekten Debatten mit Hippies und Bombenlegern beteilige, oder weiß, wer in Uganda die Kommunalwahlen gewonnen hat, dann sei es so, das macht weder mich schlechter, noch sie besser. Außerdem weiß ich recht viel, ich würde sagen genug, über die Verhältnisse in einigen Teilen von Afrika, sei es z.B. Kenia, dem Sudan oder Nigeria:<br />
<br />
Menschen ermorden sich, Menschen haben Aids, Menschen verhungern. Mir war gar nicht klar, dass man mehr darüber wissen muss, um sich ein ?moralisches? Bild von der Situation zu machen, aber vielleicht kann ich einfach nicht mitreden, weil ich die Biographie von Mugabe gar nicht gelesen habe. Gelangweilt? Ich auch!<br />
<br />
Aber wenn ohnehin nur geredet wird, dann scheint es doch viel attraktiver, scheinheiligen Situationsmoralisten, Prinzipienreitern, und Spekulanten, deren Grundlage hypothetische Situationen sind, in denen sie sich weder jemals befunden haben, noch befinden werden, deren Argumente dogmatisch verlaufen, den Spiegel vorzuhalten, und durch Provokation das zu erreichen, was es zu erreichen gilt: <br />
<br />
Dass wir nichts und wieder nichts erreichen werden, wenn wir nicht anfangen, zu handeln. Reden macht niemanden satt. Trotzdem schreibe ich so einen Text, merkwürdig. Ich will ja nur Idealisten überzeugen, zu spenden, damit sie sich auch wahrhaft als die Moralisten auszeichnen, die sie zu sein vorgeben. Ich selbst gebe mein Geld lieber für den nächsten Vollrausch in der Kneipe aus, aber wer gibt das schon gerne zu<br />
<br />
Die meisten Idealisten, die ich kenne, packen sich niemals an die eigene Nase. Sie verkaufen sich über Wert, suhlen sich in ihrer stinkenden Selbstgefälligkeit, feuern ihre Dogmen, feiern sich als Weltverbesserer, idealisieren sich selbst, entwerfen ein <i>hypothetisch transzendentales Alter  Ego</i>, in dem Fall eine Art Superman für Schwarze, nur um sich abends wieder gemütlich dem Unterhaltungsprogramm zuzuwenden, wenn harsche Worte das lodernde Feuer der Moral wieder in die Herzen der erkalteten Menschen getragen hat.<br />
<br />
Zwei Jahre, nachdem Carter den Pulitzerpreis für sein Foto bekam, beging er Selbstmord. Er hinterließ eine siebenjährige Tochter.<br />
<br />
In einem Abschiedsbrief hinterließ er der Nachwelt folgende Worte:<br />
<br />
"Ich werde verfolgt von Erinnerungen an das Morden, an die Leichen, an die Wut, an den Schmerz, an verhungernde und verwundete Kinder, an schießwütige Irre.<br />
Der Schmerz des Lebens übersteigt die Freude in einem Maße, dass keine Freude mehr existiert."<br />
<br />
Trinken wir auf Kevin Carter, und auf unsere Sozialcourage.<br />
<br />
Prost!<br />
]]></content>
			    <pubDate>Thu, 01 Jan 1970 01:00:00 +0100</pubDate>
			</item>
			<item>
				<title><![CDATA[Das Diktat der Freiheit]]></title>
			    <link>http://www.kwondoo.de/texte/Prosa/Prosa/Das+Diktat+der+Freiheit</link>
			    <dc:creator>Patrick Albertini</dc:creator>
			    <description><![CDATA[Die Erfahrung ist der Hufschmied der Wahrnehmung...Entzünde dich am ausgehöhlten Zirkus der Zeit,
Ertrinke im blutleeren Saal deiner Ängste,
Kett...]]></description>
			    <content><![CDATA[<p class="description">Die Erfahrung ist der Hufschmied der Wahrnehmung...</p>Entzünde dich am ausgehöhlten Zirkus der Zeit,<br />
Ertrinke im blutleeren Saal deiner Ängste,<br />
Kette dich an die Befreiung deiner Seele,<br />
Werde eins mit deinem Nichts,<br />
Tanze auf den Gräbern der Lebenden,<br />
Atme die Oberflächlichkeit der Tiefe,<br />
Zersäge die rauschende Stille,<br />
Ernte die verfaulte Künstlichkeit,<br />
Stutz deiner Intuition die Flügel,<br />
Führe die Dunkelheit hinters Licht,<br />
Erfriere am Wandel,<br />
Gehorche deiner Prägung,<br />
Belüge die Wahrheit,<br />
Erziehe das Kind in dir,<br />
Zerbeiße die Hungrigen,<br />
Verstümmle die Kranken,<br />
Bade im Trüben,<br />
Beherrsche das Jenseits,<br />
Greife das Unbegreifliche,<br />
Stich deiner Blindheit die Augen aus,<br />
       <br />
                         - Lass nicht los, <br />
                             du könntest frei sein.]]></content>
			    <pubDate>Thu, 01 Jan 1970 01:00:00 +0100</pubDate>
			</item>
			<item>
				<title><![CDATA[Nuclear Mindbomb]]></title>
			    <link>http://www.kwondoo.de/texte/Prosa/Prosa/Nuclear+Mindbomb</link>
			    <dc:creator>Patrick Albertini</dc:creator>
			    <description><![CDATA[Wir ertrinken in den berauschten Wellen unserer Gehirne, sind geworfen um das Ziel aus den Augen zu verlieren, verbauen unsere fiktive Wahrnehmung mit...]]></description>
			    <content><![CDATA[<p class="description">Wir ertrinken in den berauschten Wellen unserer Gehirne, sind geworfen um das Ziel aus den Augen zu verlieren, verbauen unsere fiktive Wahrnehmung mit den Grenzsteinen der Sprache, bauen Burgen aus den Trümmern der Welt, Dunkelheit will Augenlicht, das Äußere erliegt dem Inneren, wir überziehen Kontingente, sind die Metaphern aller Unerklärlichkeiten, keuchende Aquarelle, Nachgeburten des Universums, juckende Existenzen, vom röhrenförmigen Rausch der Selbsttäuschung gepeitscht, sterben wir bevor wir geboren werden - intermediäre Totgeburten.
</p>We lose ourselves by producing<br />
<br />
I&rsquo;m very proud to introducing <br />
<br />
Some mind confusing, <br />
<br />
Brain abusing cosmic-fusion, <br />
<br />
God is formally known as the global illusion, <br />
<br />
God is a child, adopted by miss&rsquo;s evolution. <br />
<br />
We are dropped in a fractal solution. <br />
<br />
Getting&rsquo; drunk in an unfilled ocean. <br />
<br />
The light of inner dragons is frozen <br />
<br />
Everything is hiding in its motion. <br />
<br />
Waiting for the spirit of explosion. <br />
<br />
Limit your pride and mind that you&rsquo;re blind, <br />
<br />
The only enemy you have to fight, <br />
<br />
Lives inside, between waves of sight. <br />
<br />
Lighten up the unborn night, <br />
<br />
By using mental dynamite, <br />
<br />
I hope you like <br />
<br />
To think beside the points of being. <br />
<br />
A reborn of seeing, a new stream of meaning,<br />
<br />
Is cleaning your cells, try to feel yourself, <br />
<br />
I am anybody and everything else. <br />
<br />
Don&rsquo;t try to blame, try to get insane <br />
<br />
To overcome the kingdom of your brain. <br />
<br />
All my words, all in vain, <br />
<br />
Pregnant clouds, not able to rain, <br />
<br />
A treasure, waiting under its own sea, <br />
<br />
Analyzing what we wish to be. <br />
<br />
Constructing my worlds, <br />
<br />
Feeding birds to let me fly, <br />
<br />
I woke up in here, don&rsquo;t ask me why. <br />
<br />
Escaping from the dungeons of freedom, <br />
<br />
Into spider&rsquo;s worldwide web of wisdom, <br />
<br />
An abstract hybrid I want to play with. <br />
<br />
Perceiving my surroundings in 8-bit.<br />
<br />
Jumping through the wires of information, <br />
<br />
Try to forget the question of creation, <br />
<br />
Tell me about you, not about your nation, <br />
<br />
Waiting at an unknown station, <br />
<br />
Facing misleading manipulation, <br />
<br />
Let me die by your destination. <br />
<br />
I&rsquo;m your heaven, you&rsquo;re my hell, <br />
<br />
Try to ring my entertainment bell.]]></content>
			    <pubDate>Thu, 01 Jan 1970 01:00:00 +0100</pubDate>
			</item>
			<item>
				<title><![CDATA[Conciousness vs. Awareness]]></title>
			    <link>http://www.kwondoo.de/texte/Wissenschaft/Neuroscience/Conciousness+vs.+Awareness</link>
			    <dc:creator>Patrick Albertini</dc:creator>
			    <description><![CDATA[The distinction between conciousness and awareness is highly important for understanding current issues of Neurosciences and especially the Philosophy...]]></description>
			    <content><![CDATA[<p class="description">The distinction between conciousness and awareness is highly important for understanding current issues of Neurosciences and especially the Philosophy of Mind.

This short essay makes a purpose of a distinction!</p>This shall be the start of a new issue which more or less belongs more to what I would call rather "Philosophy of Mind" than Neuroscience, for my thesis is a philosophical one.<br />
<br />
Anyway, I would be glad to have some biologists having to say something about this...<br />
<br />
So, we all have a glimpse of what Conciousness and Awareness mean, but how do they stick together ?<br />
<br />
Is one of them a condition for the other or are they just different expressions for the same kind of phenomena ?<br />
<br />
I want to argue, that conciousness is <i>much stronger</i> than awareness in the following:<br />
<br />
What is awareness ?<br />
<br />
We use to say, we are aware <b>of</b> some sort of facts, evidence, or perception. In general, we may put this together to say, being aware <b>of something</b>, as the formulation shows, refers to some <i>relata.</i><br />
<br />
This goes further than relata in our surroundings, for sure, we are aware that we have beliefs, precisely, we have <b>meta - beliefs</b>, we have beliefs about beliefs. <br />
(Thefore, we shouldn´t reduce the "awareness of" issue to measurale things in general.)<br />
<br />
Conciousness is, from my point of view, not a dynamic process which refers to changing events, evidence, beliefs, whatsoever.<br />
<br />
Conciousness is, in short, what keeps us together. If awareness means the possibility of having meta -beliefs, than conciousness is a neccessary condition of having beliefs at all.<br />
<br />
Having beliefs requires, trivially, someone who has these beliefs, and conciousness is nothing more than the properties which constitute the belief - holder:<br />
<br />
Conciousness is the result of a <i>psychological holistic construct of oneself</i>, which <i>exceeds</i> the biological measurable components, conciousness is the result and the self - reflection of the neuronal framework which keeps us together.<br />
<br />
Conciousness is an ability, not a process.<br />
<br />
<br />
<br />
<br />
]]></content>
			    <pubDate>Thu, 01 Jan 1970 01:00:00 +0100</pubDate>
			</item>
			<item>
				<title><![CDATA[Sophisticated Religion]]></title>
			    <link>http://www.kwondoo.de/texte/Philosophie/Philosophie/Sophisticated+Religion</link>
			    <dc:creator>Patrick Albertini</dc:creator>
			    <description><![CDATA[Uni. Gottseminar. Mein Dozent benutzt das Wort "sophisticated". Ich liebe dieses Wort.
Das unten stehende ist das Ergebnis. Der Anspruch ist nicht al...]]></description>
			    <content><![CDATA[<p class="description">Uni. Gottseminar. Mein Dozent benutzt das Wort "sophisticated". Ich liebe dieses Wort.
Das unten stehende ist das Ergebnis. Der Anspruch ist nicht allzu ernst.

Gute Unterhaltung...</p>Wenn Gott es nicht schafft, <i>zu existieren</i>, und gleichzeitig, <i>nicht zu existieren</i>, dann ist seine Allmacht offensichtlich durch seine Existenz bedingt, bzw. hat diese zur Voraussetzung, besser: Seine Allmacht ist nur im Rahmen seiner Existenz nachvollziehbar.<br />
<br />
Nun, das sind nicht die besten Voraussetzungen für eine Allmacht, wenn eine notwendige Bedingung hervorgeht, man kann die Sache natürlich noch weiterspinnen: <br />
<br />
Im Bereich der Allmacht sollte es natürlich liegen, sich selbst seiner Allmacht zu entledigen.<br />
<br />
(Hierzu gibt es viele Beispielvarianten, zB: Kann Gott einen Stein erschaffen, den er selbst nicht heben kann?)<br />
<br />
Darunter fällt natürlich auch, sich seiner Existenz zu berauben, ja, auch Gott muss Suizid begehen können.<br />
<br />
Nun, wenn er dies schafft, existiert er nicht mehr, und ist demzufolge nicht mehr allmächtig, was ziemlich schlecht für ihn ist. Dummerweise muss er das aber können. Sophisticated...<br />
<br />
Des Weiteren muss er sich auch in der Nichtexistenz wieder allmächtig machen können, (und somit wieder existent), ansonsten ist das relativ einseitig, und Gott hätte sich sicher mittlerweile aus Langeweile umgebracht, und das wars dann mit der Allmacht.<br />
<br />
Sich selber wieder Allmacht geben, impliziert jedoch, allmächtig zu sein, was erstens ein logischer Zirkel ist, und zweitens dem zugesprochenen Status der nichtexistenz widerspricht, Gott kann sich also gar nicht der Allmächtigkeit berauben, und ist allein deswegen schon nicht allmächtig.<br />
<br />
Verrückt...<br />
<br />
Also, selbst wenn man sagt, ja gut, Gott vereinigt Widersprüche in sich (zB. zu existieren und gleichzeitig, oder besser, ewig, oder noch besser: atemporal), kann er sich entweder NICHT WIRKLICH die Allmacht entziehen <br />
<br />
<b>ergo Gott ist NICHT allmächtig</b>, <br />
<br />
oder er kann sich innerhalb seiner Allmacht SEHR WOHL die Allmacht entziehen. <br />
Dann ist er also zu einem Zeitpunkt nicht allmächtig.<br />
<br />
<b>ergo Gott ist NICHT ALLMÄCHTIG</b><br />
<br />
Also ist Gott nicht allmächtig, und zwar <b>erst Recht</b> nicht, wenn er allmächtig ist.<br />
<br />
<br />
Dumm gelaufen...<br />
<br />
Trinken wir einen auf gefühlte Widersprüche !<br />
<br />
Sophisticated Religion...<br />
]]></content>
			    <pubDate>Thu, 01 Jan 1970 01:00:00 +0100</pubDate>
			</item>
			<item>
				<title><![CDATA[Journey to...]]></title>
			    <link>http://www.kwondoo.de/texte/Philosophie/Existentialismus/Journey+to...</link>
			    <dc:creator>Patrick Albertini</dc:creator>
			    <description><![CDATA[Gedichte zu kommentieren ist immer ein bisschen wie über Musik zu reden, oder über Architektur zu tanzenVerwahrloste Hirnmutanten und totgeglaubte S...]]></description>
			    <content><![CDATA[<p class="description">Gedichte zu kommentieren ist immer ein bisschen wie über Musik zu reden, oder über Architektur zu tanzen</p>Verwahrloste Hirnmutanten und totgeglaubte Seelenfänger die aus der Gosse der Belanglosigkeit einen Funken Hoffnung davontragen. <br />
<br />
Prostituierte einer obsoleten Überzeugung, fanatische Anhänger zwefelhafter Relikte aus längst vergessenen Zeiten überschwemmen die Schafsherde mit leeren Phrasen und verrosteten Ankern eines längst versunkenen Geisterschiffes.<br />
<br />
Mentale Spastiken, sich in dem Widerspruch von äußerer Genugtuung und innerer Hilflosigkeit offenbarend, heuristische Weltbilder die sich an metaphysischen Konstanten laben wollen.<br />
<br />
Sie sind so schizophren wie der Träger selbst, als fleischgewordener Widerspruch der zerschlagenen Brücke zwischen Erkenntnis und Vertrauen. <br />
<br />
Das paranoide Diktum des Abendlandes verpufft als graue Wolke im Reich der Wahrhaftigkeit, während parasitäre Systemhuren selbigem fröhnen und sich in den Achillesfersen der Debilen fest beißen.<br />
<br />
Die Zügel werden fest von der helfenden, starken Hand geführt, die uns auch die Scheuklappen aufgesetzt hat und uns glauben machen will, das sie den Blick nicht verengen, sondern fokussieren. <br />
<br />
Doch wer reitet dem Ende entgegen ?<br />
Die Träume sind längst vergessen, sinnlos.<br />
<br />
Wir wissen nicht einmal, dass wir ein Ziel hatten.<br />
<br />
Der Apfel der Erkenntnis liegt schwer im Magen, Zeit ihn auszuspucken, ich brauche weder Äpfel, noch Gärten. <br />
<br />
<br />
Das Spiel ist aus !<br />
<br />
Game over !<br />
<br />
Willkommen zurück !<br />
]]></content>
			    <pubDate>Thu, 01 Jan 1970 01:00:00 +0100</pubDate>
			</item>
			<item>
				<title><![CDATA[Die Welt als Wille und Vorstellung]]></title>
			    <link>http://www.kwondoo.de/texte/Philosophie/Philosophie/Die+Welt+als+Wille+und+Vorstellung</link>
			    <dc:creator>Patrick Albertini</dc:creator>
			    <description><![CDATA[Eine kurze Darstellung der Kerngedanken aus dem Hauptwerk A. SchopenhauersIm vorliegenden Essay werde ich versuchen, die Grundgedanken von Schopenhaue...]]></description>
			    <content><![CDATA[<p class="description">Eine kurze Darstellung der Kerngedanken aus dem Hauptwerk A. Schopenhauers</p>Im vorliegenden Essay werde ich versuchen, die Grundgedanken von Schopenhauers Hauptwerk Die Welt als Wille und Vorstellung aus dem Jahre 1819 zu erläutern. <br />
Daran anschließend, werde ich in einem weniger analytischen Teil versuchen, seinen Pessimismus anhand des Postulats des Willens darzustellen, und eher pragmatisch als analytisch Stellung zu der Frage beziehen, ob seine pessimistische Haltung aus gegenwärtiger Perspektive nachvollziehbar ist. <br />
<br />
<i>Die Welt ist meine Vorstellung</i>, so der erste und tragende Leitsatz des systematischen Hauptwerkes von Arthur Schopenhauer, <b>Die Welt als Wille und Vorstellung</b>. <i>Es wird ihm dann deutlich, dass er keine Sonne kennt und keine Erde; sondern immer nur ein  Auge, das eine Sonne sieht, eine Hand, die eine Erde fühlt; daß die Welt, welche ihn umgibt, nur als Vorstellung da ist, d.h. durchweg nur in Beziehung auf ein Anderes, das Vorstellende, welches er selbst ist.</i> <br />
<br />
Das, was wahrnehmbar ist, sind somit nicht die Dinge an sich, sondern nur deren Erscheinung. Wir erkennen demnach nicht deren wahre Natur, sondern wir machen uns ein Bild von ihnen. Alles Erkennbare ist somit eine Vorstellung, ein Konstrukt.<br />
Der Vorgang des Erkennens setzt ein erkennendes Subjekt und ein erkanntes Objekt voraus. Die Objekte sind jene Dinge, die Schopenhauer Vorstellung nennt. <br />
<br />
<i>Dasjenige, was alles erkennt und von keinem erkannt wird, ist das Subjekt.</i> <br />
Somit zerfällt nach Schopenhauer die gesamte Welt in Subjekt und Objekt, wobei die erkannten Objekte die Vorstellungen des Subjekts in Bezug auf jenes sind. Das Subjekt hat eine Vorstellung, und diese Vorstellung ist eben die Wahrnehmung des Objektes. <br />
<br />
Da die Objekte Vorstellungen des Subjekts sind, bestehen jene auch nur für das Subjekt, sprich: das Subjekt generiert die Objekte als Vorstellung.<br />
Dementsprechend seien im Folgenden <i>Erscheinungen</i> und <i>Vorstellungen</i> synonym zu verstehen.<br />
Die Objekte als Inhalte der sinnlich wahrnehmbaren Welt sind vielfältig, seien es Erscheinungen von Mäusen, der Sonne oder einer Flasche Rotwein. Diesen Erscheinungen liegt jeweils Verschiedenes zugrunde. <br />
<br />
Was diesen Erscheinungen bzw. Vorstellungen zugrunde liegt, ist, um den ersten Bezug zu Kant deutlich zu machen, das Ding an sich, ein metaphysisches, nach Kant nicht direkt wahrnehmbares, Ideal.<br />
Das Ding an sich unterliegt selbst nicht den Gesetzen der Erscheinungen (Raum, Zeit, Kausalität) und ist auch keiner <i>Subjekt - Objekt - Beziehung</i>unterworfen, da es sich außerhalb der sinnlich wahrnehmbaren Welt befindet.<br />
<br />
Wie unterscheidet man nun aber eine Maus von einer anderen? Hierzu müssen Kategorien gefunden werden, die diese Differenzierung möglich machen, denn beiden liegt dasselbe Ding an sich zugrunde, und zwar die <i>Idee</i> der Maus.<br />
<br />
Die Verschiedenheit und Vielheit von Objekten, beispielsweise von zwei Mäusen, wird durch Kategorien bestimmt. Diese Kategorien hat Schopenhauer von Kant übernommen. Sie sind ideelle Konstrukte, implizite a priori Vorstellungen, die jedem Erkenntnisvorgang vorausgesetzt werden (müssen). Gemeint sind Raum und Zeit, durch welche die Vielheit von Objekten erst möglich ist.<br />
<br />
Kausalität ist eine weitere implizite Annahme, durch welche uns die Welt gesetzmäßig erscheint. Wie die Kausalität inhaltlich mit den anderen beiden ideellen Kategorien, Raum und Zeit zusammenhängen, sei im Folgenden erläutert.<br />
<br />
Die drei Kategorien liegen a priori im Geiste des Subjekts. Ohne Subjekt werden Objekte nicht erkannt, also kann das Subjekt selbst nicht diesen Kategorien unterliegen und somit nicht selbst erkannt werden.   <br />
<i>Das Wirken ist das Wesen der Kausalität.</i>  Wirken bedeutet Veränderung, und Veränderung von etwas muss irgendwo geschehen (nämlich im Raum), und kann nur da festgestellt werden, wo sich eine zeitliche Differenzierung nachweisen lässt.<br />
<i>...und was in jedem von jenen beiden für sich unmöglich ist, muss sie in sich vereinigen, also die bestandlose Flucht der Zeit mit dem starren unveränderlichen Beharren des Raumes,...</i><br />
<br />
Somit offenbart sich die Kausalität als die Verbindung von Zeit und Raum, bildet also ein geschlossenes System der Kategorien der Vorstellungen.<br />
Erkenntnis durch ein Subjekt ist immer nur Erkenntnis einer Erscheinung, nicht eines Erscheinenden, wobei letzteres die <i>wahre Natur</i> des Objektes, das Ding an sich, meint. <br />
<br />
Schopenhauer meint hiermit, dass man das Ding an sich, und bildet somit wieder den Bezug zu Kant, nicht unmittelbar erkennen kann. Daraus folgt, dass das Ding an sich keine Vorstellung ist, sondern der Vorstellung zugrunde liegt.<br />
<br />
In der Tradition des Philosophen Immanuel Kant ist es das Ding an sich, was allen Erscheinungen zugrunde liegt. Das Ding an sich ist bei Kant also nicht über die Erfahrung oder das Erkennen zugänglich, sondern wird als implizite Vorstellung vorausgesetzt, um einen Erkenntnisvorgang erst zu ermöglichen.<br />
Das Anliegen Schopenhauers war die inhaltliche Bestimmung dieses Dings an sich, was nach Kant nicht möglich sei.<br />
<br />
Ausgangspunkt dieses Anliegens ist die Selbstbetrachtung des Menschen als Subjekt.<br />
Der Mensch hat nach Schopenhauer unmittelbaren Zugang zu sich selber, er ist sich seiner selbst bewusst. Er kann sich also nicht selbst als Vorstellung erscheinen, da er selbst der Träger der Vorstellung, und somit Voraussetzung für jene ist. <br />
<br />
Er ist sich bewusst, dass er der Träger jener Vorstellungen ist, die für ihn die sinnliche Welt ist. Da der Mensch sich selbst also keine Vorstellung sein kann, muss seiner Selbsterkenntnis etwas anderes zugrunde liegen, und das ist das, was Schopenhauer den Willen nennt. <br />
<br />
Selbsterkenntnis meint an dieser Stelle die Vergewisserung des eigenen Geistes, nicht seiner körperlichen Erscheinung, des Leibes. Letzeres bezeichnet Schopenhauer nämlich sehr wohl als Erscheinung der sinnlich wahrnehmbaren Welt.<br />
<br />
Der menschliche Geist als Subjekt erscheint sich selber also nicht als Vorstellung, sondern als Wollendes.  <br />
Wenn das Subjekt sich als Wollendes erscheint, und der Mensch als Subjekt die Voraussetzung für die Vorstellung ist, lässt sich schlussfolgern, dass der Wille der Vorstellung zugrunde liegt und zwar nicht nur der des Leibes, sondern jeglicher Vorstellung. <br />
<br />
Das wollende Subjekt ist die nötige Voraussetzung für seine Vorstellung der Welt. Die Welt zerfällt in Subjekt und Objekt.<br />
<br />
<b>Sie ist Wille und Vorstellung.</b><br />
<br />
So wie Wille bei Schopenhauer ein schlechtsinniges Übel ist, sind Ding an sich und Welt voller Übel. <i>Wille ist Primat, ist Wesen, und dieser Wille entäußert sich in seine verschiedenen Erscheinungen. Im Kosmos und in der irdischen Sphäre, im Körper, in der Sphäre des Bewußtseins, überall Wille. Wille ist das ontische Prinzip Unruhe, das Prinzip Individuation, das Prinzip Egoismus, das Prinzip Übel in allen Erscheinungen der Welt.</i><br />
<br />
Die allgegenwärtige Präsenz des Willens, seine Manifestation in allerlei Erscheinungen der Welt, bilden die Grundlage für die pessimistische Welthaltung Schopenhauers.<br />
<br />
Hierbei gilt es jedoch klar zu trennen, zwischem dem Willen als Ding an sich, und den einzelnen Willensakten, die, Schopenhauer nach zu urteilen, sehr wohl eine Motivation, einen Ursprung haben, wohingegen der Wille als metaphysisches Ideal, wie bereits erläutert, grundlos ist. Man kann also sagen, es ist grundlos, dass wir wollen, aber wir wollen nichts ohne Grund.<br />
<br />
Jeder Willensakt ist bei Schopenhauer ein Streben. Die Motivation dieses Strebens ist der Mangel, der sich in den meisten Lebenslagen offenbart. Erreicht der Mensch aber jenes, nachdem er gestrebt hat, stellt sich keine Zufriedenheit ein, sondern Langeweile. Denn die Zufriedenheit im Sinne einer Ataraxie würde bedeuten, dass der Mensch nichts mehr will (wobei "mehr" durchaus quantitativ verstanden werden kann). <br />
<br />
Der Wille ist aber in Form einzelner Willensakte omnipräsent, der Mangel, der jene Akte motiviert, allgegenwärtig. Auf den Mangel folgt eine Art Übetsättigung, die Konsequenz ist ein neues Strebenbedingt durch einen neuer Mangel. <br />
<br />
Gerade heutzutage, in Zeiten eines wuchernden Kapitalismus empfinde ich diesen pessimistischen Grundgedanken als durchaus nachvllziehbar und gerechtfertigt. Das Übermaß des Konsums kennt keine Grenzen mehr, das scheinbare Glück wird über materielle Güter definiert, die der Vergänglichkeit ausgesetzt sind und schon bald nicht mehr befriedigen. <br />
<br />
Der Konsum füllt die Lücke zwischen Mangel und Übermaß, Streben und Ernüchterung, scheinbaren Erfordernissen und der bitteren Einsicht, dass das, wonach ich strebe, mich nicht glücklich macht, wenn ich es erreicht habe.<br />
<br />
Statt daraus aber Rückschlüsse zu ziehen, die den Konsum an sich als vermeintliches Problem klassifizieren, heißt es frei nach dem Motto: <i>Höher, schneller, weiter:</i> Wir brauchen mehr! Ob aber die Erhöhung der Messlatte, die eben das Erreichen eines bestimmten Zieles schwieriger und somit vermeintlich erstrebenswerter macht, das Problem löst, oder den Effekt nicht sogar noch verstärkt, weil die Intensität der Langeweile und Enttäuschung den <i>qualitativen Indikator</i> für ein neues Streben ist, stellt eine wichtige Frage in diesem Kontext dar. <br />
<br />
Schopenhauer würde wahrscheinlich zweiteres behaupten, und ich würde ihm Recht geben. Er begreift das Leben der Menschen als Pendelschlag zwischen Mangel und Langeweile. <br />
<br />
Das Konzept des Willens, sowie das darauff aufbauende Modell des Pendelschlages zwischen Mangel und Langeweile, was die pessimistische Perspektive der schopenhauer´schen Philosophie expliziert, lässt keinen Platz für Optimismus oder die grundsätzliche Haltung, dass der Mensch in der Lage wäre, glücklich zu sein.<br />
<br />
<br />
]]></content>
			    <pubDate>Thu, 01 Jan 1970 01:00:00 +0100</pubDate>
			</item>
			<item>
				<title><![CDATA[Les Invisibles]]></title>
			    <link>http://www.kwondoo.de/texte/Prosa/Geschichten/Les+Invisibles</link>
			    <dc:creator>Patrick Albertini</dc:creator>
			    <description><![CDATA[Kennst du oder kennst du nicht: Gestalten aus den Schatten. Wissen oder nicht wissen!
Er geht die Straße hinab, wartet auf ein Wispern: 
Doch die S...]]></description>
			    <content><![CDATA[<p class="description">Kennst du oder kennst du nicht: Gestalten aus den Schatten. Wissen oder nicht wissen!</p><br />
Er geht die Straße hinab, wartet auf ein Wispern: <br />
Doch die Seitenstraßen schweigen, nur ein Klack ? Klack - Klack  seiner Schuhe auf den Pflastersteinen hallt von den Häuserwänden wieder. <br />
?Diese Welt?, denkt er ?ist voller Zähne und rasiermesserscharfen Hindernissen.? <br />
Wenn die Sonne nicht scheint, dann schleicht er sich vollkommen unbemerkt durch die Straßen. Erst Lichtstrahlen machen ihn sichtbar. Immer noch kein Wispern aus dunklen Seitengassen, fast enttäuschend. ?Vertrauen muss man lernen?, denkt er. ?Rasiermesser sind ehrlich. Dass sie einen verletzen, wenn man unaufmerksam umherstolpert, das ist in Ordnung?, denkt er.<br />
Es regnet in jeder finsteren Nacht in der er durch die Straßen zieht. Er sucht etwas und weiß doch nicht was genau es sein soll. Manchmal findet er in solchen Stunden Alkohol, dann leichte Mädchen und zu oft findet er jemanden, der bereitwillig den Versuch unternimmt ihm einige Zähne auszuschlagen. Es hat etwas Befreiendes zitternd und blutend auf dem kalten Asphalt zu kauern. Manchmal bekommt die Zeit dann die Konsistent von eingebranntem Griesbrei. Sie wird zäher und zäher und das Herz leichter und leichter. Das verschafft ihm die Möglichkeit über Alles und Jeden nach zu denken, während er versucht unter den gebrochenen Rippen hindurchzuatmen. <br />
Ein großer schwarzer Klecks schiebt sich dann hin und wieder in sein Blickfeld, setzt sich zu ihm und kratzt sich mit langen im Mondlicht leuchtenden Krallen den aufgeblähten Bauch.<br />
?Hallo?, sagt der Kloß und stupst ihn mit seiner großen Pranke an. Er stöhnt leise und senkt den Blick, dann antwortet er: ?Hallo.? <br />
?Wie geht es dir?? Der große schwarze Berg ist haarig. Er legt sich halb auf ihn und seine Rippen. Er beißt die Zähne zusammen, denn er weiß was nun kommt: <br />
?Hast du denn gefunden was du suchtest?? fragt der Koloss. Man kann nichts an dem plüschigen Riesen erkennen, das Augen auch nur im Entferntesten ähnelt.   <br />
?Ich dachte einen Moment ich wäre na dran?, antwortet er schwer atmend. <br />
?Wie töricht. Nur an dein Vergnügen, deine Wünsche, deine Ideale zu denken, das allein wird dich nicht glücklich machen?, geifert der Kloß.  Einige Tropfen dieses puddingartigen Speichels treffen ihn mitten im Gesicht. Er kann nichts entgegnen.<br />
?Du musst begreifen wo du stehst. Du musst dich umsehen und du musst für einige Sekunden den Fleisch und Knochensack vergessen, der deine Seele begrenzt.?<br />
?Du redest seltsames Zeug?, sagt er wütend und der Kloß erhöht trotzig den Druck seines Körpers auf die geborstenen, schmerzenden Rippen.<br />
?Würde ein Frosch zu dir kommen und mit dir sprechen, würdest du seine Worte dann auch anzweifeln?? <br />
?Was hat das damit zu tun??<br />
?Würdest du dem Frosch glauben?? <br />
?Frösche können nicht sprechen!? <br />
?So, so ?!? Der riesige Fellball scheint ihn jetzt erst recht nicht mehr für voll zu nehmen. Mühsam rappelt er sich ein bisschen auf und versucht sich von dem Fleck zu befreien. Es gelingt ihm nicht. <br />
?Was bist du eigentlich für ein Ding?? <br />
?Spielt das eine Rolle?? <br />
?Ich fürchte: Nein.?<br />
?Dann frag nicht. Man sollte nur dann fragen, wenn die Frage berechtigt ist. Du hast keine Ahnung was der Grund deiner Existenz ist, oder? Das ist nicht schlimm. Kein Mensch ist berechtigt so etwas zu wissen und ihr könntet eine vollkommen sinnvolle Welt auch gar nicht ertragen, dafür seid ihr nicht geschaffen. Aber eine Suche ist was anderes. Dass du nicht einmal nach all der Zeit herausgefunden hast auf was du dich vor Jahren auf die Suche gemacht hast, das erstaunt mich.? Der Ball hüpft ein bisschen auf und ab und wirft ihm seltsame, fordernde Blicke zu. Eine schmerzliche Leere macht sich in ihm bemerkbar. Er wollte die langsam fließende Zeit genießen, aber nun wünscht er sich sie möge doch lieber schneller vergehen und das Morgenrot möge den schwarzen, haarigen Fleck wegwaschen. <br />
?Sollte es nicht dein Traum sein Wunder zu bewirken? Menschen sollte immer von etwas träumen, dass ihnen unmöglich zu sein scheint. Nur so haben sie eine Chance zu erkennen, dass sie ihre eigenen Fähigkeiten in vielem unnötig selbst begrenzen. ? Er schweigt während der Kloß spricht und sich der Druck des großen, schweren Körpers auf seine Oberschenkel immer mehr verstärkt. <br />
?Ich bin gut darin mich lebendig zu fühlen. Wirklich?, nuschelt er und befühlt einen kleinen, blutenden Schnitt an seiner Stirn.<br />
?Du benimmst dich auch wie ein Kind: So egoistisch. Glaubst du, dass du in der Einsamkeit dein Glück finden kannst? Glaubst du es ist auf Dauer erfüllend, ja, gar befriedigend sich nur um sich selbst zu sorgen und um keinen sonst?? Der Kloß hört sich fast traurig an, als er hinzufügt: ?Ihr Menschen! Könnt nicht mit und auch nicht ohne einander.? <br />
?Vielleicht wäre es das Beste, wenn du mich einfach frisst. Einen Mund wirst du doch sicher haben irgendwo unter deinem Fellteppich.? <br />
?Dazu kommen wir später noch!?, jault der schwere Klecks und seine Zotteln wallen auf und ab. Es hört auf zu regnen und mit Ende des Regens kehrt eine unvermittelte Stille ein. Grabesstille, Friedhofsstille.<br />
?Ich bin nicht Einsam?, beteuert er und der Kloß scheint zu lachen. Er kommt sich dumm vor. Das erste Mal seit langem gerät er in tiefes Grübeln über etwas anderes als nur sich selbst. <br />
?Wie viele Freunde hast du?? Der Riesenfleck wackelt mit seinem nicht klar zu definierenden Hinterteil ein bisschen hin uns her als er keine Antwort bekommt.<br />
?Wie heißt du überhaupt?, fragt der Klecks.<br />
?Und ich dachte du weißt alles. Aber tut das denn was zur Sache??<br />
?Ich glaube: Nein?, antwortet es aus dem Fellball, dann: ?Du hast keine Freunde, nicht wahr! Darüber solltest du traurig sein.  Es ist wichtig sich um jemanden zu kümmern, denn sonst stehst du ganz allein da und keiner wird dich umsorgen. Und das willst du doch? Du darfst nichts verlangen und du wirst sehen wie viel Freude es macht ein Herz zu gewinnen. Man wird dir Gutes tun, ohne dass du darum bittest.? Er hört zu und starrt in eine Pfütze. Sein Blick wird magisch von ihr angezogen. Ein leichter Ölfilm zaubert einen Regenbogen auf die Oberfläche. <br />
?Warum frisst du mich nicht?? <br />
?Warum sollte ich dich fressen. Wo du doch jetzt begriffen hast, dass du Einsam bist, da ist dein Fleisch mir vom leiden doch viel zu süß geworden.? <br />
Als der Klecks sich erhebt  und sich der schwarze Fellhügel langsam in die Schatten des Hinterhofs zurück schiebt, da fühlt er so etwas wie Dankbarkeit und Reue.<br />
<br />
]]></content>
			    <pubDate>Thu, 01 Jan 1970 01:00:00 +0100</pubDate>
			</item>
			<item>
				<title><![CDATA[Wenn man ...]]></title>
			    <link>http://www.kwondoo.de/texte/Prosa/Geschichten/Wenn+man+...</link>
			    <dc:creator>Patrick Albertini</dc:creator>
			    <description><![CDATA[... wüsste was ... wer ... wüsste nur wie??Jeden Morgen ist es das Selbe. Du stehst auf und du fasst dir an den Kopf und es dreht sich Alles um dich...]]></description>
			    <content><![CDATA[<p class="description">... wüsste was ... wer ... wüsste nur wie?</p>?Jeden Morgen ist es das Selbe. Du stehst auf und du fasst dir an den Kopf und es dreht sich Alles um dich?, sagte sie und beobachtete, wie er an seiner Tasse Kaffee nippte. Sie kam sich dumm vor, so etwas vor ihm auszusprechen, aber es beruhigte ihre Nerven. <br />
?Hörst du mir zu?? Sie legte den Kopf schief und rang sich ein Lächeln ab, das nicht bis in ihren Augen drang. Er nickte und rieb sich den schmerzenden Nacken. Nicht sicher, was sie sagen sollte wartete sie und es dauerte eine gefühlte Ewigkeit, dann ergriff er tatsächlich das Wort. Wenn man Tacheles reden will, dann geht das nicht. <br />
?Das nennt sich Emotionalität?, sagte sie als er den Kopf senkte. Verliebt in eine ihrer besten Freundinnen. Nicht nur du leidest, mein Guter. <br />
?Ich hatte ein Problem damit es zu ihr zu sagen.? <br />
?Was? Ich liebe dich??  Er nickt. <br />
?Dann bedeutet sie dir wirklich etwas.? Und sie sizt in der Klemme, weiß, dass er dieses Mädchen liebt, dieses Mädchen ihn nicht liebt. Und sie? Sie will ihn bei Gott sicherlich nicht verletzen. <br />
?Wenn du wissen willst ob sie dich lieb, frag sie oder ihre besten Freundinnen?, schlug sie vor. Jetzt ist sie wieder weg die Mauer. Weil eigentlich ist er ganz verletzlich. Er versteckt sich vor sich selbst wenn er versucht unendlich hart und taff und einsam zu sein. Und sie hat ihn schon davon abgebracht nur allein sein zu wollen in einer Masse von Menschen sich selbst zu ertränken. Du bist einsam, hat sie gesagt und er hat zugehört. Weil er  das schon gut kann wenn er will und jetzt hatte sie das Problem: Denn das erste Mal konnte sie sich vorstellen eine Beziehung auf zu bauen, zu einem Mann. Etwas das über Freundschaft hinaus geht. Sex, das geht über nichts hinaus, das ist nur Sex. Wenn man nicht liebt hat es keine Bedeutung, dachte sie und atmete leise und gedrückt aus und ein. <br />
?Was weißt du?, fragte er und sie sagte: <br />
?Du musst wissen ob du es wirklich von mir hören willst. Oder willst du nicht sie fragen? Nimm dir Zeit dich zu entscheiden, denn ich kann verstehen wo für auch immer du dich entscheidest.? Es ist nicht leicht jemandem seine Liebe zu gestehen und es ist nicht leicht wenn ein noch nicht einmal geträumter Traum einfach zerplatzt. Es ist nicht leicht nicht zu fragen und es ist nicht leicht nicht, nicht zu fragen. Sie nahm ihn flüchtig in den Arm, gab ihm einen Kuss auf die Stirn. Dann redete sie sich ein es sei nichts und es war auch nichts: Wie kann das sein was man nicht versteht. Ist es Liebe gewesen, wird welche, wenn sie mit Freundschaft auch zufrieden war. <br />
    <br />
 <br />
  <br />
]]></content>
			    <pubDate>Thu, 01 Jan 1970 01:00:00 +0100</pubDate>
			</item>
			<item>
				<title><![CDATA[Sparkling]]></title>
			    <link>http://www.kwondoo.de/texte/Verschiedenes/Software/Sparkling</link>
			    <dc:creator>Patrick Albertini</dc:creator>
			    <description><![CDATA[Sparkline-like statistic visualization tool:
Beta release of version 0.22Good news: just finished a pre release of my sparkling PHP library.

Downl...]]></description>
			    <content><![CDATA[<p class="description">Sparkline-like statistic visualization tool:
Beta release of version 0.22</p>Good news: just finished a pre release of my sparkling PHP library.<br />
<br />
Download Sparkling v0.22 here<br />
<br />
The file contains two class files needed, as well as a demo or example file.<br />
<br />
<b>Latest News</b><br />
Feb 4th 2008: <br />
- added feature point ability to line charts; see example file and this:<br />
<br />
<br />
<br />
<br />
<br />
<br />
<br />
<br />
<b>Server Requirements</b><br />
- PHP5+<br />
- GD graphic library<br />
<br />
<b>License</b><br />
As all works on kwondoo.de the class is licensed with creative commons attribution 2.0 german license.<br />
<br />
<b>Release Notes</b><br />
- code hints are missing almost allover<br />
- bugs is not yet know but surely there<br />
<br />
<b>Features</b><br />
- Bar chart function<br />
- Line chart function<br />
- Pie chart function<br />
See Statistics class finished,Pie Charts and Bar Charts for details.<br />
<br />
<b>Known bugs</b><br />
...yet to come<br />
<br />
<b>To do</b><br />
- Comments and code hints<br />
- Feature points in line charts (s. Sparklines & Statistics for details) <b>done in v22</b><br />
- Image polisher: images look quiet "raw", yet. Maybe anti aliasing helps<br />
- API: calling an image file directly would be nice (like <i><img src="example.png?data=1,2,3,4&color=red..."></i><br />
<br />
<b>Contact</b><br />
For contact please register to this page, since we suffered spam attacks in the past, refer to me: patrick]]></content>
			    <pubDate>Thu, 01 Jan 1970 01:00:00 +0100</pubDate>
			</item>
			<item>
				<title><![CDATA[Alltag ist außerhalb der Erde]]></title>
			    <link>http://www.kwondoo.de/texte/Prosa/Prosa/Alltag+ist+au%26szlig%3Berhalb+der+Erde</link>
			    <dc:creator>Patrick Albertini</dc:creator>
			    <description><![CDATA[Entgleisungen eines EremitenIn unserem begrenzten Kosmos gibt es unzählige Gestirne, die sich durch Reibung an uns Gedankenlosen entzünden wollen. D...]]></description>
			    <content><![CDATA[<p class="description">Entgleisungen eines Eremiten</p>In unserem begrenzten Kosmos gibt es unzählige Gestirne, die sich durch Reibung an uns Gedankenlosen entzünden wollen. Der entstehende Strahlenkranz betäubt für einen kurzen Moment den Selbigen, verblendet viele und nötigt zu übertriebener Selbstdarstellerei. Das wir im Zuge dessen unseren eigenartigen Scheiterhaufen nähren muss zu Gunsten gesellschaftlicher Existenzen überblendet werden. <br />
Die Anmaßenden verbrennen im günstigsten Falle relativ rasch, im Ungünstigsten verglühen sie jedoch bevor sich ihre Asche wieder über das zu legen vermag, was sie durch ihre Selbstverwirklichung fast austranken - Das Sternenmeer ihrer buckligen Verzweiflung. Obwohl wir uns nicht entkommen können, bleiben wir unfassbar, ein Widerspruch? Oder die metaphorische Diagnose der Generation Google?<br />
Man bleibt der Welt immer einen Pfand schuldig, der nicht getilgt, aber anerkannt werden muss. Wir sollten uns kategorisch abstrahieren und erfassen, dass wir meist nur unsere Bedürfnisse in die Dingwelt hineinsehen, um unsere konstruierten Identitäten vor uns selbst rechtfertigen zu können. Wir wären gerne, was wir nicht sein können und flechten uns in die Welt, um ein abgehalftertes Muster zu hinterlassen. Die schwachen Pflanzen gedeihen auf dem Boden anderer am eifrigsten, da sie jene für sich verantwortlich machen können - Die Starken gehen in den meisten Fällen an ihrem eigenen Oberwasser zu Grunde. <br />
Jeder der in seinem Kartenhaus die Legehenne spielt, bezieht seine Standfestigkeit aus Nesträubern. Die Gehängten müssen nicht mehr um sich kämpfen, da sie am morschen Ast der Zivilisation baumeln. <br />
Wann untergraben die letzten Maulwürfe ihr eigenes Tunnelsystem? <br />
Wer versucht sich noch an Höhen in denen man nicht mehr atmen kann?<br />
Ihr werft mit Unrat, doch redet nur Gewaschenes.<br />
<br />
Wollt ihr auf meinen Wellen reiten, so braucht ihr andere Bretter!<br />
<br />
<br />
]]></content>
			    <pubDate>Thu, 01 Jan 1970 01:00:00 +0100</pubDate>
			</item>
			<item>
				<title><![CDATA[Statistics class finished]]></title>
			    <link>http://www.kwondoo.de/texte/Verschiedenes/kwondoo.de/Statistics+class+finished</link>
			    <dc:creator>Patrick Albertini</dc:creator>
			    <description><![CDATA[Sparkline alternative is now finished / UPDATE: there's one and a half features missingUpdate
Find the release here: Sparkling.


After having som...]]></description>
			    <content><![CDATA[<p class="description">Sparkline alternative is now finished / UPDATE: there's one and a half features missing</p><b>Update</b><br />
Find the release here: Sparkling.<br />
<br />
<br />
After having some trouble with the sparkline class provided at sparkline.org, I made an attempt to create my own PHP statistics, bar and line chart creating monster. I still lack a name for the software, but as soon as I find one, I'll provide it in the software->release section.<br />
<br />
Till then a short demonstration must do it. Here's a number of sparks, which all show the same data (indeed I have forgotten, actuallay what data this was, but it doesn't matter here).<br />
<br />
<br />
line_chart(test1,data[3,0,2,2,0,10,8,9,6,6,1,3,2,8,4,4,3,-1,-3,-2,0,1,1,0,9,0,2,2,0,-2,-2,-1,-2,0,3,6,2,0,1,1],color[grey],style[filled],200,20,0)<br />
<br />
line_chart(test2,data[3,0,2,2,0,10,8,9,6,6,1,3,2,8,4,4,3,-1,-3,-2,0,1,1,0,9,0,2,2,0,-2,-2,-1,-2,0,3,6,2,0,1,1|-2,0,3,4,4,3,-1,2,2,0,10,8,9,6,1,1,0,9,0,2,2,0,6,1,3,2,8,4,4,3,0,2,2,0,-2,-2,-1,-2,0,1],color[grey|red],style[line|line],200,20,0)<br />
<br />
<br />
To show the datalines text flow integration, we can have a look at some graphs like line_chart(test3aa,data[3,0,2,2,0,10,8,9,6,6,1,3,2,8,4,4,3,-1,-3,-2,0,1,1,0,9,0,2,2,0,-2,-2,-1,-2,0,3,6,2,0,1,1],color[grey],style[filled],120,12,0) and line_chart(test3ab,data[-2,0,3,4,4,3,-1,2,2,0,10,8,9,6,1,1,0,9,0,2,2,0,6,1,3,2,8,4,4,3,0,2,2,0,-2,-2,-1,-2,0,1],color[grey],style[filled],120,12,0), which is also just some \"blind\" data, or style the same blind data in another way to (hopefully) gain more "beautiful evidence" like line_chart(test3ba,data[-2,0,3,4,4,3,-1,2,2,0,10,8,9,6,1,1,0,9,0,2,2,0,6,1,3,2,8,4,4,3,0,2,2,0,-2,-2,-1,-2,0,1],color[grey],style[line],120,12) and line_chart(test3bb,data[3,0,2,2,0,10,8,9,6,6,1,3,2,8,4,4,3,-1,-3,-2,0,1,1,0,9,0,2,2,0,-2,-2,-1,-2,0,3,6,2,0,1,1],color[grey],style[line],120,12); by the way: read the link above, Edward Tufte is sooooo right when talking about graph usability.<br />
<br />
<br />
line_chart(test4,data[3,0,2,2,0,10,8,9,6,6,1,3,2,8,4,4,3,-1,-3,-2,0,1,1,0,9,0,2,2,0,-2,-2,-1,-2,0,3,6,2,0,1,1|-2,0,3,4,4,3,-1,2,2,0,10,8,9,6,1,1,0,9,0,2,2,0,6,1,3,2,8,4,4,3,0,2,2,0,-2,-2,-1,-2,0,1],color[red|green],style[filled|line],300,20)<br />
<br />
bar_chart(test5,data[3,0,2,2,0,10,8,9,6,6,1,3,2,8,4,4,3,-1,-3,-2,0,1,1,0,9,0,2,2,0,-2,-2,-1,-2,0,3,6,2,0,1,1|-2,0,3,4,4,3,-1,2,2,0,10,8,9,6,1,1,0,9,0,2,2,0,6,1,3,2,8,4,4,3,0,2,2,0,-2,-2,-1,-2,0,1],color[green|grey],cap[2006|2007],300,20,2,4)<br />
<br />
bar_chart(test6,data[3,0,2,2,0,10,8,9,6,6,1,3,2,8,4,4,3,-1,-3,-2,0,1,1,0,9,0,2,2,0,-2,-2,-1,-2,0,3,6,2,0,1,1],color[grey],cap[2006],300,20,2,0)<br />
bar_chart(test7,data[-2,0,3,4,4,3,-1,2,2,0,10,8,9,6,1,1,0,9,0,2,2,0,6,1,3,2,8,4,4,3,0,2,2,0,-2,-2,-1,-2,0,1],color[red],cap[2007],300,20,2,0)<br />
<br />
<br />
So, I won't explain to much. Authors will find FAQ soon (about two days), the data is blind, so it won't need explanation. For general descriptions on sparklines, implementation, more examples and other chart styles see the following issues: Sparklines & Statistics, Pie Charts and Bar Charts.<br />
<br />
For questions on code, programming and download please wait for the release here: Realeae section.<br />
<br />
<br />
[UPDATE, dec. 20th]<br />
The announcement, that the class is finished was made to early, there's still one and a half issues:<br />
<br />
- Feature points, like sparklines has them, is not yet supported, but poses a necessary feature to clarify the more complicated line charts. Maybe the feature will be added next month, and so lead to a beta release of this sparklines alternative (it still lacks a name).<br />
<br />
- Data grouping in the bar charts function may be buggy: the data is provided as two data string, respectively two arrays. Each value of array one, has a corresponding value in array two, so we have two bars (two y-values) for one x-value. If you add caption, the caption splits the data arrays in groups: lets have two data arrays and two captions: the line between caption one and caption two is drawn after the arrays were walked by 50%. I am not sure, if this is logically sufficient, I get a diffuse feeling of uncertainty here.]]></content>
			    <pubDate>Thu, 01 Jan 1970 01:00:00 +0100</pubDate>
			</item>
			<item>
				<title><![CDATA[Lady Bombay]]></title>
			    <link>http://www.kwondoo.de/texte/Prosa/Geschichten/Lady+Bombay</link>
			    <dc:creator>Patrick Albertini</dc:creator>
			    <description><![CDATA[Himmel und Hölle in einer Nacht zwischen Bombay und einem alten, schlechten Schwarzweißfilm.Das ist Lady Bombay ... blaue Flasche ... links oben. Di...]]></description>
			    <content><![CDATA[<p class="description">Himmel und Hölle in einer Nacht zwischen Bombay und einem alten, schlechten Schwarzweißfilm.</p>Das ist Lady Bombay ... blaue Flasche ... links oben. Die Geigen zerschmettern den Rauch ihrer Zigarette als sie den Kopf dreht. Oktober 24, 1998, Abend. Es liegt alles mögliche in der Luft. Hin und wieder entgleist ihr ein LÃ¤cheln zwischen zwei Schlucken Bombay und ihr wird warm. Sie trägt ein schönes dunkles Kleid. Fast bodenlang verhindert es, dass sie die Beine übereinander schlägt. Sie ist nicht gerne allein, wenn es draußen dunkel wird. Besondere Betäubung erfordert die Einsamkeit zur Winterszeit. Gestern fielen die ersten Schneeflocken und seit dem hat sie das Gefühl zu erfrieren. Heute tröstet sie sich mit einem Glas Gin und auf ihrer Lippen leuchtet roter Lippenstift. Sie hält die Zigarette mit der Linken - obwohl sie Rechtshänderin ist - und schlaff im Handgelenk. Hin und wieder macht ein Herr Anstallten sich zu ihr zu setzen, aber sie winkt ab und ihm bleibt nichts übrig als ihre kalkweiße Haut im Vorübergehen zu betrachten. Es wird gelacht und getanzt, aber sie lacht oder tanzt nicht. Hin und wieder hat der Barjunge, der ihr behände Hochprozentiges nachschenkt das Gefühl ihre Augen wären glasig. Aber er weiß nicht ob das vom Alkohol kommt oder sie vor Tränen schwimmen. Rote Schuhe trägt sie, mit schwarzem Absatz. Einer ignoriert ihre Ablehnung, setzt sich ihr gegenüber und stopft seine Pfeife. "Sie sehen traurig aus." Darauf hat sie gewartet. "Das soll sie nicht kümmern", entgeget sie so leise, dass einer sich mit dem Oberkörper leicht zu ihr neigen muss um sie zu verstehen. "Sie spielen Walzer." Sie bedenkt ihn mit einem müden Blick, dem selben, den sie auch einer ausgedrückten Zigarette im Ascher zugestehen würde. Und es wird ihr wieder kalt. <br />
<br />
 "Ich hatte dich doch schon", sagt sie und legt sich bäuchlings aufs Bett. "Warum solltest du mich jetzt noch interessieren? Dafür besteht doch kein Grund." Er steht am Fenster und raucht sich die Lungen wund. Eine nach der anderen. Sie wischt den verschmierten Lippenstift am Bettzeug ab. "Ich liebe dich nicht und ich habe es nie behauptet." Er bebt.<br />
Selbst als er ihr das Kissen ins Gesicht drückt glaubt er ihr Kichern immernoch hören zu können und Flüche. <br />
<br />
Als Kind haben wir uns im strahlenden Sonnenschein steile Berghänge hinunter gerollt. Die Grasflecken waren uns egal, genau wie die Heupferchen, die wir zerquetschten. Ich erinnere mich an diesen einen Abend, an dem die Sonne schon tief stand und ich sie das erste Mal sah. Sie lief den Kiesweg entlang. Immer in Richtung Wald weg. Den schönen schwarzen Pelz eng um die Schultern gezogen. Die roten Schuhe voller Schlamm. Und dennoch war sie schön. Als ich an mir herab sah, bemerkte ich die Glasflecken das erste Mal und ich versuchte sie mit Spucke weg zu rubbeln. Die Sonne ging unter als die Dame im Wald verschwand. Blutrot.<br />
<br />
<br />
]]></content>
			    <pubDate>Thu, 01 Jan 1970 01:00:00 +0100</pubDate>
			</item>
			<item>
				<title><![CDATA[Update on updates]]></title>
			    <link>http://www.kwondoo.de/texte/Verschiedenes/kwondoo.de/Update+on+updates</link>
			    <dc:creator>Patrick Albertini</dc:creator>
			    <description><![CDATA[Picture upload, website structurePictures
Yesterday I've implemented the picture upload and embedding into texts, again. As already seen in the old v...]]></description>
			    <content><![CDATA[<p class="description">Picture upload, website structure</p><b>Pictures</b><br />
Yesterday I've implemented the picture upload and embedding into texts, again. As already seen in the old version of this website, pictures can now be uploaded for each text, and be embedded by a short string, like this one:<br />
<br />
<br />
<br />
This feature may still have some bugs, so please let me know, if you experience any: patrick.<br />
<br />
Soon picture uploads on the individual user pages will follow.<br />
<br />
<br />
<b>Structure</b><br />
Another important change was made in the structure in which information is provided here: Some more or less redundant categories, like the one I am posting in here (kwondoo.de, are now not longer displayed on our front-page.<br />
<br />
<br />
<b>Next</b><br />
Up to come: Clicking on the superior categories will soon lead to a page, which displays the contained categories and a brief description of each, instead of displaying the recent texts. This should encourage users to browse the categories, or at least I hope it will.<br />
<br />
The most recent texts will anyways still be displayed on the right hand, so that recurring visitors always find the latest stuff at hand.<br />
<br />
<br />
<b>Community</b><br />
I am still looking for a better feature to display the community: by now we only have a list of authors, the "online now" display and the comment feature, where users can be found.<br />
<br />
This will not truly encourage interconnections. Any idea? Post it here.]]></content>
			    <pubDate>Thu, 01 Jan 1970 01:00:00 +0100</pubDate>
			</item>
			<item>
				<title><![CDATA[Bar Charts]]></title>
			    <link>http://www.kwondoo.de/texte/Verschiedenes/kwondoo.de/Bar+Charts</link>
			    <dc:creator>Patrick Albertini</dc:creator>
			    <description><![CDATA[And again: more tools. Wrote bar charting classMost recent update on this topic / official release: Sparkling

