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Neuer Konservativismus

Wer kennt die nächste Richtung der Kunst und Literatur?

Glaubt noch jemand so eine Art Trend zur französischen Gegenwartsliteratur in Kaufverhalten und Medienresonanz zu erkennen? Michel Houellebecq ist natürlich ein perfektes Beispiel, erst dieser Bekanntheitsgrad in literarisch bewanderten Kreisen innerhalb von 10 Jahren, und nun die Verfilmung von Elementarteilchen (beschissen umgesetzt, wenn ich das mal so sagen darf) und bald auch eine von "Die Möglichkeit einer Insel" ...

Aber auch Frederic Beigbeder, der ja aus einer ähnlichen Ecke kommt verkauft sich anscheinend nicht schlecht. Und Easton Ellis, den Manche als amerikanisches Pendant zu eben genannten Strömungen zählen.

Mir drängt sich immer öfter die Frage auf, ob diese "neue Ehrlichkeit" eine notwendige Konsequenz einer (Houellebecq liebt das Wort) neuen Ontologie ist. Und wenn ja, worin besteht diese neue Ontologie, oder woher kommt sie? Er führt es glaube ich auf eine Mischung aus dem Wegfall der Religionen in der westlichen Welt, dem Sexualliberalismus, der freien Marktwirtschaft und der Geworfenheit die wir der Quantenmechanik verdanken zurück...

Ich frage mich auch, welches dann der nächste notwendige Schritt in Kunst und Literatur ist. Was könnte man denn "mehr" erreichen als die neue Ehrlichkeit? Wie mehr schockieren? Vielleicht schockiert dann nur noch ein neuer - oder aufgewärmter - Konservativismus?!


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Kommentare

Sandpaper Kisses wrote on 2007-11-21 12:12:48

Hm ... ich empfinde es offen zur schau gestellt als störend, ... aber shockieren kann es mich nicht. Sollen sie sich ie Arme ausschneiden, in dunklen Zimmern hocken und wen sie wollen sogar H.I.M. hören (Ahhhhh!) ... damit gewinnen sie keinen Blumentopf!

patrick wrote on 2007-11-21 12:08:37

...bin ich mir sogar sicher. Ich halte das für den überspitzen Seelenstriptease: Mehr strippen als da ist, mehr zeigen als existiert, mehr extrovertiert als nötig wäre; allerdings im Deckmantel des schüchternen oder zerbrechlichen.

Sandpaper Kisses wrote on 2007-11-21 11:58:30

... mag sein.

Die Emos: Ist ein Hang zur Theatralik nicht automatisch gut um einen in den Mittelpunkt zu rücken. Wollen Emos nicht auch schockieren mit dem hang zur totalen verzweiflung.

patrick wrote on 2007-11-20 20:10:38

...ist ja genau der Punkt: Schockieren durch nicht mehr schockieren. Vielleicht ist ja "Emo" der Ansatz dazu.

Sandpaper Kisses wrote on 2007-11-20 18:09:08

Wie kommst du wieder darauf. Wie, wie, wie. Ich schätze es ist Zeit zum Dada - zurück zu kehren. Ich meine nicht die Stilrichtung, sondern die Babysprache. Das ist der nächste Schritt der Ehrlichkeit. Und wie wäre es mit: Schockiert es dich, dass wir nicht schockieren wollen?

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