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Kerzenschein

Wohin gehen wir? ... Und warum dort hin?

Die Details fallen der Abstraktion zum Opfer, der Sinn der Erkenntnis, die Vergnügung der Jagd nach Erkenntnis, das Glück dem offenen und sezierenden Auge und die Liebe der Naturwissenschaft.

Die ewige Suche scheint ihr Ende nur im Nebel zu finden. Dem selben Nebel, den man ureigentlich lüften wollte. Sogar die zeitlose Existenz ist nicht frei von Mängeln. Denn das selbstbewusste Lebenwesen wird auch in einem permanenten Zustand der Emotionslosigkeit die Frage nach dem "Warum" nicht vergessen können, eben weil es selbstbewusst ist. Und so gelange ich wieder mal zu den Kreisen, die so sehr mein Denken zu bestimmen scheinen.

Es ist Langeweile. Was die Realität der Medien von der eigenen unterscheidet ist hauptsächlich Ereignislosigkeit, und getrieben vom Bild des permanenten Höhepunktes jagen wir einem Ereignis nach dem Anderen hinterher. Was dabei außen vor bleibt ist die Motivation, oder die Frage nach der Motivation. Aber eben mit dieser Frage nimmt das Übel seinen Lauf, beginnt die Jagd nach Erkenntnis, die schließlich ebenso wie die Medien, das wirkliche Leben ersetzt. Das große Problem unseres Daseins scheint Authentizität zu sein. Egal wie man es angeht, die Dinge scheinen nicht authentisch. Man mag sich einen Bauern vorstellen, der seinen kleinen Garten gegen die Einflüsse der Umwelt rüstet und morgens ein Ei aus seinem Hühnerstall holt. Er lebt mit der Tochter des alten Nachbarn zusammen und seine Tätigkeiten beschränken sich auf die Lebenserhaltung. Ist das authentisch? Aus meiner Perspektive, einer metrosexuellen, westlichen, post industrialisierten, intellektuellen und vor allem verzweifelten Perspektive heraus mag es das sein. Dann aber muss ich bedenken, wo sein Treiben hinführte, und mir sogleich bewusst werden, das die Gesellschaft der Bauern zur Gesellschaft der Dienstleistung mutierte, um die Begriffe der Evolution zu gebrauchen. Was ist authentisch an seinem Leben, wenn sein Ziel der Zustand der mangelnden Authentizität ist, in dem ich scheinbar schwebe? Die nächste Frage lautet dann, ob sein Zustand erstrebenswert ist, wenn er den meinen für erstrebenswert hielt. Ist der Mensch einfach nie glücklich in seinen Umständen, oder ist das eine Frage des Hinterfragens? Ist einfach nur der Hinterfragende immer unglücklich in seinem derzeitigen Zustand, weil er permanent fragt, und so die kleinen Missstände seines Lebens permanent aufdeckt? Wäre es also erstrebenswert "dumm" zu sein? Wenn ja: Was ist dumm, der unglücklich Hinterfragende oder der glückliche Ahnungslose? Landet man hier in einem Paradox?

Was ist wohl das größte Paradoxon der menschlichen Existenz? Das Streben nach Geist, und das Bereuen dieses Strebens wenn die Veränderung vollendet scheint?

Die Suche nach der Liebe? Die Liebe, die innerhalb der Kultur fast ausschließlich eine Art narzisstische Erfahrung des eigenen Körpers ist?

Der Weg in die Zukunft? Das Sterben und Streben für eine bessere Zukunft, welches unseren Trieben, vor allem dem Selbsterhaltungstrieb doch so sehr zuwider läuft?

Man kann es betrachten von wo man will; es scheint nie Sinn zu machen, jedenfalls nicht einen Sinn den man bei der Erschaffung dieses Begriffes bedacht habe könnte. Wo ist das Prinzip, die Essenz, die Struktur in alledem? Legt man die Lebensläufe von Millionen Menschen übereinander, so müssten sich bestimmte Begriffe - und nur darüber können wir schließlich sprechen - herauskristallisieren. Welche würden das sein? Sex? Wenn nicht was sonst?

Where do we go?


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