Impressionismus

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Einsamkeit.2

Abstrakte Selbsterklärung bzgl. der Vorstellung von Einsamkeit und des Verhaltens. Infragestellung der Funktion der Kunst als "Sinns" oder "Zweck" eines Lebens. Angeregt durch den Gedanken der wandelnden Ästhetik, wenn man so will des Wandels der Gesellschaft.

Gedanken zum Konstruktivismus.

Einsamkeit ist mein ständiger Begleiter. Das Ermangeln einer Begleitung als Ersatz derjenigen. Wieder mal Paradox. Wäre ich Schizophren, wie Russel Crowe in "A beautiful mind", dann wäre ich nie allein. Schön, wenn man noch Wünsche und Träume hat - oder Ziele.

Ich habe mich heute gefragt, warum so viele der Menschen hier so negativ denken. Negatives Denken, damit meine ich nicht, das man schlecht über etwas denkt, sondern das "schlecht" die Standardbewertung für Dinge ist, und "gut" etwas, von dem man noch überzeugt werden will.

"Stress macht man sich, Glück auch." - das wird allmählich mein Lieblingsspruch. Der Pflock der Distanz, den ich zwischen euch und mich getrieben habe, er lässt mich auch zu dem Negativen eine Distanz entwickeln. Eine ewige Alles-egal Einstellung ist das Resultat. Aber wenn alles egal ist, dann fällt nicht nur "schlecht", sondern auch "gut" weg.

Natürlich gibt es meine depressiven oder manischen Phasen, aber wenn man das Wort "Phasen" durch "Masken" ersetzt, dann kommt es mir passender vor. Beides ist nur ein Schrei nach Begleitung, 2 Arme, die in 2 Richtungen nach Menschen suchen. Nach Menschen statt Masken.

Aber wenn ich eine Maske brauche, um einen Menschen zu finden, ist das nicht absurd? Eine Maske, um die des anderen zu durchdringen? Schon wieder Paradox. Davon abgesehen funktioniert es auch nicht - würde ich sonst schreiben?

Ich frage mich wozu das alles gut sein soll. Die romantische Mystik habe ich doch auch sonst hinter mir gelassen. Ich weiß, das wir alle sterben, weiß, das wir bis dahin viel unnötiges tun, nur unnötiges, Zeitvertreib, auf den Tod warten, und ich weiß auch, das wir das nicht mal tun, weil wir eine "Seele" besitzen, die sich äußern will, sondern nur, weil der Konstruktivismus des Geistes es uns aufzwingt. Und doch - und doch kann ich mich nicht befreien, nicht befreien von der Vorstellung (auch eine konstruierte), das das alles anders sein wird, wenn nicht in meinem Leben, dann nach mir. Vielleicht lösen wir uns irgendwann von dem "Körper", der uns Sterblichkeit, Schmerz und Willenlosigkeit beschert, dem Körper, dessen Kult trotzdem verehrt wird. Vielleicht.

Wir könnten etwas "schönes" schaffen, erschaffen. Es gab da mal jemanden, der hieß Beethoven, er ist gekrabbelt, und hat dann Musik erschaffen, für Leute die Krabbeln und die Musik "schön" nennen. Und weiter? Zeitvertreib, wie schon gesagt. "Sich verewigen", für eine Nachwelt, eher eine Nachmenschheit - und warum? Diese Nachwelt wird ihre eigenen Künstler haben, die "schön" neu und anders definieren, dauernd wird es neu definiert, jeden Tag, und noch dazu immer von jemand anderem, und immer anders. Was hat es also genutzt? "Schönheit brauch keinen Nutzen" - ich mag leere Floskeln. "Schönheit brauch keinen Nutzen", sagst du, und trotzdem wirst du sterben, genau wie ich.

Wenn man alles erklären kann, dann weiß man, das es keinen "Sinn" gibt, weiß man, das alle Forschung zwecks Erklärung sinnlos war, weiß man, das wir krabbeln und sterben. Man kann das "Leben nach dem Tod" erklären (mit 7 minütiger Hirnaktivität nach Absterben des Rests, was dazu führt, das zufällig wieder aufwachende schwafeln), die "Telepathie" (mit geladenen Teilchen, die in Verbindung wirken, was sich auch die Hypnose zu Nutze macht), auch sonst welche "Magie" (mit Spinnern, die träumen), den "Traum" (mit Teilchen, die Nervenzentren befummeln, was man auch nachbauen kann) ...

Aber wenn das ja jetzt alles geklärt, erklärt, abgeklärt ist, was hat es gebracht? Wir finden sogar heraus warum wir forschen - wegen Sex, Fortpflanzung, also etwas, das auch ein Hund kann.

Mensch, was tust du nur, und Mensch, warum will ich dich trotzdem als Begleitung? Das ich keine Antwort will dürfte klar sein, das ich sie geben könnte auch. Ist das langweilig.


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Kommentare

patrick wrote on 2007-01-03 18:47:31

Ja, Sie haben absolut recht, die Sinnfrage zu zweiteilen. Die Antwort scheint das aber nicht zu beeinflussen.

In der Philosophie fragt man nach der Möglichkeit des intelligent Designers, im "Privaten" nach dem optimalen Weg.

Alle Antworten auf einen optimalen Weg sind ethischer Natur, normativ. Alle Antworten auf den intelligent Designer sind im Wahrheitswert (noch) nicht zu entscheiden, da der Urknall als Singularität der Wissenschaft eine Grenze setzt, die erlaubt metaphysisch zu spekulieren. Eine Glaubensfrage also. Ich beantworte sie für mich simpel mit dem Funktionieren der Wissenschaft, aber das ist eine andere Diskussion.

Die Einsamkeit würde ich lieber getrennt betrachten, zumindest so wie ich sie hier anspreche. Die Einsamkeit ist ein Problem auf dem optimalen Weg (der hier nicht in Frage gestellt wird) der Gestaltung des eigenen Lebens. Ich bin so frei, vorauszusetzen, dass die Illusion der nicht Einsamkeit (eine andere Möglichkeit das Problem zu umgehen sehe ich noch nicht) Voraussetzung für einen möglichen optimalen Weg ist, den ich mir ausgesucht habe.

Vielen Dank für Ihren Kommentar.

Viktor M. wrote on 2007-01-03 12:16:37

Sehr richtig. Bin im Grunde voll und ganz einverstanden. Die Sinnfrage kann verschieden verstanden werden. Zum einen, das häufigste Verständnis, nach dem Streben nach Glück. Wenn wir hier den Sinn leugnen, meinen wir es sei Unmöglich Glücklich zu werden. Zum anderen, nach dem Zweck einer Sache, des Menschen, des Universums, u.s.w. überhaupt. Dies ist meist die Sinnfrage in der Philosophie. Freilich behindert hier die Verneinung eines Sinnes, und er wird zurecht verneint, auch die Sinnfrage nach dem Glück. Dennoch wird ein jeder Mensch sich diese eingestehen müssen, wenn er sich die Welt näher betrachtet. Schon allein durch das Denken wird Alles, das ihm einst Freiheit und Chaos schien, in Begriffe gebannt als Ordnung begegnen. Dadurch wird, wie Sie ganz richtig sagen, die Sache dem Sinn entkleidet. Was nun die Sache mit der Einsamkeit betrifft, wenn sie den Ernst gemeint ist und nicht bloßer Überbau oder Einleitung in die Thematik darstellen sollte, bleibt Ihnen doch der Trost, - mir fällt nichts ein. Vielleicht, dass wir in der Einsamkeit am meinsten denken und wachsen. Zugegeben die Einsamkeit minderen diese Worte nicht.

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