Since Sparklines didn't satisfy my co...]]></description>
			    <content><![CDATA[<p class="description">And again: more tools. Wrote bar charting class</p><b>Most recent update on this topic / official release: Sparkling</b><br />
<br />
Since Sparklines didn't satisfy my completely (see Sparklines & Statistics), I felt urged to re-write this class completely.<br />
<br />
All this is still work in progress, but after finishing the pie chart generator yesterday (see Pie Charts) I today completed a bar charting tool. It can do bar charts like sparklines, as this text visualization bar_chart(txtstats,data[34,45,23,32],color[black],cap[],25,12,2), but it can do more: <br />
<br />
- [data grouping] on x-axis, <br />
- <b>caption</b> on y-axis and automated caption (minimum and maximum value) on y-axis and finally <br />
- <b>group coloring</b>. <br />
<br />
Here we see texts (red) per months and comments (blue) per month over the last two years, grouped by the year:<br />
<br />
bar_chart(txtcom,data[6,8,5,3,22,1,5,1,3,2,4,3,44,13,11,9,2,2,2,2,3,2,28,11|1,1,0,9,0,2,2,0,2,2,4,5,0,3,6,2,0,1,1,0,1,10,5,6],color[blue|red],cap[2006|2007],500,120,2)<br />
<br />
Here's the development of texts  (green) versus comments (red) over the month in sparkline style: <br />
<br />
bar_chart(txtcom2,data[1,1,0,9,0,2,2,0,2,2,4,5|0,3,6,2,0,1,1,0,1,10,5,6],color[green|green],cap[|],180,20,2)<br />
bar_chart(txtcom3,data[6,8,5,3,22,1,5,1,3,2,4,3|44,13,11,9,2,2,2,2,3,2,28,11],color[red|red],cap[2006|2007],180,20,2)<br />
<br />
Maybe I'll add additional features later.]]></content>
			    <pubDate>Thu, 01 Jan 1970 01:00:00 +0100</pubDate>
			</item>
			<item>
				<title><![CDATA[Pie Charts]]></title>
			    <link>http://www.kwondoo.de/texte/Verschiedenes/kwondoo.de/Pie+Charts</link>
			    <dc:creator>Patrick Albertini</dc:creator>
			    <description><![CDATA[Just added the next statistics tool: a pie chart generatorMost recent update on this topic / official release: Sparkling

Yesterday I began writing ...]]></description>
			    <content><![CDATA[<p class="description">Just added the next statistics tool: a pie chart generator</p><b>Most recent update on this topic / official release: Sparkling</b><br />
<br />
Yesterday I began writing my own chart&graph image class, since sparklines (see Sparklines & Statistics) has some more bugs than I had recognized in the first place.<br />
<br />
The first method to be finished is a simple pie chart generator. You provide the data, the generator automatically converts it into percentual data and returns an image like this one, which shows the ways users took to get to this site:<br />
<br />
pie_chart(zugriffe,data<b>334;128;65</b>,250,true,cap<b>Search Engines;Direct;Links</b>,colors<b>red;blue;green</b>,4)<br />
<br />
Maybe we can use it in a more elegant way,  here using the above example in a slightly different way:<br />
<br />
pie_chart(zugriffe2,data<b>334;128;65</b>,130,false,cap<b>search;;</b>,colors<b>red;grey;grey</b>,4) pie_chart(zugriffe3,data<b>334;128;65</b>,130,false,cap<b>;direct;</b>,colors<b>grey;red;grey</b>,4) pie_chart(zugriffe4,data<b>334;128;65</b>,130,false,cap<b>;;links</b>,colors<b>grey;grey;red</b>,4)<br />
<br />
Function is available now, instructions for authors will follow soon.]]></content>
			    <pubDate>Thu, 01 Jan 1970 01:00:00 +0100</pubDate>
			</item>
			<item>
				<title><![CDATA[Sparklines & Statistics]]></title>
			    <link>http://www.kwondoo.de/texte/Verschiedenes/kwondoo.de/Sparklines+%26amp%3B+Statistics</link>
			    <dc:creator>Patrick Albertini</dc:creator>
			    <description><![CDATA[First implementation of Sparklines.Most recent update on this topic / official release: Sparkling

General Information:
Okay, it's done: I've just ...]]></description>
			    <content><![CDATA[<p class="description">First implementation of Sparklines.</p><b>Most recent update on this topic / official release: Sparkling</b><br />
<br />
<b>General Information</b>:<br />
Okay, it's done: I've just now finished the first real Sparklines implementation. Let's see what this tool can do: mainly it's about using inline statistic visuals, like this distribution of number of texts over the last years (2004-2007) spark_bar(data<b>2004;34;2005;45;2006;23;2007;32</b>,12,5,2,20,50,black,txtstats).<br />
<br />
So, gathering the data for the graph above took me longer than "creating" it. I just wrote it down. Maybe I should just find another example ... ah, yeah, found one, which is Germany's total fertility rates over the last seven years spark_bar(data<b>2000;1.38;2001;1.38;2002;1.39;2003;1.37;2004;1.38;2005;1.39;2006;1.39;2007;1.4</b>,12,5,2,1,2,black,fert), a graph which is indeed quiet interesting (isn't it?). Okay, I must admit, it is really boring; the fertility rates is stable (minimum is 1.37, maximum is 1.4).<br />
<br />
Okay, by now we've only included the sparks into the text directly, which means, that they maybe to small to provide real information. Maybe a line chart works out better here. Let's have a look at another way of visualizing the second chart  simple_line(data<b>1.38;1.38;1.39;1.37;1.38;1.39;1.39;1.4</b>,fert2). Works better, doesn't it? This one looks especially great, if you have loas of data, for example, the distribution simple_line(data<b>3;0;2;2;0;10;8;9;6;6;1;3;2;8;4;3;3;1;6;2;0;1;1;0;9;0;2;2;0;2;2;4;5;0;3;6;2;0;1;1;0;1;10;4</b>,ex,100) of text on this page over the months from 2004 - 2007.<br />
<br />
Now let's increase its' size and add some feature points: spark_line(data<b>1.38;1.38;1.39;1.37;1.38;1.39;1.39;1.4</b>,60,400,1,2,fert3,10,features<b>0,1.38,black,5,2000;1,1.38,black,5,2001,3; 2,1.39,blue,5,2002 (1.39);3,1.37,red,5,2003 (1.37),4;4,1.38,black,5,2004;6,1.39,blue,5,2006;7,1.4,blue,5,2007,2</b>)<br />
Nice one? I think so! <br />
<br />
This plug-in is available right now. Usage instructions for authors will follow soon.<br />
<br />
<br />
<b>Implementation Information</b>:<br />
Implementation was done via PHP, Reg-Ex and a modified Sparkline Lib. Usage looks similar to this "spark_line (parameters)" or "spark_bar (parameters)". <br />
<br />
There were two bugs in the Original Sparklines Lib (v.2) I had to eradicate: The first one is a bug with the setFeaturePoint function. The coordinated for the feature points lack the same dataConversion function as the data points experience. The solution was quiet easy:<br />
<br />
- Added at line 110:<br />
for ($i = 0; $i < sizeof($this->featurePoint); $i ++) <i><i><br />
   $this->featurePoint<b><b>$i</b></b><b><b>"ptX"</b></b> = $this->featurePoint<b><b>$i</b></b><b><b>"ptX"</b></b> * $xBound / <br />
   sizeof($this->dataSeries<b><b>$series</b></b>);<br />
</i></i><br />
<br />
- and modified line 170:<br />
$pxX = $v<b><b>'ptX'</b></b>;<br />
<br />
Furthermore I think there's another bug in v.2, which is, that you have to either delete the variables <i>$dataSeries, $dataSeriesStats, $dataSeriesConverted, $yMin</i> and <i>$yMax</i> from the Sparkline object to use it in multiple instances. The reason might be, that the parent class "Sparkline" does calculate image sizes only the first time the object is called and data is provided.<br />
The debug error I experienced, when not either deleting those variables or calling a new object with differing object names each time is:<br />
<i>could not create image; GD imagecreate functions unavailable</i>.]]></content>
			    <pubDate>Thu, 01 Jan 1970 01:00:00 +0100</pubDate>
			</item>
			<item>
				<title><![CDATA[Sonntag, der 2.12.2007 : Sie spielen wie ich Back Gammon ...]]></title>
			    <link>http://www.kwondoo.de/texte/Prosa/Tagebuch/Sonntag%2C+der+2.12.2007+%3A+Sie+spielen+wie+ich+Back+Gammon+...</link>
			    <dc:creator>Patrick Albertini</dc:creator>
			    <description><![CDATA[The Killers wären schöner ohne das 'The' und von der Dummenliebe Ich mag das "Capone" am liebsten ohne Musik. Oder wenn Freunde Bass und gute Bekann...]]></description>
			    <content><![CDATA[<p class="description">The Killers wären schöner ohne das 'The' und von der Dummenliebe </p>Ich mag das "Capone" am liebsten ohne Musik. Oder wenn Freunde Bass und gute Bekannte Schlagzeug spielen. Emerald Kingdom Drive haben eine Homepage? Wie unglaublich das ist. Wenn Klein zu groß wird und Göppingen weltweit. <br />
"Wie kann man sich einen Zigarettenfilter ins Ohr stecken und ihn nicht mehr raus bekommen, Junge?" <br />
"War so laut." Was musste ich lachen über diesen tauben Kerl, der mich nicht mit der Multizange an sein Ohr ran lassen wollte und was weniger brutales verlangt hat. Steht ihr alle auf Schulmädchen? Kaum bindet man sich wieder Zöpfchen fangt ihr an zu hecheln. <br />
<br />
...<br />
<br />
Wie schön das ist, <br />
Eifersucht und wie traumhaft <br />
eifersüchtig zu sein<br />
 <br />
...  <br />
<br />
Dabei erkennt man mich nur gut mit diesen Zöpfchen. Verniedlichungen mit -chen sind widerwärtig. So widerlich wie <br />
<br />
...<br />
<br />
Das ist so dumm,<br />
dumme Menschen und diese<br />
Illusion von Liebe.<br />
Das Gefühl sich übergeben zu müssen.<br />
<br />
...<br />
<br />
diese Schlampen, die es sich nicht lohnt zu grüßen.<br />
<br />
Ich bin eine Schlampe die es sich lohnt zu grüßen. If you can keep a secret, I can keep a secret <br />
<br />
...<br />
<br />
Die Lungenzüge schmerzen,<br />
gerannt den Weg bis zum Waldrand<br />
und so zufrieden mit der Angst im Dunkeln.<br />
<br />
...<br />
<br />
Nuttenliebe ist besser als Dummenliebe. <br />
<br />
Unterzeichnet, ein kleines bisschen Dada! <br />
<br />
]]></content>
			    <pubDate>Thu, 01 Jan 1970 01:00:00 +0100</pubDate>
			</item>
			<item>
				<title><![CDATA[Militante Romantik]]></title>
			    <link>http://www.kwondoo.de/texte/Prosa/Prosa/Militante+Romantik</link>
			    <dc:creator>Patrick Albertini</dc:creator>
			    <description><![CDATA[Die "Weisst du was? - Keine Ahnung" Gesellschaft ...Wir Menschentiere entfernen uns immer weiter vom Sein, sind gefangen in trunkenen Ideologien und v...]]></description>
			    <content><![CDATA[<p class="description">Die "Weisst du was? - Keine Ahnung" Gesellschaft ...</p>Wir Menschentiere entfernen uns immer weiter vom Sein, sind gefangen in trunkenen Ideologien und verloren in nüchternen Philosophien. Wir beziehen unsere Selbstliebe aus etikettierten Funktionsgötzen, leihen uns enge Meinungsanzüge, verteidigen das Aussichtslose, um uns letztlich mit dem vergifteten Stachel Weltenchaos infizieren zu können - er sitzt tief, unergründlich tief, der entrückte Schmerz gebilligter Fassade. Das psychische Sediment scheint auf den Kopf gestellt, wir sind nicht mehr in der Verfassung uns zu finden, weil wir uns zu oft in anderen verloren haben. Alles scheint aus den Angeln gehoben und bleibt trotzdem hölzern, gleichgültig und still. Das Weltenkind liegt in Statuten gewindelt. Auf geistigen Feldern verpflanzt sich das letzte Vakuum - wann wachen wir auf aus der gesponnen Illusion, die wir als Existenz prangern? Querverweise, überall Querverweise, erblindet am Schein des Nichts, ertrunken im ewigen Fluss, verblutet an Mauern das letzte Prinzip. Eng gesattelt wirkt das Pferd des Moments, klebrige Systeme warten auf lüsternen Lebenssaft. Wege zerren sich am Kragen ironisierter Bedeutungslosigkeit, wir schänden den Zeitgeist durch ökonomische Wundersucht. Äcker des Lebens liegen brach vor den Symphonien der Zukunftsprediger - wer befruchtet den ausgedorrten Kulturacker unserer Fragwürdigkeit? Gewaltenartig türmt sich das schwarze Loch der Menschlichkeit zu einem degenerierten Scheinriesen, welcher in seinem eigenen Schatten verblühen muss. Ausgeblichene Muster beflaggen verrasterte Kopfsteinpflastermentalität. Wir tränken das blinde Land mit Selbstzweck, erschaffen uns aus vernagelter Medienprostitution - vergeblich schmiedet sich die Skulptur, die sich selbst genügen will. Hyperbel schwingt im Aufwind - Laubwälder aus Information erzwingen die Brandrodung, strauchelnde Dekaden marschieren zum letzten Demutszug ihrer Politik. Verwirf Dich, entfremde, ernte, finde, erfinde mich, sei wachsam und schlafe den Rausch deiner Sterne aus. Märtyrer, gegeißelte Opferlämmer - industrialisiert, manipuliert, institutionalisiert, instrumentalisiert, blamiert euch. Gar strebsam melkt ihr ihn, den geistigen Euter, um euch an der Fatamorgana eurer stereotypen Seelenwüsten selbst zu verstümmeln. Paradigmenverkrustung, fehlender Klimawechsel, geschwollener Glaube. Bescheidene Diktaturen verpuffen im Takt der Stagnation. Ausgebrannte Worthülsen setzen sich im Fell der verafften Menschenwürde zur letzten Ruhe. Wir schränken uns durch das Maß an aufgezwungener Freiheit ein, um die psychotische Wirklichkeit zu umschiffen. Wir leihen, verleihen, doch schaffen keine Welt. Benutzen andere als Packesel, die das zu tragen vermögen, was uns nicht mehr aushält. Sensationseifer, die Schlange die Paralleluniversen umringt, verschlingt, ins Innere zwingt, um sich zum Äußersten zu gebären. Zitternd liegt sie am Boden, die Wahrheit, die wir zu oft missbraucht haben, wir konzeptimmunen Selbstdarsteller. Wascht euch den Staub der Freiheit aus den Augen, ihr verwahrlosten Menschenkinder!<br />
<br />
]]></content>
			    <pubDate>Thu, 01 Jan 1970 01:00:00 +0100</pubDate>
			</item>
			<item>
				<title><![CDATA[Mittwoch, der 28.11.2007 : Kann es sein, dass ich sie schon jetzt vermiss]]></title>
			    <link>http://www.kwondoo.de/texte/Prosa/Tagebuch/Mittwoch%2C+der+28.11.2007+%3A+Kann+es+sein%2C+dass+ich+sie+schon+jetzt+vermiss</link>
			    <dc:creator>Patrick Albertini</dc:creator>
			    <description><![CDATA[Szene an einem Sonntag. Verregnet und müde und voller Sehnsucht, die ja so ehrlich ist. 

In was für einer Welt leben wir? Depressive Sonntage in ...]]></description>
			    <content><![CDATA[<p class="description">Szene an einem Sonntag. Verregnet und müde und voller Sehnsucht, die ja so ehrlich ist. 

