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Gedankensplitter im Cocktail deiner Stammkneipe

Entwirrung der Verwirrung...

Ein Gemisch aus gedünktem Süßholz und trägen Emissionen nistet in den Nasennebenhöhlen unserer Zeit. Wir beherbergen mehr als wir können, mehr als wir sollten und werden letztlich zu Unrat zerfallen, der wiederum anderen als Fundament dient. Die Zeichen der Zeit sind von saurem Regen abgetragen und zerfließen in den uniformierten Abwasserschächten seelischer Kanalisationen. Dabei werden die kleinsten Fische „natürlich“ selektiert, da sie durch das Raster gesellschaftlicher Normen in ein nicht enden wollendes Loch aus Selbstzweifeln und Ängsten fallen. Alle Welt scheint sich durch ihre Gier nach Perversion in selbiger ertränken zu wollen, um nicht in sich selbst ertrinken zu müssen. Jeder Tag, mag er auch noch so wunderbar scheinen, schenkt uns doch nur ein geliehenes Lächeln. Eine makellose Maske schützt das deformierte Wesen unserer mentalen Eintönigkeit. Das Meer der Liebe verebbt zusehenst und eines Tages finden Kinder keine farbigen Muscheln mehr am verölten Strand ihres Lebens. Geistige Euthanasie soweit das gereizte Auge reicht. Fremdhass aus Selbsthass geboren - Gewalt das Perpetuum Mobile, gegossen in die Form der Ewigkeit. Ausgetretene Pfade an deren scharfkantigen Rändern die letzten Kunstblumen verwelken. Eifrig wie kleine Ameisen streben alle gen die Unendlichkeit ihrer Endlichkeit. Das mediale Morphium schon lange in der Grundausrüstung unserer weltlichen Apotheken. Die amerikanische Kulturzunami überspült unsere auf Sand gebauten Träume und lässt sie zerplatzen, ohne das wir Überforderten den schreienden Knall wahrnehmen. Vertrocknete Weiden, auf denen wir fortwährend grasen müssen. Wir wandelnden Poster der Werbeindustrien. Wer kann sich in der eigenen Körperwohnung noch heimisch fühlen? Wohin trägt uns die fliegende Schildkröte? Ist die Welt ein Einmachglas wissenschaftlicher Systematik? Wer schaut durch die Sternenbrille auf uns herab? Lethargie schläft auf der Luft und erschwert das Atmen der verdunsteten Sozialisation. Es gibt allem Anschein nach keinen Wegweiser in diesem verspiegelten Irrgarten. Jeder Zirkel zieht seine eigenen Kreise. Wann lichtet sich der klebrige Vorhang, damit neumodische Klarheit durch meine verseiften Hirnareale dringt? Zertrümmern die kargen Basalte meiner menschlichen Beschränkung sich gegenseitig? Hat dieser weinende Raum eine Tür? Ist der Tod die einzige Haltestelle meines Atemzuges? Wachen wir jemals auf? Oder schlafen wir fest, während unser Gehirn aus dieser kalten Buchstabensuppe löffelt? Die Zeit fällt immer mehr Bäume, doch laben wir uns an übrigen Stümpfen und deren Wurzelwerk, um in und an uns selbst zu verwachsen.

Es sind diese und unzählige weitere Banalitäten, die meinen Augen zusetzen und meine impressionistische Sichtweise in kaltes Grau tauchen. Ich versuche mein umwuchertes Refugium vor der Verweltlichung zu bewahren, damit ich auch weiterhin aufrecht gehen kann, wenn mich die moralisch Prostituierten erneut - wider meines Willens - vergewaltigen.

Der metaphorische Defibrilator.


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Kommentare

xoxo wrote on 2007-05-10 21:58:15

scheiße verdammt! der ist doch mal der größte jemals zusammengewixte rhetorikorgasmus seit erfindung der mehrsilbigkeit! ganz zu schweigen von dem monströsen wortwitz dinosaurier der sich in jeder zeile versteckt. hut ab vor dieser metaphorischen 300 ps dampfwalze kann ich nur sagen!

xoxo

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