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My foolish heart

Ein existenzialistischer Text - eine Hommage an Sartres' Ekel. Haben Worte Bedeutung? Oder erfinden wir nur eine Bedeutung? Vor allem: erfindet nicht jeder seine Eigene? Ist Kommunikation also sinnvoll?

Man kann nicht mit ihnen und nicht ohne sie, oder wie war das?



Ich kann heute nicht in die Uni gehen. Wieder so ein Tag, heißt nur nicht Samstag, sondern Dienstag, meint aber das Gleiche. Jeder Tag ein Einheitsbrei aus sinnlosem Zeit Totschlagen, wobei ich da weder Lernen, Arbeiten oder Trinken unterscheiden will, alles ist 'Zeit totschlagen'. Worauf warte ich eigentlich? Auf irgendetwas warte ich doch?

Warten. Grüner wird’s nicht. Ich schiebe die Idee der guten Zeiten gerne vor mir her, und sehe entsprechend einfach alles negativ. So mache ich das. Ob ich glücklich damit bin? Stell dir eine sarkastische Lache vor! Ob man nun am Puls des Lebens horcht, oder nur in einer besseren Zukunft lebt, wo ist schon der Unterschied? Ob ich meine Gedanken ordne, oder einfach konfus drauf los tippe, wo ist da der Unterschied? Ob Grammatik oder Gonzo-Journalismus, wo ist er? Es ist alles so unglaublich, unbeschreiblich, unaussprechlich unwichtig und nichtig. Was für einen Unterschied sollte ich mir versprechen, wenn ich nicht unterscheide? Also: Augen zu und durch, einfach ziehen lassen, fließen lassen.

Warum liest du das? wird es einen Unterschied machen, ob du es liest? Macht das Schreiben einen für mich? Tot schlagen. Klar, logisch, es gibt Dinge, die mir wichtig erscheinen, aber die sind nicht greifbar, lassen sich nicht definieren. Ich merke trotzdem, dass sie fehlen. Es ist wenn man merkt, dass etwas nicht stimmt, aber es an nichts festmachen kann. Deswegen, deswegen liebe ich "der Ekel" oder "was ist Existenz" ... der Ekel beschreibt wie es sich anfühlt, und die Frage was ist Existenz impliziert, das ich nicht mal sicher bin, was sich da irgendwie anfühlt.



Heute hab ich mich, meiner Stimmung angemessen, in die wissenschaftlichen Definitionen von Depression eingelesen. Interessant. Nichtig. Alles nur leere Worte, alle Worte sind leer. Meine, deine, seine.

Immer wieder von vorne. So mache ich das. Immer dieselben Kreise, manchmal grösser, manchmal kleiner, manchmal geformt wie ein Ei. Aber der Punkt, wo sich die Linien treffen ist immer der gleiche. Wie bei einer 0 oder einer 8. Kreise. Meine Gedanken kreisen um immer dieselben Fragen, und statt eine beantworten zu können, lasse ich höchstens mal eine als nichtig fallen. Ist das Existenzialismus? Ist das nicht auch ein leeres Wort?



Wenn man Stimmen hört, sind es die eigenen. Sogar wenn sie aus dem Mund des Gegenübers kommt. Schliesslich sind Stimmen Worte, und Worte sind so leer wie man selbst. Alles was gesagt wird, ist eins in meinem Ohr, da alle Worte nur die Bedeutung haben, die ich ihnen zukommen lasse. Leere. Gähnende Leere. Ist das Expressionimus? Leer!



Wozu die ganze Diskussion, wozu die Meinungen, wozu der Austausch? Im Endeffekt hört jeder, was er hören will oder kann, also kann man genauso gut nichts sagen, oder?

Alles dreht sich, in Kreisen, dreht sich, zu einem riesigen Schwindel. Ich fühle mich betrogen. Betrogen von der Welt.



Ja, es gibt sie, die Dinge, die mir etwas bedeuten, aber wieso sollte ich sie nennen, die Worte sind leer, und zeigen kann ich sie Dir auch nicht. Nie kann ich ein Wort sagen, das Du so verstehst, wie ich es meine, nie kann ich ein Bild malen, das du so siehst wie ich. Nie werde ich Dich verstehen, und du nie mich. Der Schwindel wird zum Missverständnis, das Missverständnis wird zur Leere.

Gibt es das alles? Was ist Realität, und warum bin ich in sie hineingeraten? Bin ich in sie hineingeraten? War ich je darin? Da ich nur mitteilen, nie teilen kann, kann ich nichts tun, was sinnvoll wäre. Denn wenn Du das hier liest, verstehst du nicht, was ich meine, und wenn wir darüber sprechen, verstehe ich nicht, was Du mir sagen willst. Ist das Nihilismus? Ist das wichtig?



Wenn man Stimmen hört, ist es die eigene, sind wir also alle eins? Muss man dann Teilen? Muss man dann Mitteilen? Was ist Liebe? Ich weiss nicht mal, was Liebe für mich ist, wie kann ich Dir also sagen "ich liebe Dich"? Woher weiss ich das, und was wirst du darunter verstehen?


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Kommentare

patrick wrote on 2006-02-09 00:08:43

Danke :)

sander wrote on 2006-02-08 17:41:03

nett

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