</p>In was für einer Welt leben wir? Depressive Sonntage in Standardkneipen fordern zu tage wovor mir graust. Ich vermeide es Kurzmitteilungen zu schreiben: Es gibt kaum etwas, dass ich in 250 Zeichen gebührend ausdrücken kann. Dann eine solche Mitteilung auf meinem Handy und der Absender nur eine Glasscheibe von mir getrennt. <br />
<br />
Er fragt mich, ob es sein kann, dass er eine meiner besten Freundinnen liebt. Er fragt mich ob man nach einer Woche in der man relativ viel Zeit mi dem anderen verbracht hat verliebt sein kann. Und ich schreibe nicht zurück.<br />
Alles was er an diesem Abend von mir zu hören bekommt ist ein gemurmeltes: In welcher Welt lebt du eigentlich. <br />
<br />
Frag mich nach Liebe. Ein Kaktus kann dir vermutlich mehr darüber erzählen. Ich entwickle kranke Zuneigungen. Liebe war bis jetzt noch nicht darunter. <br />
Aber es scheint sie zu geben und es ist ihr recht egal wann sie sich einem aufdrängt. Ich kann mich nicht verlieben. <br />
<br />
Ich kann mich nicht verlieben in jemanden, der meine Freiheiten gegen meinen Willen einschränke will. Nur weil du mit mir schläfst, gehöre ich dir nicht. Du musst dich um mich bemühen und ich muss Freiheiten in Freiheit für dich aufgeben, sonst fühle ich mich wie ein gefangener Vogel, das habe ich einmal gesagt und ich glaube ich sage es noch immer. <br />
<br />
Kann es sein, dass ich sie jetzt schon vermisse, hat er gefragt und ich habe ohne auf zu stehen genickt. Durch die Scheibe muss er es gesehen haben und ich dachte mir: Es ist eine komische Welt in der wir leben. In der ich mich an solchen depressiven Tagen in eine Bar verziehe um die Einsamkeit weg zu tratschen. In der ich mich so sehr auf den Besuch eines Fremden freue wie ein kleines Kind sich auf seinen Geburtstag freut - so schwer fassbar wie er Wind - weißt du eigentlich, dass deine vom Wind verstreuten e-Mail immer zur richtigen Zeit kamen, Fremder? In der man mit Fremden durch das Fremdsein so viel mehr Vertrautheit gewinnt. In der ich arbeiten gehe und wieder nicht und ich nach Zerstreuung lechze. In der man nicht reden muss, wenn man den Mund nicht aufbekommt, schreibt man SMS. <br />
<br />
Wo das Schweigen so schön sein kann ...<br />
<br />
Weißt du ich nehme dich in den Arm. ]]></content>
			    <pubDate>Thu, 01 Jan 1970 01:00:00 +0100</pubDate>
			</item>
			<item>
				<title><![CDATA[Freitag, der 23.11.2007 : Haben wir nicht hin und wieder alle unsere Tage?]]></title>
			    <link>http://www.kwondoo.de/texte/Prosa/Tagebuch/Freitag%2C+der+23.11.2007+%3A+Haben+wir+nicht+hin+und+wieder+alle+unsere+Tage%3F</link>
			    <dc:creator>Patrick Albertini</dc:creator>
			    <description><![CDATA[Vom ganzgewöhnlichen Büroalltag und dem "Nightmare bevor Christmas"Draußen schreien sie wie die Irren. Oder ist es gar nicht draußen, sondern in m...]]></description>
			    <content><![CDATA[<p class="description">Vom ganzgewöhnlichen Büroalltag und dem "Nightmare bevor Christmas"</p>Draußen schreien sie wie die Irren. Oder ist es gar nicht draußen, sondern in meinem Kopf. Wer weiß das schon. Draußen hoffe ich, glaube ich. Wieder diese Müdigkeit, die entsteht wenn man mit der Absicht zu arbeiten vor dem Redaktionscomputer sitzt und der Informationsfluss nicht funktioniert. So muss sich ein alter Mann fühlen, der keinen mehr hochkriegt.<br />
>30 Geheimnisse weiblicher Macht. Wie SIE ihn rumkriegt, hochkriegt und wieder kleinkriegt.Informativer Nachmittag / Schüler und Eltern sollen über berufliche Zukunft nachdenkenNightmare befor Christmas30 Geheimnisse weiblicher Macht. Wie SIE ihn rumkriegt, hochkriegt und wieder kleinkriegt.< Pah! <br />
<br />
 <br />
<br />
   ]]></content>
			    <pubDate>Thu, 01 Jan 1970 01:00:00 +0100</pubDate>
			</item>
			<item>
				<title><![CDATA[How can moral systems be justified ?]]></title>
			    <link>http://www.kwondoo.de/texte/Kultur/Ethik/How+can+moral+systems+be+justified+%3F</link>
			    <dc:creator>Patrick Albertini</dc:creator>
			    <description><![CDATA[Apart from acting morally, this essay tries to give possible reasons for the justification and, probably, the exigency of moral systems.According to o...]]></description>
			    <content><![CDATA[<p class="description">Apart from acting morally, this essay tries to give possible reasons for the justification and, probably, the exigency of moral systems.</p>According to one of the most discussed questions in ethics, which system is most successful, you also have to deal with the "meta-question", <i>how</i> you can justify, from the startup, the existence of moral terms and systems.<br />
<br />
Moral systems use to get judged by either their <i>intentions</i> or their <i>effects</i>, intuitively by both of them.<br />
<br />
What seems even more interesting is, however, what effects are desirable, especially <i>for whom</i>. Having several desires doesn´t directly lead to the conclusion, that there are some kindhearted individuals, who first think of the wellness of a community (unless it isn´t their own).<br />
<br />
Let´s say there is a <i>role model</i> existing, who is quite aware of his function. Couldn´t it be imagined that he desires <i>only</i> his own advantage, at least is willing to <i>increase</i> it ?<br />
<br />
Due to the fact of being that role model, it would be presumably frugal to dupe his fellows adoring him. Thus, he could, by his adjucated ability, form a kind of system <i>all and sundry</i> could take <i>a little benefit</i> of, most benefit would nevertheless approach to him.<br />
It´s not that simple to say that this individual behaves <i>amoralic</i>, although, intuitively, you could incline to argue so.<br />
He could perhaps justify the <i>existence</i> of such a moral system by arguing that <i>everyone</i> would <i>profit</i> by that system.<br />
<br />
Secondly, an argument could be, that nobody else is able to found a <i>better</i> system, by the meaning of "better" in that way of maximizing profit for every individual in the concerned <i>society</i>. That seems quite plausible, I guess, and intuitively, we use to call those systems <i>moral ones</i>, which do create the most benefit for us.<br />
Living an acceptable and kindly life <i>without harming</i> other human beings is the meaning of what I call <i>the most reachable benefit</i>. First point is what the individual wants, even from an egoistic point of view. Second is a kind of a <i>quantitative argument</i> because obviously, we gain the most benefit, if nobody harms us, so most benefit for society is given if nobody harms anybody. So far about a definition given intuitively.<br />
<br />
As we can take out of the mentioned ideas, one <i>meta - justification</i> of moral systems is (obviously) maximizing benefit.<br />
Furthermore, and this is the more interesting point, the benefit should be accessible to as much individuals as possible. So, at least, it <i>seems</i> like that.<br />
<br />
I do mention this because if that is a point where humankind can agree with, it leads to the question, why, then, the conclusion should be <i>any</i> moral system: Why do we need rules to regulate our behaviour, if we all know, what we want to reach?<br />
<br />
If that´s only a question of <i>organisation</i>, then a emerging system can´t be called a <i>moral</i> one, from my point of view, because the standards, doctrines, or beliefs are given <i>before</i> this system gets emerged.<br />
Even more, it emerges <i>caused by</i> the existence of such rules.<br />
Thus, if a <i>moral</i> system is <i>given</i> with some standards which 1) <i>rule behaviour</i>, for the 2) <i>attainment</i> of maximizing profit it seems to be <i>justified</i> by various possible reasons:<br />
<br />
The first one is, people really don´t know what they can call benefit, thus, some standards seem to be <i>needed to be given</i>, to reach the highest possible benefit for them (IF that is the intention of the ones creating these standards)<br />
Taking the most possible benefit doesn´t, necessarily, imply the <i>knowledge of the specific desire</i>.<br />
That one implies a little, <i>weakness</i> of self assurance, due to the fact that some ability might be missing.<br />
Therefore moral systems <i>could</i> get justified by <i>leading</i>, which is, in another interpretation, nothing more than <i>bearing a hand</i> for those.<br />
<br />
The second reason could be, that people are quite <i>aware</i> of what their benefit would be, but are incapable of reaching this target. From that point of view, the justification of moral systems would be a chastisement of the <i>Mighty</i>, defined as the ones 1) <i>knowing about their own desires</i> and 2) averting the benefit of <i>the Weak</i>, for maximizing their benefit in an exorbitant way.<br />
In that comprehension, moral systems is not meant as the first mentioned <i>Guiding</i> but rather more than that: Repression of the <i>Mighty</i> for giving the <i>Weak</i> a chance.<br />
<br />
I think that these two reasons are the main important ones for establishing any moral system: The first one deals with the <i>intrinsic wish</i> of the system <i>itself</i>, the second one is rather more <i>pragmatic</i>.<br />
<br />
Why should there be a moral system if there weren´t any differences in society ? If all same - skilled people would agree in those benefits they want to reach, there wouldn´t be any need of founding a moral system. And if they are same-skilled, they will know about their desires, I guess, so any given system wouldn´t be <i>regulating</i> behaviour. (Here I have the strong hypothesis, that "same skill" shall lead to "same opinion", which itself implies that there <i>is</i> actually <i>one correct opinion</i> existing. The more skill you have, the closer you get to that idea.)<br />
<br />
But, in fact, that´s excactly what moral systems do.<br />
<br />
That point is for sure very important, because on that differentiation, I guess, there are <i>always</i> these two parties existing. <br />
If a system was founded, anyway, it couldn´t be called moral, because, as I said, the norms the system <i>refers to</i>, exist <i>before</i> the system is founded.<br />
So moral systems can be justified easily, because you could also argue that maximus benefit should arise from a system which gives same opportunities to <i>mankind</i> itself, not to individuals, for sure, if you take <i>benefit</i> as a <i>axiom of morality</i>. This would obviously be an <i>utilitarian</i> point of view.<br />
<br />
The justification of the <i>exigence</i> of a  system even counts more than the content of the system, because the content says what is actually the way to reach those <i>targets</i>, while the justification of <i>any</i> system says, as I mentioned, <i>why</i> we need, concerning this matter, <i>any moral system</i>.<br />
<br />
Therefore, my intention is not to <i>value</i> that analysis that much. I don´t want to make a <i>moral statement</i>. It shall just give some <i>possible</i> reasons <i>how</i> moral systems can be justified (which can, however, also be moralic) or at least <i>explained</i> from a <i>transcendental</i> point of view.]]></content>
			    <pubDate>Thu, 01 Jan 1970 01:00:00 +0100</pubDate>
			</item>
			<item>
				<title><![CDATA[Ash & Cloud]]></title>
			    <link>http://www.kwondoo.de/texte/Prosa/Geschichten/Ash+%26+Cloud</link>
			    <dc:creator>Patrick Albertini</dc:creator>
			    <description><![CDATA[oder wie ich einst einen hellen Traum vom Tod träumte. Es gibt noch Vieles, das ich ihm sagen möchte, denke ich und strecke die Hand nach dem Schatt...]]></description>
			    <content><![CDATA[<p class="description">oder wie ich einst einen hellen Traum vom Tod träumte. </p>Es gibt noch Vieles, das ich ihm sagen möchte, denke ich und strecke die Hand nach dem Schatten aus, der vor mir an der Backsteinwand tanzt. Ich kann mich nicht umdrehe, auch dann nicht als die Stimme mir gebietet mich um zu drehen. Was ist das für ein Ende, denke ich und erschaudere als es mir gelingt meinen Kopf wenige Zentimeter zur Seite zu wenden. Ein kalter Lufthauch streift mich und ich spüre wie die Härchen auf meinen Beinen sich aufstellen, ich zittere. Dann zerfetzt eine Kugel mein Gesicht. Zumindest fühlt es sich so an als würde sie meinen Schädel spalten, dabei schlägt das Projektil nur ein klaffendes Loch in meine Wange und sprengt meine Backenzähne in kleine Stücken bevor es meinen Körper wieder verlässt. Knapp neben meiner Wirbelsäule tritt es aus und ich kann nicht sagen ob meine Halsschlagader durchtrennt ist. Das Blut strömt. Es schmeckt salzig und hart und gurgelt in meinem Hals. <br />
Es gibt noch Vieles, das ich ihm sagen möchte, denke ich und versuche die Hand nach dem Schatten aus zu strecken, der vor mir an der Backsteinwand tanzt. Mein Herz rast als ich beginne zu weinen, ohne etwas zu spüren. Dann umfängt mich undurchdringliches Dunkel und eine Kälte, die mir in den letzten Sekunden vor der Ohnmacht das Herz gefrieren lässt. Ich kann nicht ein Mal mehr den Namen aussprechen. Nicht einmal den Namen. <br />
<br />
Mit einem Schrei erwache ich, die Laken kleben an meinen Waden wie eine widerliche, erkaltete Haut. Meine Hand tastet nach dem Lebewesen, dass ich neben mir vermute und greife ins Leere. Kerzengerade sitze ich im Bett, verkrampft und ängstlich. Während draußen das Leben tobt hocke ich stumm da. Kalt wie eine Leiche. <br />
"Cloud," flüstere ich und schlage die Bettdecke zurück. Warme Frühlingsluft tanzt durch das Fenster herein und mir ist als fände ich mich in einer Fremden Stadt wieder. Dann lauter: <br />
"Cloud?" Ich höre Geräusche aus einem der Nebenräume und taste mich zur Tür. Meine Kraft reicht kaum aus die Klinke nach unten zu drücken. Cloud sitzt in der Badewanne. Er sieht mich nicht ein Mal an als ich mich ins Zimmer schiebe. Ich atme den Duft der Hotelseife ein. <br />
"Was tust du? Du solltest doch im Bett bleiben." Ich schüttle den Kopf und betrachte das aschfahle, ausgezehrte Gesicht im Spiegel - es gehört wohl mir. <br />
"Ich kann nicht schlafen. Also stehe ich und wandle durch die Zimmer." <br />
"Du bist seltsam," sagt er und sein Kopf verschwindet unter einer Schicht Schaum. Es Platscht. Ich beobachte die Luftblasen, die auf der Wasseroberfläche tanzen. Sein Atem. <br />
"Wenn du dir etwas wünschen könntest, was wäre es, Cloud," nuschle ich, wohl wissend, dass er mich nicht hören kann. Dann verlasse ich den Raum und gieße mir in der beengten Küche ein Glas Wasser ein. In den Minuten, in denen ich sinnierend aus dem Fenster blicke regen sich neue Lebensgeister in mir. Fast ungekannte Kraft. <br />
Cloud schenkt mir eine flüchtige Umarmung, als er das Zimmer betritt. <br />
"Warte," stoße ich hervor, aber er löst sich von mir so schnell wie er aufgetaucht ist. <br />
"Würdest du mit mir weglaufen?" Er schnaubt nur verächtlich und zieht das schwarze Hemd an, dass mich so entzückt, wenn ich es an ihm sehe. <br />
"Weißt du wo Ash ist? Ich habe ihn Tage nicht mehr gesehen?" Er würdigt mich keines Blickes und ich spüre einen schweren Klos in meiner Magengrube. Das Bedürfnis mich zu übergeben. <br />
"Cloud, ich wollte ... ," beginne ich, aber er unterbricht mich unwirsch. Er fasst meine Handgelenke und unterzieht mich musternden Blicken. Ich hasse mich für den Angstschweiß, der mich in das schwarze Nachthemd schweißt wie Garnelen in Frischhaltefolie. <br />
"Ash ist tot," zischt er und ich höre seinen Herzschlag, da ich nicht wage zu atmen. Hektisch.<br />
"Ash ist tot," wiederholt er und ich versuche mich los zu reißen. Ich weine und schreie. Er zückt sein Messer, er schneidet mich in den Unterarm. Ich verstumme und rege mich nicht, aber mein Geist schreit weiter. Er fängt das Bisschen austretendes Blut auf, seine Mundwinkel färben sich hellrot. Ich küsse ihn ohne es zu wollen. <br />
"Lass mich allein," bettle ich und er geht. Er öffnet die Tür und verschwindet und zurück bleibt ein kaltes Gefühl. <br />
"Ash ist tot," wimmre ich und vergrabe mein rotes Gesicht im Bettzeug. <br />
<br />
Wir sitzen auf der Parkbank 043 und Ash legt den Arm um mich. Ich lache und lehne meinen Kopf an seine Schulter. Es regnet, aber wer soll sich an den kühlen Tropfen schon stören - nicht an einem warmen Tag wie heute. <br />
"Was ist passiert?" Er streicht das Haar aus meinem Gesicht und ich zucke zusammen. Ash riecht nach Feuer, nach verbranntem Holz und Ingwer. Ich versuche nicht zu ersticken. Dabei ist es angenehm. <br />
"Ash?" <br />
"Ja?" <br />
"Und wenn ich dir sage, dass ich Cloud begegnet bin," flüstere ich und er sieht mir das erste Mal seit Tagen direkt ins Gesicht. <br />
"Er hatte ein Mädchen dabei. So eine süße Kleine von der Privatschule. Weißt du etwas über sie?" <br />
"Nein," sagt er und seine Umarmung gewinnt noch mehr an Kraft. Ich bin müde, aber ich versuche aufmerksam zu bleiben. <br />
"Er legt sie um, oder? Er nimmt sie aus und verscharrt die Reste irgendwo außerhalb von L. - Sag mir: Hab ich Recht?" Ash lächelt und antwortet nicht. <br />
"Nimm dich in Acht vor ihm." Mir ist als würde sein Körper brennen. Der Gestank verbrannten Menschenfleisches. Ich küsse ihn um den widerlichen Geschmack zu vertreiben. Aber alles an ihm schmeckt verbrannt. Selbst sein Blut. <br />
"Ich habe keine Angst vor dem Tod," sage ich. Er nimmt mein Gesicht in beide Hände und mein Kieferknochen knackt. <br />
"Aber ich," zischt er und küsst mich zurück. Ich versuche auf zu wachen, aber es funktioniert nicht. Ich schlafe nicht, ich schlafe nicht: Heißt das, dass ich nicht träume? Sie lachen wenn sie vorüber ziehen. Die Verliebten sind am lautesten. Was sie von stummen Paaren halten ... .<br />
"Cloud ist mir egal, solange du dich von ihm fern hältst." <br />
"Wann haben sich eure Wege getrennt?" Ich will am liebsten ganz unter Ashs Mantel verschwinden.<br />
"Er schneidet ihnen die Köpfe ab," sage ich bevor ich in einen leichten, unruhigen und blutigen Schlaf falle. <br />
"Aber zunächst schenkt er ihnen all das was ihr Herz begehrt," höre ich Ash sagen bevor ich vollkommen abdrifte. Ich nicke.  <br />
<br />
"Gib mir Ash zurück," schreie ich und beobachte Cloud durch einen grauen Nebel. Ich rauche und blase den Qualm in die Dunkelheit neben mir. Cloud steht über mich gebeugt da. Ich drücke die Glut meiner Zigarette aus und betrachte mein Spiegelbild in Clouds Messer. <br />
"Halt die Fresse!" Ein schmerzlich verzerrter Laut dringt aus meiner Kehle. <br />
"Ash ist tot!" Ich spucke Cloud vor die Füße und beobachte seine zuckende Augenbraue. <br />
"Du hast ihn umgebracht," sage ich fast unhörbar leise und erwarte einen harten Schlag mitten ins Gesicht. <br />
"Er musste sterben. Das verstehst du nicht mit deinem simplen Verstand. Wenn Ash mich damals nicht im Stich gelassen hätte, hätte ich für alle Zeit in hellem Licht erstrahlen können." <br />
Cloud hat mich umgebracht. Mir ist es egal. In kleine Stück zerteilt liege ich da und durch meinen offenen Mund kriecht nicht mehr oder weniger als Frost. Käfer und Endgültigkeit. <br />
"Dann bring mich eben um," sage ich und Cloud zieht mich an den Haaren. Ich stöhne nur leise und zerkratze seinen Unterarm. Er lässt sich nicht beirren. Seine fast weißen Augen sind schön wenn sie voller Hass sind. <br />
"Ich will nichts lieber tun," sagt er und mein rechter Mundwinkel bewegt sich und formt ein Lächeln. <br />
"Du hast mich doch nur deshalb gesucht, oder? Um zu sterben." <br />
"Nein, um zu tauschen," sage ich und er drückt mich so fest gegen die Wand in meinem Rücken, dass meine Rippen brechen. Ich höre das Knacken, dann kommt die Atemnot und der lähmende Schmerz der nur dann entsteht wenn man ohnmächtig ist. <br />
"Ich will Ash, zurück!" Cloud schneidet mir zwei Finger ab. Ich lache stumm und hysterisch. Mein Blut sickert verteilt sich auf dem Boden. Nicht einmal eine so große Fontäne. Ich dachte es wäre schlimmer. <br />
"Du bekommst Ash zurück," nuschelt er und ich muss mich umdrehen. Es geht kaum. Dann sehe ich den Schatten. Klein und immer größer und Ashs Stimme lässt mich vergessen wo ich bin und wie. Dann Cloud: <br />
"Dreh dich um!" Es gibt noch Vieles, das ich ihm sagen möchte, denke ich und strecke die Hand nach dem Schatten aus, der vor mir an der Backsteinwand tanzt. Dann zerfetzt eine Kugel mein Gesicht. <br />
"Er schneidet ihnen die Köpfe ab. Aber zunächst schenkt er ihnen all das was ihr Herz begehrt," sagt Ash und Cloud bückt sich. Ich fühle die Schnitte nicht mehr. Wie auch.]]></content>
			    <pubDate>Thu, 01 Jan 1970 01:00:00 +0100</pubDate>
			</item>
			<item>
				<title><![CDATA[Law as delegation of self-responsibility]]></title>
			    <link>http://www.kwondoo.de/texte/Kultur/Ethik/Law+as+delegation+of+self-responsibility</link>
			    <dc:creator>Patrick Albertini</dc:creator>
			    <description><![CDATA[In how far should the law decide instead of ourselves? What makes the law a delegation of self-responsibility, and what is the structure of that deleg...]]></description>
			    <content><![CDATA[<p class="description">In how far should the law decide instead of ourselves? What makes the law a delegation of self-responsibility, and what is the structure of that delegation?</p>Since mankind began to congregate in social systems, tribes or states, we invented certain laws, to regulate our interactions. Most of these laws follow pragmatic concerns, like the commandment or even principle not to kill anybody: living in a community, where killing each other is widely accepted is dangerous for all individuals the community consists of. These common sense laws are the subject of research here.<br />
<br />
The term "delegation" is not that easy explained in this context. Usually the term is used in a business context, and means, that one assigns parts of his own work to other individuals, in order to enable the emerging <i>team</i> to finish some process under certain circumstances, which may likely be a deadline or similar.  <br />
<br />
Here <i>delegation</i> works the other way around: the community delegates the individuals matters. But how can delegation be understood with respect to self-responsibility? Let me use an example to clarify my means: a chain smoker wishes to stop smoking, since his doctor told him, that he might die very soon otherwise. He will do good, in not buying cigarettes, or better: not possessing cigarettes, since they pose a permanent seduction, to betray his own means. Game theorists often use this example when talking about the repeated prisoners dilemma: It may be the concurrent interest of the chain smoker, to light a cigarette <i>now</i>, but it is against his will to do it on an <i>overall</i> timescale.<br />
<br />
In the above example: should we (the community) override the smokers' will, and take the possibility to smoke cigarettes from him, and so assure, that he may achieve his long-term goal to stop smoking? <br />
The concurrent law (in Germany) seems to say: "Yes, we should!" Let me explain, why it does: let illegal drugs be an example. The law prohibits these drugs, because they harm the consumer, and so indirectly harm the community. The (potential) consumers responsibility was delegated: the state takes it instead of himself. <br />
Another example is compulsory treatment: the patient maybe does not want to be treated, but, for example, does want to kill himself, which might, on a larger timescale, not be his wish.<br />
<br />
So, maybe it became clear, what I mean with delegation of self-responsibility here. Left is the question, how far this delegation should reach: <br />
In Germany we do not prosecute the consumption of illegal substances, like drugs, but their possession or sale. The responsibility of not doing these drugs seems to be not delegated. But we do prosecute murder. On the other hand, the sale and possession of cigarettes is legal. <br />
<br />
There seems to be an almost arbitrary distribution of delegation in this system. Cigarettes kill, so they harm the consumer, they're also a huge financial factor in the medical care system, so they do harm the society as a whole (even if lobbyists often argue, that taxes on cigarettes put costs and income of smoking to an equilibrium state, which is surely wrong). <br />
On the other hand, many neuroscientists argued1 , that some drugs might be some kind of a spiritual gain for consumers, and should accordingly be legalized.<br />
<br />
Let me go back to the beginnings here: laws follow pragmatic rules. Who, or which pragmatism or pragmatic mechanism, is capable of deciding the above dilemma? Alcohol is not even mentioned above, but poses other big problems here: its' consumption may be healthy if it is regulated to a certain degree (like two glasses of wine a day or so), but certainly deadly if one becomes addicted.<br />
<br />
The question, which emerges here, slowly solidifies: Where, when and depending on what criteria should the law be delegating self-responsibility? And furthermore: is there a black and white answer to that question, or can regulation only be case dependent?<br />
<br />
<br />
<br />
Re-Sources:<br />
1) Gehirn & Geist 01/06, "Smart drug-politics in the future" by Thomas Metzinger (title translated by the author)]]></content>
			    <pubDate>Thu, 01 Jan 1970 01:00:00 +0100</pubDate>
			</item>
			<item>
				<title><![CDATA[Online]]></title>
			    <link>http://www.kwondoo.de/texte/Verschiedenes/kwondoo.de/Online</link>
			    <dc:creator>Patrick Albertini</dc:creator>
			    <description><![CDATA[Die ist nur die Ankündigung, dass die neue Version der Seite nun online ist. Kein relevanter Content.Also, wie versprochen hier die neue (und sicher ...]]></description>
			    <content><![CDATA[<p class="description">Die ist nur die Ankündigung, dass die neue Version der Seite nun online ist. Kein relevanter Content.</p>Also, wie versprochen hier die neue (und sicher noch nicht ganz fehlerfreie) Version der Kwondoo Seite.<br />
<br />
Ich hoffe ihr freut euch alle, ich tue es jedenfalls. <br />
Noch sind viele Fehler hier unterwegs, bitte meldet mir diese, denn sonst kann ich sie nicht beheben. <br />
<br />
Anregungen & Kritik auch immer gerne. Fragen beantworte ich auch, schreibt mir doch einfach eine Nachricht!<br />
<br />
Ansonsten macht euch vertraut, vor allem mit dem Admin-System und dem "Blame"-Feature, welches künftig der Qualitätssicherung dienen soll. <br />
<br />
Einige Texte und Kommentare sind nicht mit hier rüber gewandert, ich bitte um Verzeihung.<br />
<br />
Patrick]]></content>
			    <pubDate>Thu, 01 Jan 1970 01:00:00 +0100</pubDate>
			</item>
			<item>
				<title><![CDATA[Mittwoch, der  07.11.2007 : Haare, Wein & Zigaretten]]></title>
			    <link>http://www.kwondoo.de/texte/Prosa/Tagebuch/Mittwoch%2C+der++07.11.2007+%3A+Haare%2C+Wein+%26+Zigaretten</link>
			    <dc:creator>Patrick Albertini</dc:creator>
			    <description><![CDATA[Was soll die Ganze Sehnsucht. Die ganze Ehrlichkeit, 
wenn wir doch nur verlorene Tagebücher sind.Ein verlassenes Tagebuch, das ist ein trauriger An...]]></description>
			    <content><![CDATA[<p class="description">Was soll die Ganze Sehnsucht. Die ganze Ehrlichkeit, 
wenn wir doch nur verlorene Tagebücher sind.</p>Ein verlassenes Tagebuch, das ist ein trauriger Anblick. Es liegt auf einem Stuhl oder noch schlimmer unter einem Tisch. Die Buchdeckel hat es fest zusammen gepresst um nichts von dem Staub zwischen die Seiten zu bekommen.<br />
Sie legt mit die Hand auf die Schulter und meint lachend: "Schön, dass  du da bist. Möchtest du was trinken." Ich so blass, sie so dunkel wie Vollmilchschokolade. "Ich fahre," sage ich mit Blick auf die Weinflasche. Sie macht einem jungen Kerl die Haare während ich meine Zigaretten anzünde und unter Zischen und Husten rauche. Wie seltsam, das ist: In eine Wohnung zu fahren um nicht alleine zu sein. Sie hat einmal gemeint, dass sie die Einsamkeit auch nicht erträgt. Wegen ihrem kleinen Sohn bleibt sie zuhause. Muss sie. Er schläft neben an. Der Kerl verzieht den Mund, denn das Flechten schmerzt. Ich lache und reiße schweinische Witze.<br />
"Ich glaube es ist normal, das jeder hin und wieder weint. Alleine im Bett, mitten in der Nacht." Ich nicke und sie spricht von Liebe und Verliebtheit. "Wie alt bist du eigentlich," frage ich und sie schüttelt den Kopf. "Ich war neunzehn als ich mein Kind bekam," antwortet sie. Der kleine ist acht. <br />
Zwei Seelen sind gut in der Lage sich zu trösten: Schlimmes zu verhindern und den eigenen Schmerz zusammen zu halten. Wenn das Gesicht entgleist ist es schon zu spät. Ich weiß nicht ob ich trotz des Fahrens Wein getrunken habe. Sie erzählt von ihren Beziehungen und ich kugle mich auf dem Sofa zusammen. "Du brauchst einen ordentlichen Kerl," flüstere ich und puste die Kerzen auf dem Tisch aus. "Es ist nicht so, dass ich nicht suche." "Ich weiß." <br />
Wir werden allein geboren, wir denken allein und wir werden alleine sterben. Ist der Mensch überhaupt für etwas anderes als Einsamkeit gemacht. Ist Freundschaft nicht das Beste, das wir erwarten können.]]></content>
			    <pubDate>Thu, 01 Jan 1970 01:00:00 +0100</pubDate>
			</item>
			<item>
				<title><![CDATA[Religion heute]]></title>
			    <link>http://www.kwondoo.de/texte/Philosophie/Philosophie/Religion+heute</link>
			    <dc:creator>Patrick Albertini</dc:creator>
			    <description><![CDATA[Gottesbeweise hin oder her. Wir brauchen einen Gott. Oder ?Religion und Philosophie verbindet eine lange, gemeinsame Tradition, beides kann, und sollt...]]></description>
			    <content><![CDATA[<p class="description">Gottesbeweise hin oder her. Wir brauchen einen Gott. Oder ?</p>Religion und Philosophie verbindet eine lange, gemeinsame Tradition, beides kann, und sollte nicht, völlig unabhängig voneinander betrachtet werden. Dies gilt wohl spätestens seit der Antike.<br />
<br />
Dass das Mittelalter stark religiös geprägt war, bedarf wohl keiner weiteren Erklärung. Wie kommt hier die Philosophie ins Spiel ? Zum einen durch namenhafte <i>philosophische</i> Verteter wie <i>Thomas von Aquin</i>, <i>Augustinus</i>, <i>Berkeley...</i> und zum anderen durch die Weiterentwicklung der <i>Logik</i>.<br />
<br />
Was Logik mit Religion zu tun hat ? Bezogen auf das Mittelalter eine ganze Menge, da man das Mittelalter wohl, ohne zu übertreiben, als Zeit der <i>Gottesbeweise</i> bezeichnen darf.<br />
<br />
Was Logik mit Philosophie zu tun hat ? Tja, der <i>Begründer</i> eines der schönsten formalen Systeme, das auch heutzutage, wenn auch in mehreren Varianten, seine Anwendungen findet, geht zurück auf den griechischen Philosophen <i>Aristoteles</i>.<br />
<br />
Soviel also zu einer der Schnittstellen zwischen Philosophie und Religion, der <i>Logik</i>. (Korrekterweise sollte man anmerken, dass es "die Logik" nicht gibt. Es gibt eine Menge formaler Systeme, die gegenseitig nicht miteinander zu vereinbaren sind, und anders funktionieren, Aristoteles "Logik - System" war die <i>Syllogistik</i>)<br />
<br />
Es gibt drei Standard - Gottesbeweise in verschiedenen Varianten:<br />
<br />
Den <i>ontologischen</i> Gottesbeweis<br />
Den <i>kosmologischen</i> Gottesbeweis<br />
Den <i>teleologischen</i> Gottesbeweis<br />
<br />
Die ersten beiden genannten haben einen <i>deistischen</i> Gottesbegriff als Grundlage, letzterer einen <i>theistischen</i>.<br />
<br />
Abgesehen von vielen logischen Unzulänglichkeiten, (auf welche ich hier, genausowenig wie auf die Erläuterung der einzelnen Beweise, nicht eingehen werde), verbindet diese Beweise ein Hauptproblem:<br />
<br />
Sie sprechen alle nicht von Eigenschaften, die einem <i>göttlichen Wesen</i> zugesprochen werden, will sagen, der Anspruch, den christlichen Gott, mit den ihm zugedachten Eigenschaften zu <i>beweisen</i>, ist bisher nicht erfüllt.<br />
<br />
Die Frage, wie ein göttliches Wesen zu charakterisieren ist, wird gar nicht berührt.<br />
Auf diese zugeschriebenen, postulierten Eigenschaften stützt sich aber der Gottesglaube des Abendlandes, denn was nützt uns ein Gott, der kalt und rachsüchtig oder inkompetent ist?<br />
Ein Gottesbeweis stützt also den Glauben an Gott inhaltlich überhaupt nicht.<br />
<br />
Im Folgenden sollen deswegen die Attribute einer göttlichen Figur fokussiert werden, die psychologischen Notwendigkeiten, die den Glauben stützen, sowie strukturelle Probleme, die sich aus der Zuschreibung gewisser Attribute ergibt.<br />
<br />
Zunächst ein paar lobende Worte an die (christliche) Religion: Der <i>Gottesglaube</i> scheint durchaus mehrere Vorteile mit sich zu bringen.<br />
Der Mensch füllt die Lücke des Nichtwissens, aus der eine gewisse Skepsis entsteht, mit Vertrauen in eine<br />
höhere Macht, eine Ordnung, eine geplante Struktur.<br />
<br />
Das, was der Mensch noch nicht weiß, von dem er vielleicht noch nicht einmal weiß, ob man es <i>wissen kann</i>, stellt kein Problem mehr dar. Wir haben des Rätsels Lösung.<br />
Das Vertrauen auf Gott füllt jene <i>strukturelle Wissenslücke</i> und löst vermeintlich entstandene Probleme in Wohlgefallen auf.<br />
<br />
Dies geht in der Regel einher mit dem Postulat der <b>Unfehlbarkeit Gottes</b>, da das Kartenhaus sonst zusammenbräche: <br />
<br />
Wenn diese Welt Gottes Ordnung ist, er aber fehlbar ist, wie kann ich dann auf eine Ordnung vertrauen bzw. worin liegt dann überhaupt noch das Wesen einer Gottheit, für die es sich zu beten lohnt?<br />
Berechtigte Frage!<br />
<br />
Aus der Kombination der einem <i>personalen Gott</i> zugeschriebenen Attribute <b>Güte</b><br />
und <b>Allmacht</b> ist der Skeptiker dazu geneigt, daraus gewisse Paradoxien abzuleiten, oder zumindest, dass diese beiden Attribute nicht gleichzeitig denselben Träger (Gott) haben können.<br />
<br />
An sich ein alter Hut, nur noch einmal zur Auffrischung: <br />
Die Welt ist schlecht. <br />
<br />
Wenn Gott allmächtig ist, kann er die Welt verändern, kann er entweder direkt eingreifen oder hätte den Menschen so konzipieren können (denn daran neigt der Christ schließlich zu glauben), dass er keine Fehler begeht. Der Mensch macht aber andauernd Fehler, und das ist offenbar auch noch unsere Schuld !?!<br />
<br />
Ist er nun ein Sadist, ein Zyniker, und wir sind nur Marionetten, die seiner Belustigung dienen ?<br />
<br />
Gemäß dieser Überlegungen könnte man geneigt sein, dies anzunehmen. Dann wäre er aber <b>nicht gütig</b>, zumindest nicht nach unserem Verständnis. Und wenn er gütig ist, die Welt aber schlecht, und er trotzdem keineswegs eingreift, dann ist er eben <b>nicht allmächtig.</b><br />
<br />
Dieser Argumentation steht ein Hauptargument entgegen, welches quasi sowohl eine Schwachstelle, wie auch eine der Stärken des Gottesglaubens ausmacht: <br />
<br />
Gottes Wege sind unergründlich!<br />
<br />
Die (wissenschaftliche) Schwäche liegt darin, dass dieser Punkt unangreifbar ist, weil wir uns somit jeglichem rationalen Zugang berauben, und man schlichtweg nichts dagegen halten kann, noch nicht einmal prinzipiell.<br />
<br />
Die Stärke liegt dann aber darin, dass wir Menschen intuitiv stets auf Gott vertrauen können, aufgrund unserer ideellen, ihm zugeschriebenen Eigenschaften. <br />
<br />
Der Mensch ist doch nun aber der Vernunft fähig, und man darf meines Erachtens zurecht die Frage stellen, warum wir nicht zumindest den Versuch wagen sollten, uns selbiger zu bedienen.<br />
<br />
Ist die Welt grausam, verstehen wir Gottes Wege nicht, ist sie es nicht, offenbart sich Gott in seiner Güte.<br />
<br />
Touché, Wissenschaft adé.<br />
<br />
Wie soll man sich aber <i>sinnvoll</i> mit der Existenzfrage eines personalen Gottes auseinandersetzen, wenn doch sowohl die vermeintliche Existenz als auch die zugeschriebenen Attribute notwendige Konstrukte des menschlichen Geistes sind, <br />
der nicht so einfach in die Welt <i>geworfen</i>sein will, <br />
der eine axiomatische Begründung für moralisches Verhalten und Denken haben will, <br />
der jegliche Wissens -oder Gefühlsleere hinreichend mit dem Gottesbegriff beantworten kann ?<br />
<br />
Verblendet man sich nicht zweckmäßig durch den Glauben? <br />
<br />
Ist die Vorstellung, völlig grund -und bestimmungslos in der Welt zu sein, so schmerzhaft, dass man diese emotionale Lücke nur durch das Postulat (Verzeihung: den Glauben an die Überlieferung) eines höheren Wesens schließen kann?<br />
<br />
Aber das hieße doch wiederum, um nach Feuerbach zu sprechen, dass die Menschen Gott (aus Notwendigkeit) erschaffen haben, nicht umgekehrt. <br />
<br />
Liegt die Betonung auf der Rückkehr zum Glauben denn daran, dass wir, wie Nietzsche sagt, Gott getötet haben, unsere Moral also gar nicht mehr begründen können, sie völlig relativistisch erscheint, und wir deshalb zum Übermenschen werden müssen, um nicht wieder einen neuen Gott zu kreieren, dem wir wie Herdentiere folgen?<br />
<br />
Inwiefern ist es denn sinnvoll, an einen personalen, gütigen, allmächtigen Gott zu glauben? <br />
<br />
Vertrauen schöpfen aus dem Nichts um Kraft zu tanken für alles, was sein eigenes Leben betrifft?<br />
<br />
Um sich gewiss sein zu können, das man sich nicht fürchten braucht, weil alles in geplanter Ordnung eins gütigen Schöpfers geschieht?<br />
Um sich selber all das erklärbar machen zu können, was wir nicht verstehen?<br />
Um keine Angst zu haben?<br />
Um seinem Leben einen Sinn zu geben?<br />
Um seine Moral begründen zu können?<br />
<br />
All das sind funktionale Gründe, weshalb der Gottesglaube psychologisch betrachtet durchaus nützlich zu sein scheint, unnütz hingegen wäre es natürlich, wenn das Subjekt sich dem Umstand bewusst wäre, dass er aus funktionalen Gründen an einen Gott glaubt, denn dann fällt der Vorhang, der Zauber verpufft und wir merken, dass wir den Gottesbegriff eben aus jenen Gründen kreiert haben, um uns selbst die Bestätigung für unser Denken und Handeln zu geben, und (vielleicht), um in der Welt nicht an innerer und äußerer Leere zu ersticken.<br />
<br />
Wenn sich aber nun der Gottesglaube als rein funktional erweist, da er auf einer psychologischen Notwendigkeit basiert, derer ich mir bewusst bin, heißt das dann nicht, dass ich mir durch den Glauben an Gott meiner Seele einen Gefallen tue, indem ich meinen Verstand ein Stück weit zurück schraube und mich stattdessen verzaubern lasse, um mich in die tröstenden Arme der selbst kreierten heilen Welt zu begeben?<br />
<br />
Lieber aufgeklärt und geworfen als blind und glücklich?]]></content>
			    <pubDate>Thu, 01 Jan 1970 01:00:00 +0100</pubDate>
			</item>
			<item>
				<title><![CDATA[Phantasie zermahlt die Körner der Einsamkeit]]></title>
			    <link>http://www.kwondoo.de/texte/Prosa/Prosa/Phantasie+zermahlt+die+K%C3%B6rner+der+Einsamkeit</link>
			    <dc:creator>Patrick Albertini</dc:creator>
			    <description><![CDATA[Irrung der Verwirrung...Mein Geist bildet einen zweiten Körper und sitzt mir gegenüber. Mit versunkenem Blick erblindet er durch mich in sich selbst...]]></description>
			    <content><![CDATA[<p class="description">Irrung der Verwirrung...</p>Mein Geist bildet einen zweiten Körper und sitzt mir gegenüber. Mit versunkenem Blick erblindet er durch mich in sich selbst. Ein Strudel fleischiger Gefühle reißt mich hinab in meine eigenen Tiefen. Viele Äste brechen auf dem Weg nach unten bei dem Versuch sie zu greifen. Doch irgendwann gelingt es meinen blutverschmierten Händen einen verschmiergelten Ast zu fassen. Am seidenen Faden der Ängste blicke ich nach unten und sehe den lachenden Klippen meiner kindlichen Fragwürdigkeit in den verzerrten Rachen. Stimmen die von überall auf mich einschlagen und die Schwerkraft in ihrer Absicht bestätigen, mich zu stürzen. Ein Staudamm aus Todesschweiß erbricht sich in die donnernden Abgründe. An den glühenden Klippen verdampfen alte Erinnerungen. Nebelartig hüllen sie mich für einen Augenblick in ein träges Gewand der Abwesenheit. Ich schließe meine juckenden Augen und wache in mir selbst auf als ich sie wieder öffne. Hier ist dem Wesen nach alles wie früher, nur sitzt mir mein Geist nicht mehr gegenüber. Gegenwärtig hat es den Anschein als sollten die mentalen Witterungsbedingungen dafür sorgen, dass in meiner aus Frustration aufgeschütteten Wüste nichts fruchtbares gedeiht. Die Welt breitet ihre schützenden Flügel aus, um mich in der Schwebe der Willenlosigkeit zu halten. Ich gehe nach draußen und trinke die angespannte Luft, die mir die Nacht einschenkt. Wie bittersüß schmeckt der Nektar der träumerischen Freiheit. Ich will die vereiste Unabdingbarkeit auftauen, doch vernehme nur den besorgten Flimmer der schlafenden Laternen am Straßenrand meiner Gedankenwohnung. Die Zeit badet den Moment im Ozean der Melancholie. Ich lasse meinen Blick in mir baden. Ich hole tief Luft und tauche hinab in die verschwommene Zukunft. Das Himmelslicht tanzt barfuß durch die Räume des Jenseits, Trauer zerstört seine eigenen Zäune, Treibsand gießt sich in das Wurzelwerk meiner Lebenstrümmer. Die Luft wird langsam müde und ich tauche wieder auf, um mich in meinem Zimmer zu beobachten. Ich sitze im Korbstuhl, der mich umarmt und mein Gesicht erwidert das Farbspiel der abendlichen Sonne. Als ich in mir aufstehe, bleibt mein alter Ego sitzen und verabschiedet sich mit heuchlerischem Grinsen. Mit inspirierter Aura bewege ich mich auf die hungrigen Pfade des Alltags und warte voll Sehnsucht auf die nächste Audienz bei Fräulein Phantasie.]]></content>
			    <pubDate>Thu, 01 Jan 1970 01:00:00 +0100</pubDate>
			</item>
			<item>
				<title><![CDATA[Gedankensplitter im Cocktail deiner Stammkneipe]]></title>
			    <link>http://www.kwondoo.de/texte/Prosa/Prosa/Gedankensplitter+im+Cocktail+deiner+Stammkneipe</link>
			    <dc:creator>Patrick Albertini</dc:creator>
			    <description><![CDATA[Entwirrung der Verwirrung...Ein Gemisch aus gedünktem Süßholz und trägen Emissionen nistet in den Nasennebenhöhlen unserer Zeit. Wir beherbergen ...]]></description>
			    <content><![CDATA[<p class="description">Entwirrung der Verwirrung...</p>Ein Gemisch aus gedünktem Süßholz und trägen Emissionen nistet in den Nasennebenhöhlen unserer Zeit. Wir beherbergen mehr als wir können, mehr als wir sollten und werden letztlich zu Unrat zerfallen, der wiederum anderen als Fundament dient. Die Zeichen der Zeit sind von saurem Regen abgetragen und zerfließen in den uniformierten Abwasserschächten seelischer Kanalisationen. Dabei werden die kleinsten Fische natürlich selektiert, da sie durch das Raster gesellschaftlicher Normen in ein nicht enden wollendes Loch aus Selbstzweifeln und Ängsten fallen. Alle Welt scheint sich durch ihre Gier nach Perversion in selbiger ertränken zu wollen, um nicht in sich selbst ertrinken zu müssen. Jeder Tag, mag er auch noch so wunderbar scheinen, schenkt uns doch nur ein geliehenes Lächeln. Eine makellose Maske schützt das deformierte Wesen unserer mentalen Eintönigkeit. Das Meer der Liebe verebbt zusehenst und eines Tages finden Kinder keine farbigen Muscheln mehr am verölten Strand ihres Lebens. Geistige Euthanasie soweit das gereizte Auge reicht. Fremdhass aus Selbsthass geboren - Gewalt das Perpetuum Mobile, gegossen in die Form der Ewigkeit. Ausgetretene Pfade an deren scharfkantigen Rändern die letzten Kunstblumen verwelken. Eifrig wie kleine Ameisen streben alle gen die Unendlichkeit ihrer Endlichkeit. Das mediale Morphium schon lange in der Grundausrüstung unserer weltlichen Apotheken. Die amerikanische Kulturzunami überspült unsere auf Sand gebauten Träume und lässt sie zerplatzen, ohne das wir Überforderten den schreienden Knall wahrnehmen. Vertrocknete Weiden, auf denen wir fortwährend grasen müssen. Wir wandelnden Poster der Werbeindustrien. Wer kann sich in der eigenen Körperwohnung noch heimisch fühlen? Wohin trägt uns die fliegende Schildkröte? Ist die Welt ein Einmachglas wissenschaftlicher Systematik? Wer schaut durch die Sternenbrille auf uns herab? Lethargie schläft auf der Luft und erschwert das Atmen der verdunsteten Sozialisation. Es gibt allem Anschein nach keinen Wegweiser in diesem verspiegelten Irrgarten. Jeder Zirkel zieht seine eigenen Kreise. Wann lichtet sich der klebrige Vorhang, damit neumodische Klarheit durch meine verseiften Hirnareale dringt? Zertrümmern die kargen Basalte meiner menschlichen Beschränkung sich gegenseitig? Hat dieser weinende Raum eine Tür? Ist der Tod die einzige Haltestelle meines Atemzuges? Wachen wir jemals auf? Oder schlafen wir fest, während unser Gehirn aus dieser kalten Buchstabensuppe löffelt? Die Zeit fällt immer mehr Bäume, doch laben wir uns an übrigen Stümpfen und deren Wurzelwerk, um in und an uns selbst zu verwachsen. <br />
<br />
Es sind diese und unzählige weitere Banalitäten, die meinen Augen zusetzen und meine impressionistische Sichtweise in kaltes Grau tauchen. Ich versuche mein umwuchertes Refugium vor der Verweltlichung zu bewahren, damit ich auch weiterhin aufrecht gehen kann, wenn mich die moralisch Prostituierten erneut - wider meines Willens - vergewaltigen. <br />
<br />
Der metaphorische Defibrilator.]]></content>
			    <pubDate>Thu, 01 Jan 1970 01:00:00 +0100</pubDate>
			</item>
			<item>
				<title><![CDATA[Nietzsche sprach: "Gott ist tot!" - Gott sprach: "Nietzsche ist tot!" - Das Gehirn sprach: "Und doch seid ihr nur meine Kinder!"]]></title>
			    <link>http://www.kwondoo.de/texte/Prosa/Prosa/Nietzsche+sprach%3A+%22Gott+ist+tot%21%22+-+Gott+sprach%3A+%22Nietzsche+ist+tot%21%22+-+Das+Gehirn+sprach%3A+%22Und+doch+seid+ihr+nur+meine+Kinder%21%22</link>
			    <dc:creator>Patrick Albertini</dc:creator>
			    <description><![CDATA[Meine wirren Gedanken...Ich reiße die verquollenen Augen auf und finde mich verschwitzt in meinem Bett wieder. Ein Trugschluss meiner intuitiven Erwa...]]></description>
			    <content><![CDATA[<p class="description">Meine wirren Gedanken...</p>Ich reiße die verquollenen Augen auf und finde mich verschwitzt in meinem Bett wieder. Ein Trugschluss meiner intuitiven Erwartungshaltung als ich statt einem Kissen nur ein raues Paddel fühle. Traum, Wirklichkeit oder Realität, in welcher Illusion ich auch gefangen war, sie sollte realer, wirklicher und traumatischer werden als jegliches Gedankengulasch in meinem bisherigen Leben.<br />
<br />
Die Luft ist in einen Eimer öligen Fischgeruches getaucht und der Boden unter mir scheint aus seinen Träumen gerissen. Plötzlich formt mein Verstand aus dem Paddel, dem spezifischen Geruch und dem sanften Schaukeln ein bizarres Bild. Ich merke, dass ich mich in einer überdimensionalen Nussschale befinde, welche zu schwimmen scheint. Es ist zu düster, um ein detaillierteres Bild der kalten Umgebung zu zeichnen. Aus dem Nichts werde ich geblendet von einem gleißenden Licht. Eine vertrauliche Stimme flüstert zu mir: Hallo, Suchender! Hab keine Angst, denn es würde an deiner Lage rein gar nichts ändern. Dieses ist weder ein Traum noch eine Illusion, du befindest dich in der realsten Wirklichkeit, die sich je eines menschlichen Verstandes bemächtigen konnte. Der Fluss auf dem du dich befindest ist das Leben, die Schale in der du schwimmst deine Selbstschutz-Fassade, und das dich umgebende Wasser  versinnbildlicht die Gesellschaft, die dich täglich umspült. Der Mensch irrt sofern er sucht, denn sofern er sucht, wird er sich irren. Der Weg jedes Einzelnen ist vorgegeben. Es gibt keinen Zufall und kein Schicksal. Gott trägt lange Haare, eine Brille und einen weißen schweren Mantel. Er hat die Welten-Simulation programmiert glauben die Menschen  doch sie irren. Gott ist ein Hirngespinst, welches sich der Mensch erdachte, um sich selbst zu erdenken. Die Suche nach dem Sinn des Lebens findet sich weder in der Suche noch im Sinn, sondern im Leben selbst. Alles fließt im Einklang ohne deine gedanklichen Staudämme. Verschränkst du die geistigen Arme, wirst du wie ein Stein untergehen. Öffnest du sie, findet dich das Sinnige von ganz allein und rettet dich an sicheres Land. Merke dir, oh mickriges Menschlein, nichtig ist dein Schein, ironisch gar dein Sein, baust in der Phantasie dir Wolkenkratzer, doch lebst in gedanklichen Wellblechhütten - der Mantel der Erinnerungen wird allmählich von Motten zerfressen, der Blick ist am Horizont gefroren, die Marionette spielt sich selbst. Und wenn der bleiernde Kahn das dunkle Geschwulst deines blutigen Seelenflusses durchquert: Halte keine Ausschau, sei nicht wachsam, schone deine faulen Augäpfel und ergib dich mir, denn ich bin dein Boot, dein Fluß, deine Realität und dein Traum  Dein Gehirn.]]></content>
			    <pubDate>Thu, 01 Jan 1970 01:00:00 +0100</pubDate>
			</item>
			<item>
				<title><![CDATA[Phaidon, Anemnesis, Unsterblichkeit der Seele - Darstellung eines Beweises]]></title>
			    <link>http://www.kwondoo.de/texte/Philosophie/Philosophie/Phaidon%2C+Anemnesis%2C+Unsterblichkeit+der+Seele+-+Darstellung+eines+Beweises</link>
			    <dc:creator>Patrick Albertini</dc:creator>
			    <description><![CDATA[Kurze Erläuterung zu einem Kernstück aus dem "Phaidon" von PlatoDer erste Unsterblichkeitsbeweis der Seele ergibt gekoppelt mit der Anemnesis Lehre ...]]></description>
			    <content><![CDATA[<p class="description">Kurze Erläuterung zu einem Kernstück aus dem "Phaidon" von Plato</p>Der erste Unsterblichkeitsbeweis der Seele ergibt gekoppelt mit der Anemnesis Lehre eine vermeintlich geschlossene Argumentation.<br />
<br />
Diese lehnt sich an <i>Heraklits</i> Weltbild an, dass es keine Beständigkeit gibt, dass Sein kein stagnativer Zustand, sondern ein Prozess des Werdens ist. Alle Dinge entstehen aus ihrem Gegenteil. Rein logisch betrachtet ist dies schlüssig: Der Zustand <i>lebend</i> beispielsweise wird durch sein Gegenteil definiert, dass <i>nicht tot sein</i>, welches wiederum durch lebend definiert wird. Es ergibt sich ein (logischer) Zirkel, der den Prozess des Seins als Werden veranschaulichen soll.<br />
<br />
Wenn nun aber Leben und Tod ein sich ständig wiederholender Prozess sind, kann es keinen Unterschied zwischen <i>Prä-</i>und <i>Postexistenz</i> geben, denn beides ist der Zustand des <i>nicht am Leben Seins.</i> <br />
<br />
Dies erklärt allerdings nicht letztendlich, warum nicht auch die Seele, wie der Körper sterben sollte. Die Argumentation hierfür geht von mehreren Prämissen aus: <br />
<br />
Zum einen ist Lernen gleichgesetzt mit Wiedererinnerung der Seele, wobei man sich diese Erinnerung als unwillkürliche Assoziation vorzustellen hat. In Platons <i>Menon</i> findet sich hierzu ein passendes Beispiel, in dem Sokrates einen Sklaven einfache geometrische Wahrheiten entdecken lässt; dies soll hier aber nicht weiter behandelt werden.<br />
<br />
Des Weiteren geht Sokrates davon aus, (anders als später Aristoteles) dass Erkenntnis mehr ist als nur sinnliche Wahrnehmung und dass sie sich nicht lediglich aus empirischen Urteilen ergibt. <br />
<br />
Platon geht davon aus, dass es <i>nicht sinnliche Wesenheiten</i> gibt, Gegenstände der Erkenntnis, zu denen man keinen direkten empirischen Zugang hat, nämlich die Dinge an sich, die <i>Ideen.</i> <br />
<br />
So sind zwei gleiche Dinge nur deshalb gleich, weil sie einer äquivalenten Weise an der <i>Idee des Gleichen,</i>also am Gleichen selbst, teilhaben. Dass diese nicht empirisch zugänglich ist, ergibt sich daraus, dass Platon zwar davon ausgeht, dass es diese Ideen gibt, man sie aber nur tatsächlich erfassen kann, wenn man ihnen empirische Dinge zuordnet. <br />
<br />
Somit ist die Idee die Voraussetzung der Erkenntnis, kann aber selbst wieder nur durch empirische Dinge indirekt wahrgenommen werden. Wenn man etwas erkennt, verknüpft man also sinnliche Wahrnehmung mit nicht sinnlichen Wahrnehmungen, die auch, wenn sie nicht klar ausgesprochen werden können, intuitiv vorhanden sein müssen, um die empirische Erkenntnis möglich machen zu können. <br />
<br />
Diese Kenntnis der Idee muss also schon vorhanden sein, bevor ich etwas erkennen kann, weil ich eben dies nur kann, wenn ich den Begriff der Idee dessen, was ich erkenne will, haben muss. <br />
<br />
Die Seele wird also zum <i>Erkenntnisinstrument der Idee</i> und daraus wiederum lässt sich schließen, dass es die Seele also vorher schon gegeben haben muss. Demnach ist die Seele präexistent und Lernen ist Wiedererinnerung. <br />
<br />
Die Seele muss aber auch <i>postexistent</i> sein, denn zwischen <i>prä-</i> und <i>postexistent</i> kann kein Unterschied bestehen, da beide durch denselben Gegensatz definiert werden, und sich aus und zu ihm hin entwickeln. Aus diesem Zirkel ergibt sich die Unsterblichkeit der Seele, da sie vor dem Leben, während des Lebens und nach dem Leben, also immer, präsent und existent ist.<br />
<br />
Also ist die Seele unsterblich.]]></content>
			    <pubDate>Thu, 01 Jan 1970 01:00:00 +0100</pubDate>
			</item>
			<item>
				<title><![CDATA[Sartre - An sich Sein, Für sich Sein]]></title>
			    <link>http://www.kwondoo.de/texte/Philosophie/Philosophie/Sartre+-+An+sich+Sein%2C+F%C3%BCr+sich+Sein</link>
			    <dc:creator>Patrick Albertini</dc:creator>
			    <description><![CDATA[Was ist An sich Sein ? Was ist Für sich Sein ?
Kurze theoretische Erläuterungen zu zentralen Begriffen seiner PhilosophieDer Begriff Wert ist für ...]]></description>
			    <content><![CDATA[<p class="description">Was ist An sich Sein ? Was ist Für sich Sein ?
Kurze theoretische Erläuterungen zu zentralen Begriffen seiner Philosophie</p>Der Begriff Wert ist für Sartre einer der zentralsten in seiner Philosophie. Der Wert steht gleichzeitig für einen Mangel, resultierend aus der Differenz zwischen An sich Sein und Für sich Sein, als auch deren theoretische Lösung durch Heimsuchung des Für Sich Seins. Das Für sich Sein beinhaltet nun aber bereits das An sich Sein, da das Für sich Sein den Rückbezug des Menschen auf sein nacktes Sein darstellt, gewissermaßen die Synthese aus dem nackten Sein, wie auch dem Bewusstsein, welches eben darauf bezogen ist. <br />
<br />
Insofern ist das Bewusstsein aber leer, da es sich nur auf das An sich Sein bezieht, welches selbst völlig inhaltslos ist, da es letztendlich nur das Leben an sich, die Existenz feststellt. <br />
<br />
Diese kann man aber durch das Bewusstsein wiederum nur feststellen bzw. sich auf sie beziehen, wenn man selbige bereits voraussetzt. Unsere Existenz dient also als Basis der Feststellung unserer Existenz. <br />
<br />
Da nun das Bewusstsein, der Rückbezug auf sein Leben leer ist, geht es Sartre nun darum, einen Weg aus der sich daraus ergebenen völligen Nichtigkeit zu suchen.<br />
<br />
Es handelt sich insofern um eine Nichtigkeit, als dass ein grober Mangel vorliegt, der sich aus der Inhaltsleere des Bewusstseins ergibt. Der einzige Weg heraus aus diesem Dilemma kann nun also nicht der Rückbezug auf das An sich Sein sein, sondern das Für sich Sein gewissermaßen auf eine andere Weise zu ergründen. <br />
<br />
Dies obliegt nun nicht einer planvollen Absicht, sondern aus dem Wert, der aus dem Mangel entsteht und ihn sozusagen reflexiv beschreibt. Der Mangel besteht genau in der inhaltsleeren Nichtigkeit des Bewusstseins, der Wert ist dieser Mangel, insofern er wertet, dass dieser Mangel vorhanden ist.<br />
<br />
Es handelt sich sozusagen um eine Reflexion und eine Bewertung des Rückbezuges auf das an Sich sein.<br />
<br />
Das Bewusstsein mag sich zwar nur auf das An sich Sein beziehen, aber der Wert als Mangel kann sich auf das Bewusstsein beziehen, muss er sogar, weil der Mangel nur durch die Differenz aus An sich Sein und Für sich Sein entsteht und diese gibt es wiederum nur, weil der Mensch ein Bewusstsein hat und für sich sein will.<br />
<br />
Zur Verdeutlichung dieses Problems haben wir im Seminar ein Beispiel besprochen:<br />
<br />
Ein Mann sieht im Schaufenster ein Brötchen und möchte es essen, denn er hat Hunger. Der Bezug des Bewusstseins liegt auf dem An sich Sein, das wissen wir mittlerweile, aber der Grund dessen liegt außerhalb. In dem Moment trifft den Menschen das Bewusstsein, das Brötchen nicht zu haben (Mangel) der Wert in dem Falle ist der Hunger als Auslöser des festgestellten Mangels. <br />
<br />
Dieser Hunger ist natürlich auch ein Mangel bestehend aus der Differenz zwischen dem satt sein und dem Brötchen in seiner Funktion als erwünschtes Objekt.<br />
<br />
Der Wert beschreibt den Mangel bzw. die Ermangelung des Brötchens eines leeren Magens, welcher zwar vom An sich Sein rühren mag, jedoch in diesem Fall in Form eines tatsächlichen Mangels nur aufgrund des Brötchens besteht.<br />
<br />
Der Grund des Bewusstseins liegt also außerhalb des Bewusstseins.<br />
<br />
Natürlich geht es hier um ein Bedürfnis, das sich schon rein aus der biologischen Konzeption des Menschen ergibt, jedoch der Mangel und die Differenz, die durch den Wert des Hunger Habens beschrieben werden, werden dem Menschen erst durch die Ermangelung des Brötchens bewusst.<br />
<br />
Dies soll repräsentativ dafür sein, dass der Mensch Sklave seiner Triebe ist, die sich aus der Differenz dessen ergeben, was er ist, und dem, was er zu sein glaubt, denn letzteres ist die Bewertung des An sich Seins in Bezug auf das An sich Sein. <br />
<br />
Insofern der Mensch handlungsfrei ist, überbrückt er zwar die Differenz, aber diese Freiheit nötigt ihn eben genau, diese Differenz durch eine Ermangelung immer wieder neu aufleben zu lassen. <br />
<br />
Insofern stellt diese Freiheit nicht mehr dar, als das sein zu können, was man will, sofern man das will, was der Mangel einem vorgibt, zu wollen. <br />
<br />
Freiheit bedeutet also nicht die freie Wahl von allem als quasi metaphysisches Postulat, sondern eher die Genötigtheit, jeden Mangel, der aus einer Differenz entsteht, überbrücken zu wollen.<br />
<br />
Dass wiederum heißt aber, dass wir nicht wirklich frei sein können, solange es eine Ermangelung geben kann.<br />
<br />
Der Teufelskreis schließt sich aber an dem Punkte, an dem festgestellt werden muss, dass diese Freiheit erst durch die (wertende) Feststellung der Ermangelung entsteht.<br />
<br />
Den Mangel dennoch überbrücken ohne tot zu sein, ist an dieser Stelle nur eine theoretische Lösung, in Rückbezug auf den Mann und das Brötchen würde die Überbrückung des Mangels folgende:<br />
<br />
Der Mann ist selber das gegessene Brötchen und hat deshalb keinen Hunger.<br />
<br />
So würde der Mensch den Mangel und die Differenz (was an dieser Stelle dasselbe aussagt) in sich vereinen und diese Differenz auslösen.<br />
<br />
Die Freiheit würde aber dennoch auf der Strecke bleiben, weil er dazu gezwungen wäre, sich nicht entscheiden zu müssen, ob er das Brötchen essen möchte oder nicht.<br />
<br />
Das Problem des Menschen besteht also darin, dass er nur aus Ermangelung zur Freiheit gezwungen ist und ohne Ermangelung, durch Aufhebung der Differenz eben diese Freiheit verliert, dennoch ist der Mensch frei, dahingehend, dass er sich entscheiden kann, nicht zu sein, und er ist nicht frei, weil er sich stetig entscheiden muss ob er frei sein will oder nicht. <br />
<br />
Genau davon spricht Sartre, wenn er sagt, dass der Mensch zur Freiheit verurteilt ist.<br />
<br />
Die Freiheit als inhaltsleere Anweisung ist die Zerrissenheit des Menschen, seine Geworfenheit.<br />
<br />
Ohne Mangel gibt es keine Seinsfülle da das Für sich Sein sonst nur das An sich Sein als Bezug hätte. <br />
<br />
Es gibt aber stetig die Ermangelung, also auch die Seinsfülle, das An und für sich Sein würde bedeuten, sich der Differenz bewusst zu werden, sie zu verinnerlichen, aber sie nicht aufzulösen.]]></content>
			    <pubDate>Thu, 01 Jan 1970 01:00:00 +0100</pubDate>
			</item>
			<item>
				<title><![CDATA[Elementarsätze, Sachverhalte und die Beschreibung der Wirklichkeit]]></title>
			    <link>http://www.kwondoo.de/texte/Philosophie/Philosophie/Elementars%C3%A4tze%2C+Sachverhalte+und+die+Beschreibung+der+Wirklichkeit</link>
			    <dc:creator>Patrick Albertini</dc:creator>
			    <description><![CDATA[Kurze Kritik zu den ersten beiden Kapiteln von Wittgensteins frühem Hauptwerk "Philosophische Untersuchungen"Elementarsätze, Sachverhalte und die Be...]]></description>
			    <content><![CDATA[<p class="description">Kurze Kritik zu den ersten beiden Kapiteln von Wittgensteins frühem Hauptwerk "Philosophische Untersuchungen"</p>Elementarsätze, Sachverhalte und die Beschreibung der Wirklichkeit<br />
<br />
Im Folgenden soll es darum gehen, zu untersuchen, welchen Stellenwert "Elementarsätze" bei Wittgenstein haben. Selbige bilden für Wittgenstein die Struktur der Welt, indem sie Sachverhalte beschreiben. Sachverhalte sind alle real existierenden Gegebenheiten, Situationen, Zusammenhänge, Gegenstände.<br />
<br />
Eine Frage, mit der sich der Wiener Kreis bereits lange beschäftigt hat, ist jene, wie definieren soll, welche Kriterien diese "Elementarsätze", die alle Sachverhalte beschreiben können, selber aber keine sind, haben muss, um als Elementarsatz zu gelten.<br />
<br />
Wittgenstein selbst wusste auf diese Frage keine Antwort, und alles was man aussprechen würde, benutzte, um einen Elementarsatz zu beschreiben, wäre mutmaßlich bereits ein Sachverhalt, also "zuviel des Guten".<br />
<br />
Ginge man aber nun davon aus, dass man tatsächlich Elementarsätze gefunden hat, ergeben sich dennoch etwaige Probleme bezüglich ihrer Erklärungsreichweite, was hier thematisiert wird.<br />
<br />
Angenommen, Sachverhalte existieren tatsächlich und angenommen, dass Sachverhalte tatsächlich, so wie Wittgenstein es behauptet, durch so genannte Elementarsätze beschrieben ( sofern es diese Elementarsätze bereits gibt, da es durchaus möglich ist, dass noch nicht alle Sachverhalte entdeckt sind und entsprechend der zugehörige Elementarsatz noch gar nicht gebildet werden konnte),<br />
<br />
so gibt die Verknüpfung der Elementarsätze die Struktur der Welt an. <br />
<br />
Geht man weiter davon aus, dass die Sachverhalte der Welt vollständig durch Elementarsätze beschrieben wurden, die Welt also in ihrer Komplexität deskriptiv erfasst und korrekt durch die Verbindung von Elementarsätzen wiedergegeben werden kann, so ergibt sich dennoch zum einen die Frage nach der korrekten Verknüpfung der bestehenden Elementarsätze. Selbst, wenn man eine Verknüpfung aller Elementarsätze, die die kompletten Sachverhalte der Welt gefunden hat, die isomorph zur Struktur der Welt, und somit zur ontologischen Welt ist, ergibt sich doch die Frage nach der Kausalitätsbeziehung der einzelnen Elementarsätze, die durch die Logik nicht vollständig wiedergegeben werden kann. <br />
<br />
Die (Aussagen) - Logik bezieht sich auf die wahrheitsfunktionale Verknüpfung von bipolar definierbaren Sätzen, ist aber abstrahiert von deren Inhalt. So kann ein Konditional zwischen zwei wahren Elementarsätzen gebildet werden, obgleich die enthaltenen beiden Teilsätze keinen inhaltlichen Bezug zueinander haben. (Wittgenstein war ein Philosoph ? Sokrates war ein Philosoph.) An diesem Beispiel zeigt sich bereits die prinzipielle Unmöglichkeit, wahrheitsfunktionale Verknüpfungen beliebig anzuwenden, da die Zukunft ja nicht die Vergangenheit bedingen kann. Man braucht also ein anwendbares Modell der korrekten Struktur von Elementarsätzen, die durch die Vollständigkeit der Elementarsätze und deren Wahrheit und die Anwendung der grundlegenden Aussagenlogik nicht zu bilden ist. <br />
<br />
Gegen das Argument, dass die Vergangenheit hier nicht die Vergangenheit bedingen kann (dem wohl jeder zustimmen würde), kann ein Anhänger der Theorie von Wittgenstein entgegenhalten, dass Sokrates und Wittgenstein insofern nicht in derselben Welt gelebt haben, als dass sie ja zeitlich versetzt sind. Dann müsste man aber gleichwohl zugestehen, dass die Menge der Elementarsätze nicht wohl definiert, da nicht konstant ist, denn wie auch immer die Elementarsätze lauten mögen, die die Sachverhalte beschreiben, die wiederum ihrerseits die Existenz der beiden Philosophen beschreiben, können diese nicht konstant sein. Wenn sie es wären, müsste man entweder den o.g. Satz bilden können, oder man müsste zusätzliche Regeln festlegen, oder das System ist an sich unzureichend, weil offensichtlich falsche Tatsachen daraus ableitbar sind. <br />
<br />
Das Modell, dass Elementarsätze Sachverhalte beschreiben, würde als Erklärungsmodell der Welt nicht mehr tauglich sein, die Elementarsätze müssten sich schließlich permanent ändern, da die Welt (die aus Sachverhalten besteht), nicht statisch sind. Man könnte die Welt also, sofern das System überhaupt funktioniert, nur zu jedem einzelnen (Raum)-Zeitpunkt bestimmen, und das immer wieder von neuem, was meiner Ansicht nach nicht das Ziel einer formal erklärbaren Welt sein kann.<br />
<br />
Allgemeiner ausgedrückt, in Bezug auf das oben genante Konditional, bieten also die bekannten Regeln keine Möglichkeit, die Welt in ihrer Kausalität (welche man natürlich voraussetzen muss um der Argumentation etwas abgewinnen zu können) auszudrücken. Selbst, wenn dies zufällig gelingen sollte, ist es schwierig, hieraus die <br />
<br />
Naturgesetze, die Beschaffenheit der Welt etc. tatsächlich abzuleiten. <br />
<br />
Die Evolutionstheorie beispielsweise gründet sich zwar prinzipiell auf empirischen Beobachtungen (Spottdrosseln, Artenvariation, etc) ist aber dennoch ein Erklärungsmodell für die bestehenden Sachverhalte. Sie gibt uns eine Möglichkeit, nachzuvollziehen, warum die Entwicklung und Entstehung von Arten auf die Art und Weise geschieht, wie sie geschieht, eine bloße Bestandsaufnahme aller Sachverhalte, die durch alle entsprechenden Elementarsätze ausgedrückt werden würden, kann also die Welt beschreiben, kann aber nicht erklären, warum sich einzelne Sachverhalte in einer bestimmten Art und Weise existent sind, sie kann nicht die Zusammenhänge der Welt erklären. <br />
<br />
Dies bedeutet nun aber leider, dass es auch unmöglich ist, Prognosen über die Entwicklung der Welt zu machen, streng genommen sogar unmöglich, Gesetze zu formulieren, wie sich bestimmte Dinge verhalten, weil man durch Elementarsätze höchstens eine gleichzeitige Präsenz von Sachverhalten wiedergeben kann, nicht aber behaupten kann, dass sie in irgend einer Weise korrelieren. Wenn die Entdeckung jeglichen Kausalitätsprinzips Aufgabe der Naturwissenschaft ist, und das wittgenstein´sche System tatsächlich nur rein deskriptiv genutzt werden kann, um die Welt theoretisch zu einem Raumzeitpunkt zu beschreiben (theoretisch, weil dies nach heutigen physikalischen Möglichkeiten, wenn nicht sogar prinzipiell), unmöglich ist, dann erfüllt dieses System keine Aufgabe mehr, die nicht die Naturwissenschaft allein bewerkstelligen könnte.<br />
<br />
Abgesehen von dem Problem, dass bis heute noch niemand ein Beispiel für einen Elementarsatz gefunden hat (auch Wittgenstein nicht) ergibt sich nun die weitere Frage, die auch in Rekurs auf den ersten Teil von weiterer Relevanz sein wird. Sie lautet: Gibt es falsche oder verneinende Elementarsätze? Falls es diese gibt, können sie von zweierlei Form sein: Zum einen können sie das Abbild / die Beschreibung von möglichen Sachverhalten sein, die sich im Nachhinein als falsch erweisen ( Beispielsweise die Behauptung, dass es keinen braunen Hasen gebe, die solange als nicht falsch gilt, bis man einen gefunden hat) oder sie sind dergestalt, dass sie eben ausdrücken, dass es bestimmte Dinge nicht gibt, sofern diese Formulierung zumindest tendenziell der eines Elementarsatzes gerecht werden kann. <br />
<br />
Es ist nach Wittgenstein so, dass Elementarsätze Sachverhalte beschreiben. Wenn sich aber ein vermeintlicher Sachverhalt als nicht existent erwiesen hat, dann ist der vermeintlich dazu gehörende Elementarsatz jedoch nicht falsch; er ist nicht als Elementarsatz existent. Das ist er deshalb nicht, weil Elementarsätze sich nur auf Sachverhalte beziehen, und nicht auf Nicht  Sachverhalte. Wenn sich ein Elementarsatz auf einen Sachverhalt bezieht, kann er nicht falsch sein, wenn man den bestehenden Satz verneint, wäre dieser zwar falsch, wäre aber kein Elementarsatz mehr, weil er sich nicht mehr auf einen Sachverhalt bezieht. Es ist nämlich nach den Vorstellungen der intuitiven Logik nicht denkbar, dass etwas zugleich den Zustand a und nicht a hat.<br />
<br />
Zur zweiten Möglichkeit ist folgendes zu sagen: Angenommen, der Satz Es gibt keine pinken Elefanten wäre ein Elementarsatz. Dann ist es fraglich, ob er sich auf einen Sachverhalt bezieht oder nicht, denn schließlich ist die Aussage, dass es keine pinken Elefanten gibt, richtig, und es ist in der Welt auch der Fall, dass es keine pinken Elefanten gibt. Aber ist das Nichtbestehen ein Sachverhalt? Es gibt ja in der Welt nichts, was dem Satz Es gibt keine pinken Elefanten entsprechen würde (aber genau das sagt der Satz ja aus.)<br />
<br />
Dieses Problem kann man allerdings umgehen, indem man den Satz erst außen vorlässt und sich folgendes überlegt: Wenn man alle Elementarsätze hat, die die Sachverhalte beschreiben, di sich auf die Tatsachen beziehen, die die Welt bilden, dann weiß man (deskriptiv) was die Welt ist, (nicht wie sie ist). Die Welt ist alles was der Fall ist, alles was nicht der Fall ist, ist aber nicht die Welt. Wenn man also alle möglichen Aussagen über Elefanten tätigt, die man tätigen kann (sofern man das kann), dann ergibt sich alles über Elefanten, was man über sie (deskriptiv) wissen kann. Da man keine Aussage über pinke Elefanten in dem System vorfinden wird, gibt es diese auch nicht, da man ja davon ausgegangen ist, dass das System der Elementarsätze vollständig ist. Wenn man also (ganz systemgetreu) seine Aussagen über die Welt nur aufgrund der Menge der Elementarsätze aufbauen möchte, die wiederum auf Sachverhalten begründet sind, welche diese beschreiben, kommt man zu keiner Aussage, die besagt, dass es pinke Elefanten gibt oder nicht gibt. Man kann also nicht über pinke Elefanten sprechen. Also sollte man dazu schweigen.]]></content>
			    <pubDate>Thu, 01 Jan 1970 01:00:00 +0100</pubDate>
			</item>
			<item>
				<title><![CDATA[Spiegelneurone - Chancen und Grenzen]]></title>
			    <link>http://www.kwondoo.de/texte/Philosophie/Philosophie/Spiegelneurone+-+Chancen+und+Grenzen</link>
			    <dc:creator>Patrick Albertini</dc:creator>
			    <description><![CDATA[Hat Empathie eine physikalisch hinreichend beschreibende und erklärende Basis ? 
Kann man sich tatsächlich in ein anderes Individuum "hineinversetz...]]></description>
			    <content><![CDATA[<p class="description">Hat Empathie eine physikalisch hinreichend beschreibende und erklärende Basis ? 
Kann man sich tatsächlich in ein anderes Individuum "hineinversetzen" ?
Was ist Mitgefühl ?</p>"Ich bin davon überzeugt, dass Spiegelneurone für die Psychologie die gleiche Rolle spielen werden wie die DNA für die Biologie", ließ der Neurologe Vilayanur Ramachandran im Jahre 2000 verlauten.<br />
<br />
Spiegelneurone wurden erstmals Anfang der 90er Jahre von Neurophysiologen um den Forscher Giacomo Rizzolatti in den Gehirnen von Makaken entdeckt.<br />
<br />
Gefunden wurden jene in deren prämotorischem Cortex im F5 Areal. <br />
<br />
Es handelt sich hierbei um Nervenzellen, die bei der Beobachtung eines bestimmten Phänomens dieselben neuronalen Potentiale auslösen, wie sie entstünden, wenn man selbst der Initiator jenes Phänomens wäre.<br />
<br />
Zwar gibt es noch andere Situationen, in denen Spiegelneurone aktiv werden können, jene seien aber später genauer erläutert. <br />
<br />
Wissenschafter sehen in den Spiegelneuronen die Basis der (menschlich) intuitiven Empathie.<br />
<br />
Der Gegenstand der Hirnforschung und des wissenschaftlichen Diskurses ist unter anderem das Entstehen von Sprache, die Wahrnehmung von Individuen und die menschliche Intuition. Was gibt mir die Möglichkeit, mich in mein Gegenüber einzufühlen? Warum ist Gähnen ansteckend? Wieso imitiert man (unbewusst) die Mimik und Gestik seines Gegenübers? Wie schaffe ich es, einen Mitmenschen innerhalb von Sekundenbruchteilen als gefährlich, sympathisch, oder interessant einzuteilen? <br />
<br />
Was ist die Basis des menschlichen Mitgefühls? <br />
<br />
Die Brisanz ist auch für die theory of mind von Bedeutung.<br />
<br />
Darauf kann an dieser Stelle leider nicht näher eingegangen werden.<br />
<br />
Das Feuern von Spiegelneuronen, welche Phänomene sie erklären, die Frage nach der Arbeitsweise der Spiegelneuronen und die Grenzen der Erklärbarkeit sollen in der vorliegenden Arbeit erläutert werden. Dies geschieht durch die Darstellung von Experimenten, sowie deren kritische Untersuchung in Hinblick auf deren Bedeutungsgehalt bzw. dessen Reichweite, letztlich deren Validität.<br />
<br />
Resümierend soll versucht werden, zu zeigen, inwieweit die Aktivität von Spiegelneuronen unser Denken, Handeln und unsere Gefühle beeinflusst und steuert und ob wir uns dagegen wehren können oder ob wir Opfer der Affekte der Spiegelneurone sind, die ohne unsere Einflussnahme Potentiale auslösen.<br />
<br />
Diese Frage führt letztlich zur Frage des freien Willens, der hier nicht eingehend erörtert werden kann, weshalb hier nur der Einfluss der Spiegelneurone, nicht der aller Neuronen, betrachtet wird.<br />
<br />
Sind Spiegelneurone die Basis der Empathie und sind sie eine hinreichende Bedingung für selbige?<br />
<br />
<br />
<br />
<b>Kapitel 1: Was sind Spiegelneurone und was können sie leisten? </b><br />
<br />
Sind Spiegelneurone der Brückenschlag zwischen Wahrnehmung und Bewegung? Wenn durch Beobachten einer Handlung dieselben Potentiale ausgelöst werden, wie durch eine eigene Handlung, spricht man von einer internen Simulation, die dazu dienen soll, die Intention einer Handlung nachvollziehen zu können oder sie intuitiv nachzuahmen, je nachdem, um was für eine Art von Handlung es sich handelt.  Diese Frage muss die Forschergruppe um den Italiener Rizzolatti beschäftigt haben, als sie erstmals Spiegelneurone entdeckten. Dieselben Neurone, die im Affenhirn feuerten, als der jener zu einer Nuss griff, feuerten auch, als einer der Forscher dasselbe tat und der Affe dies beobachten konnte.<br />
<br />
In weiteren Experimenten stellte sich heraus, dass jene Neurone sogar dann schon aktiv waren, wenn sie nur das Knacken einer Schale hörten, aber weder eine Nuss, noch einen Handelnden sahen. Hier wird zusätzlich zur Aktivität von Spiegelneuronen der Assoziationscortex2  angeregt. Ein Schlüsselreiz verursacht hier die physikalische Reaktion, der Affe weiß: Wenn es knackt, öffnet jemand eine Nuss, und wenn jemand eine Nuss öffnet, gibt es etwas zu essen. Griff der Forscher nun nicht nach einer Nuss, sondern ins Leere, blieb eine Reaktion jedoch aus. Aber warum ist das so? Spiegelneurone erlauben uns, die Absicht fremder Aktionen zu verstehen, und zwar, indem wir mit ihrer Hilfe die Handlung intern simulieren und so ihren Ausgang vorwegnehmen, vermutete Vittorio Gallese, einer der Wissenschaftler, der an den Versuchen beteiligt war. Dies kann aber keine hinreichende Erklärung dafür sein, dass der Griff ins Leere nicht gespiegelt wird, so die Kognitionspsychologin Gergely Csibra vom Birkbeck College in London. Galleses These lautet schließlich, dass die Aktivität von Spiegelneuronen quasi die interne Simulation einer Handlung ist, die eben deren Intention aufdeckt. Werden Spiegelneurone aktiv, wird dadurch die Absicht einer Handlung intern simuliert und dadurch nachvollziehbar, so der Argumentationsgang von Gallese. Dementsprechend kann aber nicht behauptet werden, dass Spiegelneurone nur dann feuern, wenn eine Intention vorliegt, weil die Aktivität eben jener Neurone das Vorliegen und die Qualität einer Intention erst überprüft. Es scheint also hier tatsächlich einiges dafür zu sprechen, dass Spiegelneurone nicht alleine der Grund dafür sind, dass ein Mensch die Intention eines Mitmenschen verstehen kann. <br />
<br />
Joachim Bauer, der Mediziner, Neurobiologe und Psychotherapeut, auf den in der vorliegenden Arbeit Bezug genommen wird, geht davon aus, dass Spiegelneurone im prämotorischen Cortex sowohl die Verständnisträger als auch die Initiatoren von Handlungen sind. Ersteres begründet er durch eine interne Simulation, zweiteres durch die rationale Bewertung von Handlungen, sofern es sich nicht um intuitive Prozesse handelt.3  Wie die Aktivität von Spiegelneuronen zu intuitiven, spontanen Handlungen führen kann, und wie Spiegelneurone das schaffen (wollen), ist das Thema dieser Arbeit.<br />
<br />
Handlungsneurone sind intelligent: Sie verfügen über Programme, mit denen sich zielgerichtete Aktionen ausführen lassen. Sie kennen den Plan einer gesamten Handlung und haben sowohl deren Ablauf als auch deren damit angestrebten Endzustand, also den voraussichtlichen Ausgang einer Handlung, gespeichert.2  Bauer versucht hier zu veranschaulichen, welche Rolle er Spiegelneuronen zuschreibt, natürlich sind Zellen (und Neuronen sind Zellen) nicht wirklich intelligent in einem engeren Sinne. <br />
<br />
Der präfrontale Cortex des Menschen gilt in der Hirnforschung im Allgemeinen als die Kontrollinstanz für Impulse und Entscheidungen.4 <br />
<br />
Da die Aktivität von Spiegelneuronen hauptsächlich in diesen Bereichen, und in den prämotorischen Cortexen stattfindet, wird eben behauptet, dass Spiegelneurone über quasi eine gewisse Intelligenz verfügen.<br />
<br />
<br />
<b>Kapitel 2: Experimente zur  Überprüfung der Empathiefähigkeit </b><br />
<br />
Menschliche Spiegelneurone wurden erstmals im Jahre 1999 vom Physiologen William Hutchison von der University of Toronto entdeckt. Bekannt geworden ist vor allem sein Schmerz  Experiment, welches er an einer Patientin vollzog, deren Gehirn mit Elektroden versehen war. Er nahm eine Nadel und stach ihr in den Finger. Auf die Frage, ob dies wehtue, antwortete eines der Neurone im für die Empfindung von Schmerz verantwortlichen Areal, bevor die Frau die Frage mit ja beantworten konnte.<br />
<br />
Daraufhin nahm Hutchison die Nadel und stach sie sich selbst in den Finger. Dies hatte zur Folge, dass die Spiegelzelle erneut aktiv war. Die Frau habe laut eigener Aussage keinen Schmerz verspürt, als sie Hutchison dabei beobachtete, sich die Nadel in den Finger zu stechen. Das Feuern einzelner Neuronen ist natürlich noch zu keiner hinreichenden Erklärung des Experimentes imstande, aber es scheint offensichtlich, dass sich das Gehirn in der gleichen Weise vom eigenen, wie auch vom fremden, beobachteten Schmerz angesprochen fühlt. Unklar an dieser Stelle ist nur, welchen Schluss man daraus ziehen soll. Darauf wird im Weiteren noch eingegangen.<br />
<br />
Bruno Wicker vom Centre Nationale de la Recherche in Marseille führte im Jahre 2000 eine fMRT Studie durch. Die Probanden lagen im Kernspintomografen und sahen sich ein Video an, auf der eine Person an einem Glas roch und daraufhin angewidert das Gesicht verzog. Daraufhin mussten jene Probanden an Schweiß und Schwefel riechen. Die aufgezeichneten Hirnaktivitäten währenddessen überlappten sich mit denen der ersten Beobachtung. Besonders auffällig war diese Korrespondenz im vorderen Bereich der insula, einer Großhirnstruktur in der sylvischen Furche. Nach dem heutigen Stand der Hirnforschung ist dieser Teil des Gehirns unter anderem für den Geruchs und Geschmackssinn zuständig.5 <br />
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Wilder Penfield, ein kanadischer Neurochirurg, hatte bereits durch Experimente gezeigt, dass die Stimulation jenes Hirnbereiches Übelkeit hervorrufen kann. Es darf also der Schluss gewagt werden, dass die Probanden des ersten Versuches tatsächlich die Übelkeit ein Stück weit mitgefühlt haben. Fraglich ist nur, sowohl bei dem Schmerz  Experiment, als auch bei dem Geruchs  Experiment, inwieweit die Aktivierung der Spiegelneurone in den relevanten Bereichen des Gehirns zu der Empfindung von Schmerz oder zur Übelkeit führen, oder besser: Warum sie es in jenen Fällen bei der Beobachtung genannter Phänomene nicht getan haben. <br />
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Hierzu gibt es noch keine eindeutige Erklärung, denkbar sind aber drei Schlussfolgerungen: Entweder es werden neurobiologische Systeme aktiv, die den Reiz unterdrücken, oder die Spiegelung ist in ihrem Ausmaß nicht groß genug, um die beobachtete Empfindung tatsächlich nachzufühlen. Denkbar ist auch, dass der Körper bestimmte Stoffe ausstößt, die die Schmerzempfindung unterdrücken <br />
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Die Schmerzempfindung ist letztlich ein etwas komplexer Vorgang, der nicht hinreichend intersubjektiv übertragen werden kann. Es gibt zwar ein Schmerzareal im Gehirn des Menschen, welches aber nicht allein ausschlaggebend für die Empfindung desselbigen ist. Schmerz ist ein subjektives Erlebnis, bei dem der Assoziationscortex auch eine wichtige Rolle spielt. Zudem ist auch noch von Bedeutung, wie das Individuum den eigenen Schmerz beurteilt. Nicht bei allen Menschen sind die identischen Hirnreaktionen vorzufinden, wenn sie Schmerz empfinden. Eigene Schmerzerlebnisse können durchaus mit der Erinnerung an eine bestimmte Situation verknüpft sein. Ist diese Situation an sich eine positive gewesen, ist die Schmerzempfindung der jeweiligen Person nicht so groß wie bei einer Person, die eine vergleichbare Erfahrung (z.B. Sturz) gemacht hat, aber eine negative Verknüpfung assoziiert, weil dies in einer weitaus schlimmeren Situation passierte. Wäre Schmerz kein individuelles Erlebnis, welches bei verschiedenen Personen verschiedene (chemische) Reaktionen auslöst, gäbe es wahrscheinlich keine Masochisten. Hieraus lässt sich also ableiten, dass Schmerz untereinander deswegen schwer vergleichbar ist, weil verschiedene Hirnbereiche (bedingt durch die Aktivität des Assoziationscortexes) an der Schmerzempfindung beteiligt sind, dass ein gewisses Maß an chemischen Botenstoffen deren Empfindung reguliert. <br />
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Eine weitere Frage, die sich stellt, ist die, inwieweit das vermeintliche Nachempfinden im Sinne der gemessenen Hirnaktivität überhaupt ins menschliche Bewusstsein rückt: Was bedeutet es, wenn meine Neuronen aktiv werden, wenn ich beobachte, wie jemand Schmerzen erfährt? Sagt mir mein Verstand nicht bereits, dass jemand, dem eine Nadel in den Finger gestochen wird, Schmerz empfindet? Diese Frage kann ich mit ja beantworten, ohne zu sehen, wie jemand körperlich gepeinigt wird. Werden auch Spiegelneurone gefeuert, wenn ich nur daran denke, was Schmerz eigentlich ist? Wäre dem so, würde sich die Frage nach einer zusätzlichen Funktion von Spiegelneuronen nicht unbedingt stellen, man könnte schlussfolgern, dass Spiegelneurone selbst für das Wissen darüber, was Schmerz eigentlich ist, verantwortlich sind. <br />
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Klar ist auch, dass man den Begriff Schmerz zwar verstandesmäßig fassen kann, aber seinen eigentlichen Charakter erst dann begreift, wenn man selbst einmal einen empfunden hat. So gelangt man wieder an den Ausgangspunkt: Die Frage nach der Rolle der Spiegelneurone für die Empathie. Es scheint sich zu ergeben, dass der Prozess der Spiegelung nicht hinreichend dazu führen muss, subjektive Erlebnisse wie Schmerz adäquat nachfühlen zu können, da verschiedene Hirnareale aktiv sind, eine chemische Regulation des Körpers stattfindet, der nichts mit der Spiegelung zu tun hat und es letztlich schlichtweg kein Experiment gegeben hat, in welchem körperlicher Schmerz durch die Beobachtung eben jenes körperlichen Schmerzes an einer anderen Person ausgelöst worden wäre.<br />
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Nachgewiesenermaßen korreliert die Intensität der Aktivität von Spiegelneuronen mit der Empathie des Menschen.<br />
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Folgendes Experiment, welches im Jahre 2004 von Tanja Singer durchgeführt wurde, soll dies verdeutlichen: Den Lebensgefährten von 16 Frauen wurden Stromschläge versetzt, die Frauen konnten dies beobachten. Auch hier wurden, ähnlich wie im beschriebenen Schmerz  Experiment von Hutchison Spiegelneurone aktiv. Zusätzlich ließ sich hier aber feststellen, dass die Aktivität umso größer war, je emphatischer die Person laut eines Fragebogens gewesen ist: ein Indiz für die wichtige Rolle von Spiegelneuronen für die menschliche Empathie. Ein anderes Experiment hatte bereits gezeigt, dass besagte Reaktionen ausblieben, wenn der Beobachter die gepeinigte Person als unsympathisch empfand. Anscheinend feuern die Neuronen hier nur, wenn bestimmte emotionale Grundvoraussetzungen erfüllt sind, die Aktivität von Spiegelneuronen ist also keineswegs willkürlich und wird nicht automatisch durch die Beobachtung bestimmter Phänomene ausgelöst.<br />
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Dass weder die Patientin von Hutchison, noch der Gruppe, die die Peinigung des Partners gesehen haben, Schmerz empfanden, ist auf den ersten Blick durchaus nachvollziehbar. Wenn aber eine vergleichbare Hirnaktivität zwischen Gepeinigtem und Beobachter festzustellen ist, lassen sich hieraus drei mögliche Schlussfolgerungen ableiten, die bereits erwähnt wurden: Die Aktivität verschiedener Hirnregionen, die von Mensch zu Mensch unterschiedlich ist, die Ausschüttung von Endorphinen oder anderer Stoffe, die die Schmerzempfindung regulieren, und die Frage nach der Intensität der Spiegelung. <br />
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<b>Kapitel 3: intuitive Reaktionen und Nachahmung</b><br />
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Ulf Dimberg, ein Professor für Psychologie an der Universität Uppsala führte im folgendes Experiment durch: Er zeigte einigen Testpersonen eine Reihe von Porträts menschlicher Gesichter mit der klaren Aufforderung, bei der Beobachtung jener Bilder keine Miene zu verziehen: erfolglos, wurden die Bilder für 500ms eingeblendet, wurde die Mimik des beobachteten Porträts erwidert, wenn auch nur leicht. Danach wurden die Bilder für etwa 40 ms eingeblendet, das heißt, dass sich die Beobachtung der Gesichter der bewussten Wahrnehmung entzog, weil die Zeit dafür schlichtweg zu kurz war. Jedoch wurden auch hier die Mimiken imitiert. Folglich kann es sich hierbei nur um eine intuitive Nachahmung handeln, das Bewusstsein kann hierbei schließlich keine Rolle spielen. Unbewusst ablaufende Prozesse haben unbestreitbare Vorteile, und zwar mindestens drei: Sie laufen sehr schnell ab, erfordern keine Aufmerksamkeit (die wir oft nicht erübrigen können) und sind unbestechlich.6  Bei den Probanden waren Spiegelungseffekte in den prämotorischen Cortexen nachweisbar. Anscheinend haben Spiegelneurone einen Einfluss auf unsere Intuition. Zwar ist Kausalität grundsätzlich ein Postulat, aber es stellt sich doch sinnvollerweise die Frage: Wenn hier nicht die Aktivität von Spiegelzellen zur Nachahmung geführt hat, was dann?<br />
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Evolutiv betrachtet ist die Möglichkeit der blitzschnellen Nachahmung durch die Aktivität von Spiegelneuronen auch durchaus nützlich. Dass aus der internen Simulation der Spiegelzellen ebenfalls eine Kategorisierung des Gegenübers stattfindet, und dementsprechend zurückgespielt wird, ist zwar lediglich eine Vermutung, sie erscheint mir aber sinnvoll. <br />
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Wenn ich ein Individuum nachahme, kann ich ihm dadurch zeigen, dass ich ihn verstehe und ihn einschätzen kann. Diese Nachahmung korreliert mit der Aktivität von Spiegelneuronen.<br />
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Dass daraus nicht der Umkehrschluss gezogen werden kann, dass Nachahmung ohne Spiegelungseffekte nicht möglich wäre, wird im Kapitel über Autismus thematisiert. <br />
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<b>Kapitel 4: Reichweite und Grenzen</b><br />
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Neben der Handlungsplanung sind Spiegelneurone auch an der Wahrnehmung beteiligt. Sie stellen so etwas wie Knotenpunkte dar, an denen Aktivität vom sensorischen ins motorische Netzwerk überschwappen kann.7 <br />
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Es wäre fatal, wenn wir, wie es im Porträt  Experiment der Fall ist, wenn wir alles nachmachen würden, was wir sähen. Dem ist offensichtlich nicht so. Christian Keysers, Leiter des Zentrums für Neuroimaging an der Rijks Universität Groningen begründet dies: Er sagt, dass bestimmte Hirnregionen teilweise die Weiterleitung von Signalen des prämotorischen zum motorischen Cortex verhindern. Anscheinend gibt es also noch weitere Kriterien, die letztlich dazu führen, dass eine Handlung ausgeführt, oder Empathie empfunden wird. Hierbei spielt womöglich die menschliche Intelligenz eine entscheidende Rolle.<br />
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Voraussetzung dafür ist aber die bewusste Wahrnehmung, also eine längere, bewusste Betrachtung eines Bildes.<br />
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Keysers gibt das Beispiel des Fußball spielenden Roboters an, man beobachtet ihn, die Spiegelung setzt ein, und dennoch weiß man, dass es nur ein Roboter ist, der keine bestimmte Absicht verfolgt. An diesem Beispiel ist erkennbar, wie willkürlich die Spiegelungseffekte eintreten und dass sie nicht von der Intelligenz des spiegelnden Menschen abhängen. Die Aktivität von Spiegelneuronen ist nicht allein ausschlaggebend für jene Empathie, für das Verstehen einer Absicht. Spiegelneurone feuern schnell und spontan, Überlegen braucht Zeit und ist gerichtet. Beides zusammen ergibt erst ein sinnvolles Konstrukt des menschlichen Daseins. Demzufolge ist es auch so, dass manche Spiegelsysteme, die nicht benötigt werden, mit der Zeit abgebaut werden. Andere müssen sich entwickeln, durch soziale Interaktion stimuliert werden.8 <br />
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<b>Kapitel 5: Ausblicke</b><br />
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Es gibt eine Reihe von Experimenten und Studien, die dafür sprechen, dass Spiegelneurone positiv zum Lernverhalten bestimmter Handlungsabläufe beitragen. Im Jahr 2001 maß Giovanni Buccino die Hirnaktivität von Schlaganfallpatienten in einer Rehabilitationsklinik, die sich Videos von Personen ansahen, die bestimmte Bewegungen vom Mund, von der Hand oder vom Fuß ausführten. Die Hirnaktivität war im motorischen Cortex jeweils an der entsprechenden Stelle vorhanden, allerdings nicht so stark, dass es (vielleicht) selbst zu jener Bewegung geführt hätte. Im Rahmen dieser Videotherapie ging es darum, herauszufinden, ob jene den Betroffenen helfen kann, ihre verlorenen Bewegungsfähigkeiten schneller wieder zu erlernen als ohne diese Maßnahme. Dazu wurden zwei Gruppen gebildet, die eine wurde mit Videos therapiert, die andere ohne. Das Ergebnis der 40tägigen Therapie war, dass sich die motorischen Fähigkeiten der Videogruppe deutlich schneller verbesserten als die der anderen Gruppe. <br />
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Nachgewiesenermaßen arbeiteten die für die Bewegung zuständigen prämotorischen Cortexareale bei der Videogruppe mehr als bei der anderen Gruppe. Jene Areale sind maßgeblich an der Planung einer Handlung beschäftigt. Es ist daher sinnvoll anzunehmen, dass die innere Simulation einer Handlung, die eben die Aktivität von Spiegelneuronen ist, die Fähigkeit, die Handlung selbst wieder ausführen zu können, maßgeblich erhöht.<br />
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Spiegelungen sind nicht völlig willkürlich. Der Griff ins Leere, der Schmerz des Unsympathen riefen keine Spiegelung hervor. In anderen Experimenten hat sich gezeigt, dass nur solche Bewegungen gespiegelt werden (können), die auch zum eigenen motorischen Repertoire gehören. Dies ist durchaus nachvollziehbar, welche Region des menschlichen Gehirns sollte denn sonst aktiv werden, wenn wir einen fliegenden Vogel beobachten?<br />
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<b>Kapitel 6: Intentionen</b><br />
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Hängt die Aktivierung der prämotorischen Zellen nur von der Beobachtung einer Bewegung ab, oder spielt die Frage, ob wir jene Intention nachvollziehen können, eine weitere wichtige Rolle?<br />
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Die Makakenexperimente hatten schon gezeigt, dass (zumindest bei den Makaken) die Spiegelungsprozesse ausbleiben, wenn keine Intention mit der Handlung verbunden zu sein scheint.<br />
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Marco Iacoboni, Professor für Neurowissenschaften an der University of California in Los Angeles ging dieser Frage experimentell nach.<br />
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Eine Gruppe von Probanden beobachtete eine spezifische Bewegung, das Anheben einer Kaffeetasse, die auf einem gedeckten Küchentisch steht,  in verschiedenen Kurzfilmen. Das Anheben der Tasse diente jeweils verschiedenen Zwecken, sei es das Abspülen oder das Trinken aus der Tasse. <br />
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Diese Bewegung wurde den Probanden dann noch ohne den gedeckten Küchentisch präsentiert, und jener wurde zusätzlich noch ohne Kaffeetasse gezeigt. Die Kombination aus der Bewegung und der gesichteten Umgebung erzielten die größte Aktivität von Spiegelneuronen. Daraus lässt sich schlussfolgern, dass der Kontext einer Handlung eben doch eine entscheidende Rolle spielt, wenn es darum geht, den prämotorischen Cortex des Gehirns zu aktivieren. Diese Erkenntnis ist mit dem Makakenexperiment, dem Griff ins Leere vereinbar, ohne Intention keine Spiegelung. Dass dies allerdings umstritten ist, im Sinne, dass Spiegelneurone allein dafür verantwortlich sind, wurde bereits erwähnt. <br />
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<b>Kapitel 7: Entwicklung der Spiegelneurone am Beispiel des Säuglings</b><br />
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Das Spiegeln einer Bezugsperson geschieht schon im frühen Säuglingsalter.<br />
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Die Spiegelneurone müssen sich nicht erst entwickeln, sie sind dem Menschen von Geburt an gegeben. Ein Säugling beginnt früh, die Mimiken und Gesichtszüge der Mutter nachzuahmen. Bestimmte Handlungen, wie das Zunge herausstrecken oder die Lippen zusammenspitzen, imitiert das Baby schon nach wenigen Tagen. Wahrscheinlich lässt sich dies auf eine unreflektierte Aktivität von Spiegelneuronen zurückführen. Da der Verstand im Säuglingsalter noch nicht ausgereift ist, tritt der Nachahmungseffekt relativ unkontrolliert ein. Auch Gesprochenes versucht das Kind bald nachzuahmen, in einer eigenen Lautbildung. Dies ist die Basis einer ersten, zwischenmenschlichen Beziehung. Dies machen sich die Eltern (teilweise intuitiv) zunutze. So ist es zum Beispiel zu beobachten, dass Mütter, die ihre Kinder füttern, dabei den Mund öffnen, und so das Kind animieren, dasselbe zu tun. Ein anderes Phänomen ist jenes, welches Bauer als Markierung bezeichnet. Im Grunde handelt es sich hierbei um eine Rückspiegelung, Gestiken des Kindes werden hierbei imitiert, das Verhalten wird reflektiert, wodurch sich das Kind in seiner Handlungsweise bestätigt sieht. <br />
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Bewegungen, die ein Baby beobachtet, die es aber aufgrund ihrer Komplexität nicht ausführen kann, erzeugen dennoch motorische, völlig willkürliche, Resonanzreaktionen, sprich Spiegelungen, im Gehirn. Dies ist ein Indiz für die Angeborenheit von Spiegelzellen. Zum anderen zeigt es, dass die Fähigkeit des Spiegelns allein noch nicht zu jeglicher, gespiegelten Handlung bemächtigt. Dementsprechend kann man davon ausgehen, dass Fähigkeiten trainiert werden müssen, um sie zu erlernen. Insofern ist unsere genetische Grundlage kein hinreichendes Indiz für die Entwicklung, soziale Interaktion, die wiederholte Stimulation von Spiegelneuronen haben einen entscheidenden Einfluss auf die genetisch  biologische Entwicklung, nicht benutzte Spiegelzellen bauen sich nämlich mit der Zeit ab. <br />
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Werden sie jedoch benutzt, belohnt das der Körper mit dem Ausstoß gewisser Opioide. Dies ist als Indiz dessen zu betrachten, dass wir neurologisch auf Bindung geeicht sind.<br />
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<b>Kapitel 8: Autismus</b><br />
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Kann man den Autismus durch das Ausbleiben bestimmter Spiegelungsprozesse erklären? Welche Gehirnregionen sind bei Autisten stärker aktiv, welche schwächer, wenn er vor die Aufgabe gestellt ist, Gesichtsausdrücke zu erkennen und zu deuten?<br />
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Mirella Dapretto stellte sich 2006 diese Frage und verglich eine Gruppe autistischer Jugendlicher mit einer Gruppe nicht autistischer Jugendlicher.<br />
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Es galt, achtzig Gesichtsausdrücke zu studieren und zu klassifizieren. Die neuronale Aktivität des prämotorischen Cortexes war bei den Autisten niedriger als bei der anderen Probandengruppe, jedoch war bei erstgenannten die Aktivität im Assoziationscortex, eines Hirnbereiches an der Großhirnrinde, die in keiner direkten Verbindung zum sensorischen System stehen9 , deutlich höher.<br />
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Bei der anschließenden Imitation der einzelnen Gesichter schnitt keine der beiden Gruppen deutlich besser ab als die andere. <br />
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Hieraus lassen sich vermutlich zweierlei Schlüsse ableiten: Der erste ist zugleich ein Indiz dafür, dass das Phänomen der Spiegelung tatsächlich eine Basis der Empathie darstellen kann: Die Spiegelung fand bei den Autisten im prämotorischen Cortex nicht statt, ergo geht man davon aus, dass es keine interne Simulation gegeben hat. Setzt man nun als weitere Prämisse, dass ein Autist in der Regel der Empathie nicht so sehr fähig ist, wie jemand, der nicht von dieser Krankheit betroffen ist, passt dies mit dem Ausbleiben der Spiegelung in einen guten Erklärungszusammenhang, der zeigt, dass die Aktivität von Spiegelneuronen eine notwendige Bedingung für Empathie ist, oder, wenn man das Postulat der Kausalität außen vor lassen möchte, dass hier zumindest eine Korrelation auftritt.<br />
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Wie stark die Empathiefähigkeit eines Autisten ist, ist natürlich für einen Außenstehenden schwer festzustellen, wie ein Autist sich und seine Welt sieht, weiß letztendlich nur er allein (wenn es überhaupt jemand weiß.)<br />
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Man kann aber zumindest festhalten, dass verschiedenste intuitive Nachahmungseffekte bei Autisten in der Regel ausbleiben, sie treten zumindest nicht automatisiert auf. Ob dies an dem Ausbleiben von Spiegelungsprozessen liegt, oder an einer beispielsweise stark verbesserten Wahrnehmung, die jede Handlung intuitiv bewertet und dann über Nachahmung oder nicht entscheidet, ist nicht klar. Diese Frage kann im vorliegenden Rahmen auch nicht eingehender thematisiert werden.<br />
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Beispiele hierfür finden sich aber: beispielsweise das Lächeln der Mutter, welches vom Kind nicht erwidert wird, oder das Gähnen, welches Autisten in der Regel nicht ansteckt.10 <br />
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Dennoch: Die autistische Probandengruppe war bei der bewussten Imitation nicht schlechter als die andere Gruppe.<br />
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Die Wahrnehmung der Autisten muss demzufolge viel konkreter arbeiten als die der anderen Gruppe, sozusagen photographischer. Ein anderer Erklärungsansatz ist die verstärkte Aktivität im Assoziationscortex der autistischen Probanden.<br />
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Jedoch stellt sich auch dann die weiterführende Frage, ob ein Autist in der Imitation genauso gut ist, weil er ein photographisches Gedächtnis hat, oder weil er über ein größeres Assoziationsspektrum verfügt (oder jenes zumindest stärker benutzt).<br />
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Und selbst wenn stärker assoziiert wird, womit geschieht selbiges dann? Entstehen hier Verknüpfungen mit Erfahrungen, die den Merkprozess erleichtern, oder handelt es sich mehr um abstrakte Bilder, die gewisse motorische Informationen komprimieren beziehungsweise codieren?<br />
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Diese Fragen sind bisher nicht beantwortet, was unter anderem daran liegt, dass ein Autist schwer klarmachen kann, wie seine Denkstruktur tatsächlich funktioniert. Natürlich ist dies ein grundsätzliches Problem, welches nicht nur Autisten betrifft. Hier liegen also offensichtlich einige geklärte Fragen vor, den Schluss, den man aber mit Sicherheit daraus ziehen kann ist der, dass Spiegelungsprozesse einem Nachahmungsprozess zwar dienlich seien können, jedoch keinesfalls unverzichtbar für selbigen sind, noch nicht einmal gesagt werden kann, ob erstgenante Prozesse letztere signifikant beschleunigen können. <br />
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<b>Nachwort:</b><br />
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Spiegelneurone spielen eine Rolle, wenn es um eine schnelle Kategorisierung von Menschen geht. Sie dienen dazu, ein intuitives Verständnis von Menschen zu erhalten, und dieses auch, beispielsweise durch Nachahmung, zu zeigen. Bewiesen ist dies nicht, aber meines Erachtens sinnvoll annehmbar. <br />
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In jenen Experimenten, in denen es um eine bewusste Beobachtung ging, spielten immer andere Kriterien eine zusätzliche Rolle. Bei den Schmerzexperimenten war es die Individualität der Empfindung, beziehungsweise die Sympathie, die man für einen Menschen hegt, bei Nachahmungsexperimenten, ist es der Verstand, der uns daran hindert, alles nachzuahmen, was wir sehen, obgleich wir das bei vielen Dingen tun. <br />
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Hier sei beispielsweise die Nachahmung von Gestik genannt, welche einen bereits erläuterten Zweck hat: nämlich den der Sympathieerregung. Wenn mein Gegenüber sich allerdings Schmerzen zufügt, sagt mir mein Verstand (in den meisten Fällen), dass ich das eben nicht tun sollte. Schmerz ist natürlich nur eines von unzähligen Beispielen, in denen der Verstand eine entscheidende Rolle bei der Entscheidungsfindung spielt. <br />
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Hebt mein Gegenüber eine Tasse, ahme ich seine Bewegung ebenso wenig nach, wenn ich keine Tasse in der Hand halte, da dies sinnlos wäre. Die Entscheidung, ob etwas sinnvoll ist oder nicht, kann nur der Verstand treffen. Insofern sind wir, sofern wir etwas bewusst wahrnehmen, keine Opfer der Spiegelneurone, es sei denn, es handelt sich um resultierende Handlungen, die uns einen (Sympathie - ) Vorteil bringen.<br />
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Die schnelle Kategorisierung eines Individuums, die sich der bewussten Wahrnehmung entzieht, ist eine Schutzreaktion, daher sinnvoll und meiner Meinung nach auch sinnvoll annehmbar. Erkenne ich beispielsweise, dass mein Gegenüber sehr wütend ist, spüre ich, dass ich vorsichtig sein muss, und kann mich auf eine potentielle Gefahr einstellen.<br />
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Die Videogruppe im therapeutischen Experiment hat ihre motorische Leistung signifikant verbessert, wobei eine vermehrte Aktivierung von Spiegelzellen im prämotorischen Cortex auftrat. Dass die Spiegelung durch die Beobachtung ausgelöst wurde, ist nachvollziehbar, beziehungsweise nicht sinnvoll zu bestreiten. Dass es aber jene Spiegelung ist, die zur Verbesserung führt, ist nicht hinreichend geklärt. <br />
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Wie sich gezeigt hat, nimmt die emotionale Disposition eines Menschen Einfluss darauf, ob eine Spiegelung stattfindet oder nicht. Spiegelungen sind nicht willkürlich sondern richten sich (bei dem Experiment, bei dem Schmerz beobachtet wird) danach, ob man eine Person sympathisch findet oder nicht. Nicht geklärt ist allerdings, ob eine Spiegelung einsetzt, weil ich eine Person sympathisch finde, oder ob ich sie sympathisch finde, weil ich sie spiegele. Dass der Geruch einer Person intuitiv als angenehm empfunden wird, könnte ein Argument für die erste Sichtweise sein. Dies impliziert insofern gewisse Vorbedingungen einer Spiegelung, was ich wiederum für fraglich halte. Gegen die zweite Deutung spricht, dass ich als autonomes Individuum andere Individuen gar nicht als sympathisch empfinden könnte, wenn die Spiegelung vor der Kategorisierung eintritt. <br />
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Vielleicht liegt aber auch gerade darin der beschützende, sinnvolle Faktor: Menschen, die nicht gespiegelt werden können, kann man nicht verstehen, und Sympathie impliziert (meistens) das Verständnis des Gegenübers. <br />
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Dann wären die Spiegelungsprozesse aber nicht willkürlich, was heißen würde, dass sie durch etwas bedingt sein müssen. Ich denke, dass die Spiegelung ein guter, wenn auch kein hinreichender Indikator für eine gesteigerte Sympathie gegenüber einem anderen Individuum ist. Ich denke auch, dass die Spiegelung ihrerseits gewissen Vorbedingungen unterliegt, woraus man schließen könnte, dass diese Vorbedingungen letztlich der Grund der empfundenen Sympathie sind. Vielleicht sind es diese Vorbedingungen, welcher Art sie auch immer sein, repräsentativ dafür, dass man einen anderen Menschen zunächst als interessant empfindet, die Spielung deswegen einsetzt und durch die Empathie, (sofern jene eine Folge oder das Wesen der Aktivität von Spiegelneuronen ist) dieses Interesse erst zu einer Sympathie werden kann. Ich möchte nämlich nicht annehmen, dass ein Spiegelungsprozess mich quasi zwingt, Sympathie für einen Menschen zu empfinden, da man Sympathie ja in vielen Fällen auch rational begründen kann. Insofern stellt der Spiegelungsprozess meiner Meinung nach eine verbesserte Möglichkeit dar, einen Menschen als sympathisch zu empfinden, ist aber keinesfalls eine hinreichende Bedingung für jene Sympathie. <br />
<br />
Es ist meiner Meinung nach fragwürdig, ob man beim Experiment von Hutchison von Nachempfindung des Schmerzes sprechen kann, seine Patientin hat ja keinen Schmerz gespürt. Diese Empfindung ist so subjektiv, dass die Spiegelung einfach nicht ausreicht, um hier adäquat empathisch zu sein, also den Schmerz nachzufühlen, und für das Wissen darüber, dass das Gegenüber Schmerz empfindet, braucht man keine Spiegelzellen. Ein Wissen über das, was Schmerz ist, reicht aus, und dieses Wissen ist nicht notwendigerweise durch die Aktivität von Spiegelzellen entstanden. <br />
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Spiegelungsprozesse helfen nicht, sich in alles reinzufühlen, und manchmal werden Spiegelungsprozesse sogar unterdrückt, weshalb man davon auszugehen kann, dass so etwas wie eine empathische Vorselektion stattfinden kann. Entsprechend stößt auch hier die Theorie der Spiegelneurone als Basis der Empathie an ihre Grenze. Durch die Aktivität von Spiegelzellen kann man bestimmte Spiegelungen nicht durchführen, die mit meiner der Person entgegengebrachten Sympathie korrelieren. Der Schmerz einer Person, die ich als unsympathisch empfinde, bewirkt in mir keine Spiegelungsprozesse. Spiegelungsprozesse selektieren sich somit selbst aus, bedingen sich gegenseitig, können also Einfluss aufeinander haben. <br />
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Das Verstehen der Intention einer Handlung muss sich nicht zwangsläufig nur aus Spiegelungsprozessen ergeben, weil sich gezeigt hat, dass jene Prozesse teilweise ausbleiben, wenn keine nachvollziehbare Intention vorliegt. <br />
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Was Bauer durchaus erwähnt, ist, dass Spiegelsysteme eines gewissen Trainings bedürfen, um funktionieren zu können. Ein soziokultureller Aspekt der Empathie und des gegenseitigen Verständnisses wird bei Bauer aber nicht näher thematisiert. Ekel vor Mahlzeiten aus anderen Kulturen ist ein gutes Beispiel: Es mag für einen Westeuropäer nicht nachvollziehbar sein, wie man Taranteln grillen kann, um sie zu verspeisen. Bestimmte Praktiken von Urwaldvölkern könnten auch durchaus nicht nur zu Unverständnis, sondern auch zu emotionaler Ablehnung führen. Solche Praktiken kann man dann in zivilisierten Kulturen tatsächlich nicht verstehen, weil man sie nicht nachempfinden kann. <br />
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Es gibt dementsprechend gewisse Einschränkungen bzw. Vorbedingungen, die überhaupt erst dazu führen können, dass wir andere Menschen verstehen können. Hirnaktivitäten, die bei Eingeborenen einen angenehmen, appetitanregenden Reiz auslösen, können bei uns eben genau das Gegenteil hervorrufen, insofern sind Spiegelsysteme auch nicht zwangsläufig deckungsgleich. Anscheinend führen identische Spiegelungsprozesse also nur dann zu vergleichbaren Effekten, wenn ein kulturelles Verständnis vorliegt, und wenn der Verstand zulässt, dass man auf eine bestimmte Weise handelt oder empfindet. <br />
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Man kann abschließend feststellen, dass es noch einige ungeklärte Fragen auf dem gebiet der Spiegelneurone gibt, man darf gespannt sein, was die empirischen Untersuchungen der nächsten Jahre an Ergebnissen liefern. <br />
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Quellenliste:<br />
1 Bauer, Joachim Warum ich fühle, was du fühlst, München 2005<br />
2 Luria, A.R. Higher Cortial Functions in Man. New York, 1966<br />
3 Van Hoelsen, G.W. Current Opinion in Neurobiology<br />
4 Gehirn und Geist 02/2004 Rätsel der Wahrnehmung<br />
5 Gehirn und Geist 10/2006 Ich weiß, was Du denkst<br />
6 Dapretto, Mirella Understanding Emotions in Others: Mirror Neuron Disfunction in Children with Autism Spectrum Disorders 2005<br />
17 Hinghofer  Szalkay Der präfrontale Cortex (Lobus frontalis), 2002]]></content>
			    <pubDate>Thu, 01 Jan 1970 01:00:00 +0100</pubDate>
			</item>
			<item>
				<title><![CDATA[Rationalität und Moral]]></title>
			    <link>http://www.kwondoo.de/texte/Philosophie/Philosophie/Rationalit%C3%A4t+und+Moral</link>
			    <dc:creator>Patrick Albertini</dc:creator>
			    <description><![CDATA[Wie hängen Rationalität und Moral zusammen, sofern sie das tun? Was kann man überhaupt unter Rationalität verstehen und ist Moral rational ? Oder ...]]></description>
			    <content><![CDATA[<p class="description">Wie hängen Rationalität und Moral zusammen, sofern sie das tun? Was kann man überhaupt unter Rationalität verstehen und ist Moral rational ? Oder ist Rationalität vielleicht moralisch ? Epistemisch oder ontologisch ?...</p><b>Vorwort</b><br />
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Die vorliegende Arbeit ist eine Untersuchung der Rationalität der Moral, der Moral der Rationalität, oder, besser gesagt, der Rationalität und der Moral. Hierbei wird fokussiert, inwieweit rationales und moralisches Denken zusammenhängen, ob sich beide Denkarten, sofern verschieden voneinander, gegenseitig bedingen und welche Wechselwirkungen sie aufeinander haben, sofern dies der Fall ist.<br />
<br />
Letztendlich soll geprüft werden, ob entweder eine Identität zwischen moralischem und rationalem Denken vorliegt, eine Implikation, eine Kausalität, eine Korrelation oder eine Disjunktion oder keine von den beschriebenen Relationen. Als textliche Grundlage hierzu dient Richard Hares Buch Moralisches Denken, welches den einleitenden, sowie den Hauptteil meiner Arbeit bestimmt. Zunächst wird sein Zwei Ebenen Modell des moralischen Denkens vorgestellt. Inwieweit dieses Modell Bestand hat und haben kann, soll geprüft werden. Dazu ist eine genaue Untersuchung und eine Kategorisierung des Modells vonnöten. Im Fokus steht hier die Rolle der Rationalität menschlichen Denkens und Handelns, insbesondere  in Hinblick auf den Pragmatismus jenes Modells.<br />
<br />
Daraufhin wird das Prinzip der Universalisierbarkeit moralischer Urteile untersucht, sowie die Probleme, die bei dieser Forderung entstehen, wie etwa moralische Dilemmata oder egoistische Präferenzen. Es wird untersucht, ob die Forderung nach Universalisierbarkeit rational oder meta  ethisch ist und ob sie rechtfertigbar ist. <br />
<br />
Hierzu werden verschiedene Beispiele diskutiert, der Utilitarismus wird kritisch untersucht werden, beispielsweise anhand der Wahl von Präferenzen und dem Argument der <br />
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Kontra  Intuition. Die Rolle der kritischen Ebene wird anhand eines Beispiels besprochen, daraus wird die Bedeutsamkeit des Universalisierungsprinzips abgeleitet. Es werden des Weiteren zwei Fragen beantwortet, die sich mit dem Zusammenhang zwischen Rationalität und Moral befassen.<br />
<br />
Daraufhin werden die Positionen von Fanatisten und Amoralisten dargestellt, wie Hare sie beschreibt. Der Vergleich derer mit einer moralisch utilitaristischen Position anhand selbst kreierter Beispiele soll vorläufige Antworten auf die Frage nach der Rationalität einer Moral liefern und zeigen, wie für den Fanatisten und den Amoralisten Rationalität und Moral zusammenhängen. <br />
<br />
Die Verbindlichkeit, die Reichweite und letztlich auch der Gehalt des Zwei Ebenen Modells soll hier noch einmal abschließend beurteilt werden.<br />
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Es wird sich die Frage ergeben, ob der Mensch überhaupt in der Lage ist, rational in dem von Hare beschriebenen Sinne zu handeln, dies führt uns auf eine weitere Betrachtungsebene, eine biologisch  soziologische. Der Ursprung menschlicher Handlungen wird von einem biologischen Standpunkt aus begründet, deren Nutzen wird gewissermaßen evolutiv dargestellt, was einen weiteren Rekurs auf die Frage bedeutet, wie rational das menschliche Handeln ist, und wie sich Moral begründen lässt, sofern dies möglich ist. <br />
<br />
Im abschließenden Teil meiner Arbeit wird es um die Klärung der im Vorfeld gestellten Fragen gehen, in Rückbezug auf die kritische Untersuchung des Zwei Ebenen Modells und den psychologischen (Denk-) Voraussetzungen des Menschen. Hier wird resümierend versucht werden, die Frage zu beantworten, ob wir überhaupt eine Moral brauchen, und ob sich moralisches Denken lohnt, was sinnvollerweise die Annahme impliziert, dass moralisches Handeln bewusst rational steuerbar ist. Dies ist letztlich ein Teilgebiet  der Frage nach der Rationalität des menschlichen Denkens und Handelns. <br />
<br />
<br />
<b>Zwei Definitionen vorab:</b><br />
<br />
In der laufenden Arbeit werden oft Begriffe wie Rationalität oder Moral fallen, daher sei kurz erläutert, wie ich diese Begriffe verwende. Wenn Hare von Rationalität spricht, meint er im eigentlichen Sinne vernünftiges Handeln, welches dem Prinzip der Universalisierbarkeit als normative Forderung gerecht werden soll. Dies wird nach der Erklärung des Zwei Ebenen Modells klarer werden. <br />
<br />
Wenn ich von Moral spreche, meine ich das Denken oder Handeln, welches sich aus intuitiven moralischen Prinzipien ableitet, die (fast) jeder Mensch hat und welche der Common Sense der westlichen Welt als solches akzeptiert, welche als universalisierbar innerhalb eines Gesellschafts- oder Kulturkreises gelten können.<br />
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Mit Moral meint Hare im Grund genommen dass korrekte Handeln seinem Zwei Ebenen Modell entsprechend. Wir werden aber sehen, dass diesbezüglich auch Ausnahmen gemacht werden. <br />
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Unter Rationalität verstehe ich das Denken oder Handeln mit Fokussierung auf den Eigennutz. Dies wird sich aber erst im letzten Teil der Arbeit, quasi als Schlussfolgerung zeigen, insofern werde ich in der vorliegenden Arbeit, sofern nicht explizit anders erwähnt, den hare´schen begriff der Rationalität verwenden.<br />
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<b>1. Das Zwei Ebenen Modell des moralischen Denkens als Wegweiser zu moralischem Handeln</b><br />
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Richard Hare stellt in seinem Buch Moralisches Denken eine methodische Abart des Utilitarismus dar. Dieses Modell nennt sich Zwei Ebenen Modell. Die beiden Ebenen, die hier betrachtet werden, sind zum einen die intuitive Ebene, und zum anderen die des kritischen Denkens. <br />
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Diese erheben den Anspruch, in korrekter Synthese zum richtigen moralischen Handeln zu führen. <br />
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Die intuitive Ebene ist jene, die den gesamten Bereich der menschlichen Intuitionen umfasst. Diese beinhalten quasi selbstverständliche Handlungsvoraussetzungen (und Verbote) die sich aus Erfahrungen oder moralischem Selbstverständnis ableiten, die einem Menschen intuitiv innewohnen, ohne dass diese durch moralisches Hinterfragen entstanden wären. All das, was ein Mensch ohne Reflektion intuitiv als (moralisch) richtig empfindet, ist Teil der intuitiven Ebene.<br />
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Für die Reflektion ist die kritische Ebene zuständig. Jene hat den Anspruch, rational (im hare´schen Sinne) zu sein, und die intuitiven Handlungsprinzipien, die durch Intuition nicht weiter begründet werden, kritisch zu hinterfragen, zu bewerten, um sie dann zu bestätigen oder zu verwerfen. <br />
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Durch diesen kritischen Prozess entstehen idealerweise (neue) intuitive prima  facie Prinzipien, die handlungsanleitend sind. Es herrscht also ein gewisser Kreislauf zwischen Intuitionen und kritischem Denken, die kritische Ebene hat die Intuitionen zum Gegenstand, die Intuitionen haben die kritische Instanz zur Rechtfertigung, insofern ist für Hare die Unterteilung moralischen Denkens in eine intuitive und eine kritische Ebene unerlässlich. <br />
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Die Rationalität moralischen Denkens fußt in Wirklichkeit darauf, dass es ein Denksystem gibt, das zu entscheiden erlaubt, welches solche Prinzip es anzunehmen gilt. Dieses System habe ich das kritische Denken genannt. <br />
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Die kritische Untersuchung bezieht sich allerdings nicht nur auf intuitive Handlungsprinzipien, sondern auch auf konkrete Handlungen. Dies macht den vermeintlichen Pragmatismus des Zwei Ebenen Modells aus. Aus der kritischen Bewertung konkreter Handlungsmöglichkeiten entstehen im Idealfall weitere, intuitive, prima-facie Prinzipien, der Pragmatismus soll darin bestehen, dem Menschen zu richtigem intuitivem Handeln zu verhelfen. <br />
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Da der Mensch nicht in jeder Situation genug Zeit hat, seine Handlungen vor der Ausführung kritisch zu überprüfen, werden gewisse Handlungsprinzipien kritisch untersucht, die die intuitiven Prinzipien formen sollen, damit im Idealfall die anschließende kritische Bewertung einer Handlung ihrem normativem Anspruch, nämlich dem, moralisch korrekt zu sein, entspricht. Die kritische Untersuchung von Handlungsprinzipien ist insofern zukunftsweisend.<br />
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Insofern stellt Hares Ethik eine Synthese aus dem kategorischen Imperativ von Kant (Handle nur nach derjenigen Maxime, durch die du zugleich wollen kannst, dass sie ein allgemeines Gesetz werde, oder Handle so, dass jederzeit dein Handeln zur Maxime des Handelns erhoben werden kann ) und dem Handlungs-  und Regelutilitarismus dar.<br />
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Der Handlungsutilitarist erhebt seine Nutzenerwägung lediglich in Bezug auf eine individuelle Handlung und deren direkte bzw. absehbare Folgen. So könnte er beispielsweise eine Lüge als nützlich einschätzen, wenn sie in der Situation einen direkten, offensichtlichen, Nutzenvorteil hat. Der Regelutilitarist würde wahrscheinlich dagegen argumentieren, da sich seine Nutzenerwägungen auf den Nutzen der Beachtung gewisser Regeln beziehen (wie etwa: Es ist nützlich, nicht zu lügen.)<br />
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Regelutilitarist ist Hare in dem Sinne, dass sich nach ihm bestimmte Prinzipien, die kritisch überprüft wurden, bewährt haben und sie deswegen sinnvoll sind. Handlungsutilitarist ist er in dem Sinne, dass die Überprüfung der handlungs-anleitenden Prinzipien auf einer kritischen Ebene jederzeit überprüft werden können und auch überprüft werden sollten. <br />
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Hare ist in Bezug auf die Rechtfertigung von intuitiven Prinzipien Regelutilitarist, und bei dem Nachdenken über die richtige, konkrete Handlung auf der kritischen Ebene Handlungsutilitarist. Die Synthese entsteht dadurch, dass sowohl das eine, als auch das andere, auf einer kritischen Ebene gerechtfertigt werden müssen, ersteres als grundsätzliches Prinzip, zweiteres als spezifische, handlungsbezogene Nutzenabwägung. Die Nützlichkeit ist im Utilitarismus seit jeher das vorherrschende Prinzip, lediglich in der Erhebung jener Intensität und der sich daraus ergebenden Möglichkeit der Vergleichbarkeit und der vermeintlichen Qualitätsunterschiede jener Nützlichkeiten scheiden sich die Geister. <br />
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Deontologisch ist Hare in dem Sinne, dass die kritische Überprüfung von Prinzipien, welche rational ablaufen soll, zu den Handlungen führen soll, die eben diese kritische Überprüfung vorschreibt. Diese ist begründet durch einen Regelutilitarismus, der bestimmten Intuitionen gewissermaßen einen prima facie nützlichen Wert zuschreibt, sodass solche Prinzipien bereits einen intrinsischen moralischen Wert haben können.<br />
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Unreflektierte, bedingungslose Mutterliebe ist ein geeignetes Beispiel für ein solches Prinzip. Persönliche Präferenzen werden bei Hare in diesem Sinne also mehr geachtet als bei Kant (welcher beispielsweise die Pflicht, nicht zu lügen, auch auf ein Beispiel anwendet, nach dem man seinen Freund einem Mörder ans Messer liefern würde)<br />
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Gemeinsam haben die beiden aber das Prinzip der Universalisierung, Kant im Sinne von strikter Rationalität und Pflichterfüllung (Du sollst nicht lügen!) und Hare  dahingehend, dass er sagen würde, dass eben jene persönliche Präferenzen und Intuitionen bei jedem Menschen einen gewissen intrinsischen Stellenwert haben (und das auch sollen.)<br />
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<b>2. Teil : Rationalität und Moral - Diskussion von Beispielen</b><br />
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Anhand der folgenden Beispiele soll das Zwei Ebenen Modell kritisch untersucht werden. Es soll überprüft werden, wie Rationalität und moralisches Handeln miteinander zusammen hängen, und welchen relevanten Stellenwert Rationalität in Bezug auf das Zwei Ebenen Modell hat.<br />
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Setzt man Rationalität für kritisches Denken voraus, hat man sicherlich eine solide Grundlage, um selbiges zu bestärken, übernimmt aber auch Pflichten, die man erfüllen muss, um diesem impliziten Anspruch gerecht werden zu können.<br />
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Die Frage die sich also stellt, ist jene, inwiefern das von Hare vorgeschlagene Zwei Ebenen Modell der Moral als rational bezeichnet werden kann. <br />
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Dies soll im Folgenden anhand einiger Beispiele untersucht werden. Ich werde versuchen, (vorläufige) Antworten auf die (meta  moralischen) Fragen zu geben, ob<br />
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1.)	rationales Denken selbst moralisch zu rechtfertigen ist, oder ob<br />
2.)	rationales Denken selbst intrinsisch moralischen Charakter hat<br />
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Hare führt in seinem Buch ein Beispiel eines Obdachlosen, den niemand kennt, an, der zufällig in ein Krankenhaus kommt.  Hier liegen zwei Patienten, die jeweils eine Organtransplantation brauchen, weil sie sonst innerhalb kurzer Zeit sterben werden. Die Frage, die sich hier also stellt, ist jene, ob man den Obdachlosen umbringen sollte, um zwei Menschenleben zu retten. <br />
<br />
Obgleich Hare dieses Beispiel aus verschiedenen Gründen für realitätsfern hält, wollen wir es doch etwas näher nach utilitaristischen Gesichtspunkten untersuchen. <br />
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Auf der intuitiven Ebene stellt dies keine allzu große Schwierigkeit dar. Mord ist falsch ist ein im Common Sense anerkanntes, intuitives, prima-facie Prinzip. Dies ist entweder aus der Intuition selbst (im Sinne eines moralischen Selbstverständnisses) begründet, oder, in einem regelutilitaristischen Sinne, dass das Töten eines Menschen allgemein schlecht ist, dass also die Universalisierbarkeit des Prinzips: Du darfst Menschen töten! weder utilitaristisch noch intuitiv wünschenswert ist.<br />
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Weit schwieriger, aber auch interessanter ist die Betrachtung eines solchen Falles auf der kritischen Ebene. <br />
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Zunächst sei es schwierig, so Hare, auszuarbeiten, ob der Mord von der kritischen Ebene aus betrachtet, richtig sei. Selbst wenn dem aber so ist, so Hare, heißt das noch lange nicht, dass man von den Ärzten verlangen kann, dass sie den Mord tatsächlich begehen. Das lässt zwei Schlussfolgerungen zu: Erstens ist die kritische Ebene zwar eine hinreichende Bedingung für die Evaluierung von prima facie Prinzipien, die Evaluierung aber keine zwingende normative Handlungsanweisung, denn das würde ja heißen, dass man von den Ärzten verlangen müsste, den Mord zu begehen. <br />
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Zweitens lässt sich daraus ableiten, dass jedes Urteil der kritischen Ebene kein präskriptiv differenzierbares ist. (Es wäre richtig, wenn du ihn töten würdest oder: Es wäre falsch, wenn du ihn töten würdest)<br />
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Die Überlegung auf einer kritischen Ebene könnte nämlich sowohl zu der Schlussfolgerung führen, dass der Mord aufgrund einer Nutzenerwägung präskriptiv  positiv ist, aber auch präskriptiv  negativ in Bezug auf die Wichtigkeit eines intuitiven prima facie Prinzips des Mordverbotes. Hier treffen eine handlungs- und ein regelutilitaristische Bewertung aufeinander, die Hierarchie in dieser spezifischen Situation wird von Hare weder gegeben, noch wäre sie für den Menschen zwingend, wenn es sie gäbe, da die intuitive Denkebene des Menschen einen intrinsisch wichtigen wert hat. Wir würden also zwei kontradiktorische Handlungen moralisch gleichermaßen bewerten können, woraus sich ergibt, dass keine der beiden Wertungen eine zwingende normative Handlungsanweisung sein kann. Dies macht eine kritische Wertung vom pragmatischen Standpunkt aus redundant, der entscheidende Faktor scheint hier die Intuition des Menschen zu sein, die ihn zu einer der beiden Handlungen führt, welche er dann nachher utilitaristisch (kritisch) rechtfertigen kann.<br />
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Hare sieht sich an dieser Stelle zusätzlich einer der grundlegendsten Kritiken am Utilitarismus gegenüberstehen: Die Rechtfertigung von kontra  intuitivem Handeln. Der Punkt ist letztlich der, dass kritisches Denken kontra  intuitives Handeln fordern kann, sofern der Handelnde davon ausgeht, dass er damit den größten Nutzenerwartungswert erzielt. Andererseits haben Intuitionen auch einen intrinsischen Wert, wie bereits erwähnt. Beide Handlungsweisen (nämlich der Mord und das am Leben lassen) sind demnach utilitaristisch zu rechtfertigen.<br />
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Das kritische Denken erhebt den Anspruch rational zu sein, kann aber situationsbedingt zwei kontradiktorische Handlungen rechtfertigen, die eine aufgrund der Gültigkeit eines prima facie Prinzips, die andere aufgrund des realen Nutzenerwartungswertes. <br />
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Also kann die kritische Ebene, als Teil des moralischen Denkens nicht rein rational sein. Denn eine rationale Entscheidung zwischen zwei Alternativen ist entweder festgelegt oder sie kann nicht bestimmt werden, es kann nicht vernünftig sein, für eine Fragestellung zwei mögliche, sich widersprechende Antwortmöglichkeiten zu geben. Wenn zur Lösung dieses Problems rational, d.h. vernünftig gedacht wird, dann führt jenes Denken zu der Schlussfolgerung, dass die kritische Ebene sich aus genannten Gründen quasi selbst aufhebt und persönliche Dispositionen oder grundlegende intuitive prima facie Prinzipien den entscheidenden Impetus einer Handlung geben sollen.<br />
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Für die Beantwortung der ersten der oben genannten Fragen bedeutet dies folgendes: <br />
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Rationales Denken ist, moralischen Grundprinzipien entsprechend, moralisch nicht zu rechtfertigen. <br />
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Sonst müsste man moralisch rechtfertigen, dass man sich sowohl auf die eine oder auf die andere Weise entscheiden kann, dann wäre die Moral aber überflüssig, weil sie kein handlungsanweisendes Gebot mehr liefern würde.<br />
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Der Versuch, rationales Denken moralisch zu rechtfertigen, endet zweitens deswegen in einem Zirkelschluss, weil die Moral von Hare den Anspruch erhebt, Rationalität als Voraussetzung für korrektes moralisches Denken zu haben. Nur wer auch rational denkt, kann im Sinne Hares auch moralisch denken.<br />
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Die zweite aufgeworfene Frage wird im nächsten Kapitel untersucht.<br />
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<b>3. Universalisierbarkeit  ein rationales, moralisches oder meta-ethisches Prinzip ?</b><br />
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Im Folgenden wird untersucht, was das Universalisierungsprinzip von seiner Ontologie her ist. Dies tue ich, da die Universalisierung die Forderung an die Moral ist, die Hare vertritt. Dieser Forderung stellt sich Hare auch bewusst gegenüber. Insofern ist es interessant, ob das Prinzip rational ist oder nicht, weil so weitere zusammenhänge zwischen rationalem und moralischem Denken aufgezeigt werden sollen. Leider kann nicht auf alle Probleme, die sich daraus ergeben, angemessen eingegangen werden, da der Umfang dieser Arbeit dies nicht zulässt.<br />
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Formal betrachtet bedeutet die Universalisierbarkeit, dass eine ausgeführte Handlung H von einer Person P in einer spezifischen Situation S dergestalt sein muss, dass gilt:<br />
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Für alle x muss gelten: (Px & Sx) ? Hx<br />
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Denken wir uns ein Beispiel, in dem es darum geht, einem Obdachlosen in der Stadt etwas Geld zu geben, damit er sich etwas zu essen kaufen kann, um nicht zu verhungern. Angenommen, ich habe ein paar hundert Euro dabei. Dann wäre es für mich kein nennenswerter Verlust, ihm etwas von meinem Geld zu geben. Eine moralische Intuition, wie Hare sie beschreibt, möchte ich den wenigsten Menschen absprechen, unabhängig von den Konsequenzen, die man aus ihnen zieht, glauben doch die meisten Menschen, dass es eine gewisse moralische Vorbildfunktion hätte, dem Mann zu helfen. <br />
<br />
Die Handlung wäre, intuitiv betrachtet höchst moralisch, man würde auch guten Gewissens eine Universalisierung wünschen. Selbst wenn jemand aus irgendwelchen Gründen dem Mann kein Geld gäbe (beispielsweise aus egoistischen Präferenzen), so würde er doch wahrscheinlich intuitiv annehmen, dass er dann nicht moralisch handelt. Die kritische Bewertung der Handlung möchte ich an dieser Stelle außen vor lassen, da ich davon ausgehe, dass jene zu der Schlussfolgerung führt, dass es moralisch (im Hare´schen Sinne von Moral) korrekt ist, dem Mann das Geld zu geben, weil die Situation quasi voraussetzt, dass der Mann keine Chance hat, irgendwie anders an Geld zu kommen, und ohne das Geld schlichtweg verhungern würde.<br />
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Im Fokus steht also lediglich die direkte moralische Intuition, wobei mit moralischer Intuition das intuitive Verständnis einer korrekten Moral gemeint ist.<br />
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Zwingend rational im hare´schen Sinne ist die Geldspende auch nur auf den ersten Blick. Eine Nutzenabwägung vergleicht den individuellen Nutzen mit dem des Obdachlosen. Es stellt sich also die Frage, wie hoch der Stellenwert der selbstbezogenen Präferenz ist. Rationalität in dem von Hare beschriebenen Sinne meint ja auch, universalisierbar sein zu müssen (dies war die grundsätzliche Forderung), also stellt sich die Frage, ob Mitleid (als offensichtliche Handlungsintention) ein Prinzip ist, welches universalisiert werden sollte.<br />
<br />
Dies wiederum ist aber meiner Meinung nach eine Frage, deren Beantwortung von der persönlichen Präferenz eines Menschen abhängt, und auch davon, ob er jemand ist, der auf die Mithilfe und das Mitgefühl anderer Menschen angewiesen ist. Rational wäre die Handlung dann nur bedingt, nämlich,  wenn es für den jeweiligen Menschen vorteilhaft ist, so zu handeln. Ohnehin hat die Geldspende eher emotionalen Charakter, rational im Sinne Hares wäre es eher, dem Mann eine Arbeit zu verschaffen, damit er langfristig mehr Nutzen hat. <br />
<br />
Dies stellt aber eine theoretische Konkurrenz dar, wenn der Mann beispielsweise in meiner Firma arbeiten würde, könnte er mir vielleicht meinen Job klauen, dann würde die Nutzenfrage sogar nicht mehr zwangsläufig nur von egoistischen Präferenzen abhängen, wenn man daon ausgeht, dass es egal ist, ob Person A oder Person B einen Job erledigt. Denn mein Nutzen, einen bestimmten Job zu haben, kann genauso groß sein, wie der Nutzen einer anderen Person, wenn sie diesen Job hat. Durch den vorangegangenen Argumentationsgang stellt sich die Frage, ob der Mensch überhaupt in der Lage ist, rational im hare´schen Sinne zu handeln, wenn doch die Universalisierung als anleitendes Prinzip von persönlichen Präferenzen abhängen kann.<br />
<br />
Ich denke, dass es prinzipiell möglich ist, nach Prinzipien, die universalisiert werden sollten, zu handeln. Aber ob sie das sollten, ist letztlich ein persönlicher Eindruck. Versucht man, seine egoistischen Präferenzen abzulegen, wenn es um die Findung jener Prinzipien geht, mag es möglich sein, rational zu handeln, wie Hare es beschreibt. Dazu ist aber das Wissen darüber vonnöten, welche Prinzipien einer egoistischen Natur entspringen (und nur unter dem Deckmantel einer Nutzenmaximierung stehen). Unangetastet davon ist die Frage, ob eine Rationalität in diesem Sinne überhaupt wünschenswert ist.<br />
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Dies führt dann zu einer weiteren Betrachtung der Frage nach der Rationalität der dargestellten Handlung, diesmal in dem von mir erläuterten Sinne, auf den ich versucht habe, durch das Vorangegangene hinzuarbeiten:<br />
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Rational in dem von mir erläuterten Sinne wäre die Handlung nicht. Das wäre sie nur dann, wenn mein Eigennutz dem Nutzen des Obdachlosen überwiegt, was fast unmöglich ist. Die einzige Chance, das zu gewährleisten, wäre jene, dass mein Glücksgefühl extrem steigt, weil ich denke, etwas Gutes getan zu haben. Ansonsten wäre meine Handlung nicht rational, und damit wäre ein Beispiel kreiert, welches anhand rationaler Überlegungen zu unmoralischem Handeln führt.  <br />
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Dass Universalisierungsprinzip im Sinne einer Forderung kann hier nicht angewandt werden. Wenn ich ein Obdachloser wäre, würde ich mir nicht wünschen, kein Geld zu bekommen. Dann ergibt sich allerdings die Frage, ob das Universalisierungsprinzip tatsächlich rational ist, wenn es rational sein kann, es als Forderung oder Bedingung (moralischen) Handelns zu ignorieren.<br />
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Wenn rationales Denken zu unmoralischem Handeln führen kann, kann rationales Denken keinen intrinsisch moralischen Charakter haben. <br />
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Dabei ist es unerheblich, welche der beschriebenen Definitionen von Rationalität man wählt.<br />
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Das Universalisierungsprinzip kann kein rationales Prinzip sein, da wir in der Lage sind, uns eine Situation vorzustellen, in der der Mensch rational handelt, aber die Universalisierung aus den erläutertem Grund nicht fordern würde.<br />
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Es sei denn, es wäre rational, in bestimmten Fällen irrational zu handeln, aber dabei scheint es sich nur um ein verwirrendes Sprachspiel zu handeln, denn auch hierbei würde es sich natürlich um eine rationale Handlung handeln, da man natürlich zuerst die zeitliche Differenz Entscheidung  Handlung berücksichtigen muss, von denen ersteres rational ist und als hinreichende Bedingung fungiert. <br />
<br />
Der Inhalt der Handlung selbst kann nicht isoliert als nicht rational betrachtet werden, wenn er das Ergebnis einer rationalen Überlegung ist. Dies sollte nicht weiter ausgeführt werden, da es anscheinend lediglich eine logische Verwirrung darstellt.<br />
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Anhand der Beispiele wurde nun gezeigt, dass rationales Denken durchaus die Voraussetzung für moralisches Denken (und entsprechendes Handeln) sein kann, man sich aber auch rational dagegen entscheiden kann, moralisch zu handeln. Die Vernunft kann also keinen eigenen moralisch guten Charakter haben, weil sie sonst nicht zu bewusst moralisch schlechten Handlungen verleiten würde. <br />
<br />
Die Forderung der Universalisierung wird der Moral als Bedingung vorausgesetzt, was heißt, dass die Forderung selbst nicht moralisch sein kann. Dies würde in einen logischen Zirkel führen.<br />
<br />
Ist das Universalisierungsprinzip nun meta  ethisch? Das würde implizieren, dass es keine Ethik ohne die Forderung nach Universalisierung geben kann, so als ob es eine Art goldenes Handbuch für die Moral, wie sie richtig gedacht und praktiziert wird, gebe. Moral ist aber, wenn man sie nicht als von Steintafeln abgelesen oder von Gott ins Ohr geflüstert betrachtet, ein menschliches Konstrukt. <br />
<br />
Eine Moral bildet idealerweise die Vorstellung moralischen Handelns und fairer Übereinkunft einer Gesellschaft untereinander. Dies ist nun aber auch keine meta  ethische Regel, sondern eine rein normative Forderung an das, was Moral leisten soll. Ähnlich verhält es sich mit dem Universalisierungsprinzip: Es fordert, wie eine Moral arbeiten soll, ist somit ein normatives Prinzip. <br />
<br />
Meta  ethisch wäre es, wenn damit ausgedrückt wäre, wie Moral de facto funktioniert. Dass eine Moral aber nur als solche funktioniert und überhaupt eine ist, wenn das Universalisierungsprinzip gilt, ist aber gar nicht klar, sondern eine Behauptung Hares, oder eine Forderung, die er selbst an seine Moral stellt, die aber in Hinblick auf das Vorangegangene durchaus anzweifelbar ist.<br />
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Das Universalisierungsprinzip ist demnach eine normatives Prinzip der Moral, dass weder rein rational, noch moralisch, noch meta  ethisch begründbar ist. <br />
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<b>4. Fanatismus und Amoralismus</b><br />
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Im Folgenden wird es darum gehen, die Denkweise eines echten Fanatikers zu beschreiben. Weiter soll es darum gehen, Schlussfolgerungen darüber zu ziehen, was für eine Denkweise beim beschriebenen Typus vorherrscht und was das für den spezifischen Zusammenhang zwischen Rationalität und Moral (jeweils im beschriebenen Sinne) bedeutet. Zunächst wird Hares Haltung zum Fanatismus dargestellt um zu veranschaulichen, was der Fanatismus für das Zwei Ebenen Modell bedeutet.  <br />
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Ein echter Fanatiker wird von Hare beschrieben als ein Mensch, der in der Lage ist, kritisch zu denken, die Resultate aber verwirft.  Der unechte Fanatiker ist jemand, der nicht in der Lage ist, kritisch, d.h. rational zu denken. Letzterer ist aber sowohl für Hare, als auch für diese Arbeit, uninteressant. <br />
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Im Folgenden sei also nur vom echten Fanatiker gesprochen, wenn über Fanatiker geredet wird. <br />
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Hare versucht eine Möglichkeit zu finden, sein Zwei Ebenen Modell gegenüber dem Fanatiker zu verteidigen, dass dies im Idealfall bedeutet, ihn argumentativ aus dem Feld zu schlagen. Im Folgenden wird nun also kurz die Argumentationsstruktur von Hare beschrieben: Der Fanatiker kann nicht behaupten, dass er nach moralischen Prinzipien handelt. Dies stünde im Widerspruch zum Verständnis von Moral, weil er sich nicht wünschen kann, dass seine Denk und Handlungsweisen universalisiert werden würden. Setzt man also das Universalisierungsprinzip für Moral voraus, und das tut Hare, ist der Fanatiker kein moralisch denkender oder handelnder Mensch. <br />
<br />
Hares Argument dafür ist die Behauptung, dass die Präferenzen eines Fanatikers nicht ausreichen, um ihn, utilitaristisch betrachtet, zu rechtfertigen. Er geht davon aus, dass es stets möglich sei, den größeren Nutzen darin zu finden, wenn der Fanatiker eine bestimmte Handlung nicht ausführen würde. <br />
<br />
Sollte es allerdings tatsächlich der Fall sein, dass der Nutzen durch die Handlung eines Fanatikers größer ist, also die Menge Schaden die Menge Nutzen überwiegen würde, wenn er seine Handlung nicht ausführte, so sollte er seine Handlung ausführen. Dies ist aber nach Hare kein Argument gegen seine Theorie, weil die Nutzenerwägung eines moralisch denkenden Menschen (auf der kritischen Ebene) eben jenen zu der Einsicht bringen müsste, dass der Fanatiker seine Handlung ausführen sollte. Hier würde Hare also wegen seines Modells dem Fanatisten das Handeln, seiner egoistischen Präferenz entsprechend, zugestehen.<br />
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Aus dem Vorangegangenen zieht Hare aber seine Schlussfolgerung, dass der Fanatismus kein Problem für seine Theorie darstellt, weil selbiger entweder unberechtigt ist im Sinne seiner Theorie, weil seine Präferenzen nicht ausreichen, oder berechtigt, weil sie das eben doch tun. In keinem der beiden Fälle ergibt sich ein Widerspruch zu seinem System. <br />
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Zu Hares Argumentation ist Folgendes zu sagen: Zunächst muss ein Fanatiker, um seine Handlung zu rechtfertigen, nicht vorgeben, moralisch zu sein. Vielleicht ist es ja eher so, dass er, eben weil er es nicht ist, eben nur in Hinblick auf seinen Eigennutz handelt, also rational, in dem von mir beschriebenen Sinne. Er muss sich dementsprechend auch nicht dem Universalisierungsprinzip beugen. Natürlich würde er vermutlich nicht wollen, dass alle Menschen egoistisch handeln, und das ist eine rationale Einsicht, da dies nur ein weiterer Ausdruck seines Eigennutzes ist. Das führt aber nicht notwendigerweise zu der rationalen Schlussfolgerung, dass er seine Handlungen jenem Prinzip unterordnen muss. Selbst wenn der Fanatist behaupten würde, moralisch zu handeln, könnte er eine andere Definition von Moral haben, welche nicht das Prinzip der Universalisierbarkeit als normative Forderung beinhaltet. Insofern ist die Frage, ob er sich für moralisch oder nicht hält, an dieser Stelle uninteressant. <br />
<br />
Der Vergleich des Fanatikers mit dem Zwei Ebenen Modell ist aus einem bestimmten Grund sehr schwierig: Kritisches Denken bedeutet für Hare nicht dasselbe, wie für den Fanatisten. Kritisches Denken ist rationales Denken und jenes bedeutet für Hare, dem Prinzip der Universalisierung standhalten zu können, und egoistische (oder loyale)  Präferenzen zwar bedingt gelten zu lassen, aber nur, wenn solche Präferenzen im Gesamtnutzen höher sind (Mutterliebe) als der andernfalls entstehende Schaden. Letzteres ist ja auch Hares zweites Argument, weshalb der Fanatismus kein Gegenargument zu seinem System darstellt.<br />
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Beide erläuterte Ausnahmen lassen sich nach Hare universalisieren, weil das utilitaristische Prinzip der Nutzenmaximierung erfüllt ist, im Sinne des Gesamt oder Allgemeinnutzens.<br />
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Der Fanatiker hat aber nicht das Prinzip der Universalisierung als Bedingung zur Vermehrung des Allgemeinnutzens im Fokus. Das rationale Denken bedeutet für den Fanatiker die Vermehrung des Eigennutzes. <br />
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Möglicherweise ist es dem Fanatisten möglich, auf der kritischen Ebene, wie Hare sie beschreibt, zu denken. Wahrscheinlich ist aber, dass er das gar nicht erst tut, weil er eine andere Zielsetzung vor Augen hat, andere Voraussetzungen, die das rationale Denken bestimmen. Hieraus ergibt sich die Frage, ob korrektes moralisches Denken zu korrektem moralischem Handeln führen würde. (würde der Fanatiker beispielsweise zum Moralisten werden, wenn er auf der kritischen Ebene im Sinne Hares denken würde?) Darauf kann aber hier nicht genauer eingegangen werden.<br />
<br />
Hare beantwortet diese Frage mit der Nichtexistenz solcher Fanatiker.  Daraus lässt sich schließen, dass er die Frage mit ja beantworten würde, denn entweder bedeutet die Nichtexistenz, dass die Fanatiker die Ergebnisse der kritischen Ebene nicht verwerfen können, oder eben gar nicht auf jener kritischen Ebene denken. Auch Hare gehr aber auf diese Frage argumentativ nicht weiter ein.<br />
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Den Amoralisten beschreibt Hare als moralisch indifferent. <br />
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Er ähnelt in der Hinsicht einer Person, die weiß, wie man das Wort Hexe verwendet, aber nicht glaubt, dass es Hexen gibt; er weiß, wie Pflichten aussähen, gibt aber (wie, unter einer vielleicht nicht zu wohlwollenden Interpretation John Mackie) nicht zu, dass es welche gibt. <br />
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Der Amoralist wird also hier beschrieben, als jemand, der Amoralist aus Überzeugung ist, weil er glaubt, dass es so etwas wie Moral gar nicht gebe. Insofern scheint die Haltung des Amoralisten der des Fanatisten gegenüber noch radikaler zu sein, wo letzterer jene lediglich ignoriert oder deren Schlussfolgerungen er nicht akzeptiert. Der Amoralist und der Fanatiker teilen sich allerdings ein und dieselbe Präferenz: den Eigennutz. Sie begründen ihre Art zu denken lediglich etwas anders: Beide könnten zugeben, nicht moralisch zu handeln, der Fanatiker würde sagen, dass er das tut, weil er ein Egoist ist und sich nicht weiter begründen muss oder will, da seine egoistischen Präferenzen ohnehin mehr Gewicht haben als alle anderen Präferenzen, die in einem Kalkül, sofern man ein solches aufstelle, von Bedeutung wären. <br />
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Der Amoralist würde sagen, dass das Prinzip der Universalisierung, wenn seine Handlung davon nicht akzeptiert werden würde, keine hinreichende Bedingung für das Verbot jener Handlung ist. Daraus würde er schließen, dass er eine Handlung entweder tun kann oder sie lassen kann, obwohl er zugleich zugeben könnte, dass das Prinzip der Universalisierung gilt. Jenes hat für ihn lediglich weniger Aussagekraft, er sieht es nicht als strenge normative Vorschrift, woraus er seine relativistische Haltung zieht. Er müsste sich dementsprechend nicht als Egoisten bezeichnen, weil er nicht das Gefühl hat, tatsächlich gegen eine Regel zu verstoßen, der Fanatist müsste das schon.<br />
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<b>Fazit:</b><br />
Der Fanatist handelt rational in dem von mir beschriebenen Sinne. Das muss nicht bedeuten, dass er unmoralisch handelt, er könnte zufällig moralisch handeln, (wenn man eine Handlung den Folgen entsprechend als moralisch wertet), dies ist nur nicht sein oberstes Ziel, entsprechend kann er solange moralisch handeln, wie die Bilanz des Nutzenerwartungswertes positiv ausfällt. (An dieser Stelle gehe ich davon aus, dass diese Bilanz niemals tatsächlich 0 beträgt, wenn beispielsweise die Bilanz scheinbar 0 ergibt, so wäre sie die Anstrengung nicht wert und somit negativ.)<br />
<br />
Hieraus ergibt sich, dass Rationalität in dem von mir beschriebenen Sinne eine Moral weder ausschließt noch nötig macht, und weder eine notwendige, noch eine hinreichende Bedingung für selbige ist. <br />
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<b>5. Moralisches Handeln  Pragmatismus - Selektionsvorteile von Kooperation</b><br />
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Der nachfolgende Teil soll etwas pragmatischer sein. Es wird eine Theorie vorgestellt, die scheinbar altruistisches, faires oder allgemein im Common Sense als moralisch verstandenes Handeln, molekular erklärbar macht. Der Zweck dessen Erwähnung ist folgender: Aus dem Vorangegangenen ist (implizit) zu entnehmen, dass rationales Denken (in dem von mir beschriebenen Sinne) die Triebfeder menschlichen Handelns ist. Die Theorie, die hier vertreten wird, geht davon aus, dass die Intention, von der ich spreche, tatsächlich jene ist, seinen eigenen Vorteil zu sichern, dass dies aber nicht auf Vernunft zurückzuführen ist, sondern auf einen Egoismus der Gene. den eigenen Vorteil sichern wird in jener Theorie synonym mit den Bestand meiner Gene sichern verwendet. Mit anderen Worten: Es wird ein anderes Erklärungsmodell herangezogen, um selbstbezogenes Handeln erklärbar zu machen.<br />
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Dies kann auch moralisches Handeln erklären und die Selektionsvorteile moralischen Handelns aufzeigen, wobei moralisch hier als Dienst am anderen aufzufassen ist, der einem selbst keinen Nachteil, im Bestfall einen Vorteil bringt.<br />
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Hier wird die These vertreten, dass (scheinbar) moralisches Handeln einer egoistischen Intention entspringt. Untersucht wird die Reichweite dieser These, zum einen in Bezug auf die Phänomene, die sie erklären kann, zum anderen in Hinblick auf deren implizite These, dass es so etwas wie eine echte Moral im Sinne eines radikalen Altruismus weder gibt noch geben kann.<br />
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Bernhard Mandelville formulierte einst die These, dass das Übel und die Selbstliebe der Beginn einer jeglichen Kooperation sei. Der größtmögliche Nutzen aller wird dadurch erreicht, dass jeder seinen eigenen Willen konsequent verfolgt und seinem Egoismus frönt. Anders kann eine Gesellschaft nicht funktionieren, so Mandelville. <br />
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Somit versuchte Mandelville Anfang des 18. Jahrhunderts den Edelmut und die wahre Tugend  als eine Schmeichelei weltfremder Dummköpfe  zu entlarven. <br />
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Richard Dawkins, der bekannte Evolutionstheoretiker, spricht von dem egoistischen Gen, wodurch scheinbar altruistisches Verhalten auf einer molekularen Ebene erklärbar werde. Wir sind Überlebensmaschinen, Roboter, blind programmiert zur Erhaltung der selbstsüchtigen Moleküle, die Gene genannt werden. Dieser Egoismus der Gene wird für gewöhnlich egoistisches Verhalten des Individuums hervorrufen. <br />
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Es stellt sich natürlich die Frage, wie stark die Erklärbarkeit von Phänomenen auf genannte Theorie zurückführbar ist. Altruistisches Verhalten im Bekanntenkreis lässt sich noch recht plausibel erklären: Wenn meine Gene egoistisch sind, möchte ich jene eben schützen, und die Chance, dass meine Gene denen meiner Verwandten gleichen, ist groß. Dies ist ein altbewährtes Procedere, bekannt unter dem Namen Vetternwirtschaft.<br />
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Ein Vorteil des moralischen Handelns gegenüber anderen Individuen liegt sicherlich darin, dass man davon ausgehen kann, dass man selber gut behandelt wird, wenn man entsprechend vorlegt. Dies ist ganz  im Sinne der goldenen Regel, welche ja besagt, dass man niemanden so behandeln soll, wie man selbst nicht auch behandelt werden wollte. <br />
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Neben direkten potentiellen Vorteilen, wie dem der Revanche, bietet solch ein Verhalten den weiteren Vorteil, dass man sich grundsätzlich einen guten Ruf erarbeitet. Dies lässt natürlich weit reichende zukunftsbezogene Vorteile vermuten, z.B. ein größeres Vertrauen, welches jenem Menschen gegenüber gebracht werden kann und eine gesteigerte Sympathie, die ihrerseits wiederum zu einem erhöhten Pensum an Gefallen führen kann, die man der Person tut. Dies ist aber nur bedingt von Vorteil, nämlich dann, wenn es sich um Personen im Verwandten oder Freundeskreis handelt. Der beschriebene Altruismus ist also reziprok. <br />
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Moralisches Handeln kann sich also durchaus lohnen.<br />
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Ein Argument, welches dafür spricht, dass es echten Altruismus tatsächlich gibt, ist das Vorkommen solche Arten von Handlungen, die dem Individuum mehr schaden, als es ihnen selbst Nutzen bringt. (Wenn sich z.B. Ein Mann für ein völlig fremdes Kind in Lebensgefahr begibt, um es zu retten) Wäre dem tatsächlich so, würden die egoistischen Triebfedern (bspw. der Gene) niemals eine solche Handlung erklären können, was zwei mögliche Schlussfolgerungen zulässt:<br />
<br />
Entweder sind die egoistischen Triebfedern versteckte Parameter in der Systematik der menschlichen Entscheidung oder der Mensch ist tatsächlich in der Lage, eine Art der Selbstlosigkeit an den Tag zu legen, wie es die Kirche z.B. behauptet. <br />
<br />
Letztendlich liefert das Modell des egoistischen Gens keine hinreichende Erklärung für einen starken Altruismus, der aber anscheinend tatsächlich unter Menschen vorzufinden ist.<br />
<br />
Insofern ist die These des verkappten Egoismus oder der Instrumentalisierung durch die Gene  (noch) nicht hinreichend.<br />
<br />
Schlagkräftige Argumente dagegen gibt es allerdings auch nicht, insofern lässt sich die Frage nach der eigentlichen Intention einer altruistischen Handlung vom anthropologischen, psychologischen, oder biologischen Standpunkt aus nur schwer beantworten. Sicher gäbe es auch Möglichkeiten, selbst vermeintlich starken Altruismus aus egoistischen Präferenzen zu begründen, wenn man nur ein paar Schritte weiter denkt. Dies würde aber an der Stelle zu weit führen, gezeigt werden sollte hier nur, dass Rationalität in dem von mir beschriebenen Sinne und Moral sich keineswegs ausschließen müssen, dass also der Egoismus meiner Meinung nach einen viel schlechteren Ruf hat als er haben sollte<br />
<br />
<br />
<b>6. Moral und Klugheit</b><br />
<br />
Die einfachste Art, aufrichtig zu scheinen, ist die, aufrichtig zu sein. <br />
<br />
Hares Argumentationsgang verläuft so, dass er behauptet, dass die Entwicklung der Welt (im Sinne von einer Gesellschaft) nach bestimmten Regeln und Prinzipien verläuft und man schlichtweg besser darauf vorbereitet ist, wenn man weiß, was eine rechte Moral ist. Dass Kooperation überall stattfindet und stattfinden muss, sollte im letzten Kapitel gezeigt werden. <br />
<br />
Daher tut man einem Kind einen Gefallen, wenn man es zumindest lehrt, was Moral eigentlich ist, indem man es moralisch erzieht. Dass das Kind dann automatisch ein moralisch handelnder Mensch wird, ist allerdings damit noch nicht gesagt. Was an dieser Stelle nicht hinreichend behandelt wird, ist die vermeintliche Diskrepanz zwischen moralischem denken und moralischem Handeln.<br />
<br />
Hare gesteht ein, dass sein System die Möglichkeit zum Amoralismus bestehen lässt, will sagen, dass es keine hinreichend logisch zwingende Gründe gibt, moralisch zu handeln, wenn man in den Kategorien des Zwei Ebenen Modells denkt.<br />
<br />
Der Amoralist beispielsweise ist durchaus in der Lage, moralisch zu denken, versteht womöglich auch dasselbe unter den moralischen Wörtern wie Moralisten, zieht aber entweder andere Schlussfolgerungen aus diesen Wörtern (was auf eine logische Unstimmigkeit der Moral oder des Amoralisten hindeutet) oder fällt indifferente Urteile, was darauf hindeutet, dass er sich bestimmten Schlussfolgerungen verwehrt, obgleich er sie von einem logischen Standpunkt aus akzeptieren könnte.<br />
<br />
Somit stellt sich die Frage, ob der Antrieb zu moralischem Handeln tatsächlich Klugheit ist, oder ob der Mensch andere Beweggründe hat, moralisch zu handeln.<br />
<br />
Irrelevant sind für Hare Gyges - Ringe, weil es sie seiner Meinung nach nicht gibt.<br />
<br />
Erstens ist das Beispiel jedoch interessant, weil es einem Menschen erlaubt, moralisch zu handeln oder auch nicht, ohne dass er Angst vor Bestrafung haben muss, und zweitens glaube ich sehr wohl, dass es so etwas wie Gyges  Ringe (im übertragenen Sinne) tatsächlich gibt.<br />
<br />
Man muss sich doch nur eine beliebige (moralische) Handlung überlegen, bei der man sicher sein kann, nicht als Urheber entlarvt zu werden, um der Idee dieses Ringes gerecht zu werden.<br />
<br />
Ist es also, wenn man in einer solchen, unbeobachteten Situation ist, ein Gebot der Klugheit, moralisch zu handeln?<br />
<br />
Man halte sich hierzu eine Situation vor Augen, in der, metaphorisch gesprochen, der Ringträger eine Handlung A (moralisch) und eine Handlung B (unmoralisch) ausführen könnte. Nehmen wir an, B bringe ihm einen direkten, erkennbaren Vorteil und A brächte ihm einen direkten, erkennbaren Nachteil.<br />
<br />
Hare führt hierzu keine adäquate Argumentation ein, da er ja nicht von der Existenz eines solchen Ringes ausgeht, was ich sehr wohl tue. Die Beantwortung dieser Frage hängt von den jeweiligen Präferenzen einer Person ab, von gewissen Intuitionen und Wertvorstellungen, die, mitunter vielleicht begründbar sind, aber nicht hinreichend zwingend formuliert und keinen universellen Geltungsanspruch aufweisen müssen.<br />
<br />
Ich glaube, dass die Wenigsten in einer solchen Situation die Variante A wählen würden, aus folgenden gründen: Es gibt für den Handelnden keinen mittel oder unmittelbaren Vorteil; ersteren nicht, weil sich niemand beim ihm bedanken kann, da niemand seine Tat in dem Sinne anerkennen kann, dass er dafür geehrt wird oder seine gesellschaftliche Stellung verbessert wird. Wo kein Vorteil absehbar ist, ist der Aufwand jedoch ein Nachteil, eine ungerechtfertigte Anstrengung, also irrational in dem von mir beschriebenen Sinne.<br />
<br />
<br />
<b>Nachwort:</b><br />
<br />
Diese Haltung expliziert meine Meinung, dass es echte Moral in einem starken altruistischen Sinne nicht gibt.<br />
<br />
Ich denke, dass Menschen solange moralisch handeln, wie es ihnen selber einen Vorteil bringt, unabhängig davon, mit welchem moralischen Denksystem sie zu welchen vermeintlichen Schlussfolgerungen kommen.<br />
<br />
Ich denke, dass, wenn kein direkter Vorteil sichtbar ist, zumindest Ruhm und Anerkennung erwünscht sind, und selbst wenn dem nicht so ist, weil es die Situation nicht erlaubt (siehe Beispiel des ertrinkenden Kindes), so gibt es immer noch einen egoistischen Grund für eine Handlung, nämlich den der Selbstgerechtigkeit: Sich selbst als moralischen Menschen sehen und sich daran ergötzen ist meiner Meinung nach ein weit verbreitetes Phänomen, unter anderem dadurch bedingt, dass der Mensch dazu neigt, ein möglichst positives Selbstbild von sich zu haben.<br />
<br />
Dies kann nun also bedeuten, dass man durch rationale Überlegungen, die einem den eigenen Vorteil sichern sollen, durchaus zu moralischen Handlungen kommen kann, sofern die Moralität dieser Handlung anhand ihrer direkten und/oder indirekten Konsequenzen bemessen wird.<br />
<br />
Dies heißt aber auch, dass rationale Überlegungen einen Menschen durchaus dazu verleiten können, unmoralisch zu handeln.<br />
<br />
Hierdurch sei nun gesagt, dass Rationalität also keine hinreichende Bedingung für moralisches Handeln darstellen kann.<br />
<br />
Das Kapitel über Pragmatismus sollte zeigen, dass wir dennoch eine Moral brauchen, die Welt funktioniert nur dadurch, dass man sich in bestimmten Aspekten auf seine Mitmenschen verlassen kann, Kooperation ist unausweichlich. Dass diese aus egoistischen Gründen ableitbar ist, tut dem keinen Abbruch.<br />
<br />
Auch eine Moral, die aus egoistischen Gründen formuliert wird, ist eine Moral, zwar keine, wie sie der Schöngeist gerne hätte, aber dennoch eine, die wir tagtäglich in unserer Welt wieder finden können. Letztlich ist der Mensch ein Egoist, der eine Moral braucht, um ein Gesellschaftssystem möglich zu machen.<br />
<br />
Keine der im Vorwort erwähnten Relationen zwischen Rationalität und Moral kann man als allgemein gültig betrachten, wie sich gezeigt hat. Rationalität in dem von mir beschriebenen Sinne ist die Intention, die ein Mensch meiner Meinung nach hat, wenn er handelt. Dies kann zufällig oder bewusst moralisch sein, sofern es den eigenen Vorteil sichert, ist in dieser rationalen Hinsicht alles legitim. Dadurch soll nicht meine Meinung über diesen Umstand zum Ausdruck kommen, sondern lediglich meine Überzeugung, dass die Gesellschaft auf diese Weise funktioniert. Wie das letztlich zu bewerten ist, ist eine andere Frage, die sicher auch ihren Reiz hat, hier aber nicht der Gegenstand der Arbeit gewesen ist.<br />
<br />
<br />
<br />
Quellenliste:<br />
Richard Hare, Moralisches Denken, Suhrkamp 1992<br />
Richard Dawkins, Das egoistische Gen, Erstauflage 1976<br />
Gehirn & Geist, 01/04<br />
Gehirn & Geist, 03/06 ]]></content>
			    <pubDate>Thu, 01 Jan 1970 01:00:00 +0100</pubDate>
			</item>
			<item>
				<title><![CDATA[Ein Wintermärchen]]></title>
			    <link>http://www.kwondoo.de/texte/Prosa/Prosa/Ein+Winterm%C3%A4rchen</link>
			    <dc:creator>Patrick Albertini</dc:creator>
			    <description><![CDATA[Altes und neues Liedgut treffen aufeinander frei nach Zupfgeigenhansel (Franz Josef Degenhardt)Mein Michel

