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Des Kaisers alte Kleider

Man verkauft uns für klug, um uns dumm zu halten.
Wir wollen uns fassen und sind fassungslos.
Die Wahrheit des Menschen ist unantastbar.

Im Galopp peitsche ich meine Wirklichkeit durch das irisierende Nichts, mein in Glaswolle eingemachtes Herz hat sich in den Himmel geschwindelt und gewittert im mondschweren Glasperlenspiel auf den doppelten Boden der Tatsachen zurück.

Die Lebendigkeit als solche erscheint wie ein komatöser Rausch, den wir mit unserer bläulichen Gier nach Eineiigkeit, verzweifelt zu umarmen befleißigt sind. Unsere Existenz nimmt sich als Mängelwesen aus. Zur Horizontalisierung unserer kafkaesken Bedeutungslage sind wir versucht, Berührungspunkte in das uns umschirmende Wirklichkeitsspektrum einzustanzen.
Der limitierende Repräsentant dieser Elegie, das in die vergilbte Radierung Mensch eingesprengte Bewusstsein ? eine abgenabelte Eishölle der Selbstreferenz ? kalbt dabei einen bemaulkorpten Sarkasmus. In diesem deliriert der Wahn der Erkenntnis in neuralgischer Aporie. Wir katapultieren die ultima ratio über wissenschaftstheoretische Gräben und verlieren sie im Nebel ihrer Luzidität. Der Wunschvater des Gedankens: Die verfleischlichte Apotheose unserer Minderwertigkeit zum austranszendierten Übermenschen hin, frappierend.

Hier strangulieren sich Bedürfnisse am eigenen Leib, Nietzsche rekurriert aus dem Lande der Menschenfresser: ?In der Einsamkeit frisst sich der Einsame selbst auf, in der Vielsamkeit fressen ihn die vielen. Nun wähle.?

Dieses Zerwürfnis füttert das Schopenhauersche Stachelschwein, doch der Schlachthof liegt in Münchhausen.

Um sich zu begegnen, bedarf es der Häutung ? wir müssen die Zustandslosigkeit unseres Wissens bejahen, sie in ihrer Vergegenständlichung sublimieren und den metaphysischen Suizid der Selbsterhaltung zum Fraß vorwerfen.

So tanzen wir auf dämonischen Gräbern und baden auch weiterhin im erkenntnisimpotenten Schatten unsere laut gewordene Verschwiegenheit lichterloh aus.


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