Du hast Batallione, Schwadrone, Batterie...]]></description>
			    <content><![CDATA[<p class="description">Altes und neues Liedgut treffen aufeinander frei nach Zupfgeigenhansel (Franz Josef Degenhardt)</p>Mein Michel<br />
<br />
Du hast Batallione, Schwadrone, Batterien, Maschinengewehr,<br />
Du hast auch die größten Kanonen, mein Michel was willst Du noch mehr?<br />
<br />
Du hast ungezählt Paragraphen, das schützt vor des andern Begehr,<br />
beseeligt kannst Du da schlafen, mein Michel was willst Du noch mehr?<br />
<br />
Doch kennst Du nicht mal Deinen Nachbarn, Deine Brüder verachtest Du sehr,<br />
was kümmern Dich schon die andern, mein Michel was willst Du noch mehr?<br />
<br />
Die Heimat hast damals gepriesen, doch heute willst Du sie nicht mehr,<br />
ins andere Extrem bist getrieben, mein Michel willst Du das noch mehr?<br />
<br />
Kultur und Sprache verkümmert. Was soll´s, Du brauchst sie nicht mehr.<br />
Synthetik und Fremdes mehr schimmern, mein Michel was willst Du noch mehr?<br />
<br />
Doch hast Du viel Spaß und Vergnügen, Dein Hirn erstickt täglich mehr,<br />
merkst nicht mal wie sie dich betrügen, mein Michel willst Du denn noch mehr?<br />
<br />
Du willst fast alles besitzen, nur zu schätzen weißt Du nichts mehr,<br />
bleibst unzufrieden drauf sitzen, mein Michel brauchst Du denn noch mehr?<br />
<br />
Du trägst des Reichtumes Orden, bist klug wie keiner sonst währ,<br />
nur seelisch bist Du arm geworden, mein Michel willst Du das noch mehr?<br />
<br />
Den Wohlstand hast Du hoch gepriesen, Dein Wanst wird Dir niemals leer,<br />
hast andre zum Hungern verwiesen, mein Michel was willst Du noch mehr?<br />
<br />
Du wirst täglich Zeuge von Unrecht, von Menschheitsverbrechen, so schwer,<br />
von weitem wirkt alles so unecht, mein Michel was willst Du noch mehr?<br />
<br />
Dem Wahnsinn gibst Du Deinen Segen, dem Mord, dem Ausbeutungsheer<br />
und bitter schmeckt morgen der Regen, mein Michel willst Du denn noch mehr?<br />
<br />
Du flickst der Welt ihre Wunden und kippst hinein haufenweis´ Teer,<br />
die Welt, die wird schon gesunden, mein Michel was willst du noch mehr?<br />
<br />
Du hast doch für alles Verständnis, Du selbst nur verstehst Dich nicht mehr,<br />
verdrängst Dein Lügengeständnis, mein Michel, das fällt Dir nicht schwer!<br />
<br />
Du hast keinen Gott mehr von Nöten, Du liebst Dich selbst viel zu sehr,<br />
in Not willst dann Du wieder beten, mein Michel selbst wenn´s Dir fällt schwer!<br />
<br />
Du willst dieses Lied gar nicht hören, die Wahrheit liegt Dir nicht sehr,<br />
lässt lieber vom Glanz Dich betören, mein Michel was willst Du noch mehr?<br />
<br />
Deutschland, denke ich an Deutschland werde ich um meinen "rechten" Schlaf gebracht.]]></content>
			    <pubDate>Thu, 01 Jan 1970 01:00:00 +0100</pubDate>
			</item>
			<item>
				<title><![CDATA[Theorie der Unbildung (Rezension)]]></title>
			    <link>http://www.kwondoo.de/texte/Philosophie/Philosophie/Theorie+der+Unbildung+%28Rezension%29</link>
			    <dc:creator>Patrick Albertini</dc:creator>
			    <description><![CDATA[K. P. Liessmann argumentiert aus der Sicht eines Mainstreamphilosophen. Dennoch regt das Buch zu kritischer Reflexion an. Theorie der Unbildung, Konra...]]></description>
			    <content><![CDATA[<p class="description">K. P. Liessmann argumentiert aus der Sicht eines Mainstreamphilosophen. Dennoch regt das Buch zu kritischer Reflexion an. </p>Theorie der Unbildung, Konrad Paul Liessmann<br />
<br />
(Rezension von Roland Kobald)<br />
<br />
<br />
<br />
Die Reflexion der Lebensbedingungen in der Wissensgesellschaft ist an sich nichts neues. Der Autor gesellt sich zu Wilhelm von Humboldt, Theodor Wiesengrund Adorno oder Francis Bacon. Der Ausspruch von Francis Bacon Wissen ist Macht, ist heute aktueller den je, ja wird immer wichtiger. Aber: Können wir dem Bildungsanspruch gerecht werden, oder verfügen wir nur mehr über Unbildung? Von welcher Art der Bildung sprechen wir überhaupt? K. P. Liessmann, bezieht aus einer dem Humboldtschen Bild des Menschseins verpflichteten Perspektive auf die Ausbildung. Er nimmt kritische Stellung zu unserem industrialisierten Umgang mit Wissen. Der Autor stellt sich die Frage welches Wissen den nun wichtig für uns sei, oder ob es verzichtbares Wissen gäbe. Ist das Informationswissen einer Millionenshow genau so wichtig, wie das universitäre Wissen? Als Professor bricht er natürlich die Lanze für eine möglichst umfassende Bildung. Nicht das Fachwissen bringe gesellschaftlich adäquate Lösungen, sondern nur das Wissen einer universitas litterarum. Er sieht darin ein Programm der Selbstformung des Menschen. Unbildung heißt nach Liessmann nicht Dummheit. So sind junge Menschen heute viel besser ausgebildet als früher. Was er in unserer Gesellschaft allerdings zunehmend vermisst, ist das Bildungswissen der Persönlichkeitsentfaltung. Dies kann man nur durch Aneignung eines kulturell verbindlichen Wissens erreichen. Er meint, dass wir eine Qualifiaktionsidee haben und keine Bildungsidee. Ganz kann man hier mit ihm nicht daccord gehen. Die Wirtschaft gibt den jungen Menschen nun mal die Jobs. Und ein Unternehmer weiß welche Ausbildungen er braucht. Daher ist es nur logisch und wünschenswert, dass die universitäre Wissensvermittlung auf die Marktlage reagiert. Liessmann bedauert auch, dass die Unis inflationiert wurden. Unsere heutigen Unis wären keine kleinen, feinen Elitetempel mehr, sondern Massenveranstaltungsinstitutionen. Diese beiden Argumente zeigen, dass der Autor, zwar mit heißer Feder schreibt, aber einiges doch zu sehr aus dem Elfenbeinturm der Deformation Professionell des Universitätsangestellten argumentiert. Dass ein Liessmann ein begnadeter Erzähler ist, der flotte Beispiele, Mainstreamsprache oder plausible Argumentationsketten in einen ansprechend zu lesenden Text verpackt, bleibt außer Frage. Er diagnostiziert, dass in unserer übertechnologisierten Arbeitswelt die Muse zu kontemplativem Denken nur mehr in geringem Ausmaß vorhanden ist. Wissensvermittlung ist mehr und mehr die Weitergabe von Informationswissen  es entstand quasi eine Fast-Food-Mentalität der Wissensvermittlung. Die Unis arbeiten daran die Studienzeit zu verkürzen, um so der Wirtschaft möglichst rasch Absolventen, indoktriniert mit Fachwissen, aber ohne fundierten wissenschaftlichen Reflexionshintergrund, anbieten zu können. Der Grund: Sponsorengelder. Seine Grundthese ist, dass eine unheimliche Ökonomisierung und Industriealisierung der Wissensvermittlung stattgefunden hat. Aber was soll daran so neu sein? Spätestens wenn K. P. L davon spricht, dass E-Learning, Blended Learning oder Porwer-Point-Präsentationen der Untergang der rhetorischen Vortragskultur sind, dann wird dem Leser klar, dass er keine Theoriedarlegung vor sich hat, sondern schlichtweg eine Streitschrift, die aus dem derzeitgen Mainstream heraus entstand. Liessmann polemisiert in seinem Buch, möchte aber unbedingt die akademischen Stätten der Einkehr, seine heiligen Hallen, zurück. Er bringt gute Beispiele und schlägt einen rekursiven Weg ein  er möchte nicht mit den Wölfen der Ausbildung heulen, sondern ein Gegenmodell entwickeln. Ich glaube deshalb ist das Buch, trotz seiner Mängel, seiner Mainstreamsprache und einem eigentlich reaktionären Denken, lesenswert. Es bietet gute Anregungen zur Kritik gegenüber dem Wissenschaftsbetrieb und der Wissensvermittlung. Aber: Es lässt sich nicht leugnen, dass K.P.L. hier ein Buch für einen Markt schrieb, was ja auch seine Rankings in den Bestsellerlisten beweisen. Wäre es dem Autor wirklich ernst, dann hätte er eine wirkliche Theorie der Unbildung verfasst. 174 Seiten hätten dann wohl nicht gereicht. Wie war das mit den Irrtümern der Wissensgesellschaft? <br />
<br />
]]></content>
			    <pubDate>Thu, 01 Jan 1970 01:00:00 +0100</pubDate>
			</item>
			<item>
				<title><![CDATA[Frontiers oder Das Ende der geworfenen Primaten]]></title>
			    <link>http://www.kwondoo.de/texte/Philosophie/Existentialismus/Frontiers+oder+Das+Ende+der+geworfenen+Primaten</link>
			    <dc:creator>Patrick Albertini</dc:creator>
			    <description><![CDATA[Doch: Es ist alles ganz einfach!Schon wieder Nächte bis Fünf. Zigaretten in Ketten und Weinkorken für die Sammlung (welchem Zweck könnte sie diene...]]></description>
			    <content><![CDATA[<p class="description">Doch: Es ist alles ganz einfach!</p>Schon wieder Nächte bis Fünf. Zigaretten in Ketten und Weinkorken für die Sammlung (welchem Zweck könnte sie dienen?). Gewonnene Stärke - zu welchem Preis? Das Leben aus einem neuen Blickwinkel als Folge einer gescheiterten Existenz; Bereitschaft für die Nächste. Projekte und blinder Aktionismus. Neue Gesichter und viele davon. Ob alles einen <i>Sinn</i> ergibt weiß ich nicht zu beantworten, aber wenigstens sind die Abläufe, die verschiedenen Bahnen die das Leben nimmt und wieder nimmt und woanders nimmt, bei Anderen nimmt unter einem großen Dach der Abstraktion vereinbar. Alles scheint nachvollziehbaren, vernünftigen Mustern zu folgen; wenig Chaos, vielmehr Berechnung. Vielleicht auch berechnetes Chaos. Funny Games.<br />
<br />
Tatsächlich ist alles unerträglich einfach. Und genauso einfach scheint es plötzlich diesem Weg zu folgen. So wichtig, wie man sich nimmt, ist das Alles nicht. Nein, wirklich, es ist so einfach. Geh los!<br />
<br />
Bruch. Ich schütte spanisches Bier in mich hinein. Es ist vorbei und die Stimmung heißt Aufbruch. Neu gewonnene Freiheit, neue Themen, ein großer Haken hinter Alten. Fast muss ich lachen; nie hat mir jemand erzählt, was das Leben bereit hält - mal ehrlich: wer hätte den Menschen auf diesen Wahnsinn vorbereiten können? Alles ist spannend, aus Apathie wächst neue Neugier und die Musik klingt anders. Man schließt Abschnitte ab und beginnt Neue, beendet Leben und wird geboren, ständige Veränderung und noch dazu berechenbare, beeinflussbare Änderung.<br />
<br />
Vielleicht ist das Leben nicht ein Prozess beständiger Abstumpfung, wenn man Sartres Verurteilung zur Freiheit ernst nimmt: Vielleicht ist das Leben eher wie Kochen. Vielleicht kann man die Gewürze, die alles bestimmen selbst hinzufügen. Der Autor, der reine Prosaist muss leiden um Perfektion zu erreichen, das wissen wir nicht erst seit Marie von Ebner-Eschenbach. Also warum nicht die Zutaten selbst hineinschmeißen, in den großen Kochtopf, den die Leute ihr Leben nennen? Der Autor darf nicht zu sehr leiden, denn schließlich sollte er überleben bis er etwas geschrieben hat (siehe hierzu Michel Houellebecqs Anleitung "Am Leben bleiben"), also warum nicht eine Prise Glück, gestohlenes Glück?<br />
<br />
Vielleicht neigen wir dazu, zu schwarz zu malen, wir Postmodernen. Vielleicht ist Selbstmitleid eins der Dinge, die die Postmoderne auszeichnen, und vielleicht ist diese nicht die logische Fortsetzung der Existenzialismus. Vielleicht ist die unfreiwillige "Aufgabe" der Postmoderne, den Menschen über seine Unzulänglichkeiten aufzuklären, und eine Rückbesinnung auf den Existenzialismus, gewappnet mit dem Wissen um besagte Mängel, die Lösung eines lange bedachte Problemes?<br />
<br />
Der Mensch hat Mängel. Das muss man einfach so festhalten, und wenn es das Einzige ist, was festgehalten wird. Der Mensch hat Mängel, aber er hat auch einige Fähigkeiten. Die Logik, die den Existenzialismus mit der Postmoderne verbindet, ist nicht die einer simplen Konjunktion. Schauen wir zurück: Der Existenzialismus sagt uns, dass wir selbst entscheiden müssen, welchen Weg wir gehen, was eine Verurteilung ist, da es impliziert, dass es keinen perfekten Weg gibt. So weit, so schlecht. Nun gibt es diese schwammige Ära, die Postmoderne, die uns zeigt, - und das Wort Seelenstriptease scheint mir hier symptomatischer Ausdruck - dass es wenige schlechte Eigenschaften gibt, vielleicht besser Abhängigkeiten, auf die der Mensch sich reduzieren lässt, wenn man noch subtile aber unwichtige Eigenschaften der Individualitätsillusion addiert. Na gut, vielleicht erkennt man hier schon meinen Ansatz.<br />
<br />
Eigentlich ist die Lösung so simpel wie sie schwer zu akzeptieren scheint: Wir haben Mängel, wir haben Entscheidungsfreiheit, wir sind trotz einer gewissen Entscheidungsfreiheit natürlich determiniert, ge-biased (siehe hierzu andere Texte, z.B. Wahrnehmung, Philosophie und Hirnforschung). Was kann man daraus nun synthetisieren?<br />
<br />
Wir sind keineswegs zur Freiheit verurteilt, Sartre hatte in gewisser Weise einfach unrecht: Unsere Biases geben Richtungen vor, von denen Wir uns nicht lösen können; und trotz aller Relativität der Ethik, ergeben sich daraus - zugegeben sehr "biologische" - Maßstäbe, an denen wir uns messen <i>müssen</i>. <br />
<br />
Anders betrachtet hat Sartre jedoch recht: Der Weg, auf dem wir diese Maßstäbe zu erfüllen suchen ist uns komplett überlassen (jedenfalls wenn man den physikalischen Determinismus außen vor lässt, was in diesem Rahmen möglich scheint).<br />
<br />
Die Menschenbilder die die Postmoderne malt, inklusive allem Reduktionismus der uns in die Schulbücher gelegt wird, sind simpel die der größtenteils bestimmten Kräften unterworfenen Individuen (vor allem (unfreiwilligen) Individuen). Jedoch sind wir Individuen, die sich ihrer Mängel bewusst sind (siehe hierzu unbedingt Jostein Gaarders "Maya oder das Wunder des Lebens"), und ebenso ihrer (zugegeben nicht unendlichen) Möglichkeiten.<br />
<br />
Aber genau das ist doch, wonach der Mensch verlangt hat! Wir haben einen ethischen Leitfaden, wir haben eine Zielsetzung, wir haben die Mittel um beides zu beanspruchen und durchzusetzen. Wo also, wo, ist das Problem?<br />
<br />
Meine Nächte werden wieder kürzer. Das war vorherzusehen. Mein Zigarettenkonsum ist stabil, auch das war vorauszusehen, eine baldige Änderung ebenso. Die Einsamkeit ist leise und unterschwellig. Sie wird lauter werden. Ich werde Schritte gehen. Sie wird leiser. Wir alle werden älter und ich werde das dokumentieren. So einfach ist das alles.]]></content>
			    <pubDate>Thu, 01 Jan 1970 01:00:00 +0100</pubDate>
			</item>
			<item>
				<title><![CDATA[Philosophie im Mantel unserer Zeit]]></title>
			    <link>http://www.kwondoo.de/texte/Philosophie/Philosophie/Philosophie+im+Mantel+unserer+Zeit</link>
			    <dc:creator>Patrick Albertini</dc:creator>
			    <description><![CDATA[Philosophy today?Dieser Text soll keine Fragen beantworten, sondern dem Leser bzw. der Leserin lediglich weitere Fragen stellen. Es ist somit als das ...]]></description>
			    <content><![CDATA[<p class="description">Philosophy today?</p>Dieser Text soll keine Fragen beantworten, sondern dem Leser bzw. der Leserin lediglich weitere Fragen stellen. Es ist somit als das gedankliche Holzscheit zu verstehen, welches das Feuer der Wissbegierde nicht neu entfachen, sondern bei Laune halten möchte. In unserer modernen und fluktuierenden Gesellschaft ist der Mensch dazu genötigt sich fortwährend weiterzubilden, wenn er sich in Selbiger noch besser zu Recht finden will. In einigen Fällen zerschellt meine These an den psychischen Klagemauern der Realität, in Anderen scheint sie  anmutig wie ein Adler über jene hinweg zu gleiten. Die Informationsflut, die uns täglich aufs Neue überschwemmt scheint nicht mehr den natürlichen Gezeiten Folge zu leisten. Deshalb wird es immer wichtiger aus dem trüben Schlick das zu selektieren, was nachhaltig von Bedeutung sein könnte - an dieser Stelle greift die Philosophie. <br />
<br />
Die Philosophie stützt sich heute auf eine über 2500 Jahre alte Vergangenheit. Ihr gewaltiger Fundus erscheint grenzenlos und für den menschlichen Verstand kaum greifbar. Ein jeder Mensch, der auf unserem Planeten wandelt, hat eine gewisse Attitüde gegenüber dieser Materie - mag diese bewusst oder auch unbewusst sein. Versucht man die Philosophie zu definieren, so sollte man darauf Acht geben, dass man jene nie ausnahmslos objektiv, sondern immer von einem subjektiv-objektiven Hochsitz aus durch das Fernglas seiner persönlichen Erfahrung wahrnimmt und wertet; infolgedessen ist das eigene Gedankengut immer subjektiv, da es die Handschrift zu tragen vermag, die wir uns im Laufe unseres Lebens angeeignet haben - mag diese bewusst oder auch unbewusst sein. Damit schließe ich die Objektivität keineswegs aus, sie wird lediglich an Hand meines philosophischen Betrachtungswinkels subjektiv geschmälert. Zusätzlich sollte bedacht werden, dass jegliche Definition der Philosophie bereits Bestandteil derselben ist. Menschen benötigen Definitionen, um ihren Ängsten die aus trister Unwissenheit resultieren, goldene Brücken zu bauen. Es gibt phantasievolle Beschreibungen für das Unbeschreibliche. Eine metaphorische Brille durch die wir Philosophie sehen könnten, möchte ich dem Leser durch ein Zitat von Arthur Schopenhauer aufsetzen. Dieser schreibt 1811 gegen Ende seiner Göttinger Jahre nachstehendes in ein Arbeitsheft:<br />
<br />
Die Philosophie ist eine hohe Alpenstraße, zu ihr führt nur ein steiler Pfad über spitze Steine und stechende Dornen: er ist einsam und wird immer öder, je höher man kommt, und wer ihn geht, darf kein Grausen kennen, sondern muß alles hinter sich lassen und sich getrost im kalten Schnee seinen Weg selbst bahnen. <b>...</b> Dafür sieht er bald die Welt unter sich, ihre Sandwüsten und Moräste verschwinden, ihre Unebenheiten gleichen sich aus, ihre Mißtöne dringen nicht herauf, ihre Rundung offenbart sich. Er selbst steht immer in reiner kühler Alpenluft und sieht schon die Sonne, wenn unten noch schwarze Nacht liegt. (HN I S.14)<br />
<br />
Dieses ist nur ein Paradigma für eine Definition der Philosophie, die ihre Wesentlichkeit entfaltet ohne spürbar Magie einzubüßen. Daher soll jenes lediglich eine Stütze für den Suchenden darstellen und keineswegs sein eigenes Weltbild neu strukturieren. Nichts von dem was ich schreibe, muss wahr oder falsch sein, allein der Leser entscheidet ob er sich zu mir auf den Hochsitz begibt oder nicht. Derartige Utopien können die Wiege der illusionierten Sorglosigkeiten schnitzen oder das Sprungtuch für die vorübergehenden Lebensmüden aufspannen. Aber wie sieht es aus wenn man die Philosophie mit der Realität konfrontiert? Es ist das prinzipielle Axiom der Philosophie, dass der Mensch  gemäß Kant  seinen eigenen Verstand als bewusstes Werkzeug verwenden sollte, um sich den Anforderungen des Alltags zu stellen und ihnen gerecht werden zu können. Die kontinuierlich schwankenden Berufsbilder, die damoklessche Wirtschaftslage und diverse andere Gewichte erfordern einen aufgeweckten und klaren Geist, der flexibel und gelassen bleiben muss, um dem profanen Wahnsinn täglich neu gewachsen zu sein. Darüber hinaus offeriert sich die Eventualität immaterielle Wege zu gehen, die früher nicht zollfrei waren. Wer dieses erkennt und zu seinem Vorteil nutzen kann, hat in meinen Augen den Kerngedanken der Philosophie verinnerlicht. Doch die Philosophie ist weit mehr als wir zu denken wagen und durchwebt unser alltägliches Miteinander stärker als es oftmals den Anschein hat. So ist es auch nicht verwunderlich, dass sie den grundlegenden Stamm des wissenschaftlichen Baumes bildet von dem unzählige akademische Äste in alle Himmelsrichtungen sprießen und noch sprießen werden. Wer sich zudem von der Begrifflichkeit der Philosophie lösen und jene zusätzlich als geistigen Spielplatz oder sogar als Schlachtfeld nutzen kann, um sich allein oder mit Gleichgesinnten auf kontrovers-kritischer Ebene auszutoben, schwimmt in den Grenzgebieten von Wissenschaft und Exaltation. Es stellen sich vielleicht jetzt die Fragen, wann genau dieser Zeitpunkt für jemanden  individuell eintreten kann oder ob Wissenschaft und Passion wesenhaft zusammen gehören. <br />
Die Antwort auf diese Frage ist so einfach wie banal: Sie, der Leser selbst bestimmen, wann und ob die Philosophie überhaupt zu ihrer Passion werden kann. Philosophie basiert auf frei-gedanklicher Autarkie, doch ohne die Liebe verdorrt selbst das schönste  Pflänzchen auch wenn es noch so viel Wasser und Sonnenlicht bekommt. Sehen Sie mich als eine Art Reiseführer während dieses Ausfluges  ich bin stets wachsam und achte darauf, dass sie noch den Boden unter ihren Füßen spüren  Sie spüren ihn noch? Sind sie wirklich sicher? Vielleicht gaukelt ihr Verstand ihnen auch nur eine Art Boden vor, weil sie danach suchen? Oder ist es der Boden, der ihrem Verstand einredet, dass er existent ist? Bevor es anfängt abstrakt zu werden, säkularisiere ich mich... <br />
<br />
<br />
]]></content>
			    <pubDate>Thu, 01 Jan 1970 01:00:00 +0100</pubDate>
			</item>
			<item>
				<title><![CDATA[Impressionen eines Mittagsgrauens]]></title>
			    <link>http://www.kwondoo.de/texte/Prosa/Prosa/Impressionen+eines+Mittagsgrauens</link>
			    <dc:creator>Patrick Albertini</dc:creator>
			    <description><![CDATA[Der Himmel wirkt zerrissen,
eine Taube schüttelt sich vergessen auf dem Fürst.
Jeder Zug eine ganze Zigarette.

Ein Künstler, der ein ganzes Ge...]]></description>
			    <content><![CDATA[<p class="description"></p>Der Himmel wirkt zerrissen,<br />
eine Taube schüttelt sich vergessen auf dem Fürst.<br />
Jeder Zug eine ganze Zigarette.<br />
<br />
Ein Künstler, der ein ganzes Genre benennt.<br />
Und Schmerzen, überall verstreut.<br />
<br />
Fetzen einer Nacht,<br />
weichen dem Mittagsgrauen,<br />
weicht der Nacht.<br />
<br />
Ich habe schlecht geträumt von Dir.]]></content>
			    <pubDate>Thu, 01 Jan 1970 01:00:00 +0100</pubDate>
			</item>
			<item>
				<title><![CDATA[Grau]]></title>
			    <link>http://www.kwondoo.de/texte/Prosa/Prosa/Grau</link>
			    <dc:creator>Patrick Albertini</dc:creator>
			    <description><![CDATA[Mein Deutschland was willst Du noch mehrGrau





Ihre Gesichter, grau, das lächeln wie Stahl, kalt, spröde, tanzen sie den Reigen.

Alle sc...]]></description>
			    <content><![CDATA[<p class="description">Mein Deutschland was willst Du noch mehr</p>Grau<br />
<br />
<br />
<br />
<br />
<br />
Ihre Gesichter, grau, das lächeln wie Stahl, kalt, spröde, tanzen sie den Reigen.<br />
<br />
Alle schrecklich einsam und doch drehen sie sich im Kreise zu einem unbekannten Lied.<br />
<br />
Der Michel die Betonorgel dreht, doch seine Augen sind trüb und leer.<br />
<br />
Kalter Schweiss steht ihm auf der Stirne, im Angesicht solch grotesker Fratzen, doch spielen soll er, spielen soll er obwohl er das Lied nicht kennt.<br />
<br />
Damit der Reigen weiter Lachen kann, das kalte spröde Lachen.<br />
<br />
Damit der Reigen weiter tanzen kann, ewig im Kreise zu dem unbekannten Lied.<br />
<br />
<br />
<br />
J.W.<br />
<br />
<br />
<br />
27/11/2007<br />
<br />
<br />
<br />
]]></content>
			    <pubDate>Thu, 01 Jan 1970 01:00:00 +0100</pubDate>
			</item>
			<item>
				<title><![CDATA[Philosophie und Hirnforschung]]></title>
			    <link>http://www.kwondoo.de/texte/Wissenschaft/Neuroscience/Philosophie+und+Hirnforschung</link>
			    <dc:creator>Patrick Albertini</dc:creator>
			    <description><![CDATA[Grenzen und MöglichkeitenEinleitung

In diesem Essay werde ich mich zuerst mit dem Thema "Willensfreiheit" befassen. Da ich zu der theoretischen Di...]]></description>
			    <content><![CDATA[<p class="description">Grenzen und Möglichkeiten</p><b>Einleitung</b><br />
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In diesem Essay werde ich mich zuerst mit dem Thema "Willensfreiheit" befassen. Da ich zu der theoretischen Diskussion um den freien Willen wenig beizutragen habe, werde ich nur kurz auf die Positionen einiger Philosophen, sowie einige historische Aspekte eingehen. Das Thema werde ich mit dem Umriss der physikalischen Sichtweisen, sowie einem Ansatz zur Möglichkeit freien Willens, als intuitiver Begriff, im Rahmen der Quantenmechanik beschließen. Dies erscheint mir insofern sinnvoll, als die qualitative Hirnforschung vor allem biophysische und biochemische Prozesse untersucht.<br />
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Im zweiten Teil wende ich mich der menschlichen Wahrnehmung zu. Mit Wahrnehmung meine ich hier nicht nur die empirische, sondern auch, oder besser vor allem, eine introspektive Wahrnehmung. So will ich untersuchen, inwiefern eine objektive Wahrnehmung unseren Sinnessystemen möglich ist, und gebe in diesem Kontext kurz die Positionen einiger solipsistischen Philosophen wieder. Außerdem werde ich diese Positionen mit dem Thema "Drogen und Bewusstsein" in ein aktuelleres Licht rücken, und einen Teil der folgenden Neuroethik vorwegnehmen, bzw. einleiten.<br />
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Im Abschnitt über Neuroethik beschäftige ich mich mit vielen praktischen Fragen. Dabei gehe ich zuerst auf ethische Aspekte, Anwendungsbeispiele, aber auch die Realisierbarkeit von Neuroprothesen ein. Im Anschluss kommen weitere Beispiele aus dem Bereich der Medizin, etwa die Hirntod Debatte. Die Neuroethik im Bereich der Medizin schließe ich ab mit einem Anriss der Drogendebatte, die ich im vorhergehenden Teil der Arbeit eingeleitet habe. Zuletzt wende ich mich einem eher theoretischen Aspekt zu, nämlich der Rechtswissenschaft. Theoretisch vor allem deshalb, weil die Diskussion um Hirnforschung und Willensfreiheit noch nicht entschieden ist oder scheint.<br />
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Im letzten Teil der Arbeit, den ich mit "Ontologie" betiteln möchte, geht es um die Auswirkungen der Forschung am Menschen auf das Bild des Menschen. Mich beschäftigt die Frage, was ein Gefühl der "Geworfenheit" ist, und ob die Hirnforschung in spezieller Art und Weise - oder besser: mehr als andere Wissenschaften - dieses Gefühl im Menschen erzeugt.<br />
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Drei sehr interessante Aspekte, die man unter "Methodologie" hätte zusammenfassen können, musste ich in dieser Arbeit außen vor lassen: Erstens den Vorwurf, dass die Hirnforschung Explanans und Eplanandum gleichsetzt, der sich meiner Meinung nach auflösen lässt, da der Forscher nicht sich selbst und sein eigenes Hirn untersucht, sondern etwas ganz Anderes. Zweitens den sprachlichen Aspekt: Das Problem der Hirnforscher, dass sie subjektiv wahrnehmbare Vorgänge mit Worten beschreiben müssen, die der naturwissenschaftlichen dritte-Person Perspektive entlehnt sind. Und drittens die Gleichsetzung von Kausalität und Korrelation; Die oft wackelige Zuschreibung von Funktionen an Hirnareale auf Grund von Korrelationen und nicht zwangsläufiger Kausalitäten. Auch dieses Problem lässt sich mit Hilfe von Dissoziationen und doppelten Dissoziationen lösen.<br />
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<b>Willensfreiheit</b><br />
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Die Diskussion um die Freiheit des menschlichen Willens, die im Rahmen der Erkenntnisse der Hirnforschung derzeit entflammt, ist keineswegs neu: Die <i>Willensfreiheit</i> wurde bereits in einem theologischen und physikalischen Rahmen bezweifelt. Der Laplacesche-Dämon sorgte beispielsweise erst 1814 für eine eingehende Auseinandersetzung mit dem Thema. Simon Laplace hatte postuliert, das die Kenntnis aller Teilchen im Universum, ihrer Impulse und der Naturgesetze zu einem bestimmten Zeitpunkt eine Berechnung der Zukunft und Vergangenheit zulasse1 . Newtons Physik ließ dieses deterministische Weltbild noch zu, erst die Quantenmechanik stellte es in den 20er Jahren des 20. Jahrhunderts in Frage. <br />
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Auch in der Theologie wurde das Thema schon breit diskutiert. Natürlich wirft die Annahme, das es einen allmächtigen und determinierenden Gott gibt, die Frage auf, ob wir als Menschen unabhängig seiner Entscheidungen entscheiden können. Zum Beispiel taucht bei Erasmus von Rotterdam 1524 die Frage auf "Warum verheißt du (Gott) unter Vorbehalt, was nur von deinem Willen abhängig ist? <b>...</b> Warum verfluchst du mich, wenn ich doch aus Notwendigkeit gesündigt habe?"2 .<br />
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Der Verdienst der Hirnforschung für die Philosophie, angesichts der Diskussion über die Willensfreiheit ist vor allem, dem Thema wieder eine breitere und populärere Basis zu geben. Anstoß der Diskussion waren die sogenannten Libet-Experiment in den späten 1980er Jahren. Probanden waren dabei instruiert, zu einem selbst gewählten Zeitpunkt eine gewisse Handbewegung auszuführen. Eine Messung der Hirnaktivität zeigte, das im Hirn bestimmte Areale etwa 350 - 400 ms vor dem bewussten Entschluss der Versuchsperson zu Handeln aktiv wurden3 . Daraus kann man schließen, das das Hirn entscheidet, bevor der Mensch dies bewusst tut. Ich will hier nicht näher auf diese Experimente eingehen, erwähnenswert erscheint mir nur noch, das dem Versuchsaufbau methodologische Ungenauigkeiten vorgeworfen werden, die zu Fehlern in der Deutung führen können.<br />
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Schöner formuliert findet sich die Problematik in verschiedenen Veröffentlichungen von Wolf Singer. Er vergleicht das menschliche Hirn oft mit einem Computer, bei dem die Hardware gleichzusetzen ist mit der Software, betont aber gleichzeitig die Unterschiede zwischen Hirn und Computer. Im Gegensatz zu letzterem ist das Hirn ein dynamisches System, welches für Einflüsse offen ist, und ständig neu verschaltet wird. Nichts desto trotz sei die Architektur und der jeweilige Zustand des Systems "Hirn" für den jeweils folgenden Zustand in Kombination mit den äußeren Einflüssen determinierend. So kommt Singer zu dem Schluss: "Die Annahme zum Beispiel, wir seien voll verantwortlich für das, was wir tun, ist aus neurobiologischer Perspektive nicht haltbar. Neuronale Prozesse sind deterministisch." Er begründet dies unter anderem mit folgendem Beispiel: Gibt man der nichtsprachlichen Hirnhälfte eines Probanden einen Befehl, zum Beispiel durch eine elektrische Reizung motorischer Cortex Areale, "führt die Person diesen aus, ohne sich der Verursachung bewusst zu werden. Fragt man dann nach dem Grund für die Aktion, erhält man eine vernünftige Begründung, die aber mit der eigentlich Ursache nichts zu tun hat." 4 <br />
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Viele Philosophen versuchen in einer Argumentation gegen die starken Argumente seitens der Hirnforscher leider völlig pragmatisch zu argumentieren: Lutz Wingert antwortet auf Singers eben dargelegte Thesen, das man die Psychologen und Richter nicht vergessen dürfe, "die nach der Aufklärung der wahren Beweggründe trachten und sich dann um verantwortliche Entscheidung nach bestem Wissen bemühen." Sicherlich ist das richtig, hat aber nichts mit dem Wahrheitsgehalt von Singers Aussagen zu tun - es handelt sich hierbei schlicht und ergreifend um die ethischen Folgen der Erkenntnisse Singers. Ob man nun aufgrund dieser bestimmte Fragen nicht stellen sollte ist eine andere Sache. Singer widerlegt er damit aber keinesfalls. <br />
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Michael Pauen geht diese Sache da schon sehr viel logischer an, und meiner Meinung nach genau so, wie die Philosophie mit der Debatte umgehen sollte: Er stellt die Frage ob Freiheit überhaupt möglich ist. Er entwirft eine Minimalkonzeption von Freiheit, basierend auf Annahmen darüber, was Freiheit nicht ist: nämlich zufällige Ereignisse und erzwungene Handlungen. Mit diesem Schritt umgeht er geschickt das Determinismus Problem, bzw. stellt den Determinismus in den Dienst der Urheberschaft, anstatt ihn als Zwang zu sehen5 . <br />
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Eine beeindruckende Auffassung dafür, das Freiheit in der Theorie schon unmöglich ist, stammt von Galen Strawson: Er ist der Meinung, das es weder in einer determinierten, noch in einer indeterminierten Welt freie Handlungen geben kann. In einer determinierten Welt ist seiner Meinung nach der Akteur der eine Handlung vollzieht nicht der letztliche Urheber (zum Beispiel seiner Dispositionen oder Motivationen. Aber auch in einer indeterminierten Welt kann es keine freie Handlung geben, denn nur eine determinierte Handlung kann kausal einem Urheber zugeschrieben werden6 . Hierbei handelt es sich um einen starken Inkompatibilismus.<br />
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Ich sehe, anscheinend ähnlich Pauen, die Aufgabe der Philosophie angesichts der Frage nach Willensfreiheit vor allem darin, erst einmal zu klären, was Willensfreiheit ist, und unter welchen Prämissen diese möglich ist, denn nur wenn die Kriterien für Willensfreiheit festgelegt wurden, kann man sagen, ob der Mensch diese Kriterien auch erfüllt. Dies kann nicht Aufgabe der Hirnforscher sein, denn diese sprechen nicht über den theoretischen Hintergrund von Freiheit, sondern über Hirnzustände und Aktivierungsmuster. Sogar wenn man davon ausgeht, dass das Hirn eine Entscheidung vorbewusst trifft, heißt dies nicht, das diese nicht einem Akteur zugeschrieben werden kann, schließlich ist das Hirn ein Teil des Akteurs. <br />
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Spricht man von "determiniert" und "indeterminiert", wird man zwangsläufig auch mit physikalischen Fragen konfrontiert. Inkompatibilisten sehen schon darin ein Problem, dass die Hirnvorgänge, welche vereinfacht ausgedrückt auf elektrischen Signalen beruhen, also materieller Natur sind, nicht durch etwas Immaterielles verursacht sein können, also zum Beispiel durch eine immaterielle Seele. Da man aber die elektromagnetischen Vorgänge berechnen kann, zumindest in der Theorie, könne es keine freien Handlungen geben, weil es berechenbare und damit determinierte Handlungen sind.<br />
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Nun gibt es in der Kopenhagener Deutung der Quantenmechanik, die in der Hauptsache von Niels Bohr im Wesentlichen in den 1920er Jahren entwickelt wurde aber ein Paradox, das diese determinierte Physik ins Wanken bringen kann: Der Schlüsselbegriff hierbei ist der "Zusammenbruch der Wellenfunktion". Ein Teilchen, etwa ein Elektron, hat keinen festen Ort, an dem es sich befindet, sondern ist nur Orte an denen es sich wahrscheinlicher befindet als an anderen Orten. Erst durch das Beobachten dieses Teilchens "bricht die Wahrscheinlichkeit zusammen", und der Aufenthaltsort ist bestimmt. So liegt es also am Beobachter, ob ein Teilchen sich an einem bestimmten Ort befindet. Das heißt, das der Beobachter den Aufenthaltsort des Teilchens determiniert. Nun besteht auch der Mensch aus diesen Teilchen und ebenso dessen Hirn. Betrachtet man den Menschen als den eigenen Beobachter der Teilchen, die seine Hirnströme konstituieren, könnte man den Determinismus in einer für Kompatibilisten günstigen Weise erweichen. Allerdings bietet sich auch hier wieder ein Problem: Wer beobachtet den Beobachter, so dass dessen Wellenfunktion zusammenbricht? Und wer beobachtet den Beobachter des Beobachters?7  Die meisten Physiker sind mit der Kopenhagener Deutung der Quantenmechanik ohnehin nicht mehr zufrieden, da es ihnen unwahrscheinlich erscheint, das der Mond nur existiert, wenn wir ihn beobachten. Die Erkenntnistheorie kennt dieses Problem, und so findet auch hier die Naturwissenschaft wieder zurück zur Philosophie.<br />
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<b>Objektivität und Wahrnehmung</b> <br />
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Auch die Frage nach der Objektivität unserer Wahrnehmungen ist nicht neu: In der Quantenmechanik sprach vor allem Wolfgang Pauli über eine Komplementarität der Messungen und unserer Wahrnehmungen der Welt. Die Unschärferelation, die vor allem Werner Heisenberg zugeschrieben wird, fasst diese Ideen auf und lässt die Frage offen, ob wir nur sehen, was wir sehen, weil wir nachschauen8 . Auch einige Solipsisten stellen in Frage, ob der Begriff "Objektivität" tatsächlich Gehalt hat. Descartes zum Beispiel meint: "die Außenwelt könne ein bloßer Traum sein."9 .<br />
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Wolf Singer bringt das eines Kernproblem sehr schön auf den Punkt. Zur Beschreibung des sogenannten "Bindungsproblems", beginnt er mit der Frage: "Wie verknüpfe ich eigentlich die vielen Teilaspekte dieses Objektes zu einem Gesamteindruck?". Die optischen Informationen, die unser Hirn über die Augen erreichen, zeigen keineswegs einen Baum, sondern eine Form, eine Textur und eine Farbe. Das Hirn übernimmt dann die Kombination dieser Eindrücke zu der abstrakten Sache "Baum". Wie wenig dieses Prozesses uns bewusst wird, kann man daran erkennen, wie kohärent wir die Welt wahrnehmen: Eine Blume die am Mittag rot ist, ist am Abend dunkelrot und in der Nacht grau oder schwarz. Trotzdem wissen wir immer, das es sich um dieselbe Blume handelt. Aufgrund der optischen Informationen allein ist dies unmöglich, und doch müssen wir nicht nachdenken, um festzustellen, das ein Objekt mit sich selbst kohärent ist; Das Hirn übernimmt diese Arbeit für uns. Sehr gut vergleichen kann man diesen Effekt mit dem sogenannten "Tunnelblick": auch hier werden die für ein konkretes überleben unwichtigen Details zu Gunsten der Wichtigen ausgeblendet. Wolf Singer schließt unter Anderem aus diesen Tatsachen, dass "unsere Wahrnehmungsvorgänge in hohem Maße konstruktivistisch und eben nicht abbildend sind."10 <br />
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Weiterhin selektiert das Hirn auch aus den Sinnesinformationen: Die Psychologen Daniel J. Simons und Christopher F. Chabris von der Harvard University führten 1999 ein interessantes Experiment hierzu durch: Sie zeigten während einer Vorlesung einen Kurzfilm, in dem ein Basketballspiel zu sehen war, und gaben den Studenten die Aufgabe, zu zählen, wie oft die weißen Spieler sich gegenseitig den Ball zu passten. Was den Studenten vorenthalten wurde: Es ging nicht um die Ballwechsel, sondern um einen Gorilla, der im Film mitten auf das Spielfeld läuft und dort demonstrativ die Fäuste auf die Brust schlägt. Ein recht ungewöhnlicher Anblick, doch aufgrund der Zählaufgabe übersahen 50 % der Studenten den Gorilla komplett11 .<br />
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Nun tut sich hier aber ein großes Problem auf: Wenn unser Hirn vorbewusst interpretiert und selektiert, wer garantiert dann, ob es nicht bestimmte Informationen "schluckt", auf die der Mensch im Rahmen der Evolution nicht angewiesen war, und die sich als eher verwirrend erwiesen? Und wie kann man in Bezug auf empirische Wahrnehmung von Objektivität sprechen, wenn vorbewusst selektiert und verändert wird? Nicht nur optische Täuschungen, wie etwa das Penrose Dreieck, beweisen, dass unser Hirn uns Informationen vorenthält: Zur Untersuchung der Sinnessysteme macht man sich in der Hirnforschung oft die visuelle Maskierung zu nutze. Es gibt verschiedene Methoden, die teils nach und teils vor einem Reiz für kurze Zeit Sekundärreize zeigen, die dafür sorgen, das der eigentliche Reiz nicht mehr wahrgenommen wird. Vor allem interessant ist das backward-masking, wo die Maske kurz nach dem eigentlich Reiz gezeigt wird, die Wahrnehmung des Reizes aber verdrängt. Man ist uneinig, wie dieser Effekt zu erklären ist, geht aber davon aus, das der erste Reiz frühe visuelle Areale sehr schnell durchläuft und in späteren Arealen längere Verarbeitungszeiten in Anspruch nimmt. Wenn der zweite Reiz dann die frühen Areale passiert hat, gibt es Verarbeitungskonflikte mit dem Ersten, welcher noch verarbeitet wird12 .<br />
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Aber auch introspektiv ist eine Objektivität alles Andere als gewährleistet: Harald Welzer, Sozialpsychologe an der Universität Witten-Herdecke weist in einem Artikel13  darauf hin, dass "Geschichte und Erinnerung <b>...</b> zwei grundverschiedene Dinge" sind. "Während die Geschichtsschreibung eine möglichst objektive Wahrheit sucht <b>...</b>, bezieht sich Erinnerung immer auf die Identität dessen, der sich erinnert. Er erinnert sich an das, was <b>...</b> für die eigene Gegenwartsbewältigung wichtig ist." Weiterhin gelangte er im Rahmen seiner Untersuchungen von Zeitzeugenberichten über den zweiten Weltkrieg zu der Auffassung, dass "jeder Abruf einer Erinnerung <b>...</b> ihre erneute Einspeicherung zur Folge" hat, und "der Kontext der jeweiligen Abrufsituation mit abgelegt" wird, was die ursprüngliche Erinnerung "um neue Nuancen anreichert, korrigiert, auf bestimmte Aspekte zentriert oder sogar überschreibt".<br />
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Und es gibt noch ein weiteres Dilemma, in dem die Objektivität der Wahrnehmung angesichts der Hirnforschung steckt, und zwar Stoffe, die als Halluzinogene eingestuft werden, die aber in sehr ähnlicher Form auch im menschlichen Hirn vorkommen. Andersherum könnte man auch fragen: Wozu haben wir im Hirn Rezeptoren für Stoffe, die Halluzinogen wirken? Die Antwort ist einfach: Weil wir sie brauchen. Ein sehr gutes Beispiel für endogene, also körpereigene, Drogen sind die Cannabinoide. Man geht heute davon aus, dass das die Fähigkeit zu Vergessen über über einen elektrochemischen Prozess funktioniert, der mittels Cannabinoiden funktioniert. Das Vergessen soll simpel eine Umkehrung der Kommunikationsrichtung von Synapsen sein: die elektrischen Potentiale passieren eine Synapse nur in eine Richtung, und überqueren den synaptischen Spalt dahinter mittels chemischer Botenstoffe, der Neurotransmitter. Vor kurzem hat man herausgefunden, das es auch Chemikalien gibt, die diesen Spalt in die "verkehrte" Richtung überqueren, nämlich die besagten Endocannabinoide. "Die Endocannabinoide sind ein Feed-back-System mit dämpfender Wirkung", beschreibt Beat Lutz vom Institut für Physiologische Chemie der Universität Mainz die Aufgabe der Endocannabinoide. "Das nachgeschaltete Neuron sagt dem Absender: 'Habe verstanden - hör auf zu feuern, die Nachricht ist angekommen!'". Nur so sei das Vergessen möglich und damit die Möglichkeit Neues zu lernen.14  Ein weiteres Beispiel ist das Dimethyltryptamin - zumindest vermutet man das15 . Das überaus starke Halluzinogen soll ebenfalls ein endogenes Pendant besitzen, genau wie Meskalin, welches genau wie das bekannte Hormon Dopamin zur chemischen Gruppe der Phenethylamine gehört. Weitere ähnlichkeitsbeziehungen herrschen zwischen Noradrenaline und Kokain, Adrenalin und Amphetaminen, Endorphin und Morphin usw.. Wenn man nun davon ausgeht, das all diese Stoffe halluzinogene Wirkungen haben können, und das der Spiegel der Hormone im menschlichen Körper evolutiv begründet werden kann, so kann man zu der Annahme gelangen, das die Welt, so wie wir sie wahrnehmen eine evolutiv notwendige Halluzination ist. Zur Verdeutlichung eine Analogie zum Tunnelblick (siehe oben: Wenn das Hirn bestimmte Informationen der Realität ausblendet, weil es zum überleben sinnvoller ist, dann kann das Heben oder Senken der Hormonspiegel ein ebenso ökonomischer Weg zur veränderten Wahrnehmung sein, wie die "Unterschlagung" von beispielsweise visueller Information auf anderen Wegen. Wahrscheinlich sind die Erkenntnisse, die die Neurowissenschaftler über endogene Substanzen, die bewusstseinsverändernd wirken, gewonnen haben mitverantwortlich für eine Debatte zur Drogenpolitik, auf die ich im nächsten Teil des Essays zur "Neuroethik" eingehen werde.<br />
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Wie wahr sind also unsere Wahrnehmungen und Erinnerungen? Können wir auf Basis eines solchen "Denkapparates" überhaupt zu wahren Aussagen über die Realität gelangen? Sind das Fragen die die Hirnforschung beantworten kann? Mindestens die letzte Frage kann man mit einem klaren "Nein" beantworten. Die Philosophie sollte die beschriebenen Erkenntnisse der Hirnforscher eindeutig in künftige Definitionen von Wahrheit mit einbeziehen, besagte Definition bleibt aber nach wie vor Aufgabe der Philosophie, vor allem einer analytischen Philosophie. Was Wahrheit eigentlich ist, und welche Kriterien eine Aussage erfüllen muss, um als "wahr" zu gelten, dies sind Fragen, die in den Aufgabenbereich der Logik und der Wissenschaftstheorie fallen.<br />
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<b>Neuroethik</b><br />
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Eine weitere Schnittstelle von Philosophie und Hirnforschung ist die Ethik. Jede neue Wissenschaft bringt neue Technologien mit sich und neue Möglichkeiten, die einer ethischen Bewertung bedürfen. Schon jetzt gibt es Hirnschrittmacher, die Parkinsonpatienten ein beschwerdefreies Leben erlauben sollen16 . Dabei wird eine Elektrode ins Hirn implantiert, die elektrische Impulse aussendet, welche die "unnatürlichen" Impulse, die für die Symptome der Krankheit verantwortlich sind, neutralisieren können. Die Erfolge sprechen für sich, und ethisch ist diese Behandlung sicherlich wenig Kritik bedürftig.<br />
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Allerdings ist mehr als fraglich, ob die Erkenntnisse der Hirnforschung nicht auch Implantate hervorbringen werden, die keine therapeutischen Zwecke erfüllen, sondern einer "Verbesserung der Natur" dienen. Vielleicht wird es in Zukunft möglich sein, eine Art Festplatte oder dergleichen zu implantieren, um dem Gedächtnis auf die Sprünge zu helfen. Hormonbehandlungen dieser Art gibt es ja schon, von allem in den Vereinigten Staaten gibt es einen Trend zu Medikamenten, denen eine Verbesserung der kognitiven Leistungen zugeschrieben wird, ein Beispiel ist das Ritalin. Die weltweite Produktion von Methylphenidat, so der medizinische Ausdruck für besagtes Medikament, stieg von 2,8 Tonnen im Jahr 1990 auf 15,3 Tonnen im Jahr 199717 . <br />
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Die Frage die sich hier aufdrängt ist, ob irgendwann ein Zwang zu solchen Mitteln entstehen könnte, um zum Beispiel im Beruf das gleiche Niveau wie die Konkurrenten zu halten; vielleicht nicht nur im Beruf, denn auch im privaten Umfeld ist kognitive Leistungsfähigkeit sicherlich ein Kriterium der Auswahl18 .<br />
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In einer Studie von Miguel Nicolais (et al. an der Duke University in North Carolina wurde einem Affen eine Steuermöglichkeit für einen dritten Arm per Gehirn implantiert19 . Genauer gesagt wurden einem Nachtaffen 96 sehr dünne Elektroden in die Hirnrinde, vor allem in Teile des motorischen Cortex, implantiert. Nun zeichnete man die Hinströme des Affen bei bestimmten Bewegungsabläufen auf, und ein Computerprogramm korrelierte wiederkehrende Aktivitätsmuster im Affenhirn mit unterschiedlichen Armbewegungen. Nach Abschluss dieser Lernphase war das Programm in der Lage, allein aufgrund der neuronalen Informationen die intendierten Bewegungen am Roboter umzusetzen, und zwar simultan zur "echten" Bewegung, also völlig unabhängig vom Arm des Affen. Binnen kürzester Zeit benutzte der Affe einen vom Computer gesteuerten Roboterarm, als hätte er immer drei Arme gehabt. Spinnt man diese Idee nun weiter, und geht vom Tierversuch zum Menschen, wird einem schnell klar, das in unserer Welt, die ja mehr und mehr Leistung vom Individuum verlangt, eine solche Technologie "nützliche" Folgen haben könnte. Tatsächlich plant der eben genannte Forscher Nicolais die gewonnen Erkenntnisse zum Roboterarm im Jahr 2008 erstmals therapeutisch umzusetzen. "Einem Menschen, der beide Hände verloren hat, soll die Neuroprothese implantiert werden, um mit neuronalen Impulsen die Bewegung seiner künstlichen Armprothesen zu steuern."20  Aber auch militärisch ließen sich solche kybernetischen Organismen sicherlich vielseitig einsetzen - ob das moralisch einwandfrei wäre ist aber mehr als fraglich.<br />
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Hier sollte die Philosophie der technischen Entwicklung vorgreifen. Eine Diskussion über Möglichkeiten, die sich aus der Hirnforschung ergeben werden ist mindestens so wichtig, wie die Diskussion über Möglichkeiten, die bereits bestehen. Denn die Zukunft kann man noch verändern, die Gegenwart nur noch betrachten. <br />
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Auch in der gegenwärtigen Medizin gibt es allerdings eine Menge ethische Fragen, die die Neurowissenschaften aufwerfen, etwa die Frage nach Hirntod und Wachkoma: Nach der Trennung von einem Tod, der anhand des Herzstillstandes bestimmt wurde und des Hirntodes, der dank des überdruckbeamtungsgerätes und anderer technischer Fortschritte erstmals 1959 von Mollaret und Goulon definiert werden konnte21 , mussten neue Antwortkriterien für die Frage nach dem Zeitpunkt und den genauen Zuständen, die den Tod bedingen, gefunden werden. Die Geschichte dieser Diskussion ist lang, und hat hier keinen Platz, aber die Debatte, die um das Ende und den Tod der Amerikanerin Terri Shiavo 2005 geführt wurde zeigt, das ein Ende noch nicht gefunden ist. Die Neurologie kann uns zeigen, das es bei dem was heute als "Hirntod" bezeichnet wird, keinerlei Aktivität im menschlichen Gehirn mehr nachweisbar ist, und das beim "Wachkoma" zwar nur schwache, aber immerhin überhaupt Aktivität erkennbar ist22 . Die Frage, ob ein Mensch, der über keinerlei Gehirnaktivität mehr verfügt als "tot" gelten kann, diese Frage aber kann die Hirnforschung nicht beantworten. Hier ist eine Kooperation und Auseinandersetzung mit der Philosophie notwendig und richtig.<br />
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Ein weiteres Beispiel ist eine ebenfalls sehr aktuelle Diskussion, die allerdings ihren Ursprung nicht in der Medizin, sondern in der Forschung hat: Zufällige Befunde. Bei fast einem Fünftel der, im Rahmen von Grundlagenforschungen, untersuchten Testpersonen werden zufällig Anomalien im Hirn entdeckt. Oft erweisen diese sich als gutartige Tumore oder aus anderen Gründen nicht behandlungsbedürftig, manchmal aber auch nicht. Die Forscher, die diese Entdeckungen machen sind keine Mediziner, sie haben keine Schulung im Umgang mit Patienten23 . Auch ich selbst bin im Rahmen meiner Arbeit einmal auf ein Muster im EEG gestoßen, das laut Aussage einer Kollegin als Anzeichen einer Epilepsie gedeutet werden kann. Wie sollen die Forscher mit diesen zufälligen Befunden umgehen? Wenn eine Versuchsperson zum Patienten wird, ist das eine äußerst diffizile Angelegenheit, die Taktgefühl seitens des Forschers erfordert, besser aber einem Mediziner überlassen werden sollte. Dies ist ebenfalls eine Frage, mit der sich Philosophen, am besten in Zusammenarbeit mit Humanmedizinern, stellen sollten. Die Forscher brauchen hier einen ethischen Leitfaden.<br />
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Bevor ich auf eher theoretische Aspekte eingehe, möchte ich mich kurz mit der Debatte um die Drogenpolitik (siehe oben beschäftigen. In seinem Artikel "Intelligente Drogenpolitik für die Zukunft" stellt Thomas Metzinger die Frage was gefährlicher ist: "Der LSD-Bewusstseinszustand oder der RTL-Bewusstseinszustand? Wie weit sollen freie Bürger in einer freien Gesellschaft eigentlich selbst darüber bestimmen dürfen, was sie mit ihrem Gehirn und ihrem Bewusstsein anstellen?" Angesichts der Zahlen, die er direkt im Anschluss liefert eine durchaus berechtigte Frage: jährlich gibt es in Deutschland 110.000 Menschen, die an Tabakkonsum sterben, 40.000 die an den Folgen des Alkoholkonsums sterben, aber "nur" 2000 denen psychodelische Drogen zum Verhängnis werden. Er beruft sich auf die Religionsfreiheit und, davon ausgehend, auf ein Recht der Menschen bestimmte Hirnzustände erleben zu dürfen, die manchmal sogar tiefe spirituelle Erfahrungen auslösen. Sein Vorschlag ist eine Art Drogenführerschein, der es einem psychologisch gefestigtem Menschen erlaubt jährlich ein paar Mal Halluzinogene zu konsumieren24 .<br />
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Zumindest hypothetisch sollte man sich auch heute schon mit den Konsequenzen beschäftigen, die das Kippen des Bildes vom "entscheidungsfreien Menschen" hätte. Der sicherlich auffälligste Rahmen, in dem dies geschehen kann, ist das Strafrecht: Wolf Singer betont in "Ein neues Menschenbild" mehrfach, das unser juristisches System, welches auf Schuld basiert, vom neurowissenschaftlichen Standpunkt her nicht haltbar ist. Aber auch Verantwortung wäre in solch einem Rahmen ein fragliches Konzept. Trotzdem ist er der Meinung, das sich im Strafrecht nicht viel ändern müsste: "Ich glaube, dass sich an der Art, wie wir miteinander umgehen, nicht sehr viel ändern würde <b>...</b>. Wir würden allerdings <b>...</b> vermutlich ein wenig toleranter werden, nachsichtiger, verständnisvoller." Den Grund sieht er in der "gleichen überlegung, die uns gegenüber Epileptikern und Schizophrenen nachsichtig gemacht hat. <b>...</b> Als wir begriffen haben, dass sie krank sind, haben wir zwar immer noch versucht, sie vor sich selbst zu schützen - oder uns vor ihnen, wenn sie für uns gefährlich wurden. Aber wir gehen wegen der Einsicht in die Bedingtheit ihres Verhaltens nun wesentlich humaner mit ihnen um." Er überträgt dieses Beispiel auch in den Strafvollzug, schützen müssten wir uns nach wie vor, also würden wir "Straftäter wegsperren und bestimmten Erziehungsprogrammen unterwerfen, die durchaus auch Sanktionen einschließen würden. <b>...</b> Allein die Betrachtungsweise hätte sich geändert."25 <br />
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Eine große Gefahr besteht allerdings in der Möglichkeit, das eine Art Neuro-Screening den Täter schon vor seiner Tat identifiziert: Ulrich Kraft beschreibt in dem Artikel "Schöne neue Neuro-Welt" die utopische, oder dystopische, Szene, in der ein Junge vor seiner Einschulung zum Neurologen gebracht wird, der ihm "kein erhöhtes Risiko für Schizophrenie, Depressionen oder andere psychische Erkrankungen" und "keine strukturellen Defekte im Gehirn." bescheinigt. Dafür aber auf "eine Prädisposition für aggressives Verhalten" sowie "mögliche Probleme beim räumlichen Vorstellungsvermögen" hinweist26 . Das diese Utopie gar nicht so utopisch ist illustriert Kraft an einem Beispiel: Konfrontiert man einen depressiven oder ehemals depressiven Menschen mit negativ assoziierbaren Begriffen wie "Völkermord" oder "Massaker", dann unterscheidet sich die folgende Hirnaktivität in der Amygdala signifikant von der eines nicht erkrankten Menschen. So könnte etwa ein Personalmanager beim Einstellungstest die oft von Rückfällen geplagten Depressiven aussortieren.<br />
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Die zuletzt genannte Problemstellung kann stellvertretend für einen ganzen Problemkomplex gesehen werden: Wird es neben dem genetischen Fingerabdruck einen neuronalen Fingerabdruck geben? Wird der Mensch Dadurch gläsern? Wird es in Zukunft maßgeschneiderte Werbung geben, die besser über meine derzeitigen Wünsche und (finanzielle Möglichkeiten Bescheid weiß als ich selbst? Und wenn ja, welche positiven Auswirkungen hätte dies, neben den offenkundig negativen? Leider kann ich im Rahmen dieser Arbeit auf diese Fragen nicht tiefer eingehen als bisher geschehen.<br />
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<b>Ontologie</b><br />
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Nicht zuletzt landen die Forschungsergebnisse der Hirnforscher auch bei Laien, sei es über das Fernsehen, oder auch über mehr oder weniger ernst zu nehmende Zeitschriften. Das Online-Magazin TELEPOLIS des Heise Verlages zum Beispiel titelt Nicht der Mensch mordet, sondern sein Gehirn oder Warum der Mensch glaubt - Das Gehirn, der große Geschichtenerzähler. Von den stark abgespeckten und daher teils weit an der ganzen Wahrheit vorbei recherchierten Fernsehsendungen gar nicht erst zu sprechen.<br />
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Nun hat die Wissenschaft schon immer das Menschenbild beeinflusst, sei es Galileo Galilei oder Kopernikus, die das heliozentrische Weltbild erschufen, und dem Menschen damit seine Rolle als Zentrum des Universums entzogen, oder Charles Darwin, der zeigte, dass der Mensch kein Schöpfungsakt war, sondern vom Affen abstammt. Zuletzt hat die Psychologie das Menschenbild mit der Postulierung des Unterbewussten, und damit einhergehend der Verschiebung unserer Motive ins Unzugängliche, verändert.<br />
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Es stellt sich nun selbstverständlich die Frage, inwiefern die Hirnforschung unser Menschenbild verändern wird. Vor allem aus Sicht der Existenzphilosophien, die ein Hauptproblem in der Geworfenheit oder der Freiheit des Menschen sehen27 28 , und den Menschen deswegen als Mängelwesen29  beschreiben, scheint die Hirnforschung bestätigend. Und zwar durch eine radikale Entmystifizierung des Menschen und Menschenbildes durch die Hirnforschung, welche Michel Houellebecq als eine ontologische Leere30  beschreibt. Peter Sloterdijk formuliert diese Leere folgendermassen: Absurd ist ein Dasein, das sich ohne inspirierende Mission und objektive Aufgabe in eine riesige und abstossende Welt gestellt sieht.31  Einfacher ausgedrückt könnte man sagen, dass ein Mensch, dessen Motive nicht er selbst wählt, sondern die schon im Hirn vorprogrammiert sind, zu der Frage gelangen könnte, inwiefern etwa seine moralischen Urteile und Ansichten haltbar sind, seien sie denn nicht Frucht seiner Arbeit, sondern notwendige hirnarchitektonische Konsequenz. Ebenso könnte dieser Mensch seine tiefesten Beweggründe als willkürlich empfinden.<br />
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Was wären die Folgen einer Konfrontation der Menschen mit solch einer fertigen Definition von illusorischer Freiheit? Welche Einflüsse hätte diese auf das alltägliche Leben der Menschen? Wäre die mangelnde Willensfreiheit für die Menschen eine Entschuldigung für die Verweigerung von Verantwortung? Wenn wir das Konzept des freien Willens tatsächlich aufgeben müssen  mit Konzept ist hier das intuitive Konzept der Bevölkerung gemeint  wie soll man solch einer Entwicklung oder möglichen Konsequenz vorgreifen? Wie reduktionistisch sollte unser Menschenbild werden? Diese Fragen liegen nicht im Ermessen der Hirnforschung. Sie sind naturgemäß philosophische Fragen, und sollten von eben jenen beantwortet werden.<br />
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Literaturhinweise:<br />
1) Pierre-Simon Laplace, "Essai philosophique sur les probabilités", 1814<br />
2) Erasmus von Rotterdam, "Vom freien Willen", 1524<br />
3) Christian Geyer (Hrsg.), "Anhang: Haben wir einen freien Willen?" von Benjamin Libet in "Hirnforschung und Willensfreiheit", Suhrkamp 2004<br />
4) Wolf Singer, "Wer deutet die Welt?" in "Ein neues Menschenbild", Suhrkamp 2003<br />
5) Michael Pauen,  "Personale Freiheit: Eine Minimalkonzeption" in  "Illusion Freiheit? Mögliche und unmögliche Konsequenzen der Hirnforschung", S. Fischer 2005<br />
6) Michael Pauen, "Ist Freiheit schon aus theoretischen Gründen unmöglich?" in "Illusion Freiheit? Mögliche und unmögliche Konsequenzen der Hirnforschung", S. Fischer 2005<br />
7) John Gribbin, "Schrödingers Kätzchen und die Suche nach der Wirklichkeit", Fischer Taschenbuch Verlag 2004<br />
8) Werner Heisenberg, "Der Teil und das Ganze - Gespräche im Umkreis der Atomphysik", Piper 2001<br />
9) Rene Descartes,  "Principia philosophiae I, 4. Medit. I", 1644 <br />
10) Wolf Singer, "Wir benötigen den neuronalen Code" in "Ein neues Menschenbild", Suhrkamp 2003<br />
11) Gehirn & Geist 11/05, "Good Vibrations" von Andreas K. Engel, Stefan Debener und Cornelia Kranczioch<br />
12) Trends in Cognitive Scienes, Vol. 4, No. 9, Spetember 2000, "What's new in visual masking?" von James T. Enns und Vincent Di Lollo<br />
13) Gehirn & Geist 05/05, "Kriege der Erinnerungen" von Harald Welzer<br />
14) Gehirn & Geist 04/06, "Hanf - Marke Eigenbau" von Ulrich Kraft<br />
15) http://de.wikipedia.org/wiki/Dimethyltryptamin, besucht am 08.05.2006<br />
16) http://www.daserste.de/wwiewissen/thema_dyn~id,0tophd5zjo060h67~cm.asp, besucht am 22.04.2006<br />
17) http://www.swissmedic.ch/files/pdf/Ritalin_Studie_Kanton_Neuenburg.pdf, besucht am 22.04.2006<br />
18) Gehirn & Geist 12/05, "Keine Angst vor IQ-Doping" von Michael S. Gazzaniga<br />
19) Gehirn & Geist 04/02, "Entlassen in die Wirklichkeit" von Ulrich Kraft<br />
20) http://www.heise.de/tp/r4/artikel/20/20554/1.html, "Neuroprothesen ziehen in die Gehirne der Menschen ein" von Florian Rötzer, besucht am 08.05.2006<br />
21) Mollaret, P. & Goulon, M. "Le coma depasse", Rev. Neurol. 101, 3-15 (1959)<br />
22) Spektrum der Wissenschaf 02/2006, "Hirntod und Wachkoma" von Steven Laureys<br />
23) Gehirn & Geist 10/05, "Der Scanner bringt es an den Tag" von Jamie Talan<br />
24) Gehirn & Geist 01/06, "Intelligente Drogenpolitik für die Zukunft" von Thomas Metzinger<br />
25) Wolf Singer, "Das Ende des freien Willens?" in "Ein neues Menschenbild", Suhrkamp 2003<br />
26) Gehirn & Geist 06/04, "Schöne neue Neuro-Welt" von 	Ulrich Kraft<br />
27) Martin Heidegger, Verfallen und Geworfenheit in Sein und Zeit, Niemeyer 1993<br />
28) Jean-Paul Sartre, Das Sein und das Nichts, 1914<br />
29) Arnold Gehlen, Der Mensch - Seine Natur und seine Stellung in der Welt, Quelle & Meyer 1997<br />
30) Michel Houellebecq, Die Möglichkeit einer Insel, DuMont Kunst und Literatur 2005<br />
31) Peter Sloterdijk, Falls Europa erwacht, Suhrkamp 2002]]></content>
			    <pubDate>Thu, 01 Jan 1970 01:00:00 +0100</pubDate>
			</item>
			<item>
				<title><![CDATA[Births Today]]></title>
			    <link>http://www.kwondoo.de/texte/Wissenschaft/Evolution/Births+Today</link>
			    <dc:creator>Patrick Albertini</dc:creator>
			    <description><![CDATA[Gedanken zur Bevölkerungsentwicklung und dem Wissenswachstum.Births today: 4,44/sec. 
Deaths Today: 1,67/sec.
(Quelle: Worldometers)

Irgendwie s...]]></description>
			    <content><![CDATA[<p class="description">Gedanken zur Bevölkerungsentwicklung und dem Wissenswachstum.</p>Births today: 4,44/sec. <br />
Deaths Today: 1,67/sec.<br />
(Quelle: Worldometers)<br />
<br />
Irgendwie schockierend, wenn das eigene Werk zu einem immer kleineren Teil am Gesamtwerk der Menschheit verblasst. Heute steht das Worldometer bei etwa 6,5 Milliarden Menschen (lebend), also ist mein Anteil daran 1/6.500.000.000 - nicht besonders viel. Eine Generation später wird es wohl die zehn Milliarden gesprengt haben...<b><b>Worldometers, Stand: 09.Juli 2006</b></b><br />
<br />
 Der Ausblick der sich hier bietet ist neben dem einer immer bedeutungsloseren Existenz, einer immer freieren, weniger belastenden Existenz, derjenige eines exponentiellen Wachsens in alle Richtungen. Dominik Lambert hat ja schon erwähnt, wieviel Wissen anteilig am Gesamtwissen der Menschheit dem letzten Jahrhundert zugeschrieben werden kann (Ein Volk von Heuchlern und Populisten) - nun beeinflusst natürlich dieses Wissen auch wieder die Menschen, also die Produzenten des Wissens. <br />
<br />
Interessanter Weise ermöglicht mehr Wissen immer mehr Wissensproduktion. Ein Beispiel seien hier die Computer-Technologien, die uns neue Möglichkeiten in Bereichen wie Formal- und Strukturwissenschaft geben, und sich so auf jede andere Wissenschaft begünstigend auswirken. Oder - ein neueres Beispiel - das Internet, welches - zumindest hypothetisch - den Menschen den Zugang zu Wissen erleichtert, und somit eine Grundlage zur Synthese bietet. Völlig neues Wissen - neue Qualität - wird immer zu Lasten der Quantität erschaffen: Eine neue Theorie ist dann am besten, wenn sie Erklärungen liefert, für die man früher mehrere Theorien brauchte, also in gewisser Weise synthetisiert. <br />
<br />
In einer idealen Welt, in der alle Menschen - alle Mitglieder einer exponentiell steigenden Bevölkerung - Zugang zu einem exponentiell steigenden Wissenschatz haben, sollte sich das Wachstum des Wissens noch einmal exponentiell vergrößern. Und nicht nur das: durch die Unschärfe, die die moderne Kommunikation dem Wissenstransfer gibt, sollte die Mutationsrate der Meme <b><b>vgl. Memetik</b></b> enorm zunehmen, was eine weitere Differenzierung zur Folge haben könnte  ebenso allerdings eine Verwischung.<br />
<br />
 nach Jahren. <br><b><b>Science and Technology Indicators: 2004, NISTEP</b></b></b>) Das wird aber in absehbarer Zeit und einer nicht idealen Welt (unserer) nicht passieren. Ein steigender Grad an Wissen scheint nur in einer sicheren Gesellschaft möglich: Ein Bauer, der um das nackte Überleben kämpft, wird sich wenig für die Quantenmechanik interessieren (können). Gleichzeitig ist ein steigender durchschnittlicher Bildungsgrad einer Gesellschaft eine Bevölkerungswachstums-Bremse: Die Menschen setzen auf Qualität in der Erziehung der Kinder, im Gegensatz zur Quantität, auf die unser Bauer setzen <i>muss</i>, um sich abzusichern. Hinzu kommt, das die Menschen in den postmodernen Gesellschaften - und dies sind die Gesellschaften mit dem höchsten Grad an Bildung - der individuellen Entfaltung mehr Gewicht geben, als der Reproduktion <b><b>Ronald Inglehardt & Pippa Norris, Sacred and Secular - Religion and politics worldwide</b></b>.<br />
<br />
So kommt es, dass in den postmodernen Gesellschaften die Geburtenrate teilweise unterhalb der Reproduktionszahl liegt - also die Bevölkerung insgesamt sinkt, während die Bevölkerung in den preindustriellen oder neu industrialisierten Ländern steigt. In einer Rede zur Bevölkerungsentwicklung Deutschlands  eine eindeutig postmoderne Gesellschaft - 2003 sagte Johann Hahlen, Präsident des Statistischen Bundesamtes: Das <b>...</b> entstehende Geburtendefizit wird von 94 000 im Jahr 2001 auf fast 600 000 im Jahr 2050 anwachsen und kann durch die angenommenen Wanderungsüberschüsse nicht kompensiert werden. <b><b>Pressekonferenz "Bevölkerungsentwicklung Deutschlands bis zum Jahr 2050" am 6. Juni 2003 in Berlin </b></b>. In Indien dagegen wird bis 2050 ein Bevölkerungszuwachs von etwa 52% auf 1.628.000.000 Einwohner erwartet <b><b>PRB, PRB 2005 World Population Data Sheet</b></b>.<br />
<br />
Steigende Bevölkerung in den weniger gebildeten Gesellschaften (Indien: 59,5% der Erwachsenen können lesen und schreiben, Quelle: siehe nächste Klammer), sinkende in den gebildeteren (Deutschland: 99% der Erwachsenen können lesen und schreiben, Quelle: CIA Factbook, Stand: 29. Juni 2006, link). Wohin dies auf Dauer führen muss ist klar: ein Sinken des durchschnittlichen Bildungsgrades der Weltbevölkerung, was im Rahmen einer zunehmenden Globalisierung auch für die postmodernen Gesellschaften kurzfristig kritisch werden könnte, dazu vielleicht bald mehr. <br />
<br />
Drei Fakten scheinen klar: Die Weltbevölkerung steigt, der Bildungsgrad nimmt ab, das Weltwissen nimmt zu. Wie bringt man nun eine produktive Synthese aus <i>diesen</i> Fakten zustande? <br />
<br />
Muss man vielleicht annehmen, dass die Evolution der Wissenschaft ähnlich der Evolution der Mode verläuft  nur eben mit zeitlich weitaus größeren Intervallen? In der Mode ist der Erfolg einer modischen Richtung gleichzeitig ihr Untergang: Eine Avantgarde an Designern entwickelt eine Mode, zuerst tragen ebenfalls nur avantgardistische (in diesem Fall eben reiche) Konsumenten die Produkte, langsam aber sicher verbreitet sich die Mode in der Bevölkerung, und sorgt damit für das (zwangsläufige) Aufkommen neuer Strömungen, da die nun "alte" Mode nicht mehr ihren Zweck erfüllt: den gleichen Zweck, den die Federn des Pfauen erfüllen. Eine Evolutionskurve der Mode ist dadurch wellenförmig  wahrscheinlich mit einem Peak alle sechs bis zehn Monate.<br />
<br />
Verhält es sich mit dem Wissen, der Bildung, der Wissenschaft ähnlich? Mit einem Peak alle zwei- bis dreitausend Jahre? Eine stetig sterbende Avantgarde, die irgendwann so träge wird, dass mit ihr die Wissenschaft begraben und neu erfunden werden muss? Doch sicher nicht. Viel wahrscheinlicher ist die Abspaltung einiger elitärer Gruppen von dem zunehmend  man entschuldige den Ausdruck  verdummenden Rest, die in ihren eigenen Reihen moralische Standards wie den der Eugenie propagieren. <br />
<br />
Allerdings erfolgt diese Abspaltung keineswegs in einer Art, die man als "verschwörungstheorethisch" bezeichnen möchte, sondern ebenfalls als evolutionärer Prozess: schlicht und ergreifend durch eine unausgesprochene Trennlinie zwischen dem, sagen wir "Proletariat" und den Intellektuellen. Schon heute beklagt man die Abkapselung der Universitäten von der restlichen Gesellschaft, nicht umsonst werden diese oft als "Elfenbeintürme" bezeichnet. <br />
<br />
Die postmodernen Gesellschaften stehen im krassen Gegensatz zu der griechischen Philosophie der Marktplätze: Die weniger gebildeten Menschen sehen sich zunehmend mit einer für sie nicht verständlichen Spezialisierung der verschiedenen Wissenschaften, also mit einem Missverständnis der Aufgabe einer bestimmten Wissenschaft konfrontiert. Hinzu kommt das besagte Wachstum des Gesamtinhaltes der Wissenschaftszweige. Die entstehende Flut an Information, die oft mit dem Bild der beiden Physiker, die sich nicht mehr über Physik unterhalten können, weil beide zu hochspezialisiert sind, paraphrasiert wird, diese Flut scheint dem Laien nicht mehr überblickbar. Ein Zugang, egal von welcher Seite, scheint immer unnötiger und unmöglicher, da man mit dem Bruchteil zu dem der Zugang stattfindet sowieso nichts anfangen könnte. <br />
<br />
Die einzige Schnittstelle zwischen Wissenschaft und dem Rest der Gesellschaft bietet derzeit das Fernsehen, welches die gegebenen Informationen von einem Wissenschaftler zusammengefasst nochmals zusammengefasst sendet. An dieser Stelle geht viel verloren. Der Wissenschaftler hat nur den Blick von einer  nämlich seiner  Seite auf die betreffende Wissenschaft und der Journalist oder Regisseur meist gar keinen: Eine einseitige Darstellung, die noch unfachkundlich gekürzt ist, lässt ein komplett falsches Bild von der Wissenschaft, dem Resultat und dem wissenschaftlichen Arbeiten entstehen, welches für den Laien noch verwirrender ist, nämlich bezüglich dem eigentlichen Ziel der Wissenschaften: Der Erkenntnis. Die Wissenschaft der Laien ist vor allem sensationell (keineswegs meine ich damit empirisch, sondern ein ganz alltagssprachliches "sensationell") und der Weg zum Ziel (also das, was Wissenschaft selbst eigentlich ist) kommt weder in der medialen Darstellung noch in der mentalen Representation des Laien vor.<br />
<br />
Was folgen muss, ist eine Abwendung des Proletariats von der Wissenschaft. Und das tut sie: Wissenschaft ist heute nicht mehr in der Allgemeinbildung enthalten, sondern nur die Spezialisierung eines Zweiges der Allgemeinbildung, ein direkter Kontakt der gebildeten Menschen und der Wissenschaft besteht nicht; von bildungsfernen Schichten erst gar nicht zu sprechen. Oftmals kann man sogar eine Abwendung der Bildungfernen von der Wissenschaft betrachten: Begriffe wie das "Fachsimpeln" und der "Klugscheisser" könnte daher rühren; aber sicherlich kann jeder Wissenschaftler bestätigen, dass ein Gespräch sich schwierig bis unmöglich gestaltet, dass eine Kommunikation zunehmend scheitert. Der Grund liegt auf der Hand: Was genau sollte die "gemeinsame Basis" darstellen, den Inhalt eines Gespräches? Entweder der Wissenschaftler befremdet, und zwar deswegen, weil seine Informationen gemessen am Bild, welches der Ungebildete von der Wissenschaft hat, einfach unpassend erscheinen, oder der Wissenschaftler überfordert, weil die Sprache der Wissenschaft mittlerweile einfach viel zu weit von der Sprache der Massen divergiert.]]></content>
			    <pubDate>Thu, 01 Jan 1970 01:00:00 +0100</pubDate>
			</item>
			<item>
				<title><![CDATA[Vita Brevis]]></title>
			    <link>http://www.kwondoo.de/texte/Prosa/Prosa/Vita+Brevis</link>
			    <dc:creator>Patrick Albertini</dc:creator>
			    <description><![CDATA[Das Leben ist kurz.Das Leben ist kurz. 
Manchmal, wenn der Himmel klar ist, 
kann man es am Horizont enden sehen. 
Die Landschaft dazwischen ist ze...]]></description>
			    <content><![CDATA[<p class="description">Das Leben ist kurz.</p>Das Leben ist kurz. <br />
Manchmal, wenn der Himmel klar ist, <br />
kann man es am Horizont enden sehen. <br />
Die Landschaft dazwischen ist zerklüftet und hügelig, <br />
breite Flüsse durchziehen die Zeit. <br />
Am Ende laufen sie alle in einem Ozean der Leere zusammen.<br />
<br />
<br />
Nachdem Nietzsche im 20. Jahrhundert Gottes Tod ausgerufen hatte, und die moralischen Zügel dem Kutscher aus der Hand glitten, starb die Liebe. Ihr Tod sollte die Menschheit weit mehr erschüttern als der Tod Gottes  zumindest in der Literatur. Im wahren Leben bemerkte fast niemand ihr Verschwinden. Lange genug hatten sich Bilder einer Liebe eingebrannt, fest genug war das Bild dessen, wie es aussehen sollte, klug genug die Menschen um das Schauspiel am Leben zu erhalten. Nur einige Literaten weinten. Einige Buchseiten trieften vor Tränen.<br />
<br />
Die rationale Gleichgültigkeit, welche die Menschen im ausgehenden zwanzigsten Jahrhundert empfing, war zugleich der Todesstoß und zugleich heilsam. Mit eben dieser gelassenen Gleichgültigkeit trug man die Liebe hoch inoffiziell zu Grabe. <br />
<br />
Mit der Liebe starb die Kunst; hatte der Fall einer Moral bereits Themen zur Kunst werden lassen, die die Grenzen der Kunst bis ans Äußerste schoben, hatte bereits zwanzig Jahre zuvor ein universeller Verfall und Beifall des selben eingesetzt, so war der Wegbruch der letzten Instanz, der letzten Sache, die so menschlich ist, dass sich bis ins späte 19. Jahrhundert hinein niemand getraut hatte, ihre Lächerlichkeit preis zugeben, ebenso für die schönen Künste der Dolch ins Herz.<br />
<br />
Der Begriff Depression setzt sich zusammen aus der Vorsilbe de- und der pression. So frei übersetzt wie zuvor zerpflückt, bedeutet die Depression Herunterdrückung. Vielleicht auch Unterdrückung, aber es widert mich an, eine hoch personelle Ontologie mit einem politisch belasteten Begriff zu besudeln. Die Depression, eine stille, wehrlose und unterschwellige Depression, ist das, was heute von der Liebe, die wir nur noch aus Büchern zu kennen glauben übrig ist.<br />
<br />
Diese Depression, die wie ein weltumspannendes elektromagnetisches Feld im Hintergrund mitschwingt, infiziert vor allem diese Menschen, die Zeit haben, sich befallen zu lassen, weil sie Zeit haben, sich das Leben anzusehen, anstatt zu leben. Sie befällt kurz gesagt alle Mitglieder der postmodernen Gesellschaften; all diese Menschen, die einst den Traum der großen Freiheit träumten, die mal gutartige und mal bösartige Opportunisten gewesen waren, und sich durch diesen optimistischen Opportunismus einen Vorteil erkämpft hatten, den sie nun der Lethargie, dem Warten auf das Sterben, preisgaben.<br />
<br />
Einige traurige Musikstücke und Metakunst zeugt noch von diesem subjektiv langsamen und objektiv sehr schnellen und ungehinderten Untergang. Einige wenige Theoretiker sahen kommen was unvermeidlich war, einige wenige Pragmaten taten das zu diesem Zeitpunkt einzig Logische und verließen das sinkende Schiff einer ehemals glanzvollen Gesellschaft. <br />
<br />
Die unbarmherzigste Wissenschaft ist die Geschichtsschreibung  denn sie hält die Illusion der Utopie und die Realität des Scheiterns fest; Gesellschaft für Gesellschaft. Ich begrabe das evolutive Crescendo unter einem Berg Tränen. König der Tränen.]]></content>
			    <pubDate>Thu, 01 Jan 1970 01:00:00 +0100</pubDate>
			</item>
			<item>
				<title><![CDATA[Das Leben lächelt (Einsamkeit Teil 4)]]></title>
			    <link>http://www.kwondoo.de/texte/Philosophie/Existentialismus/Das+Leben+l%C3%A4chelt+%28Einsamkeit+Teil+4%29</link>
			    <dc:creator>Patrick Albertini</dc:creator>
			    <description><![CDATA["Einsamkeit überwinden" oder "Die Ironie des Daseins"Die Einsamkeit überwinden. Ein lauter Schrei. Ein lauter Schrei ins Nichts. Kein Gebrüll, kein...]]></description>
			    <content><![CDATA[<p class="description">"Einsamkeit überwinden" oder "Die Ironie des Daseins"</p>Die Einsamkeit überwinden. Ein lauter Schrei. Ein lauter Schrei ins Nichts. Kein Gebrüll, keine Aufregung. Nur ein Schrei. Das Leben leiden. Unter dem Leben leiden und es erleiden. Damit leben, mit der Einsamkeit. Abfindung. Ein langsamer Prozess, zum Scheitern verurteilt und doch geführt, doch erlebt, doch ausgestanden. Schrei so laut du kannst.<br />
<br />
Ich kenne einen Platz, er ist nicht weit von hier. Es ist ein einsamer Platz, er kennt wenig Licht, er kennt wenig Menschheit, er kennt Alleinsein. Viele Menschen, die ihn besucht haben, um allein zu sein. Manchmal zu Zweit. Zu zweit einen Platz besucht um Distanz zu überbrücken. Eine Ironie. Ein Schrei. Ein Wort das verhallt. Eine Zeit die langsam oder schneller abläuft, eher langsam. Eine Wahrheit die zur Lüge wird.<br />
<br />
Die Zeit hat es geschluckt, hat es verweht, hat es verziehen. Ein Gedanke der unscharf wird, der vom Bild zum Wort wird. Ein Gedanke der nicht mehr viel bedeutet. Die Zeit hat den Gedanken verziehen. Die Zeit verzeiht so einiges. Wenige sentimentale Momente erinnern, eine Insel in der Zeit, die bald überschwemmt ist, bald ihr verwüstetes Antlitz offenbart, selten beseelt und öfter einsam im Ozean liegt.<br />
<br />
Es ist wie es scheint, und scheint doch so unwirklich.<br />
<br />
Die blasse Morgenröte, die Vernebelte, des Daseins: Sie ist so unbarmherzig im Umgang mit dem Gefühl. So übergehend das Denken, so scheinheilig und so einholend. Das Erinnern ist Versinken, das Erneuern ist Verdenken. Die Klarheit ist nicht Wahrheit, und die Endlichkeit Unkenntlichkeit.<br />
<br />
Wir hatten reichlich, aber die Erinnerung schwindet und macht einer abgeklärten Nostalgie Platz, die scheinbar wenig Raum für Wiedergeburt bietet.]]></content>
			    <pubDate>Thu, 01 Jan 1970 01:00:00 +0100</pubDate>
			</item>
			<item>
				<title><![CDATA["Kosmisches Rauschen" oder "Musik"]]></title>
			    <link>http://www.kwondoo.de/texte/Verschiedenes/Meinungen/%22Kosmisches+Rauschen%22+oder+%22Musik%22</link>
			    <dc:creator>Patrick Albertini</dc:creator>
			    <description><![CDATA[Über Musik und andere Drogen ...Ich musste spontan lächeln, als ich vor kurzem Wolf Singers neurowissenschaftliche Beschreibung von Musik las: "Seit...]]></description>
			    <content><![CDATA[<p class="description">Über Musik und andere Drogen ...</p>Ich musste spontan lächeln, als ich vor kurzem Wolf Singers neurowissenschaftliche Beschreibung von Musik las: "Seit der Mensch angefangen hat, zu singen und Musik zu machen, nutzt er die Möglichkeit, durch das Erzeugen von Rhytmen auf dynamische Hirnprozesse einzuwirken. <b>...</b> man kann das Gehör genauso wie die anderen Sinnesorgane auch dazu benutzen, um durch strukturierte Reize ganz bestimmte Zustände im Gehirn auszulösen. Komponisten und Lyriker nutzen diese Möglichkeit." Ausnahmsweise kann ich an diesem Reduktionismus nicht einmal etwas Werfendes in Heideggers Sinne erkennen. Eine interessante - und augenscheinlich richtige - Sichtweise von Musik. Auch wenn das sehr theoretisch klingt, kennt wohl jeder von uns Musikstücke (bewusst nicht: "Lieder"), die traurig oder fröhlich machen.  <br />
<br />
Oder beides: ausprobiert und verifiziert habe ich letztere Bedingung mit verschiedenen Liedern von <i>Yann Tiersen</i> - besonders geeignet erscheint beinahe das gesamte Album "Les Retrouvailles", 2005 - und <i>Beethovens</i> Romanze für Violine und Orchester in G-Dur. Seltsame Mischung, fröhlich und traurig, vielleicht hat es mehr mit einer Art Nostalgie zu tun - traurige Stimmung und fröhliches Erinnern, oder anders herum. <br />
<br />
Auf der Anderen Seite scheinen bestimmte Lebensumstände wiederrum andersartige musikalisch-kulturelle Evolution hervorzubringen: so wie Lebewesen in kälteren Regionen der Erde eher zu kompakt-rundlichen Formen neigen (natürlich nicht bewusst neigen), und sonnige Gemüter der biologischen Evolution eine dank Schönheitsidealen als angenehm empfundene Form verdanken, so scheint auch die Musik dem Klima zu folgen. Ich denke gerade an karibische Klänge und den <i>Buena Vista Social Club</i>, passend dazu höre ich "Chan Chan", in der Hoffnung, dass mein Hirnzustand einen sonnigen Text fabriziert. <br />
<br />
Auch Soziokulturell finde ich Musik hochinteressant. Vor allem in der vorläufigen Moderne; mir stellt sich oft die Frage, ob Musik Subkulturen konstituiert, oder ob Subkulturen ihre Musik konstituieren. Singers These zufolge könnte man meinen, das eine musikalische Subkultur mit einer Drogensubkultur analog funktionieren kann: die Anhänger streben nach ähnlich Hirnzuständen, nach denen sie süchtig sind, und raufen sich deswegen zusammen gegen die (evtl. vermeintliche) Intoleranz. An dieser Stelle unterbreche ich die karibischen Schallwellen, die so gut zum Wetter passen, und wechsle zu <i>DJ Shadow</i>, der zum dritten Mal fragt "What does your soul look like (part 3)". Selbst mit - oder wegen - Konzentration kann ich nicht feststellen, ob sich meine Stimmung signifikant verändert; so ist das mit Explanans und Explanandum.<br />
<br />
Einen Konsens mit mir selbst finde ich nicht in den Betrachtungen über bedeutungsgeschwängerte Musik, meint Musik, deren Melodie und Klang zu Gunsten einiger diskret intelligenter Zeilen leiden müssen: <i>Xavier Naidoo</i> erscheint mir als passendes Beispiel, "Bist du am Leben interessiert?" bietet zahlreiche Empfehlungen für Interessengemeinschaften, dass man das offbeatlastige Hintergrundrauschen allerdings als musikalische Hochkultur (oder mindestens avantgardistisch) bezeichnen kann meine ich nicht. Eine Frage der Intention? Will man die Welt verbessern könnte man auch ein Buch schreiben, will man Kunst kreieren, sollte man bei der Hirnstimulation bleiben, ich kann mich nicht mit den ethisch-musikalischen Hybriden anfreunden. Da ziehe ich es vor, textlastige Musik zu horchen, die sich Sprache bedient, derer ich nicht mächtig bin. <i>Edith Piafs</i> "Non je ne regrette rien" ist zwar nicht unbedingt textlastig (meine ich herauszuhören?), entspricht aber meiner Laune, daher schließe ich den Absatz unpassend damit ab.<br />
<br />
Ach ja, beinahe hätte ich Musik vergessen, die an bestimmte Orte gebunden scheint: Jazz gehört für mich zum Beispiel in verrauchte Kneipen (mit möglichst viel Messing), am besten man raucht Zigaretten ohne Filter (eventuell selbst gedreht) oder Zigarren. Filterzigaretten wollen nicht recht passen. Bei gewissen Liedern, in meinem Fall gerade "Take Five" vom <i>Dave Brubek Quartett</i>, kommt dabei ein seltsames (melodiegetragenes) 'so spielt eben das Leben' Gefühl auf, das ich für unbezahlbar halte. Sehr ähnlich wenn auch anders ist es mit Root Reggae; den kann ich nur im Freien hören, bestenfalls auf einer Wiese liegend. Meine Musiksammlung spuckt als spontanes Beispiel <i>Bob Marleys</i> "Could you be loved" aus, nur an Wiese mangelt es leider.<br />
<br />
Um zum Abschluss zu kommen, noch einmal zu Lieder die bestimmte Abschlüsse markieren. So oft erscheint mir das eigene Leben, oder Situationen aus Selbigem an bestimmte Musikstücke gebunden. Oft so sehr, dass ein Musikstück die mit der Situation verbundenen Gefühle beim Hören heraufbeschwört. Hier lässt sich wunderbar der Bogen zu Singer schlagen, denn es wäre meines sehr achtens durchaus denkbar, dass das Hören einen bestimmten Hirnzustand (wieder-)herstellt, durch den Neuronenknoten verstärkt befeuert werden, welche das letzte Mal im Rahmen der damals gegebenen Situation genutzt wurden, was kumulativ einen verstärkenden Effekt auf das (bzw. ein "gelenktes") Erinnern hätte. Welches Lied ich für welche Erinnerungen benutze, werde ich hier allerdings offen lassen.]]></content>
			    <pubDate>Thu, 01 Jan 1970 01:00:00 +0100</pubDate>
			</item>
			<item>
				<title><![CDATA[Rot oder blau ?]]></title>
			    <link>http://www.kwondoo.de/texte/Philosophie/Existentialismus/Rot+oder+blau+%3F</link>
			    <dc:creator>Patrick Albertini</dc:creator>
			    <description><![CDATA[Die Frage über die Qualitäten des Wissens oder Nichtwissens offerieren einen diabolischen Kreislauf.Misanthropie und Einsamkeit reichen sich die Han...]]></description>
			    <content><![CDATA[<p class="description">Die Frage über die Qualitäten des Wissens oder Nichtwissens offerieren einen diabolischen Kreislauf.</p>Misanthropie und Einsamkeit reichen sich die Hand wie zwei alte Freunde. Wenn ich die Menschen bei ihren wochenendlichen Spielen beobachte, sexuelle Rituale ausführend, Machtkämpfe provozierend, sich selbst gegenüber ihrer eigenen Integrität prostituierend, weiß ich was Sartre meint, wenn er von Ekel spricht. <br />
<br />
Diese Banalitäten sind so tief im Menschen verwurzelt, dass er ohne sie gar nicht leben kann, der reflektierende Mensch ist jedoch gezwungen, diesen Umstand zu erkennen, und genau das macht die Misere aus: <br />
<br />
Das, was so überaus menschlich ist und notwendigerweise  unser Sozialverhalten prägt als verachtungswürdig zu erkennen, es zu hassen, und doch gleichermaßen die Notwendigkeit zu sehen, durch die der Mensch eben dazu gezwungen ist: <br />
<br />
<i>Das ist Misanthropie.</i> <br />
<br />
Aufgrund der Wertschätzung der Handlung nicht dem zugehörig sein wollen was notwendigerweise das Leben des Menschen bestimmt:<br />
<br />
<i>Das ist Einsamkeit.</i><br />
<br />
Der einzige Ausweg ist Vergessen, Nicht - Wissen, sich den Banalitäten hingeben, ihnen verfallen, zu leben ohne zu hinterfragen, zu akzeptieren ohne zu kritisieren, doch dort schließt sich wieder der Kreis.<br />
<br />
Es gibt keinen Weg, der jemals aus diesem Teufelskreis führen könnte, man kann nur mit ihm leben. Das Schicksal der Vernunft legt den Menschen in Ketten, der, der nach Wissen strebt, ist nicht bereit es zu ertragen, und der, der es nicht hat, erträgt ohne zu wissen.<br />
<br />
Schluckst du die rote oder die blaue Pille?]]></content>
			    <pubDate>Thu, 01 Jan 1970 01:00:00 +0100</pubDate>
			</item>
			<item>
				<title><![CDATA[Faszination der Musik]]></title>
			    <link>http://www.kwondoo.de/texte/Prosa/Prosa/Faszination+der+Musik</link>
			    <dc:creator>Patrick Albertini</dc:creator>
			    <description><![CDATA[Was macht Musik aus ? Was bedeutet Musik ? Wie wirkt Musik ?Ich weiß nicht genau, wann die Menschen angefangen haben, zu musizieren, ich weiß nur, d...]]></description>
			    <content><![CDATA[<p class="description">Was macht Musik aus ? Was bedeutet Musik ? Wie wirkt Musik ?</p>Ich weiß nicht genau, wann die Menschen angefangen haben, zu musizieren, ich weiß nur, dass es sehr lange her ist. Wichtiger als die Frage, wann das gewesen ist, ist die, warum sie sich so lange und bis heute in ihrer enormen Vielfältigkeit gehalten hat. Was ist so faszinierend an Musik? Warum mögen wir so unterschiedliche Musik und was sind die Dinge, die wir an Musik mögen, wenn wir es tun? Inwiefern geht die musikalische Entwicklung einer Gesellschaft im Sinne der aktiven und passiven Teilhabe mit der kulturellen Entwicklung selbiger einher? Also zunächst ist Musik meiner Meinung nach sehr eng mit der kulturellen Entwicklung verbunden, sie prägen sich gegenseitig. Musik war schon immer so, dass sie ins Bild passte, ins Weltgeschehen, in den Zeitgeist, nur deswegen hat sie sich und konnte sich immer wieder bewähren. Sei es die Marschmusik für Kriege, die musikalische Unterhaltung für Könige oder eine Gitarre am Feuer, die Nationalhymne im Zeichen des Patriotismus oder der Blues der armen farbigen Bevölkerung. Musik ist immer in gewisser Weise funktional, und doch hat sie sich stets etwas Reines bewahrt, etwas Schönes. Diese Schönheit ist für mich in ihrem Mysterium begründet. Auf unerklärliche Weise kann sie verbinden, ermutigen, glücklich stimmen, nachdenklich machen, genießen lassen, sie ist einer der größten Indikatoren für die tiefsten Gefühle des Menschen. Musik ist eine universelle Sprache, hat ein kluger Mann einmal gesagt. Man kann mit der Musik wortlos Gefühle und Nachrichten ausdrücken. Musik hat ihr Eigenleben, sendet ihre eigenen Nachrichten und bleibt doch bis heute ein Mysterium. Musik sendet Nachrichten, die jeder versteht, wenn auch viele Leute eben diese auch verschieden verstehen. So kann sie Menschen verbinden und trotzdem unergründlich bleiben. Insofern findet eine dieser klassischen Smalltalk ich weiß nicht was ich sonst sagen soll Fragen auch eine gewisse Berechtigung. Ich würde nicht so weit gehen, zu sagen, dass ich alle Leute mag, die meine Musik hören, oder niemanden, der meine Musik nicht hört, aber ich fühle mich Menschen, die gewisse Musik aus bestimmten Gründen gerne hören, auch verbunden, automatisch. Warum ist das so? Nun, Musik ist für mich mehr als nur in der Disco tanzen oder mal irgendwas im Radio hören, mehr als Hintergrundblabla oder dergleichen. Um es mal prinzipiell zusammenzufassen  Ich liebe Musik. Seit ich 9 bin, interessiere ich mich aktiv für Musik und höre sie bewusst. Ohne Musik würde ich wahrscheinlich irgendwann komplett durchdrehen, wahnsinnig werden. Ich brauche Musik zum Leben. Ohne Musik könnte meine Seele nicht atmen.<br />
<br />
Wenn ich Musik höre, dann höre ich nicht nur die Klänge und Texte, sondern ich höre auch die Stimmung, aus der die Lieder entstanden sind. Musik hat etwas sehr Tiefgründiges und Ehrliches und das imponiert mir. Vor allem aber gibt es zu jeder Situation die passende Musik. Man (ich) kann einfach immer Musik hören. Sei man nun gereizt, verliebt, betrunken, in guter Stimmung, depressiv, nachdenklich, müde, angespannt, ausgelaugt oder komplett verwirrt  es gibt immer etwas Passendes. Daher habe ich es auch aufgegeben, eine Lieblingsband zu suchen, weil ich in gewisser Weise die Musik verraten würde, die ich in ganz anderen Kontexten schätze. Dennoch hasse ich diese (und da gesteh ich mir selber eine gewisse Engstirnigkeit ein) Ich höre alles Manier, die für mich nur stellvertretend dafür zu sein scheint, dass es einfach vollkommen egal ist, welche Musik grade läuft. Statt zu sagen, dass man alles hört, kann man insofern auch direkt sagen, man interessiere sich nicht für Musik, was natürlich auch vollkommen okay ist, obgleich ich dies in keinster Weise nachvollziehen kann. Wo wir grad schon bei Vorurteilen, Dogmen und dergleichen sind Charts sind der Teufel. Man sollte Top of the Pops, dem Judas der guten Musik jegliche Existenzberechtigung entziehen. Danach erschiesst man folgende Personen: Jeanette Biedermann, DJ Ötzi, Lumidee, Dieter Bohlen und alle Leute die jemals irgendetwas bei Deutschland sucht den Superstar oder anderen pseudo - musikalischen Veranstaltungen erreicht haben. Meine persönliche musikalische Hassliste geht natürlich noch weiter, dies war nur ein kleiner Auszug. Was mich an Musik stört, ist, das, was die Hip Hopper als unreal oder wack bezeichnen würden  Ich nenne es Herzlosigkeit, ich muss Musik empfinden können, ich muss merken, dass sich der Interpret mehr dabei gedacht hat als Scheiss drauf, wies klingt, das machen wir mit Titten im Video wieder wett. Damit ist natürlich nicht gesagt, dass man nicht Musik gerade deswegen mögen kann, weil sie eben simpel gehalten ist und nur minimalen Anspruch hat, doch das ist eben nicht meine Meinung. Da wo Musik nur der Profitgier dient, da wo die Interpreten nur noch in geringem Maße für ihre eigenen Lieder verantwortlich sind, da wo sich Musik danach ausrichtet, was sich wohl zurzeit am besten verkauft, auch da spiegelt die Musik leider heutzutage den Zeitgeist wieder  insofern nennt mich konservativ wenn ich sage, dass dadurch die Musik ihre Seele verliert und zur Farce wird.]]></content>
			    <pubDate>Thu, 01 Jan 1970 01:00:00 +0100</pubDate>
			</item>
			<item>
				<title><![CDATA[Neuer Konservativismus]]></title>
			    <link>http://www.kwondoo.de/texte/Kultur/Medien/Neuer+Konservativismus</link>
			    <dc:creator>Patrick Albertini</dc:creator>
			    <description><![CDATA[Wer kennt die nächste Richtung der Kunst und Literatur?Glaubt noch jemand so eine Art Trend zur französischen Gegenwartsliteratur in Kaufverhalten u...]]></description>
			    <content><![CDATA[<p class="description">Wer kennt die nächste Richtung der Kunst und Literatur?</p>Glaubt noch jemand so eine Art Trend zur französischen Gegenwartsliteratur in Kaufverhalten und Medienresonanz zu erkennen? Michel Houellebecq ist natürlich ein perfektes Beispiel, erst dieser Bekanntheitsgrad in literarisch bewanderten Kreisen innerhalb von 10 Jahren, und nun die Verfilmung von Elementarteilchen (beschissen umgesetzt, wenn ich das mal so sagen darf) und bald auch eine von "Die Möglichkeit einer Insel" ... <br />
<br />
Aber auch Frederic Beigbeder, der ja aus einer ähnlichen Ecke kommt verkauft sich anscheinend nicht schlecht. Und Easton Ellis, den Manche als amerikanisches Pendant zu eben genannten Strömungen zählen.<br />
<br />
Mir drängt sich immer öfter die Frage auf, ob diese "neue Ehrlichkeit" eine notwendige Konsequenz einer (Houellebecq liebt das Wort) neuen Ontologie ist. Und wenn ja, worin besteht diese neue Ontologie, oder woher kommt sie? Er führt es glaube ich auf eine Mischung aus dem Wegfall der Religionen in der westlichen Welt, dem Sexualliberalismus, der freien Marktwirtschaft und der Geworfenheit die wir der Quantenmechanik verdanken zurück...<br />
<br />
Ich frage mich auch, welches dann der nächste notwendige Schritt in Kunst und Literatur ist. Was könnte man denn "mehr" erreichen als die neue Ehrlichkeit? Wie mehr schockieren? Vielleicht schockiert dann nur noch ein neuer - oder aufgewärmter - Konservativismus?!]]></content>
			    <pubDate>Thu, 01 Jan 1970 01:00:00 +0100</pubDate>
			</item>
			<item>
				<title><![CDATA[Der Sinn des Lebens]]></title>
			    <link>http://www.kwondoo.de/texte/Philosophie/Philosophie/Der+Sinn+des+Lebens</link>
			    <dc:creator>Patrick Albertini</dc:creator>
			    <description><![CDATA[Der Sinn des Lebens als metaphysische Krise Wie oft bin ich es schon gefragt worden, als ich sagte, dass ich Philosophie studiere, was denn nun der Si...]]></description>
			    <content><![CDATA[<p class="description">Der Sinn des Lebens als metaphysische Krise </p>Wie oft bin ich es schon gefragt worden, als ich sagte, dass ich Philosophie studiere, was denn nun der Sinn des Lebens sei. Mittlerweile kann ich nur noch müde darüber lächeln, weil die Frage meistens auf diese unverkennbare  Du wirst doch sowieso Taxifahrer, du Freak  Art gestellt wird. Dennoch möchte ich mich nun ein wenig damit auseinandersetzen. Das Problem an dieser Frage ist zum einen die Intention des Fragenden und damit meist verbunden die Anwendbarkeit auf dessen Leben. Doch die metaphysische Kontroverse würde sich nicht seit Anbeginn der Philosophie wie ein roter Faden durchziehen, wenn dies so einfach möglich wäre. Das erste Problem, sofern man versucht, dieses Dilemma analytisch anzugehen, ist die Spezifizierung der Fragestellung. Was möchte man wissen, wenn man nach dem Sinn des Lebens fragt (kosmologische Erleuchtung oder aktuale Lebenshilfe?) und was versteht man unter dem Begriff Sinn eigentlich? Unterschieden werden muss hier zunächst von einer rein metaphysischen (Warum ist der Mensch in der Welt?) als von einer Frage eher irdischer Natur (Was soll ich bloss mit meinem Leben anfangen und warum sollte ich das tun?). Dies ist natürlich zunächst nur eine sehr grobe Darstellung, die bei weitem nicht alle Aspekte der Fragestellung (geschweige denn des Problems) beinhaltet, aber doch zum Einstieg hoffentlich ganz nützlich ist. Ich persönlich stelle mir das mit der ersten Frage immer so vor: Ich musste letztens Windows neu installieren (Worauf will dieser Typ hinaus?). Dabei verhält es sich so, dass man die CD, wie der geschulte Informatiker weiß, einlegt, und Windows installiert, bevor der Rechner hochgefahren ist. Man kann eben Windows nicht installieren, wenn man den Rechner hochgefahren hat und sich somit im Windows befindet. So ähnlich verhält es sich meiner Meinung nach mit dem Sinn des Lebens in der ersten, kosmologischen Bedeutung. Wie soll man den Sinn des Lebens ergründen können, wenn doch das Leben an sich (die Existenz) überhaupt erst die Voraussetzung dafür ist, dass ich diese Frage stellen kann? Wie soll ich etwas Außersystematisches (den Sinn) ergründen können, wenn ich mich doch innerhalb dieses Systems (dem Leben) befinde? Der Mensch ist zur Systemimmanenz gezwungen, denn er könnte die Frage gar nicht stellen, wenn er nicht leben würde. Der Sinn im kosmologisch  metaphysischen Sinn geht dem Leben voraus, seine Existenz (sofern gegeben) ist die Bedingung und (zeitlich vorangehende) Ursache für das Leben. Nennt mich naiv, aber ich finde, dass solange man lebt, nicht die Ursache seines Lebens in diesem metaphysischen ergründen kann, weil man lebt. Wenn der Sinn des Lebens ursprünglicher ist als das Leben selbst (und das muss er ja, wenn es einen Sinn hat), dann sind wir in der Wirkung gefangen, ohne Möglichkeit der  Rückverfolgung zur Ursache hin. Es gibt genug frustrierte Menschen, die genau aus diesem Zusammenhang (ob sie es denn nun wissen oder nicht) die Sinnlosigkeit des Lebens ableiten. Wenn man den Sinn des Lebens nicht ergründen kann, dann hat es auch keinen. Richtiger wäre es zu sagen, und an dieser Stelle kommt meine Überleitung zur zweiten Sinnfrage, dass man die Frage einfach nicht beantworten kann, weil man in seinen Zugangsmöglichkeiten zu stark eingeschränkt ist.  Moment, was kann man denn in der Philosophie bitte beantworten? Naja, zugegeben, edle Wahrheiten und göttliche fundierte Weisheiten gibt es in der Philosophie nicht, aber ich begreife die Philosophie als eine Systematik des Denkens und wehre mich immer gegen Fragen, auf die sich keine Systematik im nicht absolut spekulativen Sinne anwenden lässt, eine Einstellung, die mich mein erstes Semester in Düsseldorf gelehrt hat. Es ist zu müßig, zu frustrierend, und zu pluralistisch in Bezug auf die Resultate. Nicht, dass ich diese Unterhaltungen nicht schon oft genug geführt hätte, so bin ich erst zur Philosophie gekommen, aber, niemand hat es schöner gesagt als Goethes Faust: Da steh ich nun, ich armer Tor, und bin so klug, als wie zuvor. Nun gut, nun haben die meisten philosophischen  Aussagen etwas Spekulatives, darum möchte ich dies hier zur Nachvollziehbarkeit zum einen, und zur Relevanz zum anderen, erweitern. <br />
<br />
Zur Nachvollziehbarkeit: Wenn mir jemand sagt, er sei der festen Überzeugung, der Mensch sei in der Welt, weil ein riesiges Spaghetti Monster es so will (vergleiche Kreationismus in Florida), wie soll ich ihm dann argumentativ entgegentreten? Wenn die Philosophie meine Waffe ist, hat man in solchen Situationen eine Ladehemmung, denn ein riesiges Spaghetti Monster lässt sich rational nicht begründen, aber auch nicht falsifizieren. Deshalb, so kann man sagen, kann man darüber endlos philosophieren (ab hier wird die Philosophie dann aber zum Laberfach) <br />
<br />
Eine Diskussion ohne den Ansatz eines rationalen Zugangs ist für mich wenig bereichernd.<br />
<br />
Leitet sich aus diesem Zusammenhang der offenbar vollkommenen Willkür nicht ab, dass es vollkommen egal ist, was das Leben für einen Sinn hat, falls es einen hat? Oder sogar, dass es irrelevant ist, ob es einen hat? Unsere Möglichkeiten zur Beantwortung dieser Frage sind so multipel und untereinander kontrovers und erfreuen sich dennoch alle einer Unantastbarkeit, weil sie sich jeder rationalen Begründungsmöglichkeit entziehen.<br />
<br />
Ich hatte die Überleitung versprochen, mea maxima culpa. Bochenski hat in seinem Essay Der Sinn des Lebens die eben angesprochene Relevanz der Antwort auf die Frage, wie gerade dargestellt, sehr schön dargestellt. Ein Trinker sitzt in einer Bar: Frau weg, Job verloren, Sohn ein Punk, Köln hat wieder verloren. Und er betrinkt sich maßlos, hat ja doch alles keinen Sinn. Wie würde er wohl darauf reagieren, wenn man ihm den Sinn des Lebens metaphysisch zu erläutern versuchte? Das Leben der Menschen hat einen Sinn, da<br />
<br />
Ganz richtig, wie ich finde, würde er fragen, was das mit ihm und seinen Problemen zu tun hätte. Hieraus leitet Bochenski eine für mich zu stark einseitige, aber dennoch vertretbare Haltung ab: Der Sinn des Lebens ist Privatsache! Gemeint ist hierbei die Wertschätzung des Lebens, warum es sich für mich zu leben lohnt, was man mit seinem Leben anfangen soll. Depressionen, wie sie manch einer aufgrund solcher Probleme bestimmt schon hatte, führen oft die Analogie zur ersten Fragestellung auf. Wozu das alles ? Warum soll ich denn leben, wenn es doch (metaphysisch gesehen) keinen Sinn ergibt? (oder ich den Sinn zumindest nicht erfassen kann). Es wäre falsch, diese Frage als vollkommen unberechtigt darzustellen, der Mensch ist ein selbst reflektierendes Wesen, der sich selber in einem gewissen Sinne beobachten und hinterfragen kann. Erstaunlich finde ich aber nur, dass man ständig die Frage hört Warum soll ich? und nie diejenige, die meiner Meinung nach mindestens genauso sinnvoll ist: Warum nicht? Diese Gegenfrage ist es, aus der ich persönlich meinen Mut geschöpft habe, der gleichsam aus der Analyse der metaphysischen Frage nach dem Sinn des Lebens hervorgeht. <br />
<br />
Warum soll man sein Leben nach der Existenz von etwas ausrichten oder gar abhängig machen, von dessen Existenz wir erstens nichts wissen und zu der wir zweitens keinen Zugang haben?<br />
<br />
Ich kann mich mit der Erkenntnis durchaus abfinden, dass das Leben vielleicht keinen Sinn hat, und für die, die es nicht können und diesen metaphysischen Sinn unbedingt brauchen, gibt es immer noch Gott. Im Prinzip ist er (oder sie oder was weiß ich) auch keine Antwort auf die Frage, sondern eher eine Kapitulation (es sei denn man definiert Gott selbst als den Sinn) davor, naja aber wenn es einen Gott gibt, ist es schließlich auch egal, ob ich den Sinn des Lebens erschließen kann, Gottes Wege sind schließlich unergründlich. Nun ja, mir ist die metaphysische Sinnhaftigkeit des Lebens  auch ohne Gott egal, aber dies soll hier nicht eingehender thematisiert werden. <br />
<br />
Man kann seinem Leben einen Sinn geben, wenn man erst einmal die metaphysische Krise rational überdacht und durchdrungen hat. Und ab hier wird es spannend, pragmatisch und sinnvoll (Ich benutze dieses Wort extra, um euch zu verwirren). Damit ist man dann wieder an dem Ausgangspunkt, der vor der Frage kam, was das Leben der Menschen im Allgemeinen für einen Sinn hat. Ich bezweifle, dass jemand, der sich keine Gedanken darüber macht, was das Leben für einen Sinn hat, ein ernsthaftes Problem damit hat, er steckt nicht in dem Problem der metaphysischen Krise. Unwissenheit ist ein Segen sagte der Verräter aus Matrix 1, ich sehe das ein bisschen anders, da ich ja persé dazu verdammt bin, die Weisheit zu lieben. Es ist nicht die Frage was man weiß, oder was man nicht weiß, sondern wie man mit seinem Wissen umgeht, und zwar hier und jetzt, jeden Tag, in der wirklichen Welt und in seinem wirklichen Leben. Ich kann und möchte hier kein Initialrezept dafür liefern, wie man  glücklich wird, sofern man es nicht ist. Dennoch habe ich versucht zu zeigen, dass man sich meiner Meinung nach nicht so viele Gedanken darüber machen muss (und sollte), ob das Leben im metaphysischen Sinn einen Sinn hat oder nicht (oder doch). <br />
<br />
Ich habe versucht zu zeigen, dass es letztendlich das Leben ist, worauf es ankommt, und nicht warum es erst dazu gekommen ist, dass wir leben. Denn dass wir es tun, ist relativ offensichtlich, es sei denn ihr wendet erkenntnistheoretische Spitzfindigkeiten an.  Nein, das soll wahrhaftig keine Kapitulation vor der Frage nach dem Sinn des Lebens sein, ich habe diese durchdacht, und bin eben zu dem Ergebnis gekommen, dass diese Frage zu lösen für mich unmöglich ist, und selbst wenn es möglich wäre, mir (und da bin ich jetzt ausnahmsweise mal egoistisch) absolut nichts bringen würde. Denn mein Sinn des Lebens ist empirisch begründbar, mit dem Leben im Sinne der nackten Existenz als Voraussetzung, da ich, wenn ich nicht leben würde, auch nicht über den Sinn nachdenken müsste. Da ich aber lebe, muss ich persönlich mir auch keine Gedanken über den Sinn des Lebens metaphysischer Natur machen. Vielleicht wissen ja einige von euch jetzt eher, wo sie ihren Sinn des Lebens suchen sollen, und wie man ihn begründen kann.<br />
<br />
Dieser Artikel liefert bewusst nur formale und keine inhaltlichen Voraussetzungen für den Sinn des Lebens, aber da jeder meiner Meinung nach in gewisser Hinsicht seines eigenen Glückes Schmied ist, möchte ich den Hammer hiermit vertrauensvoll in Eure Hände geben, ob ihr nun ein Schwert oder eine Öllampe fertigen wollt, es ist euer Konstrukt, und ihr bestimmt, wie es am Ende aussieht. Kunstfehler gibt es immer und es ist bekanntlich noch kein Meister vom Himmel gefallen, aber man lernt nun mal immer mit seinen Aufgaben und wie euer Produkt am Ende aussieht, das bestimmt ihr allein.]]></content>
			    <pubDate>Thu, 01 Jan 1970 01:00:00 +0100</pubDate>
			</item>
			<item>
				<title><![CDATA[Kerzenschein]]></title>
			    <link>http://www.kwondoo.de/texte/Philosophie/Existentialismus/Kerzenschein</link>
			    <dc:creator>Patrick Albertini</dc:creator>
			    <description><![CDATA[Wohin gehen wir? ... Und warum dort hin?Die Details fallen der Abstraktion zum Opfer, der Sinn der Erkenntnis, die Vergnügung der Jagd nach Erkenntni...]]></description>
			    <content><![CDATA[<p class="description">Wohin gehen wir? ... Und warum dort hin?</p>Die Details fallen der Abstraktion zum Opfer, der Sinn der Erkenntnis, die Vergnügung der Jagd nach Erkenntnis, das Glück dem offenen und sezierenden Auge und die Liebe der Naturwissenschaft.<br />
<br />
Die ewige Suche scheint ihr Ende nur im Nebel zu finden. Dem selben Nebel, den man ureigentlich lüften wollte. Sogar die zeitlose Existenz ist nicht frei von Mängeln. Denn das selbstbewusste Lebenwesen wird auch in einem permanenten Zustand der Emotionslosigkeit die Frage nach dem "Warum" nicht vergessen können, eben weil es selbstbewusst ist. Und so gelange ich wieder mal zu den Kreisen, die so sehr mein Denken zu bestimmen scheinen.<br />
<br />
Es ist Langeweile. Was die Realität der Medien von der eigenen unterscheidet ist hauptsächlich Ereignislosigkeit, und getrieben vom Bild des permanenten Höhepunktes jagen wir einem Ereignis nach dem Anderen hinterher. Was dabei außen vor bleibt ist die Motivation, oder die Frage nach der Motivation. Aber eben mit dieser Frage nimmt das Übel seinen Lauf, beginnt die Jagd nach Erkenntnis, die schließlich ebenso wie die Medien, das wirkliche Leben ersetzt. Das große Problem unseres Daseins scheint Authentizität zu sein. Egal wie man es angeht, die Dinge scheinen nicht authentisch. Man mag sich einen Bauern vorstellen, der seinen kleinen Garten gegen die Einflüsse der Umwelt rüstet und morgens ein Ei aus seinem Hühnerstall holt. Er lebt mit der Tochter des alten Nachbarn zusammen und seine Tätigkeiten beschränken sich auf die Lebenserhaltung. Ist das authentisch? Aus meiner Perspektive, einer metrosexuellen, westlichen, post industrialisierten, intellektuellen und vor allem verzweifelten Perspektive heraus mag es das sein. Dann aber muss ich bedenken, wo sein Treiben hinführte, und mir sogleich bewusst werden, das die Gesellschaft der Bauern zur Gesellschaft der Dienstleistung mutierte, um die Begriffe der Evolution zu gebrauchen. Was ist authentisch an seinem Leben, wenn sein Ziel der Zustand der mangelnden Authentizität ist, in dem ich scheinbar schwebe? Die nächste Frage lautet dann, ob sein Zustand erstrebenswert ist, wenn er den meinen für erstrebenswert hielt. Ist der Mensch einfach nie glücklich in seinen Umständen, oder ist das eine Frage des Hinterfragens? Ist einfach nur der Hinterfragende immer unglücklich in seinem derzeitigen Zustand, weil er permanent fragt, und so die kleinen Missstände seines Lebens permanent aufdeckt? Wäre es also erstrebenswert "dumm" zu sein? Wenn ja: Was ist dumm, der unglücklich Hinterfragende oder der glückliche Ahnungslose? Landet man hier in einem Paradox?<br />
<br />
Was ist wohl das größte Paradoxon der menschlichen Existenz? Das Streben nach Geist, und das Bereuen dieses Strebens wenn die Veränderung vollendet scheint?<br />
<br />
Die Suche nach der Liebe? Die Liebe, die innerhalb der Kultur fast ausschließlich eine Art narzisstische Erfahrung des eigenen Körpers ist?<br />
<br />
Der Weg in die Zukunft? Das Sterben und Streben für eine bessere Zukunft, welches unseren Trieben, vor allem dem Selbsterhaltungstrieb doch so sehr zuwider läuft?<br />
<br />
Man kann es betrachten von wo man will; es scheint nie Sinn zu machen, jedenfalls nicht einen Sinn den man bei der Erschaffung dieses Begriffes bedacht habe könnte. Wo ist das Prinzip, die Essenz, die Struktur in alledem? Legt man die Lebensläufe von Millionen Menschen übereinander, so müssten sich bestimmte Begriffe - und nur darüber können wir schließlich sprechen - herauskristallisieren. Welche würden das sein? Sex? Wenn nicht was sonst?<br />
<br />
Where do we go?]]></content>
			    <pubDate>Thu, 01 Jan 1970 01:00:00 +0100</pubDate>
			</item>
			<item>
				<title><![CDATA[Glückliche Wellenfunktionen]]></title>
			    <link>http://www.kwondoo.de/texte/Wissenschaft/Physik/Gl%C3%BCckliche+Wellenfunktionen</link>
			    <dc:creator>Patrick Albertini</dc:creator>
			    <description><![CDATA[Gedanken zur Neurologie und Quantenmechanik. Freier Wille durch Kohärenzwellen?Einige Wissenschaftler sind der Meinung, das unser freier Wille (oder ...]]></description>
			    <content><![CDATA[<p class="description">Gedanken zur Neurologie und Quantenmechanik. Freier Wille durch Kohärenzwellen?</p>Einige Wissenschaftler sind der Meinung, das unser freier Wille (oder die Illusion des Besagten) nur an einer Art intuitiver Unberechenbarkeit der so genannten Hilbert-Räume herrührt. Diese "Räume" sind weniger architektonische Meisterwerke, als vielmehr (in der Quantenmechanik) die mathematische Darstellung von Wahrscheinlichkeiten über elektromagnetische Felder, die miteinander auf ungeheuer komplizierte und dadurch unvorhersehbare Weise reagieren. Unsere Hirnströme würden durch diese Felder beeinflusst, was zu einer Kohärenzwelle oder, einfacher formuliert, einem plötzlichen Spannungsumschwung im Hirn führen könnte, der das Phänomen freien Willens bedinge. <br />
<br />
Ich bin nicht dieser Meinung. Ich denke, das diese ganzen Diskutanten aneinander vorbei diskutieren; freier Wille ist physikalisch (oder um moderner zu klingen: neurologisch) eine Illusion, das ändert nichts daran, das wir ihn als "freien Willen" wahrnehmen. Der Begriff "freier Wille" ist auf Basis dieser Wahrnehmung entstanden - ähnlich dem Begriff "Glaube" bezeichnet er etwas nicht greifbares, ein undefiniertes, bzw. nur durch sein Gegenteil in Grenzen abgestecktes, Etwas. Die Naturwissenschaftler untersuchen aber etwas Greifbares. Die Leute unterhalten sich also über 2 verschiedene Dinge. <br />
<br />
Trotzdem ist ihre Diskussion anregend, deswegen sollte man sie lassen. Und wenn man nicht so pedantisch wie ich auf die semantischen Wortbedeutungen schaut, dann kann man über diese kleine Stolperfalle auch getrost hinwegsehen. Was hier eigentlich erforscht wird ist nämlich nicht weniger interessant: im Endeffekt berechnen die Neurologen, Gentechniker und so weiter sich selbst oder den Menschen selbst. Ihr Gestocher in der Außenhirnrinde ist also wie die Untersuchung des eigenen Penis durch den kleinen Jungen, nur gespickt mit etwas mehr Vokabular (bitte nicht in den falschen Hals bekommen, lieber Neurologe). Sie kommen umhin zu bemerken, dass ihre Probleme von mangelndem Mystizismus rühren. Sie forschen, um etwas zu bedeuten, um etwas zu sein und stellen nur fest, das sie eigentlich nichts sind außer einer Maschine, die man auch ersetzen kann - in einer ferneren Zukunft zumindest. <br />
<br />
Wenn man also einen Strich unter das Leben dieser (aller) Menschen zieht, und dann überlegt, was man darunter schreiben könnte, dann fällt mir zu aller erst das Wort "Paradox" ein. Wir sind Schneiderlehrlinge, die Westen nach Osten tragen. Jemand, der Physik studiert hat mal zu mir gesagt: Je mehr man dieses Fach studiert, desto mehr muss man anfangen an Gott zu glauben. Er meinte das anders als ich es hier nutzen will; ich denke, das wir zuviel wissen und zuviel forschen und zu wenig glauben, nicht unbedingt an Gott, aber zum Beispiel an das Glück.<br />
<br />
Das Beispiel lässt sich auch wunderbar in die Physik transzendieren: Bei Newton war noch alles in Ordnung. Es gab Atome und Schwerkraft und Teilchen die alle geordnet waren, alle Gesetzen gehorchten. Hätte Max-Planck nicht 1900 in einem Vortrag den Begriff "Energiequantelung" benutzt, wäre es vielleicht so ordentlich geblieben, aber die Geschichte lehrt, dass es anders kam:<br />
<br />
Einstein und Bohr arbeiteten bis etwa 1920 vergeblich an einem Modell, das die neuen physikalischen Entdeckungen verarbeiten konnte - natürlich vergeblich, denn Einstein hatte den Rahmen noch nicht geschaffen. Diesen Rahmen schuf er 1923 mit der allgemeinen Relativitätstheorie und Niels Bohr lieferte, zusammen mit Werner Heisenberg, 1925 bis 1927 mit der "Kopenhagener Deutung" endlich den Grundstein der Quantenmechanik. Einstein - der dank seiner Relativitätstheorie als einer der "Erfinder" der Quantenmechanik gesehen werden konnte, glaubte selbst nie daran. Zu sehr unterschieden sich die Schlüsse die man ziehen musste von seinem Weltbild. Deshalb prägte er, während er mit Podolski und Rosen zusammen am  "EPR-Paradoxon" arbeitete den berühmten Satz "Gott würfelt nicht." Der große Unterschied zu Newtons fein-getuntem Weltbild bestand nun in einer Willkür, die sich auf der Entscheidensten, nämlich der kleinsten Ebene abspielte: Die Teilchen (hier waren Atome schon lange nicht mehr die kleinsten Teilchen), genauer gesagt die Elektronen, die um die Atome kreisten wie auf den Ringen des Jupiter, schienen und scheinen noch heute einer Gesetzmäßigkeit zu folgen, die man chaotisch nennen mag. Noch Anfang des 19. Jh. hatte LaPlace in der Einleitung zu einem seiner Essays den so genannten "LaPlace-Dämon" zum Leben erweckt. Er schrieb: "Wenn man zu einem Zeitpunkt die Position und den Impuls aller Teilchen im Universum kennt, kann man daraus Zukunft und Vergangenheit  berechnen." In Newtons gesetzmäßigem Universum funktionierte das, innerhalb des quantenmechanischen Universum Bohrs nicht mehr. Damit nicht genug. Die Verwirrung wurde noch unterstrichen von Heisenbergs Unschärferelation, die mehr oder weniger besagt, das man eh nie messen kann, was man messen will, sondern das eine Messung die Eigenschaften der gemessenen Teilchen erst bestimmt, bzw. das ein Teilchen erst durch die Messung ein Teilchen wird. Und durch die "Bellschen Ungleichungen", der Auswertung einer Messreihe, die die Quantenmechanik widerlegen sollte (oder vielmehr die Quantenunschärfe), und schon 3 Jahre später voller Hoffnung ihren Untergang fand.<br />
<br />
Es gab (und gibt) also noch 2 Arten, das nicht-chaotische Weltbild zu retten: <br />
<br />
<i>Entweder waren die verborgenen Eigenschaften, die das Verhalten der Elementarteilchen bestimmten, nichtlokal, das heißt, die Elementarteilchen konnten aus einer beliebigen Entfernung einen instantanen Einfluss aufeinander nehmen. <br />
<br />
Oder aber man musste auf das Konzept verzichten, demzufolge die Elementarteilchen bei fehlender Beobachtung spezifische inhärente Eigenschaften besitzen: Und dann befand man sich wieder vor einer tiefen ontologischen Leere.</i> - Michel Houellebecq<br />
<br />
Rettet man das nicht-chaotische Weltbild, gibt es keinen freien Willen, da alles determiniert ist; rettet man es nicht, gibt es keinen, da Alles zufällig ist. Unterscheidet man zwischen Realität (kein freier Wille) und Illusion (freier Wille), dann kann man sich mit der selbst-auferlegten Lüge zurücklehnen. ]]></content>
			    <pubDate>Thu, 01 Jan 1970 01:00:00 +0100</pubDate>
			</item>
			<item>
				<title><![CDATA[Ich habe mal gelesen,dass...]]></title>
			    <link>http://www.kwondoo.de/texte/Prosa/Zynismus/Ich+habe+mal+gelesen%2Cdass...</link>
			    <dc:creator>Patrick Albertini</dc:creator>
			    <description><![CDATA[Eine satirische (also überzogene) Darstellung dessen was sich in altäglicher Konversation so zuträgt wenn jemand folgende Wörter aneinanderreiht: ...]]></description>
			    <content><![CDATA[<p class="description">Eine satirische (also überzogene) Darstellung dessen was sich in altäglicher Konversation so zuträgt wenn jemand folgende Wörter aneinanderreiht: Ich hab mal gelesen, dass....</p>Ich hab mal gelesen, dass....<br />
<br />
Es ist bemerkenswert, wie sich manche Unarten der Kommunikation an unserem Bewusstsein vorbei in routinemäßige Praxis des Alltags verwandeln. Mein persönliches Highlight ist, nicht etwa die Verwendung von Anglizismen, sondern die Sätze "...das hab ich irgendwo gelesen" oder noch besser "...das hab ich irgendwann mal im Fernsehen gesehen". <br />
<br />
Da unterhält man sich mit Freunden auf einer Feier über Quantenmechanik oder professionelle Erdferkelzucht (zugegeben: ich habe von beidem ungefähr soviel Ahnung wie ein Pinguin von American Football, aber genau darum geht es) und dann kommt dieser verhängnisvolle Satzanfang: "Ich hab aber mal irgendwo gelesen, dass...." In diesem Moment läuft in meinem Körperinneren eine komplexe, biologische Reaktion ab die bewirkt, dass mein Mageninhalt stetig nach oben strebt. Komischerweise scheint es nur mir so zu gehen, denn anstatt mit mir ein Wettrennen zur nächsten Toilette zu veranstalten um sich dort möglichst elegant oral zu entleeren antworten die anderen Gesprächsteilnehmer mit Sätzen wie "Ja aber ich hab mal im Fernsehen gesehen, dass..."<br />
<br />
Zu diesem Zeitpunkt wechsele ich meist dezent das Thema indem ich meinen Freunden dezent offenbare was ich heute zu Mittag gegessen habe (heißt ich kotze ihnen dezent vor die Füße).<br />
<br />
Jetzt mag der geneigte Leser möglicherweise denken meine Freunde seien eben Fachleute, sehr sehr belesen und sähen den ganzen Tag NTV und Phoenix während ich eben bestenfalls als normal-intelligent zu bezeichnen bin. Bei zweitem gebe ich dem Leser uneingeschränkt recht zu erstem lassen Sie mich Ihnen versichern: Niemand aus meinem Freundeskreis studiert Physik oder das Paarungsverhalten von Erdferkeln. WIRKLICH NIEMAND! Außerdem verbringe ich soviel Zeit mit meinen Freunden in denen sie weder NTV gucken, noch wissenschaftliche Bücher wälzen, dass ich es nach Abzug der Zeit für Schlafen, Essen, Beruf und regelmäßige Toilettengänge für unwahrscheinlich halte, dass meine Freunde tatsächlich ein solches Mehr an Wissen angehäuft haben. Es ist doch scheinbar so, dass Menschen die solche Phrasen verwenden sich in den meisten Fällen (ja ich erkenne Ausnahmen an in denen tatsächlich irgendwer irgendwas irgendwo mal aufgeschnappt hat) eine mehr oder weniger clevere Theorie überlegt hat (ob sie nun mehr oder weniger clever ist vermag ich nicht zu sagen da ich nach dem einleitenden "ich hab mal irgendwo gelesen, dass..." so mit meiner inneren Übelkeit zu kämpfen habe, dass ich den Rest der Ausführung nicht mehr mitbekomme) Anstatt aber einfach zu verkünden "ich habe mir überlegt..." oder "Es könnte aber doch auch sein..." wird nach einer Autorität gesucht die die eigene These stärker machen soll (oder der man sie Schuld geben kann falls die These doch allzu offensichtlich völlig bescheuert ist). Weil einem aber auf die Schnelle nichts einfällt und die Angabe zudem nicht so leicht Nachprüfbar sein soll, sagt man eben: "Das hab ich irgendwo gelesen" Wird man dann für seine These belohnt folgt meist ein Satz wie:" Ich glaube es stand in der FAZ" wird man hingegen  auf Grund des Unsinns den man soeben verlauten lies verhöhnt folgt meist ein Satz wie: "Ja stimmt das hab ich auch in der Bild gelesen, die hab ich letztens in der Bahn gefunden und nur mal einen Blick rein geworfen weil mir so langweilig war." <br />
<br />
"Das hab ich mal irgendwo im Fernsehen gesehen" vermittelt zudem den Eindruck als wäre das eben gesagte Allgemeinbildung und müsse von jedem verstanden und akzeptiert werden. Tatsächlich ist die Reaktion der meisten ein wissendes Kopfnicken. Meine Reaktion hingegen ist der dringende Wunsch den Sprecher mit einem der umstehenden Schwedenfeuer anzuzünden. (wenn es sich um eine Gartenparty handelt, bei anderen Feierlichkeiten wechselt der Wunsch auf Ertränken in der Bowle, Pflocken mit dem Zapfhahn oder sonstiges). Da ich aber äußerst pazifistisch veranlagt bin und meine Wünsche somit regelmäßig unterdrücke und zudem geschildertes Verhalten (also das Einleiten mit Sätzen wie "ich habe irgendwo gelesen, dass..." nicht das anzünden von Menschen mit Schwedenfeuern) anscheinend allgemein akzeptiert wird werde ich in Zukunft wie folgt verfahren:<br />
<br />
Immer wenn jemand anfängt zu behaupten er hätte dies oder jenes irgendwo gesehen oder gelesen werde ich behaupten Jesus, Buddha, Gandhi oder sonst wer seien mir im Schlaf erschienen hätten mir das komplette Gegenteil erzählt und mir noch mit auf den Weg gegeben das ich heute noch einem Idioten begegnen werde. Dabei werde ich meinen Gegenüber freundlich angrinsen und mich hämisch freuen.<br />
<br />
Schon jetzt freue ich mich auf vergnügliche Feierlichkeiten und schließe mit dem Hinweis darauf, dass John F. Kennedy mir gestern Nacht den Auftrag zu dieser Schrift gegeben hat. Mein Dank geht also an John und an Tobi der mir vor 10 Minuten erklärt hat was Schwedenfeuer sind ohne das irgendwo gelesen zu haben.]]></content>
			    <pubDate>Thu, 01 Jan 1970 01:00:00 +0100</pubDate>
			</item>
			<item>
				<title><![CDATA[Von der Rücksichtslosigkeit der Zeit]]></title>
			    <link>http://www.kwondoo.de/texte/Verschiedenes/Meinungen/Von+der+R%C3%BCcksichtslosigkeit+der+Zeit</link>
			    <dc:creator>Patrick Albertini</dc:creator>
			    <description><![CDATA[Von der Rücksichtslosigkeit der Zeit



Der Fluss der Zeit ist voller Stromschnellen und Gefahren. Meist fließt er ruhig und bedächtig als brei...]]></description>
			    <content><![CDATA[<p class="description"></p>Von der Rücksichtslosigkeit der Zeit<br />
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<br />
Der Fluss der Zeit ist voller Stromschnellen und Gefahren. Meist fließt er ruhig und bedächtig als breiter Strom daher. In diesen Abschnitten treiben wir gedankenverloren und leicht mit ihm. Wir blicken uns sorglos um schauen mal nach links und mal nach rechts und sehen wie die Landschaften an uns vorbei ziehen und sich ändern. Unbewusst registrieren wir unsere Umwelt und vergessen schnell wieder was wir sahen und fühlten. Wir glauben der Fluss gäbe uns Geborgenheit und Schutz und er würde uns schon zum Ziel bringen. Und so verfallen wir in eine Lethargie. Doch dann wird der Fluss enger. Er wird schneller. Es wird lauter. Er wird reißend. Und wir schlucken Wasser. Drohen zu ertrinken. Wir wissen dass wir schwimmen müssen. Wissen das es weitergeht. Wir wollen nicht aber es gibt keine Alternative. Wir sind gefangen. Gefangen im Fluss der Zeit. Panisch blicken wir uns um. Ein Ast? Ein Stein? Irgendetwas was uns hält? Nichts! Keine Chance aus zu ruhen. Keine Chance unseren Weg zu überblicken. Kein Moment in dem der Fluss ohne uns weiter fließt.<br />
<br />
Immer mehr Wasser schlucken wir. Wir kämpfen ums überleben. Der ruhige sichere Fluss dem wir so blind vertrauten wir nun zum grausamen Feind. Immer wieder reißt es uns unter Wasser und jeder Funken Hoffnung auf Ruhe erstickt in unseren Wassergefluteten Lungen. Irgendwann erbarmt sich der Strom und wird wieder ein breiter, ruhiger Fluss. Doch einige von uns sind ertrunken in den vergangenen Untiefen. Wir alle sind erschöpft und schwer verletzt. Die Wunden heilen. Und wir treiben wieder. Plötzlich kommt uns der Gedanken: Was wenn uns dieser Strom nicht in bessere Gefilde führt? Was wenn am Ende ein Wasserfall ins Nichts vor uns liegt? Oder ein Meer der Einsamkeit wenn wir bis dahin alle die uns begleiteten verloren haben? Doch dann holt uns die Lethargie ein. Die Fragen die uns fast noch mehr quälten als die Trauer um die Ertrunkenen und der Schmerz der eigenen Wunden bleiben bei den aufgedunsenen Körpern unserer Gefährten am Grunde des Flusses. Wir treiben gedankenverloren und leicht im Fluss. Wir blicken uns sorglos um schauen mal nach links und mal nach rechts und sehen wie die Landschaften an uns vorbei ziehen und sich ändern.   <br />
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]]></content>
			    <pubDate>Thu, 01 Jan 1970 01:00:00 +0100</pubDate>
			</item>
			<item>
				<title><![CDATA[Punkt im Raum]]></title>
			    <link>http://www.kwondoo.de/texte/Philosophie/Existentialismus/Punkt+im+Raum</link>
			    <dc:creator>Patrick Albertini</dc:creator>
			    <description><![CDATA[Das Leben ist immer nur ein wandernder Punkt auf einer Zeitachse, eine Singularität. Die Striche davor und danach sind eher Felder, Bifurkationen.Nic...]]></description>
			    <content><![CDATA[<p class="description">Das Leben ist immer nur ein wandernder Punkt auf einer Zeitachse, eine Singularität. Die Striche davor und danach sind eher Felder, Bifurkationen.</p><i>Nichtlineare Systeme, deren Verhalten von einem Parameter abhängt, können bei einer Änderung des Parameters ihr Verhalten plötzlich ändern. Zum Beispiel kann ein System, das zuvor einem Grenzwert zustrebte, nun zwischen zwei Werten hin und her springen, also zwei Häufungspunkte aufweisen. Dies nennt man eine Bifurkation. Der Vorgang der Periodenverdopplung kann sich bei weiterer Änderung des Parameters wiederholen. Charakteristisch für solche Systeme ist, dass ihr Verhalten schließlich <b>chaotisch</b> wird.</i><br />
<br />
<i>Die Mandelbrot-Menge, ist ein Fraktal, das in der Chaostheorie eine bedeutende Rolle spielt.</i><br />
<br />
Es gehört schon eine gewisse Portion Wahnsinn dazu, das eigene Leben als Mandelbrot-Menge zu betrachten. Hat man sich allerdings damit abgefunden macht es vieles einfacher. Offene Augen können brutal sein; ich schliesse meine und versenke mein eigenes Dasein in seltsame Symbolik; feiere Tragik, beweine Enthusiasmus. <br />
<br />
Philip K. Dick erfindet eine Droge, die nicht das Bewusstsein des Anwenders verändert, sondern die Realität, <i>Chew-Z</i>. Liest man ein besonderes Buch, eines dieser Bücher, die man weitaus später als prägende Literatur beschreiben möchte, innerhalb einer einzigen Nacht, verschiebt sich die eigene Sicht auf die Welt in nur wenigen Stunden. Der Mensch, der vorher ein Punkt auf der Zeitachse war, ist ein völlig Anderer, er hat ganz andere Präferenzen und Relationen. Plötzlich sieht man sich selbst als Fremden. <br />
<br />
<b>Eines Tages wachte Gregor Samsa wieder als Mensch auf. Er hatte nichts besonderes geträumt, aber er hatte dennoch Angst in den Spiegel zu sehen.</b> (aus "Spiegelmenschen", spiegelmenschen.de)<br />
<br />
Ich glaube das größte Problem des Zwischenmenschlichen ist, das wir uns einander nicht verständlich machen können (wir können uns nicht sehen). Sicher: ich kann Gründe für mein Handeln angeben, aber ich werde niemanden finden, der sie bedingungslos verstehen kann, nicht mal jemanden, der sie bedingungslos akzeptiert. Das scheint mir der Grund zu sein, warum jede Beziehung früher oder später zum Scheitern verurteilt ist. In einer Zeit  leider unserer  in der Außenstehende, wie zum Beispiel Gott, nicht mitzureden haben, gibt es nichts, was wirklich bindend ist. Jedenfalls nicht bindend im Sinne von verpflichtend. Ich komme einfach nicht umhin zu bemerken, wie sehr uns die Freiheit, für die so lange gekämpft wurde, einschränkt. Schranken durch Freiheit, wir haben aus dem menschlichen Leben ein Paradoxon gemacht  oder war es das schon immer? Mit der Freiheit des Individuums haben wir die sprichwörtliche Qual der Wahl zum programmatischen Ablauf unserer Leben berufen. In einer Zeit in der es die Mystik hinter der Oberfläche gab  zu geben schien  gab es Ziele, zum Beispiel das Aufdecken des Mystischen, doch Selbiger haben wir uns mittlerweile eindrucksvoll beraubt.<br />
<br />
Schon in den 50ern, als Arnold Gehlen seine Thesen zum Mängelwesen formulierte, hätte es jemandem auffallen müssen. Nun ist es wahrscheinlich zu spät. Der Mensch definiert seine Wesensart, seine Rasse, über seine Sprache. Die Sprache, die Fähigkeit zum Abstrakten, das ist der Hauptunterschied zwischen uns und den Tieren. Um genauer zu sein: die Reflexivität unserer Sprache, also zum Beispiel der Fakt das ich über sie Schreiben kann. Seitdem wir gelernt haben, abstrakt zu denken, haben wir uns angewöhnt auch abstrakt zu leben, zu sein. Der Mensch, wir, sind nicht mehr greifbar, sondern nur Begriffe die im Raum schweben.<br />
<br />
Ich denke, das das zwischenmenschliche Problem darin besteht, das wir uns nicht erklären können; es wären einfach der Worte zu viele. Es ist einfacher den Weg zu trennen, als sich dauernd zu erklären, vor allem da jede Erklärung wieder einer neuen bedürfe. Wir haben uns eine Welt aus Symbolen erschaffen, die der Fantasie; haben dem was wir sehen Namen gegeben, und es so weit getrieben, das wir mittlerweile ohne Namen nichts mehr sehen. Überflutet von Symbolen, die die Welt um uns herum und uns selbst symbolisieren sollen, stehen wir bei jeder Erklärung vor einer unüberwindlichen Schlucht. <br />
<br />
Die weniger werdenden sexuellen Kontakte der Menschen zueinander stellen Pausen dar, oder Inseln im Meer der Worte. Am besten verträgt man sich ja bekanntlich im Bett.<br />
<br />
Es hat lange gedauert, bis ich diese Dinge begriffen hatte. Lange Zeit schwärmte ich für die Charaktere in den Romanen des amerikanischen Autoren Philip K. Dick, die sich immer untereinander verstehen konnten, ohne das es kompliziert wurde. Heute weiß ich, das sie das konnten, weil eine Figur im Kopf des Autors mit einer anderen im Kopf des Autors kommunizierte, er redete mit sich selbst. Im Gegensatz zu autobiographischen, oder auf wahren Begebenheiten beruhenden, Romanen konnte in diesen Dialogen nichts schief gehen.<br />
<br />
Ein Gewinn ist immer mit Verlust verbunden. Wenn man ein Auto gewinnt, muss man auch tanken gehen  mein Gewinn, oder meine Erkenntnis, war mit dem Verlust an Freude verbunden. Solange ein gewisser Grad an Miss- und Unverständnis vorhanden ist, kann man entweder Neugier empfinden, oder nach Aufklärung suchen. Merkt man allerdings das es das nicht gibt und das Menschen im Allgemeinen aus Symbolen bestehen, die sie selbst nicht verstehen, dann schmeißt man der Erkenntnis den Sinn in den Rachen. Eine Zeitlang versuchte ich noch vollkommenes Verständnis zu finden, und als ich merkte, das es dieses eben nicht gibt, gab ich sämtliche Ziele einfach auf. Was sollte ein Gespräch, eine Freundschaft, eine Beziehung bezwecken, wenn man sich des Endes sicher ist und weiß, das dazwischen nur Missverständnisse und Sex liegen? Eben, nichts. <br />
<br />
Das der Humanist in mir gestorben war merkte ich erst lang nach seinem Tod. Beim Duschen kam mir die Idee zur Lösung eines gesellschaftlichen Problems, über welches ich schon lange nachgedacht hatte. Kaum war ich aus der Dusche gestiegen hatte ich Lösung wie auch Problem vergessen. Das öffnete mir die Augen, ich wusste plötzlich, das ich meinen Namen nicht in die Liste der gesellschaftlichen Revolutionäre schreiben wollte, komme was wolle. Mir war plötzlich bewusst geworden, wie klein und unnötig diese Gedanken waren, wie sinnlos vergeudet die Zeit war, die einige Humanisten über ihren Texten verplempern. Schlagartig war mir bewusst geworden, das ich einzigartig war, einzigartiger als die Einzigartigkeit, die der Individualismus bewirbt, und das mich die typisch menschlichen Belange nicht nur nicht interessierten, sondern das ich sie auch nicht nachvollziehen konnte. Das große Missverständnis war auf einmal mitten in mein Leben getreten. Ich wusste plötzlich, das jede Zeile die ich las, jedes Quantum an Bildung und jeder Funke Intelligenz mich nur komplexer machten, und das jemand der ähnlich komplex war sicherlich noch viel weniger Chance hatte mich zu verstehen als jemand der dumm geblieben war. 1000 Ideen zu vergleichen und festzustellen das sie sich auch nur ähneln ist beliebig schwieriger als das bei 10 zu tun. Auch zu den Dummen konnte ich aber keinen Draht finden, denn 1000 und 10 liegt zu weit auseinander, als das man von einer Ähnlichkeit sprechen könnte. Das war die Signatur der Sinnlosigkeit. <br />
<br />
Hatte ich vorher noch nach Verständigung gesucht so erschien sie mir nun einzig und allein lästig. Mich langweilte alles. Und nicht nur das, ich empfand die Menschen mit denen ich zum Umgang gezwungen war als lästige Schmeißfliegen, die allesamt viel mehr als nur ersetzbar waren, nämlich sinnfrei. ]]></content>
			    <pubDate>Thu, 01 Jan 1970 01:00:00 +0100</pubDate>
			</item>
			<item>
				<title><![CDATA[Ware zivilisierter Mensch]]></title>
			    <link>http://www.kwondoo.de/texte/Kultur/Politik/Ware+zivilisierter+Mensch</link>
			    <dc:creator>Patrick Albertini</dc:creator>
			    <description><![CDATA[Ware zivilisierter Mensch und seine Verfehlungen immer noch im Sonderangebot, oder, wer da nicht zugreift muß verrückt oder Terrorist und gegen uns ...]]></description>
			    <content><![CDATA[<p class="description">Ware zivilisierter Mensch und seine Verfehlungen immer noch im Sonderangebot, oder, wer da nicht zugreift muß verrückt oder Terrorist und gegen uns sein</p>Innerhalb der Produktionsgesellschaft verkommt der eigentliche Produzent und Konsument selbst auch immer mehr zur Ware. <br />
<br />
Es liegt in der Natur einer Gesellschaft, in der alles, jedes und jeder seinen Preis hat, dass auch der Mensch selbst seinem unnatürlichen Reglement zum Opfer wird und sich sein Wert durch seine Rentabilität und seinen Besitz definieren lassen muss. <br />
<br />
Vorbei die Zeiten, in denen die Menschen einfach Menschen waren, die nur so viel taten, damit es reicht sich, ihre Familie und die Gemeinschaft über die Runden zu bringen und sich somit, je nach ihren individuellen Vorlieben, Interessen und Fähigkeiten, ganz selbstverständlich in eine gleichgesinnte und überschaubare Interessengemeinschaft einordneten - es gilt nur noch ein Massenweg für alle - und der wird jedem von klein auf eingetrichtert. Dabei wird die Individualität, die nun ein jeder Mensch einmal aufweist, immer mehr systematisch erschwert und unterdrückt, als wäre die Einzigartigkeit jedes Menschen eine Krankheit und der Mensch prinzipiell eine mißratene, eigensinnige Ameise, die es auf den "rechten Weg" zu bringen gilt, damit sie als ein Zahnrädchen im großen Getriebe funktioniert. <br />
<br />
Die Massenmedien leisten ganze Arbeit dabei, bei den vielen eigentlich völlig verschiedenen Zuschauern, die gleichen Begehrlichkeiten, die gleichen Idole und ausschliesslich die gewünschten Verhaltensmuster für alle zu präsentieren, denn die vielen Kanäle der verschiedenen Sender senden fast ausschliesslich nichts anderes, als das was wir sehen sollen. Und auch sonst gelten nur Mehrheitsentscheidungen, niemals die Stimme des einzelnen, auch nicht für sich selbst. Jeder muss sich nach den gleichen Regeln verhalten, der Vernünftigste, wie der Unvernünftigste, der Tugendhafte, wie der Betrüger und der gebildetste wie der dümmste - es werden einfach alle auf einen gemeinsamen Nenner gedrückt, oder eben gehoben - ganz wie es die vorherrschende "Normalität" diktiert. Wobei die wenigsten Menschen genau dieser entsprechen, sich aber viele entsetzlich mühen, um wenigstens so zu tun, als wären sie "normal". <br />
<br />
Bloss nicht aufzufallen. Denn wie jedes Kind schon in der Grundschule lernt : Auffälliges Verhalten, Aussehen oder Abweichungen vom gewünschten Verhaltensmuster, werden gnadenlos geahndet - von den Mitschülern nicht selten noch viel härter und unerbittlicher, als von den Lehrern. Ein Nebeneffekt - der angesichts von "pädagogischen" Strafmassnahmen, die solches Verhalten fördern, wie das Bestrafen von allen, für das "Vergehen" des einzelnen - offensichtlich sehr erwünscht ist. Und das obwohl es für viele Schülerinnen und Schüler, nicht weniger als Spiessrutenlauf bedeutet, der über psychische Probleme, Drogenmissbrauch etc. bis zum Suidzid führen kann. <br />
<br />
Schliesslich sind auch die Eltern mit eingebunden und stehen, unter Androhung von Gefängnishaft, in der Pflicht, ihr Kind der vorherrschenden Norm und ihren Hütern auszuliefern. Sie warten auf das nächste "Zeugnis" das ihrem Nachwuchs, schwarz auf weiss bescheinigt, in wie fern es tauglich ist die Norm zu erfüllen, die, wie die Eltern aufgrund ihrer eignenen Erfahrung gelernt haben, die einzige gültige Qualifikation dafür ist, es später "einmal zu etwas zu bringen". <br />
<br />
Damit schliesst sich der Kreis um ein jedes Individuum und es gibt kaum eine Person, zumindest kaum eine "erwachsene", die nicht gebetsmühlenartig die heilige Norm predigt, die gerade für die eifrigsten Prediger selbst, oft besonders mühsam zu erreichen war. Meisst bleiben nur Freunde, die einem nicht ständig unter die Nase reiben was man gefälligst zu tun, oder zu lassen hat. Doch diese müssen ebenfalls "sehen wo man bleibt" und wenn sie sich nicht im Laufe der Zeit auch anpassen, landen sie zwangsläufig, früher oder später, auf der sogenannten "schiefen Bahn". Was bedeutet das sie in eine der zahlreichen Fallen tappen, die die einzigen, offensichtlichen Abzweigungen in der Einbahnstrassengesellschaft darstellen. <br />
<br />
Erst einmal in eine von diesen getappt, z.B. die illegalisierten Drogen, dann kann eine verschärfte "Zurechtrückung" der "kriminell"-gewordenen in Form von "Arbeitstherapie" oder eingesperrt sein greifen, für die es auch nur das eine Ziel gibt - das verirrte Schaf zurück auf die Normschiene zu bringen und dafür zu sorgen das es den einzigen gültigen Weg endlich als den anerkennt der er ist, denn wenn die Alternative noch längerer Knastaufenthalt, geschlossene Psychatrie, Platte machen, oder Drogenstrich heisst, dann fängt sogar die Masseneinbahnstrasse dagegen an zu glänzen. Und gleichzeitig kann sich derjenige, der den Normweg bereits geht, durch den Anblick der Alternativen in seinem tun bestätigt fühlen. <br />
<br />
Kaum jemanden ist bewusst, wie sehr und gründlich alle Nischen beseitigt wurden, um einen mehr oder weniger zwangsläufig "richtig" gewordenen Weg, zu etablieren. Niemand kann in einer Konsumgesellschaft ohne Geld existieren - ohne Geld kein Konsum - was heisst sein Brot zu erbetteln, oder es sich mit anderen Mitteln zu beschaffen, sprich stehlen - anders geht es nicht. Man kann es sich auch selber Backen ? Warum nicht, aber dazu braucht man Mehl. Mehl kostet Geld, es sei denn man hat ein Getreidefeld, aber hoppla, dazu muss man ja erst ein mal ein Feld besitzen oder pachten und das Saatgut gibt es auch nicht umsonst. Man könnte auch fischen gehen, eine Angel bauen ist nicht schwer, aber dummerweise braucht man einen Angelschein. Im Wald jagen kann man auch nicht einfach so, denn das ist Wilderei und um sich Kartoffeln oder Gemüse anzubauen braucht man einen Garten. <br />
<br />
Wie man es auch dreht, entweder man verdingt sich wie die Mehrheit als zunehmend billig werdender Lohnsklave, man erbettelt was man braucht, lebt von den zunehmend kärglichen "Stütze" vom Staat, oder man wird kriminell - dazwischen gibt es nichts - entweder "rechtschaffender Mensch", oder Verlierer, Sozialschmarotzer und Krimineller. Wie das in Einklang mit dem Grundgesetz funktionieren kann, das jedem Bürger das Recht auf freie Entfaltung seiner Persönlichkeit garantiert ? Da müsste man wohl mal einen ganz gewieften Juristen fragen, der einem das mal erklärt. <br />
<br />
Eigentlich könnte man jetzt schon Zweifel bekommen, ob das alles so mit rechten Dingen zugeht, aber dazu kommt noch die stetig wiederkehrende Krise der Arbeitsgesellschaft. Denn wenn Arbeitsplätze durch immer modernere Produktionsmaschinerie wegfallen und somit immer mehr Menschen aus der Rolle des nützlichen Arbeiterin im grossen Staatsgetriebe rausfallen, drohen die anderen im Volksameisenhaufen zunehmend an Bedeutung zu gewinnen, nämlich die Soldaten. Dann sind wir wieder an einem Punkt angelangt, wo diejenigen die was zu sagen haben, gar keine Zweifel mehr daran lassen, was die Ware Mensch wert ist, wenn der Markt übersättigt ist. Schätzungsweise 200 Millionen Menschen wurden im letzten Weltkrieg vernichtet, die Infrastruktur in vielen Ländern zerstört, die Ergebnisse der harten Arbeit von unzähligen Menschen einfach in die Luft gejagt - ein teures "Wirtschaftswunder". Eigentlich ist es kein Wunder gewesen, nicht nur weil Wunder sowieso religiöser Unfug sind, sondern weil der Bedarf riesig und die Arbeitsmarkt nach Arbeitskräften, die Menschen nach neuer Infrastruktur und Versorgung mit Nahrungsmittel, geradezu hechelten. <br />
<br />
Man könnte mit ruhigerem Gewissen auf solch dunklelste Kapitel zurückblicken, würde man nicht noch in genau derselben Falle sitzen, wie die Vorfahren. Denn auch heute nähert sich der heilige Markt, nach einer Phase des relativen Wohlstandes und des Friedens, wieder der Schallmauer der Massenarbeitslosigkeit und des gesättigten Marktes. <br />
<br />
Auch heute haben die selben Kreise sich mit nützlichen Kriminellen vernetzt, um ihre Pläne zu verwirklichen, so wie es seit eh und je mit allen "Schurken" geschenen ist. <br />
<br />
Die Erfüllungsgehilfen sind gebucht und unser "Volksempfänger" stililsiert sie notfalls erneut zur größten Bedrohung auf, die es jemals gab, um wieder auf dem Rücken von irgentwelchen Sündenböcken den "Neustart" zur Scheinlegitimierung zu verhelfen, was nichts anderes heißt, als abermillionen von unschuldigen Menschen und die Früchte ihrer harten Arbeit auf diverse Art zu vernichten. <br />
<br />
Falls man es trotz der vielen vorsätzlich gelegten Fallen und Irrwege dieses dreckige Spiel zu durchschauen und zur Sprache zu bringen wird man - trotz angeblicher Meinungsfreiheit - zensiert und im Zweifelsfall hat man einen "Unfall", so wie ihn der Schreiber dieser Zeilen hatte, obwohl er damals noch gar nicht realisiert hatte, in welcher Gesellschaft er sich überhaupt befindet, sondern nur zum falschen Zeitpunkt am falschen Ort war. <br />
<br />
Das Land "der Dichter und Denker" ist zu einem Straßenstrich für kapitalistisch verballerte, dichte und fehlgelenkten Systemhuren verkommen, der aufgrund früherer "Investitionen" der "Guten", schon eine Generation lang militärisch besetzt ist und die schon seit Menschengedenken hinter den Kulissen mit den "Bösen" an einem Tisch sitzen. <br />
<br />
Neue Wege und Gedanken sind, hier wie dort, nur ein Dorn im Auge der Hüter des einzig gültigen Irrwegs, es werden lieber Mahnmäler gebaut oder bereits vor über 2000 Jahren gekreuzigte Aufständige als ihre Ideale angepriesen, um die immer noch fortwährenden Untaten zu verschleiern, anstatt bei heutigem Unrecht aufzubegehren, oder es gar auszuräumen. <br />
<br />
Gerne erinnere ich mich in dieser Hinsicht an eine Dokumentation im Fern-Sehen - wobei ich mich heute noch wundere das diese augestrahlt wurde - in der "wilden und unzivilisierten" Menschen ein gekreuzigter Jesus gezeigt wurde, die daraufhin schlicht sagten "Warum hilft ihm denn niemand ?". <br />
<br />
Wie könnte man den Wahnsinn der zivilisierten Krone der Schöpfung die alles so viel besser weiß besser enttarnen, als diese "primitiven" Menschen es vermochten - es gibt keine Hilfe, außer Spendengelder, es gibt keine Lösungen für Irrwege, nur Mahnmäler für vergangene Untaten, wobei auch noch weggelassen wird, wer eigentlich wirklich dafür verantwortlich ist. <br />
<br />
Es wird in Demut ausgeharrt und betrauert was gefälligst betrauert werden soll, mehr nicht, damit der organisierte Wahnsinn seinen Lauf nehmen kann. <br />
<br />
Wie wäre es mit ein paar Drogen, denn die bekommt man in der Welt der selbstgerechten Systemhuren an jeder Ecke, obwohl sie doch so streng verboten sind ? <br />
<br />
Wer diese vorsätzlich kriminalisiert und gleichzeitig verbreitet ist aber ein anderes trauriges Kapitel, in der Geschichte des organisierten Irrsinns, in dem wir - warum auch immer - zum "Leben" verdammt sind.... <br />
<br />
...auch wenn wir den sprichwörtlichen Ast absägen auf dem wir sitzen - wir tun es zivilisiert und keiner kann es besser. ]]></content>
			    <pubDate>Thu, 01 Jan 1970 01:00:00 +0100</pubDate>
			</item>
			<item>
				<title><![CDATA[Jünger der Quantenmechanik]]></title>
			    <link>http://www.kwondoo.de/texte/Wissenschaft/Physik/J%C3%BCnger+der+Quantenmechanik</link>
			    <dc:creator>Patrick Albertini</dc:creator>
			    <description><![CDATA[Wie Theoreme die keiner versteht den Alltag prägen.Diejenigen, die nicht schockiert sind, wenn sie zum ersten mal mit Quantenmechanik zu tun haben, h...]]></description>
			    <content><![CDATA[<p class="description">Wie Theoreme die keiner versteht den Alltag prägen.</p><i>Diejenigen, die nicht schockiert sind, wenn sie zum ersten mal mit Quantenmechanik zu tun haben, haben sie nicht verstanden.</i><br />
<br />
- Niels Bohr<br />
<br />
Als Einstein, Rosenberg und Podolski das EPR-Paradoxon formulierten, haben sie sicher nicht an Quantencomputer gedacht - noch weniger sicher an die Verzweiflung der Menschen in der post-Postmoderne. Nun würfelt Gott also doch - bis zum Bruch des Paradigma - und wir kullern aus dem Würfelbecher in eine Welt aus Molekülen. Seit Sartre liegt uns ein "Your life is yours to create" auf den Lippen und der Haussegen hängt schief.<br />
<br />
Während der Laplacesche Determinusmus den freien Willen des Menschen unmöglich machte, da Alles vorherbestimmt war, und eine Entscheidung die feststeht nicht frei ist, ist nun alles Zufall, schwammig. Der freie Wille bleibt weiterhin auf der Strecke, denn falls nicht Alles determiniert ist, und der Zufallsfaktor in dem Verhalten der Quanten Veränderungen zulässt, sind es wieder nicht wir, nicht unser subjektiv als Ich empfundenes Gebilde einer konstruierten Person in einer konstruierten Realität, die eine Entscheidung treffen, sondern Zufälle auf der Mikro-Ebene.<br />
<br />
Allerdings hatte die Unschärfe Auswirkungen auf unser Gefüge, sei es das soziale, moralische oder kulturelle. Im Wissen um die Möglichkeit sämtliche Mystik auf Unschärfe zu reduzieren, ist uns das Gewissen, die Nötigung unser Tun und Handeln vor einem höheren Etwas zu rechtfertigen, abhanden gekommen. Zwar müssen wir uns vor uns selbst rechtfertigen, aber das ist nicht schwer, angesichts der Tatsache, das wir nur ein Haufen Atome sind, und Moral selbst etwas Erdachtes. Kein Fixpunkt in Sicht, an dem man einen Anker der Bestätigung anbringen könnte, keine Boje, an der wir uns vor dem Ertrinken klammern. <br />
<br />
Das Land der unbegrenzten Möglichkeiten hat erst der Seelenstriptease erschaffen. Da es nun keine Moral mehr gibt - nur die der Geschichte - können wir tun was wir wollen. Die Moderatoren - die Priester der "Generation Klingelton" - rufen einen neuen Staat aus.]]></content>
			    <pubDate>Thu, 01 Jan 1970 01:00:00 +0100</pubDate>
			</item>
			<item>
				<title><![CDATA[L'existentialisme]]></title>
			    <link>http://www.kwondoo.de/texte/Philosophie/Existentialismus/L%27existentialisme</link>
			    <dc:creator>Patrick Albertini</dc:creator>
			    <description><![CDATA[Entgegen der Lehrmeinung ...Entgegen der Lehrmeinung vieler ist der Existenzialismus KEINE hoffnungsvolle Philosophie. Es ist die Philosophie des Aufg...]]></description>
			    <content><![CDATA[<p class="description">Entgegen der Lehrmeinung ...</p>Entgegen der Lehrmeinung vieler ist der Existenzialismus KEINE hoffnungsvolle Philosophie. Es ist die Philosophie des Aufgebens, egal wie viel man hinein interpretieren möchte um sich selbst besser zu fühlen. Als Sartre den Ekel schrieb war er sicher einsam, als er in "Geschlossene Gesellschaft" über den Tod sinnierte, hatte er ihn vor Augen, als er in "Die  Fliegen" von der Feigheit der Menschen berichtete, wußte er, wovon er sprach. <br />
<br />
Man kann natürlich Versuchen seine echten Motive hinweg zu diskutieren - ich glaube das hat er sogar selbst - aber das ist Nonsens. In seinen Zeilen die blanke Hoffnung durch den Glauben an den Augenblick zu sehen ist eine selbst auferlegte Illusion, bei der ich viel Spaß wünsche.<br />
<br />
Sartre hat etwas begriffen, das sich schlicht und ergreifend nicht mit dem Schreiben vereinbaren lässt, jedenfalls nicht einfach. Er hat begriffen wie sinnlos und ursachenfrei Gottes Werk ist. Er hat verstanden, das es kein wunderbares und erleuchtendes 'Warum' als finale Antwort zum Nachtisch gibt. Er hat verstanden, das der Augenblick das einzige ist was zählt, und dass dieser gleichzeitig doch unwichtig ist. Warum er trotzdem schrieb? Die Frage muss lauten, was die ganzen Selbstmörder hätten aufschreiben können, das Sartre schrieb war Zufall; oder, wenn man "Die Wörter" so interpretieren möchte, auch kein Zufall, sondern erzwungene Selbstinszenierung. Der Schriftsteller ist seine Romanfigur und die ist Schauspieler. <br />
<br />
Heute quälen sich 70jährige Professoren damit herum, in Sartres Werken eine Art Sinn zu finden - den Sinn den Sartre allen schenken wollte, den Sinn für ihr eigenes Leben. Was für ein verschwendet stümperhaftes Verhalten. Welch Agonie, ich muss fast lachen. Fast. Sie reden davon, dass Sartre der Auffassung war, man solle den Augenblick nutzen, ihn genießen - mir fehlen <i>die Wörter</i>. Hampelmänner, die ihren Sinn verloren haben, als sie runzelig wurden und kein knackiges Fleisch mehr betasten durften. Tagsüber stehen sie auf der Kanzel oder sitzen an der Schreibmaschine und dichten sich ihr Leben, abends sitzen sie mit einem Glas Rotwein und einem Buch zuhause lernen Dichtung. Aber echtes Leben steckt nicht darin. ]]></content>
			    <pubDate>Thu, 01 Jan 1970 01:00:00 +0100</pubDate>
			</item>
			<item>
				<title><![CDATA[Materialismus]]></title>
			    <link>http://www.kwondoo.de/texte/Wissenschaft/Neuroscience/Materialismus</link>
			    <dc:creator>Patrick Albertini</dc:creator>
			    <description><![CDATA[...des Gehirns.Psychologischer Konstruktivismus ist die logische Konsequenz dessen, was man als den retrospektiven Glauben an den Determinismus bezeic...]]></description>
			    <content><![CDATA[<p class="description">...des Gehirns.</p>Psychologischer Konstruktivismus ist die logische Konsequenz dessen, was man als den retrospektiven Glauben an den Determinismus bezeichnen kann. Nein, ich habe nicht vor mal alle Fremdworte auszupacken, die mir grad einfallen, aber sie sind nun mal herrlich genau.<br />
<br />
Blickt man in der Zeit zurück, erinnert man sich, dann stößt man dauernd auf Formulierungen wie "Das musste ja so kommen..." oder auf der anderen Seite "Was wäre wenn wir damals das und das gemacht hätten ...". Auf den ersten Blick gegensätzliche Formulierungen, sagt doch die Eine das etwas festgelegt war und die Andere, das wir es hätten beeinflussen können - aber auch nur auf den ersten Blick. "Das musste ja so kommen.." heißt eindeutig, das Etwas die logische (und einzig mögliche) Konsequenz bestimmter Ereignisse war. "Hätten wir das und das gemacht..." sagt eindeutig, das die logische Konsequenz sich verändert hätten, wenn wir die Ausgangsbedingungen verändert hätte. Beides ist also reiner Determinismus. Man kann nun argumentieren, das eine Veränderung der Ausgangsbedingungen ja auch eine willkürliche, da unserer Willkür unterworfene, Beeinflussung des "Laufes der Dinge" sei, aber das ist falsch. Besagte Willkür hat ebenfalls ihren Ursprung, besagter Ursprung seinen usw..<br />
<br />
Das ist psychologischer Konstruktivismus. Unsere Willkür als Konsequenz bestimmter Ereignisse, die vielleicht nur in unserem Kopf stattfinden. Eine strenge Determinierung unseres Denken, determiniert durch konstruierte Psyche, Psyche durch Psyche, Psyche durch Konstruktion.<br />
<br />
Warum Materialismus? Weil Denkvorgänge auf einer naturwissenschaftlich zugänglichen, einer materialistischen Ebene, nämlich der des Hirns, stattfinden. Die Wissenschaft ist noch nicht in der Lage, diese Vorgänge genau genug berechnen und damit vorhersagen zu können, um diesen Konstruktivismus absolut zu belegen; noch nicht. Allerdings dauert das nicht mehr lange.<br />
<br />
<br />
Weitaus interessanter ist, was danach kommt. Die Kultur ist nicht angewiesen auf Materialismus, nur deswegen bestreitet sie den seelischen. Und die Kultur ist bald so weit, das sie sich zumindest den "natürlichen Materialismus", den des Körpers, schenken könnte. Wenn die Neurologie erst weit genug ist, dann wird es nicht nur möglich sein, die Hirnwellen als Daten auszulesen, sondern, damit verbunden, auch einen Menschen (sein Bewusstsein) zu kopieren, wie man heute eine illegale Kopie von Microsoft Windows machen kann. Das führt dazu, das wir auf unseren Körper nicht mehr angewiesen wären um unseren kulturellen Aktivitäten (z.B. die Interaktion mit anderen Kulturwesen) nachzugehen. Sogar Sex könnte man als Informationswesen im Cyberspace haben.<br />
<br />
Man fragt sich sicherlich: Wo ist denn da der Vorteil? Der ist aber recht einfach erklärt: ein Informationswesen, also eine Art Computerprogramm, ist auf wenig weltlichen Luxus angewiesen. Sterblichkeit wäre ein Thema das neu definiert werden müsste. Auch die Miete wäre billiger. Es wird mit 100%iger Sicherheit Menschen geben, die sich für den Versuch - sollte er denn jemals unternommen werden, dessen ich mir sicher bin - bereit stellen. Und mit ebenso hoher Wahrscheinlichkeit wird es Menschen geben, die ihnen nacheifern. Auch wenn heute für uns solch ein Leben schwer vorstellbar ist, wird sich das in Zukunft genau anders herum verhalten.<br />
<br />
Auch sehr interessant ist die Wirkung dessen. Heute haben wir eine Art evolutionären Boom, nämlich auf kultureller Ebene: Das Weltwissen verdoppelt sich alle 5 - 10 Jahre. Die Psychogenese ist schneller als die Entwicklung der Menschheit, Individuen überholen ständig und überall ihre Stammesgeschichte, man könnte meinen wir arbeiten auf ein baldiges Ziel hin - ein Crescendo, wie es ein interessanter Wissenschaftler mal nannte.<br />
<br />
Aber wie wird so etwas erst sein, wenn wir Informationswesen sind? Ich spreche dauernd von "wir", aber "wir" werden das wohl nicht mehr werden. Wenn die Menschheit erst die Loslösung von der Natur hin zur Kultur vollzogen hat - ein Ziel das schon seit tausenden von Jahren anvisiert ist - dann wird es ein permanentes Crescendo geben. Information wird unvergleichbar - unvorstellbar - viel schneller wachsen. Wir müssen schließlich nicht mehr schlafen, essen oder sterben.<br />
<br />
Wenn ich schon dabei bin, die Zukunft zu malen: Was wird geschehen, wenn dieser Punkt erreicht ist? Der Punkt des dauernden Crescendos? Ganz einfach, die Kultur wird, nachdem es eine lange Phase der Rückentwicklung gab, in Form von Dekadenzen aller Art, vor Langeweile fast zugrunde gehen, und der Meinung sein das man etwas unternehmen muss, was wiederum im schöpferischen endet und die nächste Stufe der kulturellen (vielleicht bis dahin wieder naturellen) Evolution hervorbringt.]]></content>
			    <pubDate>Thu, 01 Jan 1970 01:00:00 +0100</pubDate>
			</item>
			<item>
				<title><![CDATA[Freiheit - als eine schöne Kunst betrachtet]]></title>
			    <link>http://www.kwondoo.de/texte/Philosophie/Philosophie/Freiheit+-+als+eine+sch%C3%B6ne+Kunst+betrachtet</link>
			    <dc:creator>Patrick Albertini</dc:creator>
			    <description><![CDATA[Dieser Text wurde anlässlich eines Schreibwettbewerbes der Stadt Weimar zum Schillerjahr verfasst. Als Genre wurde das Essay festgelegt.Ein Essay zum...]]></description>
			    <content><![CDATA[<p class="description">Dieser Text wurde anlässlich eines Schreibwettbewerbes der Stadt Weimar zum Schillerjahr verfasst. Als Genre wurde das Essay festgelegt.</p><b>Ein Essay zum Thema</b><br><br>Freiheit - als eine schöne Kunst betrachtet<br />
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Freiheit zu betrachten scheint oft eine überflüssige Herausforderung, gleitet der Blick doch immer wieder ab am großen Klischeegewand, welches sich um diesen Begriff herum aufbaut, ohne sich mit dem nüchternen Kern der Sache zufrieden zu geben. Schlage ich beispielsweise das gute Handlexikon des Bibliographischen Instituts Leipzig von 1982 auf, so muss ich unter "Freiheit" lesen: "Verhältnis des Menschen zur objektiven Gesetzmäßigkeit in Natur und Gesellschaft, insbesondere der Grad der Erkenntnis und prakt. Beherrschung, der historisch bedingt ist. F. verwirklicht sich..., usw.". Was folgt ist eine mich langweilende Anklage der Klassengesellschaft, dessen Anfügung dem Leser überlassen sei. Meine Ansprüche an eine passende Definition sind eher minimalistisch. Mein Lexikon würde unter "Freiheit" folgendes verzeichnen: "Freiheit: Mangel an Einschränkung". In Wahrheit besticht der Begriff "Freiheit" nämlich durch seine fühlbare Durchsichtigkeit. Er ist ein "Nichts-Begriff", der lediglich durch sein Contraire definiert wird, ähnlich wie "Vakuum" oder "Leere. All dies sind Begriffe, welche der Mensch erdacht hat, um seine Sprache zu vereinfachen, bzw. um Synonyme zur Ästhetisierung des literarischen Stils zu schaffen. Aus "die Uneingeschränktheit" wird "die Freiheit". Eine Stilisierung, die keinesfalls so unsinnig ist, wie ich es jetzt vielleicht dargestellt habe, wird doch mit dem Wort "Freiheit" ein elementares Gefühl des Menschen benannt, zu vergleichen mit "Liebe", "Hass", "Trauer" usw.. Dies bringt Freiheit und Kunst schon sehr nahe zusammen. Wenn die Freiheit vom Gefühl zum Lebensgefühl avanciert, man in der Freiheit aufgeht und sich in ihr selbst verwirklicht, so wird sie zur Kunst. Anders gibt es keine Kunst. Kunst ohne Selbstverwirklichung besitzt keine Seele. Sie hat keine Persönlichkeit und kein Gesicht, von dem ich mich angesprochen fühlen kann. Ohne all diese Dinge wird Kunst zum schlichten Handwerk und das bedeutet, man erhält am Ende entweder Kitsch oder Pop. Kitsch ist ideenlos und überladen, nahezu mathematisch konstruierbar aus den simpelsten Gesten und Bildern, welche sich den Menschen einprägen. Er ist nichts als naive Heuchelei. Pop ist das selbe, nur dümmer und kreativer, was ihn ungefähr auf die selbe Distanz zur Kunst bringt, wie es beim Kitsch der Fall ist. Dies dürfte auch meine Ambitionen zur moralischen Kreuzigung Andy Warhols und aller anderen Vertreter der "Pop-Art" erklären. Es gibt kaum ein größeres Verbrechen an der Kunst als die Vereinigung mit dem Pop. Das ist Rufmord, Majestätsbeleidigung und Vergewaltigung in einem. Könnte man Kunst töten so wäre Pop das Mordinstrument an zweiter Stelle, gleich hinter dem Kitsch und vor dem 3. Weltkrieg. Und mit dem Ableben der Kunst geht das des Lebensgefühls einher, denn Kunst, so sagte ich, ist das Lebensgefühl, das "Selbst-Sein". Jeder Mensch welcher die Kunst beherrscht, er selbst zu sein, hat sich selbst gefunden. Alles was von diesem Lebensgefühl abweicht, wird sich für die entsprechende Person sehr bald als Lüge an ihrer selbst herausstellen. Möge ich mich selbst vor dem Kitsch, vor dem Pop und vor der Oberflächlichkeit bewahren. Möge ich immer direkt durch die Oberfläche hindurch schauen, wie durch den Wasserspiegel, um mich selbst nicht aus den Augen zu verlieren und mich nicht von schillernden Reflektionen nach oben in ein großes Nichts ablenken lassen, denn ich bin in mir selbst gefangen und dazu gezwungen mich selbst als Werkzeug zur Wahrheitsfindung zu nutzen und ohne Werkzeug keine Wahrheit. Zu dieser Wahrheit gehört denn nun auch die Freiheit, um die es hier schließlich geht und dass meine Freiheit stark von mir selbst determiniert wird, kommt nun grade in den aktuellen Diskussionen zum Thema "neuronale Determination", bzw. "Willensfreiheit" wieder stark zum Tragen. An dieser Stelle muss ich nun leicht vom Kontext abweichen und kurz auf dieses Problem eingehen, denn ich selbst kann dieses ganze Geschwafel um den "freien Willen" übrigens überhaupt nicht verstehen. Alle Welt macht ein großes Theater darum, dass unser Willen vom Gehirn bestimmt wird, dabei frage ich mich: wodurch soll er denn sonst bestimmt werden? Da gibt es nichts in unserem Körper, das sonst noch Entscheidungen treffen könnte. Und was stellen sich diese Herren und Damen denn unter Entscheidungsfreiheit vor? Unabhängigkeit von unserem Gehirn? Willkür? Hat es denn von den Herrschaften irgendjemand für möglich gehalten sich gegen sein eigenes Gehirn entscheiden zu können? Man muss schon eine sehr gespaltene Persönlichkeit besitzen um solch ein Kunststück zu beherrschen. Sogar die Entscheidung zu einer willkürlichen Handlung muss doch zuvor entschlossen werden, ganz egal wie zufällig sie auch sein mag, wenn man sich zum Beispiel dazu entscheidet den Arm in irgendeine zufällige Richtung zu bewegen. Irgendwo muss doch entschieden werden, welche Richtung der Arm einschlagen soll und wo soll sonst diese Entscheidung gefällt werden, wenn nicht im Gehirn? Und dass das Gehirn durch bestimmte Faktoren zu seinen Entscheidungen determiniert wird ist ebenso verständlich, denn Willkür und Zufall gibt es im Gehirn nicht. Es ist immer eine Kausalkette, die zu einer Entscheidung führt. Mein Gehirn ist durch die Evolution darauf programmiert immer das Bestmögliche zu entscheiden und das schließt Willkür, Zufall und jede Entscheidung gegen mein Gehirn vollkommen aus. Ich denke weitere Ausführungen zu diesem Thema sind überflüssig, denn, wie gesagt, ich verstehe die ganze Diskussion überhaupt nicht. Trotz allem musste ich mich nun doch an ihr beteiligen und mich selbst mit dem letzten Satz lächerlich machen, doch vielleicht ist das ja auch berechtigt.<br />
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Doch zurück zu den Gefühlen: Wie schon gesagt, es ist eine Kunst man selbst zu sein. Hier muss ich nun meine frühere Aussage ergänzen, denn es ist sehr wohl auch eine Kunst, ein Gefühl richtig auszuleben und umzusetzen, es sozusagen richtig zu interpretieren indem man das Gefühl "ist". Dies fügt sich nun jedoch in die Annahme "Kunst ist Selbstverwirklichung" ein, denn die Gefühle sind ein elementarer Teil des Selbst. Sie sind die Basis, der Ausgangspunkt jeder Form von Persönlichkeit. Die Freiheit und die Kunst frei zu sein sind ebenso Bausteine der Persönlichkeit und erst wenn man die Künste jeder Emotion beherrscht, hat man sich selbst gefunden. Doch einmal bei dem Stichwort "die Kunst frei zu sein" angelangt, will ich nicht gleich wieder in die Kunst der allgemeinen Gefühlswelt abschweifen.<br />
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Ja, es ist eine Kunst wahrhaftig frei zu sein, so wie es nach Erich Fromm auch eine Kunst ist zu lieben und es ist genauso Kunst wahrhaftig zu trauern, zu hassen und sich zu freuen, ohne dabei einer Lüge oder einer Täuschung zum Opfer zu fallen. Und wie ist man nun "richtig" frei? Ich selbst beherrsche diese Kunst natürlich nicht, wie könnte ich auch? Mit 17 Jahren kann mein Erfahrungsspektrum noch nicht groß genug sein um mich selbst und mit mir meine ganze persönliche Freiheit zu erfahren. Freiheit halte ich denn hier auch für etwas ganz persönliches, was jedem eigen ist und was jeder für sich selbst finden muss. Es ist die Kunst mit den richtigen Schranken zu leben und die falschen zu zertrümmern. Die selbstgerechte Auslese der richtigen Schranken unterscheidet nun die extrovertierten von den introvertierten Menschen. Ich nehme an dieser Stelle eine fließende Kategorisierung der Menschen vor, die man bitte entschuldigen möchte, denn sie ist für die Weiterführung meiner Darlegung notwendig um meine Gedanken zu veranschaulichen. Ich verabscheue in Wahrheit solche Einteilungen, weil sie immer irgendetwas übersehen und so werde vielleicht auch ich jetzt etwas übersehen. Zur Erläuterung meiner Hypothese sollte das allerdings ein geringes Opfer sein.<br />
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Ob ein Mensch nun extrovertiert oder introvertiert geprägt ist, hängt natürlich ganz von psychologischen Aspekten ab, Milieu, Erziehung usw.. Introvertierte Menschen sind an dieser Stelle durch eine gesunde Schizophrenie zu charakterisieren. Sie tilgen und errichten Schranken in ihren Köpfen, außerhalb des Horizonts anderer, sodass sie für sich selbst frei sind und an den Schranken der Realität abgleiten, ohne sich von ihnen stören zu lassen oder anderen mit ihrem Freiheitsdrang das Leben zu erschweren. Extrovertierte sind da wesentlich exzentrischer. Sie bäumen sich gegen die sich ihnen darbietende Realität auf und zertrümmern alles was ihnen im Wege steht. Gesunde Ignoranz und Risikofreude zeichnen diese Prägung aus.<br />
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Wie gesagt handelt es sich hier um fließende Kategorien, von denen ich hier lediglich zwei Extrempole aufgezeigt habe. Im Grunde geht es hier um zwei verschiedene Gesten des "Freiseins". Das "Freisein für sich selbst" und das "sich frei machen". Beides ist Teil der Kunst frei zu sein und beide Gesten bergen ihre Risiken, welche natürlich offensichtlich sind. Die "gesunde" Schizophrenie der Introvertierten, drückt allein in der von mir gewählten Bezeichnung schon ihre Risiken aus. Realitätsverlust will gekonnt und wohlüberlegt sein, um den Menschen nicht in tiefe Abgründe zu stoßen. Sobald man aufhört über seine Verdrängungen nachzudenken, offenbart sich die Gefahr des Illusionismus'. Die Beschreibung der Folgen ist an dieser Stelle überflüssig. Das Gegenteil des "Freiseins für sich selbst", das "sich frei machen", ist der moralische Bulldozer. Es ist eine Freiheit die sich anderen aufdrängt. Ergebnis dieser Freiheit ist das Wohl Einzelner zum Leid Vieler. Bestes Beispiel hierfür ist wohl die Klassengesellschaft. Die Langeweile, welche sich beim Anklingen dieser Debatte in mir auftut, habe ich schon zu Anfang bekundet, deswegen werde ich die Darlegung des Themas erneut überspringen.<br />
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Es sind hier ebenfalls philosophische Repräsentanten der "Kategorien" zu nennen. Ich möchte auf der einen Seite Rousseau und auf der anderen Nietzsche anführen. Man könnte auch den Christen und den Übermenschen gegenüberstellen oder die christliche und die antichristliche Philosophie. Beide versuchen auf verschiedene Weise das Problem der persönlichen Freiheit zu lösen. Die eine Seite predigt die        Unterwerfung aller unter jeden, die Aufgabe der persönlichen Freiheit um die allgemeine Glückseligkeit zu gewähren. Die andere Seite predigt die Unterwerfung aller unter sich selbst um die eigene Glückseeligkeit zu gewähren. Weitere Ausführungen würden den schon sehr rissigen Rahmen des Essays sprengen, also mache ich hier einen Punkt. Man mag diese Philosophien als Techniken der Freiheitskunst bezeichnen. Eine gelungene, auf die Persönlichkeit des Künstlers abgestimmte Harmonie dieser Prinzipien zu finden ist hierbei die Schwierigkeit. Natürlich ist es auch möglich, dass eines dieser Prinzipien unter keinen Umständen auf harmonische Weise mit der Persönlichkeit des Künstlers zu vereinen ist. Die Lebensart (ein kleines Wortspiel) dieser Künstler steht den Kunstwerken anderer selbstverständlich in keiner Weise nach, im Gegenteil. Hinter solch einem Leben steht eine Überzeugung, welche vom Künstler in keiner Weise betrogen wird und stets vor der Verunreinigung durch Kompromisse bewahrt wird. Solch ein Kunstwerk kann allerdings nur von einem echten Meister geschaffen werden, einer Ausnahmepersönlichkeit, die es versteht ihre Philosophie mit dessen ärgsten Widersachern zu versöhnen. Im Falle des extrovertierten Künstlers sind dies seine Mitmenschen. Er wird es zwar nicht schaffen ihnen seine Anschauungen angenehm zu machen, allerdings ist ihm jedwede Reflektion seiner Taten von Seiten der Menschen ohnehin unwichtig, weil er selbst Alpha und Omega ist. Somit erreicht das Leid anderer in seinen Augen noch nicht einmal den Status einer Opferung, sondern ist eine Notwendigkeit um sein Wohlbefinden zu gewährleisten. Das Leid wird nicht ignoriert, ihm wird lediglich kein Wert beigemessen. Durch diese Moralumwälzung wird eine der größten Freiheitsschranken des Künstlers eingerissen: das Wohl anderer Menschen. Es offenbart sich dadurch eine Freiheit, welche nur auf materialistischem, bzw. physikalischem Wege begrenzt werden kann. Der Gegenpol dieses Übermenschen ist der introvertierte Künstler, der "Überchrist". Bei ihm verhält es sich genau umgekehrt. Er stuft sein eigenes Verlangen stets tiefer ein als das anderer. Er stellt sich nicht wie der Übermensch gegen alles und jeden, sondern nur gegen sich selbst. Seine eigenen Bedürfnisse sind sein größter Widersacher und diesen gilt es zu tilgen, denn sobald er keine eigenen Bedürfnisse mehr hat, benötigt er auch keine Freiheit mehr um sie zu befriedigen.<br />
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Im Nachhinein fällt es auch auf, dass sich das Bedürfnis nach Freiheit am Wert, den sich der entsprechende Künstler sich selbst zuschreibt, gemessen werden kann. Die zwei Beispiele repräsentieren natürlich wieder schwarz und weiß. Die Frage ist an dieser Stelle, ob Kompromisse erwünscht sind, denn solcherlei Eingeständnisse fügen dem Kunstwerk noch eine weitere Schwierigkeit hinzu. Man muss seinen eigenen Wert mit dem seiner Umwelt in Einklang bringen, womit der Künstler einem steten Abwiegen des Für und Wider unterlegen ist. Dieses Abwiegen und die damit verbundene, stetige Präsenz des Verstandes sind von essentieller Relevanz, wenn es um die Wahrung der Persönlichkeit geht, denn ohne den Einklang mit der Persönlichkeit führen die Kompromisse zu allem, nur nicht zu Kunst. Sie führen zu Pop, Kitsch und Lüge, aber vor allem nicht zu Freiheit. So ist es zum Beispiel ein falscher Kompromiss, sich zum Schwimmen mit dem Strom zu entscheiden. Solches Verhalten zeugt in meinen Augen von grässlicher Willensschwäche, welche für die Qualität der Kunst von großer Bedeutung ist. Bei der Erschaffung eines großen Kunstwerks bedarf es immer einer gewissen Radikalität im Bezug auf den Eigenwillen. Natürlich ist es möglich, dass der Eigenwille des Öfteren mit dem des Stromes übereinstimmt, ein permanentes Auftreten dieses Phänomens ist allerdings sehr unwahrscheinlich, zumal große Kunst meist auch extraordinär und somit zwangsweise gegen den Strom gerichtet ist. Die Attraktivität solcher Kunst liegt jedoch ganz sicher nicht in der Rebellion, sondern in der Individualität des Künstlers. Dies muss nun bedeuten, dass zur Kunst immer eine Überzahl an Menschen gehört, die es falsch macht. Und wenn nun irgendwann einmal alle Menschen richtig frei sein sollten? Das ist wohl sehr unwahrscheinlich, allerdings, so glaube ich, wäre ich unwahrscheinlich viel seltener deprimiert, angesichts der Last, welche mir mit dem Pop und mit der Verblendung der Menschen um mich herum vom Herzen fallen würde.<br />
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Ich will nun aber den "Strom", wie ich es genannt habe, nicht vollkommen zu Grunde richten. Mein energisches Contra, welches ich hier gegen den "Mainstream" ausgerufen habe ist sicherlich auch Produkt meines Unmutes, der nur zu oft vom Einfluss dieses Stromes provoziert wird. Immerhin bleibe auch ich nicht von ihm verschont und es kommt natürlich auch vor, wenn auch selten, dass mich der Strom bei meinen Gedankenentfaltungen auf dem Boden hält. Er dient mir in manchen Fällen sozusagen als Realitätsmaßstab, aber auch dieser wird bei tiefergehenden Untersuchungen oft als Trugbild enttarnt. Letztenendes will ich damit sagen, dass man sich bei der freien Entfaltung des Selbst und der damit verbundenen Kunst vom "Mainstream" lossagen sollte. Es sei jedoch vor der kategorischen Verneinung dieser Strömung gewarnt, denn mit solch einer Setzung von Schranken wird die eigene Freiheit ebenso gedrosselt.<br />
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Bevor dies hier allerdings zu einer polemischen Abhandlung zu Thema Pop und Mainstream ausartet, will ich mich lieber einem anderen Punkt der Freiheit zuwenden, denn es sind, bevor ich zum Ende komme, noch einige Worte über den eigentlichen Auslöser dieses Diskurses zu verlieren: Friedrich Schiller, einen Mann bei dem zu Recht behauptet werden darf, er habe die Freiheit als eine schöne Kunst praktiziert. Man darf allerdings nicht vergessen, dass er zu seiner Lebzeit sehr "günstige" Bedingungen vorfand um seine Freiheit als Kunst auszuleben. Schiller musste heftigst gegen den Despotismus der Obrigkeiten und den Strom in der adligen Oberschicht anschwimmen um sich frei entfalten zu können. Er lässt sich dabei jedoch nicht zum Rebellen oder gar zu Helden stilisieren, sondern schafft es durch Nutzung seines Verstandes und durch Entfaltung seiner selbst die Freiheit zu einer Kunst zu machen. Es gab für ihn keine offiziellen Regeln, nur die eigenen, vom Verstand kreiert. Individualität und Unvoreingenommenheit, Ehrlichkeit und Unkonventionalität, Stil und Kreativität, das waren Schillers Schlüssel zur Freiheit, dies sind Tugenden für jeden Künstler.<br />
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Abschließend lässt sich sagen, dass zur Lehre der Freiheitskunst viel pädagogisch wertvolle Polemik gehört, lässt sich doch alles in diesem letzten Beispiel Schillers zusammenfassen. Der Mensch jedoch denkt nur selten nach und muss oft in langen Belehrungen und philosophischen Ausführungen an das erinnert werden, was er eigentlich ist und was er eigentlich möchte, denn dies sind die ausschlaggebenden Faktoren zur Findung der Freiheit und die Ausübung dessen als Kunst. Entgegen der allgemeinen Auffassung gehört zum Freisein nämlich ein großes Maß an Denkleistung und Selbstdisziplin, denn wenn man sich gehen lässt werden oft Situationen heraufbeschworen in welchen wichtige Schranken überrannt werden und man sich von falschen Hemmungen einschüchtern lässt. Erst wenn man seinen wahren, vom Verstand ausgeklügelten Willen gefunden und verinnerlicht hat ist man womöglich frei. Verstand und Persönlichkeit müssen vereint und entfaltet werden. In Frage zu stellen ist am Ende nur die Individualität des Verstandes.<br />
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22.07.05<br />
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			    <pubDate>Thu, 01 Jan 1970 01:00:00 +0100</pubDate>
			</item>
			<item>
				<title><![CDATA[Century 21]]></title>
			    <link>http://www.kwondoo.de/texte/Wissenschaft/Evolution/Century+21</link>
			    <dc:creator>Patrick Albertini</dc:creator>
			    <description><![CDATA[Zwar wurde dieser Essay nicht rechtzeitig zum Einsendeschluss des Cicero Essay Preis fertig, aber ich will immerhin den Anfang trotzdem veröffentlich...]]></description>
			    <content><![CDATA[<p class="description">Zwar wurde dieser Essay nicht rechtzeitig zum Einsendeschluss des Cicero Essay Preis fertig, aber ich will immerhin den Anfang trotzdem veröffentlichen. Vielleicht werde ich von Zeit zu Zeit daran weiterschreiben - vielleicht aber auch nicht.</p><b>Geisteskranke ohne Handhelds</b><br />
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"I have a dream" - so in etwa das Motto der Rede eines, wohl Allen bekannten, Menschenrechtlers. Den habe ich auch, einen Traum, allerdings spielt der nicht auf den <i>red hills of Georgia</i>. Mein Traum ließe sich wohl in das paradoxe Genre des weißen Tech-Noir einordnen und spielt in gigantischen, hellen und gläsernen Hallen des Fortschritts. Mein Traum über die Beschaffenheit des 21. Jahrhunderts ist erschreckend entfremdet von jeglicher Träumerei im idealistischen Sinne und dafür umso erschreckender verwandt mit den Zukunftsvisionen des Autors Philip K. Dick oder vielleicht der Schönen neuen Welt die Huxley einst erfand.<br />
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Die Welt, oder besser die Entwicklung, die ich skizzieren möchte beginnt mit 2 großen Umschwüngen  beide noch vor 2030. Man mag diese auch als zu lösende Probleme beschreiben: das erste ist das Versickern der Ölreservoirs, welches Visionäre zeitlich um das Jahr 2015 herum angesiedelt haben. Das zweite ist eine Folge, oder vielmehr die Prognose, die Moores Gesetz vorschreibt, nämlich das die Computer etwa im Jahre 2025 in ihrer Weiterentwicklung nicht mehr mit der sonstigen Entwicklung Schritt halten können  die Grenze der Halbleitertechnologie in Mikro-Prozessoren. <br />
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Gleichzeitig ist die fortschreitende Entwicklung anderer Wissenschaften, vor allem die der Neurologie und die Informationswissenschaft Auslöser einiger bahnbrechender Neuerungen. Ein Trend, der schon begonnen hat, nämlich der Trend sich von Elektronik abhängig zu machen, diese aber möglichst klein oder besser noch unsichtbar zu machen, wird sein Übriges tun. Genug der einleitenden Worte, am besten beginne ich chronologisch:<br />
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<b>Transport</b><br />
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Transport und Logistik  heute schon ein Thema das zur Dauerdiskussion anregt  wird, bedingt durch das Ende der Erdöl-Ära, den ersten großen Umschwung des 21. Jahrhunderts erleben. Schon heute gibt es beinahe unlösbare Probleme: die Ozeanriesen vermischen nicht nur die Arten der verschiedenen Ökosysteme, sondern sind auch noch zu langsam für unsere schnelllebige Gesellschaft. Die Flugzeuge müssen immer grösser  werden um der Last der Passagiere gerecht zu werden, doch auch hier gibt es Grenzen. Automobile kann man sich dank der steigenden (und bald womöglich schon exponentiell steigenden) Erdölpreise kaum noch leisten. Und die Züge aller Arten sind den Passagieren meist zu unflexibel und benötigen nebst Schienen auch noch Bahnhöfe, was der Industrie nicht gefällt. Die Resultate aus diesen teilweise schon hochaktuellen Problemen sind neue, gigantische Jumbo-Jets, Experimente mit neuen U-Bahn Systemen und Magnetschienen, Alternative Antriebe in Automobilen und immer grössere Schiffe, die sich nicht durch Geschwindigkeit aber dafür durch Masse der Waren rentieren.<br />
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Aber man sollte mal einen Schritt weiter denken: wie tief kann man eine Fahrrinne für ein Schiff ausbaggern, bis die laufenden Kosten dafür die Größe des - und der Begriff ist hier äußerst bezeichnend - Ozeanriesen unrentabel werden lassen? Auch ist das sicher nicht die einzige Grenze die dem Schiffsbauer gesetzt werden, denn wie soll man die Schiffe antreiben, wo sollen sie anlegen und an welchen Anlagen beladen und gelöscht werden? Mit den Schiffen müsste das Drumherum ebenfalls wachsen, ab einer bestimmten Größe wäre das kaum noch rentabel. Ähnlich ergeht es der Luftfahrt. Neue Werkstoffe und Berechnungsmodelle der Aerodynamik schieben den Punkt hinaus, an dem eine Weiterentwicklung unmöglich wird  aber wie lange? Die Automobile sollen hier gar nicht weiter erwähnt sein, ihr Schicksal  zumindest in der Form wie wir sie kennen  wird ein baldiges Ende finden müssen.<br />
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Das bringt uns auch schon zum ersten großen Problem des 21. Jahrhunderts, dem Erdöl. Laut Prognose werden die Quellen schon etwa 2015 versiegen. Alternativen bis jetzt: keine Wirklichen. Wohl gibt es Ansätze, per Sonnenenergie oder Gas Fahrzeuge zu betreiben, aber wendet man seinen Blick der Stromerzeugung in Kraftwerken zu, kann man erkennen das hier zu wenig Potential vergraben ist. Die Lösung für Energiegewinnung  und damit auch für das Transportproblem  könnte das Fusionskraftwerk bieten, allerdings gibt es bis jetzt nur bedingt funktionsfähige Prototypen. Nichts desto trotz will ich hier die Lösung ansiedeln, denn wenn die Erdölkonzerne und Regierungen vor das immer dringlichere Problem der Energiegewinnung gestellt werden, so wird so schnell das Erdöl abnimmt die Summe der Gelder für Forschung und Entwicklung zunehmen. Da die Fusionskraftwerke der Ansatz mit der grössten Potenz sind, werden die Gelder hoffentlich reichen um die Forschung bis 2015 abzuschließen.]]></content>
			    <pubDate>Thu, 01 Jan 1970 01:00:00 +0100</pubDate>
			</item>
			<item>
				<title><![CDATA[Genieforschung]]></title>
			    <link>http://www.kwondoo.de/texte/Wissenschaft/Psychologie/Genieforschung</link>
			    <dc:creator>Patrick Albertini</dc:creator>
			    <description><![CDATA[Was macht das Genie aus und wie werden Menschen zu Genies?Genie und Wahnsinn - nah beieinander oder leicht zu verwechseln?


Was macht ein Genie au...]]></description>
			    <content><![CDATA[<p class="description">Was macht das Genie aus und wie werden Menschen zu Genies?</p>Genie und Wahnsinn - nah beieinander oder leicht zu verwechseln?<br />
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<b>Was macht ein Genie aus?</b><br />
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Das Genie ist nicht nur ein Vordenker, der bestimmte Trends früher als Andere bemerkt, sondern jemand der neue Richtungen einschlägt, die daraufhin vielleicht von Anderen verfolgt werden. Aber warum hat nicht Leonardo DaVinci schon einen Dieselmotor erfunden? <br />
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Das Genie ist ein Mensch, als solcher hat er eben keine göttliche Basis, auf der seine Forschungen beruhen, sondern eine menschliche. Die Forscher sind sich mittlerweile sehr einig darin, das ein Genie zum Genie wird, weil er bereits vorhandene Informationen auf außergewöhnliche Art und Weise mischt und so eine geniale Mischung herstellt. Eine Mischung, auf die der Normalsterbliche eben nicht gekommen wäre. Das Geniale besteht folglich darin, vorhandenes Wissen neu zu kombinieren und dadurch neues Wissen zu erschaffen. Leonardo DaVinci hätte ein paar hundert Jahre später also durchaus der Erfinder des Dieselmotors werden können.<br />
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Die meisten Genies haben noch eine weitere Gemeinsamkeit, die im Verlauf dieses Essays sehr wichtig wird: sie sind die Herren ihrer Wissenschaft, aber wenig alltagstauglich.<br />
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<b>Wie entsteht das Genie?</b><br />
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Jeder geniale Wissenschaftler war mal ein Säugling - ein wenig genialer Säugling. Es ist weniger die Schule als viel mehr eine Eigenart des Charakters, die sich im Laufe der Jugend ausbildet, die für die spätere Berühmtheit verantwortlich gemacht werden muss. In der Schule lernt man nicht unkonventionelle Verknüpfungen herzustellen, in der Schule lernt man nur Konventionelles. Einstein ist bekannt für seine schlechten schulischen Leistungen, aber wir würden ihn nicht kennen, wenn er nicht im Ruf des Genies stünde. In der Schule lernt man die nötigen Instrumente kennen, mit denen man sich der Welt mitteilen kann, nicht aber das Neue - denn Information die es noch nicht gibt kann in keiner Schule verbreitet werden.<br />
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Das Genie enstehst vielmehr aus einer Charaktereigenschaft heraus. Doch bevor wir uns diese ansehen müssen wir erst einen Blick auf die bereits angesprochenen Verknüpfungen werfen.<br />
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<b>Wie entstehen unkonventionelle Verknüpfungen?</b><br />
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Am besten beginne ich diese Erklärung mit einem Beispiel. In vielen aktuellen Werken aus dem Bereich der Neuropsychologie werden abstrakte Phänomene, wie zum Beispiel die Liebe, als Effekt einer Ausschüttung bestimmter Hormone aufgrund der Perzeption von - hauptsächlich - Gerüchen dargestellt. Die Idee ist auf ihre Weise genial, erfordert aber eine Abstraktion - die Liebe - mit einer anderen - den hormonellen Vorgängen - zu verbinden. Das Beispiel hinkt ein wenig, aber im Grunde ist es annehmbar.<br />
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Eine unkonventionelle Verknüpfung entsteht in groben Zügen folgendermaßen: Man beschäftigt sich mit einem bestimmten, meist komplexen, Thema. Um dieses besser zu verstehen und behalten zu können filtert man die Masse der Informationen bis man zu einer Abstraktion der Themeninhalte gelangt. In unserem Beispiel wird aus dem komplexen Thema der Neurologie beispielsweise die Abstraktion "bestimmte Gefühlszustände hängen von bestimmten Hormonspiegeln ab" gezogen. Nun hat man aber noch viele andere - unverwandte - Themen in abstrahierter Form im Kopf. So könnte man zum Beispiel die Liebe als "kaum beschreibbares Gefühlschaos mit körperlichen Effekten" gespeichert vorfinden. <br />
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Sicherlich könnte man beide Dinge auch anders speichern, so zum Beispiel den Detailreichtum der der Neurologie (Adrenalin wird im Nebennierenmark produziert und ist ein Stresshormon, Endorphine werden in der Hypophyse produziert und wirken schmerzstillend...) und auf der anderen Seite die Liebe mit all ihren - zum Beispiel dichterischen - Facetten (Liebe als Macht, Liebe als Schmetterlinge, Liebe als Chaos, Liebe als Gefühlsduselei, Liebe wie Shakespeare sie sieht, Liebe wie ich sie erlebt habe...). Hat man nun beide Themenkomplexe in dieser detaillierten Form gespeichert, dann wird es schwierig sein, einen großen gemeinsamen Nenner zu finden. Abstrahiert man dagegen weit genug, findet sich von jedem zu jedem Thema einer. So beginnt für das Genie die Suche nach einer Weltformel, nach der grössten Abstraktion.<br />
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<b>Abstraktion / Assoziation</b><br />
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Den Genialen ist gemeinsam, das sie eben diese überstark ausgebildete Fähigkeit zur Abstraktion haben. Details verblassen, denn immer wenn man eines entdeckt, hat man schon eine Kategorie parat, in die man es einordnen kann. Die Masse der Informationen ist gigantisch, also selektiert das Hirn (bei jedem Menschen) und kategorisiert. "Schön" und "Hässlich" sind Beispiele für Kategorien, ebenso "richtig" und "falsch". Die Genies haben eine andere Systematik in ihrem Katalog. Sind beim normalen Menschen verschiedene Kategorie-Bäume aktiv, z.B. einer für Schönheit, einer für Praxis usw., dann ist es beim Genie nur 1 einziger. Ganz oben im Baum steht die Weltformel, deren Suche den Genies gemein ist, diese spaltet sich in Kategorien, die allesamt eben diese Weltformel als gemeinsame Verbindung haben. So findet das Genie zu einem Detail viel mehr mögliche Assoziationen als ein normaler Mensch. So entstehen Verknüpfungen, die dem Normalen als ungewöhnlich erscheinen. Zur Verdeutlichung hier eine schematische Darstellung, wie ein normaler und ein genialer Mensch den Anblick einer Rose empfinden könnten:<br />
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<b>Warum Wahnsinn?</b><br />
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Hier sehen wir nun auch undeutlich das große Problem der Genialen vor uns: sie werden völlig missverstanden, wenn sie sich nicht andauernd erklären. Aber wie soll das funktionieren? Noch während des Vorganges des Erklärens bilden sich neue Interessante Assoziationen, denen zu folgen lohnender sein könnte, als die Erklärung fortzusetzen.<br />
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Aber mal abgesehen davon ist das vielleicht grösste Problem des Genies, das ihm oder ihr die Details völlig entgehen. Diese Rose ist so schnell vergessen, das man kaum zuschauen kann. Die Ereignisse des Vortages sind äußerst uninteressant. Die Steuererklärung ist reine Zeitverschwendung. Wie können sich die anderen Menschen bloß so lange mit diesen Dingen aufhalten, fragt sich das Genie. Bezogen auf das Beispiel könnte die Frage lauten: Wie können die Leute nur so lange über die Rose reden? Merken sie denn nicht, das sie sie überhaupt nur schön finden, weil die Evolution es so für sie vorgesehen hat? Wieso reden wir also nicht über die Evolution? Aber er oder sie wird gleichzeitig sicher wissen, das dieses Thema ebenso schnell langweilig wird. Das Genie wird deshalb zu einer Art Einzelgänger. <br />
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Dalí sagte "in der Kunst ist es anders als im Fußball, hier erzielt man die meisten Treffer aus dem Abseits". <br />
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John Nash flüchtete sich in die Schizophrenie, van Gogh war Alkoholiker, schizophren und litt unter Epilepsie. <br />
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Wikipedia weiß von Einstein folgendes zu berichten: "Es lag Einstein fern, nur formales Wissen zu erlernen. Vielmehr regten ihn theoretisch-physikalische Denkprojekte an. Mit seiner Eigenwilligkeit eckte er jedoch auch an. Ihm war die abstrakte mathematische Ausbildung ein Dorn im Auge, er erachtete sie als für den problemorientierten Physiker hinderlich. In den Vorlesungen fiel er dem lehrenden Professor vor allem durch Abwesenheit auf und verließ sich für die Prüfungen auf die Mitschriften seiner Kommilitonen.". <br />
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Immanuel Kant, so munkelt man, soll sich bis in ein auffällig hohes Alter hinein von seiner Mutter zu Bett bringen lassen haben.<br />
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Diese Liste ließe sich fortsetzen genau wie sich auch Ausnahmen finden ließen. Die Abseitsstellung, die Dalí erwähnt ist für den Menschen nicht so gedacht, nicht natürlich. Sie ist zu kulturell, als das ein im Endeffekt nur biologisch/natürlicher Mechanismus sich damit abfinden könnte. Die Evolution hat uns gelehrt, das Fortpflanzung sich durchsetzt, das wird aber im Abseits nicht funktionieren.<br />
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Deshalb der Wahnsinn - die Krankheit der Einsamkeit. Wahnsinn (was übrigens kein Ausdruck für eine klinische Krankheit, sondern eine aus dem Volksmund entlehnte Verallgemeinerung darstellt) ist in seiner Bedeutung vielleicht überzogen. Alltagsuntauglichkeit trifft besser den Kern der Sache. <br />
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Niemand hätte Einstein als wahnsinnig bezeichnet. Einstein hat sich auch politisch engagiert, stand im Brennpunkt des Interesses der Medien und Öffentlichkeit und war keineswegs ein zurückgezogen lebender Reagenzglasschwenker. Trotzdem wird er in mehreren Filmen als weltfremder Träumer dargestellt. Ein Kollege sagte mal über ihn:<br />
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<i>Wenn es klar wurde, dass wir ein Problem nicht lösen konnten, stand Einstein gewöhnlich auf und sagte: "Ich will a little think." Dann streckte er den Finger ins Haar und drehte Locken, während er auf und ab ging oder mit ganz entspanntem Gesicht einfach stehenblieb; es schien, als ob er in einem ganz anderen Teil des Universums weilte und nur sein Körper hier anwesend war. Infeld und ich hielten uns ganz still.</i><br />
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Banesh Hoffmann über Albert Einstein und seinen Mitarbeiter Leopold Infeld.]]></content>
			    <pubDate>Thu, 01 Jan 1970 01:00:00 +0100</pubDate>
			</item>
			<item>
				<title><![CDATA[Das Gegenteil (Einsamkeit Teil 3)]]></title>
			    <link>http://www.kwondoo.de/texte/Verschiedenes/Meinungen/Das+Gegenteil+%28Einsamkeit+Teil+3%29</link>
			    <dc:creator>Patrick Albertini</dc:creator>
			    <description><![CDATA[Ohne Zweisamkeit keine Einsamkeit.Nicht so sehr schmerzen die vergangenen Dinge, denn der Mensch der sie erlebt hat bin nicht ich - jedenfalls nicht d...]]></description>
			    <content><![CDATA[<p class="description">Ohne Zweisamkeit keine Einsamkeit.</p>Nicht so sehr schmerzen die vergangenen Dinge, denn der Mensch der sie erlebt hat bin nicht ich - jedenfalls nicht das Ich das mich jetzt ausmacht. <br />
Schmerz bereitet die Zukunft und die Gegenwart insofern, als Gegenwärtiges die Aura des Endenden verströmen kann. <br />
Beim Gedanken an Veränderungen blutet mein Herz. <br />
Einsamkeit ist etwas das man nur erleben - erfahren - kann, wenn man das Gegenteil erfahren hat. <br />
Einsamkeit gibt es immer, aber nur in der Erfahrung des Pondons kann man sie erkennen. <br />
Wenn man liebt, dann - und nur dann - kennt man das Gefühl des Nicht-liebens. <br />
Ohne Freude keine Trauer.]]></content>
			    <pubDate>Thu, 01 Jan 1970 01:00:00 +0100</pubDate>
			</item>
			<item>
				<title><![CDATA[Warum die Chaostheorie nicht chaotisch ist]]></title>
			    <link>http://www.kwondoo.de/texte/Philosophie/Philosophie/Warum+die+Chaostheorie+nicht+chaotisch+ist</link>
			    <dc:creator>Patrick Albertini</dc:creator>
			    <description><![CDATA[Wie der Name schon sagt; eine beschreibende Analyse der Chaostheorie.
Warum der Flügelschlag des Schmetterlings für Determinismus steht.Die Chaosth...]]></description>
			    <content><![CDATA[<p class="description">Wie der Name schon sagt; eine beschreibende Analyse der Chaostheorie.
Warum der Flügelschlag des Schmetterlings für Determinismus steht.</p>Die Chaostheorie. Mythenumwobenes Etwas. Wie soll man denn Chaos erklären? Aber das ist viel einfacher als man meint:<br />
<br />
Jeder hat schon mal das Paradebeispiel für chaotische Systeme gehört, oder gar benutzt: den Schmetterlingseffekt. Die Bezeichnung "Schmetterlingseffekt" geht auf Edward N. Lorenz zurück, der versuchte die Chaostheorie anhand des Wetters zu verbildlichen: <br />
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<i>Löst der Flügelschlag eines Schmetterlings in Brasilien in Texas einen Tornado aus?</i><br />
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Eine weitere Verbildlichung die der Alltag für uns bereit hält ist der Film "The Butterfly Effect"  aus dem Jahr 2004: die Ereignisse in der Kindheit des Protagonisten verfolgen ihn bis in die Gegenwart und er besitzt die übersinnliche Gabe diese Vergangenheit zu verändern - und damit auch die Gegenwart.<br />
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Aber was ist das eigentlich "Chaostheorie"? Was wollen uns diese mehr oder weniger ungenauen Beispiele der diskreten Alltagsintelligenz mitteilen oder begreiflich machen? <br />
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Die Chaostheorie geht auf den oben erwähnten Meterologen Edward Lorenz zurück, der um 1960 am Massachusetts Institute of Technology versuchte bestimmte Wetterformationen mit Computermodellen zu erklären. Dabei stellte er fest, das bereits eine winzige Änderung an den Ausgangsbedingungen einer Simulation gigantische Auswirkungen auf das Ergebnis haben kann. War die Simulation nur auf ein paar Tage angesetzt, waren die Veränderungen noch nicht besonders groß. Ging man allerdings bei dem Wettermodell von einer Zeitspanne einiger Monate aus, dann waren diese kleinen Veränderungen tiefgreifend.  Damals bezeichnete Lorenz diesen Effekt eben mit dem bereits eingeführten Begriff "Schmetterlingseffekt".<br />
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Seit Lorenz hat die Chaostheorie Eingang in viele andere Wissenschaften gefunden, vor allem in der Biologie wird sie häufig genutzt. So etwa berechnet sich die Entwicklung einer Population mit der Formel:<br />
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Xn+1 = rxn(1-x)<br />
<br />
Nun ist noch nicht geklärt, warum dies eigentlich so ist. Die Aufklärung dieser Frage wird uns dann auch direkt zum Thema führen, nämlich warum die Chaostheorie nicht chaotisch ist.<br />
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Also, warum diese Veränderungen? Ich nutze zur Erklärung hier wieder eine Verbildlichung. Wer sich die mathematische Erklärung anschauen möchte, kann das hier tun (auch sehr anschaulich ist die mathematische Darstellung eines chaotischen Systems. Wikipedia hält ein schönes Diagramm parat).<br />
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Stellen wir uns zunächst einmal die Zeit vor - ein sehr abstrakter Gegenstand. Vielleicht stellen wir uns besser einen breiten Fluß vor, wie zum Beispiel den Mississippi, der hier Zeit/Raum symbolisieren soll. Die Länge des Flusses soll die Zeit symbolisieren, die Breite den Raum oder die Ereignisse. Nun stellen wir uns ein Ereignis vor: in unserem Beispiel soll dazu ein Faß rote Farbe dienen, die nahe der Mündung in den Fluß geschüttet wird (bitte nicht nachahmen). Zuerst wird ein sehr schmaler roter Streifen im Wasser erscheinen, der sich immer mehr mit dem Fluß vermischt, immer breiter und breiter wird, bis er schließlich so sehr vermischt ist, das man ihn nicht mehr ausmachen kann. So in etwa haben wir uns die Chaostheorie vorzustellen.<br />
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Jetzt wieder etwas theorethischer: Ein Ereignis (rote Farbe) findet statt. In naher Zukunft (ein paar Meter weiter den Fluß hinab) zeigt es direkte, sichtbare und erkennbare Wirkung (der rote Streifen). Je mehr Zeit vergeht (je weiter wir dem Fluß abwärts folgen), desto subtiler und verschwommener werden die Auswirkungen des Ereignisses, wir sehen wohl, das etwas passiert, aber es lässt sich mit dem Ereignis selbst immer schwerer in direkte Verbindung setzen (die Farbe löst sich auf).<br />
<br />
Betrachten wir noch einmal ein triviales Beispiel aus dem Alltag: Ein Mann, Herr X, rutscht auf einer Bananenschale aus und bricht sich ein Bein (das <b>direkte Ereignis</b>). Daraufhin kann er 2 Wochen nicht arbeiten, ausserdem hat er danach Probleme seinem Hobby, dem Fussball nachzugen (die <b>direkten Folgen</b>). Und nun gabeln sich die Äste des Ereignis Baumes: Durch den Ausfall bei der Arbeit bekommt ein Kollege ein Grossprojekt zugeschrieben und erhält dadurch den Traumposten in der Firma, den sonst vielleicht Herr X erhalten hätte. In seiner Fußballmannschaft muss er immer öfter auf der Ersatzbank sitzen, der Sport frustriert ihn zunehmend (die <b>direkten Spätfolgen</b>). Seine Frustration, die sich für den Beobachter schon nicht mehr mit der Bananenschale in Verbindung setzen lässt sorgt für Probleme in seiner Ehe, er streitet sich mit seiner Frau. Dadurch kommt er öfter gereizt zur Arbeit und streitet sich mit seinem nun ehemals besten Kollegen (die <b>diskreten Spätfolgen</b>). Dieser Kollege war vorher schon einsam und hatte seine Lebenslust verloren. Da nun auch noch sein bester Freund (denn so betrachtete er seinen Arbeitskollegen) ihm die Freundschaft gekündigt hat, hat er es endgültig satt - er erschießt sich (die <b>externen Spätfolgen</b>). Seine große Liebe aus der Kindheit erfährt davon und sagt sich, das ein Leben als Aussteigerin in Neuseeland solche Dinge nicht parat hält (die <b>diskret externen Spätfolgen</b>). <br />
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Das könnte man nun ewig so fortführen. Nach dem Ursache/Wirkung Prinzip machen wir die Bananenschaale für zukünftige Banküberfälle und Romanzen verantwortlich (die Kindheitsliebe braucht Geld um aus zu steigen und heiratet einen Bankräuber)...<br />
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Das ist die Chaostheorie. Ein Ereignis setzt ganze Ketten von Folge-Ereignissen in Gang, die immer umgreifender werden und immer mehr verändern. Aus der Mücke wird ein Elefant. <br />
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Im Gegensatz zu dem trivialen Beispiel passiert ähnliches aber auch auf kleinerer Ebene, oder anders gesagt, man kann die Bananenschaale nicht verantwortlichen machen, denn viel mehr Schuld trägt derjenige der sie gegessen hat; nein, eigentlich doch die Müllabfuhr; nein, der Steuerzahler, der die Müllabfuhr nicht genug bezahlt; nein, eigentlich das politische System in dem so etwas ermöglicht wird; nein, eigentlich die Griechen die es erfunden haben; nein, eigentlich die Mütter und Väter der Griechen; nein, eigentlich die Urmenschen aus denen sich diese Eltern entwickelt haben; nein, eigentlich das erste "lebende Molekül" in der Ursuppe; nein, eigentlich der Urknall; nein, eigentlich ... ja, was eigentlich? Nicht sehr pragmatisch.<br />
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Das war in etwa mit dem Flügelschlag des Schmetterlings gemeint: dieser setzt z.B. 500 Atome in Bewegung, jedes dieser wieder 500 und jedes dieser 250.000 wieder 500 ... Schließlich ist genug Bewegung für den Tornado da.<br />
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Hier sieht man schon undeutlich die Konturen des Determinismus: weil damals dieses und jenes geschah, <b>musste</b> auch zwangsläufig dies hier geschehen, was nun jenes auzulösen droht. Wer wird denn da noch von Chaos sprechen wollen? <br />
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Das <b>Chaos</b> ist laut Definition "ein Zustand vollständiger Unordnung oder Verwirrung und das Gegenteil zu Kosmos." - Verwirrung ist gegeben, nämlich die im Auge des hilflos überforderten Betrachters, aber Unordnung?<br />
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Für den Betrachter erscheint alles ungeordnet, da ihm die Verbindung nicht klar werden - wie auch, bei ihrer Anzahl und Verwobenheit - das heisst aber ganz und gar nicht, das diese Verbindungen nicht eben Gesetzen gehorchen und damit einer Ordnung.<br />
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Kann denn Unordnung herrschen, wenn man beim Determinismus angelangt ist?<br />
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Nun hat die Quantenmechanik dem vorerst einen Riegel vorgeschoben: die "spukhafte Fernwirkung", oder besser die Quantenunschärfe. Doch das gehört nicht hier her und sei daher nur am Rande erwähnt.]]></content>
			    <pubDate>Thu, 01 Jan 1970 01:00:00 +0100</pubDate>
			</item>
			<item>
				<title><![CDATA[Das Wunder Mensch]]></title>
			    <link>http://www.kwondoo.de/texte/Prosa/Prosa/Das+Wunder+Mensch</link>
			    <dc:creator>Patrick Albertini</dc:creator>
			    <description><![CDATA[Und die Evolution ist doch Poesie.Er steht auf und reibt sich den Schlaf aus dem Kopf. Verwundert betrachtet er seine Hände und versteht nicht das si...]]></description>
			    <content><![CDATA[<p class="description">Und die Evolution ist doch Poesie.</p>Er steht auf und reibt sich den Schlaf aus dem Kopf. Verwundert betrachtet er seine Hände und versteht nicht das sie er sind, bis er, den Schlaf restlos vertrieben, erkennt. Die Ontologie der Hände. Die fragliche Existenz der Umwelt und die fast Sichere des Selbst.<br />
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Der Primat steht auf und stellt seinen Kopf auf den Kopf. Nur er kann Sprachspiele spielen, die anderen Tiere dürfen nicht mitmachen. Das abstrakte Reflektieren - es ist sein Mangel, seiner ganz allein. Daher die Einsamkeit? An sowas ist vor dem Gebräu aus der Kulturpflanze am Morgen noch nicht zu denken. Mit zerzaustem Haar auf dem Kopf und zerrupften Gefühlen darin schlendert der Nachfahre des Anorganischen durch die künstliche Behausung zur künstlichen Kaffeemaschine.<br />
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Den Pelz hat er abgelegt, der Primat, nur den auf der Zunge muss er noch herunterspülen. Er lächelt bei dem Gedanken daran, das die anderen Tiere den Gedanken nicht denken. Ihm kommt die Rolle des Protagonisten in diesem Drama der Schöpfung zu - denn er ist der einzige der weiß das ein Drama gespielt wird; die anderen Schauspieler verspäten sich klassisch.
