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Militante Romantik

Die "Weisst du was? - Keine Ahnung" Gesellschaft ...

Wir Menschentiere entfernen uns immer weiter vom Sein, sind gefangen in trunkenen Ideologien und verloren in nüchternen Philosophien. Wir beziehen unsere Selbstliebe aus etikettierten Funktionsgötzen, leihen uns enge Meinungsanzüge, verteidigen das Aussichtslose, um uns letztlich mit dem vergifteten Stachel Weltenchaos infizieren zu können - er sitzt tief, unergründlich tief, der entrückte Schmerz gebilligter Fassade. Das psychische Sediment scheint auf den Kopf gestellt, wir sind nicht mehr in der Verfassung uns zu finden, weil wir uns zu oft in anderen verloren haben. Alles scheint aus den Angeln gehoben und bleibt trotzdem hölzern, gleichgültig und still. Das Weltenkind liegt in Statuten gewindelt. Auf geistigen Feldern verpflanzt sich das letzte Vakuum - wann wachen wir auf aus der gesponnen Illusion, die wir als Existenz prangern? Querverweise, überall Querverweise, erblindet am Schein des Nichts, ertrunken im ewigen Fluss, verblutet an Mauern das letzte Prinzip. Eng gesattelt wirkt das Pferd des Moments, klebrige Systeme warten auf lüsternen Lebenssaft. Wege zerren sich am Kragen ironisierter Bedeutungslosigkeit, wir schänden den Zeitgeist durch ökonomische Wundersucht. Äcker des Lebens liegen brach vor den Symphonien der Zukunftsprediger - wer befruchtet den ausgedorrten Kulturacker unserer Fragwürdigkeit? Gewaltenartig türmt sich das schwarze Loch der Menschlichkeit zu einem degenerierten Scheinriesen, welcher in seinem eigenen Schatten verblühen muss. Ausgeblichene Muster beflaggen verrasterte Kopfsteinpflastermentalität. Wir tränken das blinde Land mit Selbstzweck, erschaffen uns aus vernagelter Medienprostitution - vergeblich schmiedet sich die Skulptur, die sich selbst genügen will. Hyperbel schwingt im Aufwind - Laubwälder aus Information erzwingen die Brandrodung, strauchelnde Dekaden marschieren zum letzten Demutszug ihrer Politik. Verwirf Dich, entfremde, ernte, finde, erfinde mich, sei wachsam und schlafe den Rausch deiner Sterne aus. Märtyrer, gegeißelte Opferlämmer - industrialisiert, manipuliert, institutionalisiert, instrumentalisiert, blamiert euch. Gar strebsam melkt ihr ihn, den geistigen Euter, um euch an der Fatamorgana eurer stereotypen Seelenwüsten selbst zu verstümmeln. Paradigmenverkrustung, fehlender Klimawechsel, geschwollener Glaube. Bescheidene Diktaturen verpuffen im Takt der Stagnation. Ausgebrannte Worthülsen setzen sich im Fell der verafften Menschenwürde zur letzten Ruhe. Wir schränken uns durch das Maß an aufgezwungener Freiheit ein, um die psychotische Wirklichkeit zu umschiffen. Wir leihen, verleihen, doch schaffen keine Welt. Benutzen andere als Packesel, die das zu tragen vermögen, was uns nicht mehr aushält. Sensationseifer, die Schlange die Paralleluniversen umringt, verschlingt, ins Innere zwingt, um sich zum Äußersten zu gebären. Zitternd liegt sie am Boden, die Wahrheit, die wir zu oft missbraucht haben, wir konzeptimmunen Selbstdarsteller. Wascht euch den Staub der Freiheit aus den Augen, ihr verwahrlosten Menschenkinder!


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Kommentare

Lambizzel wrote on 2007-12-01 17:03:39

Yes, let´s burn something down :)

patrick wrote on 2007-12-01 15:18:34

Ich schließe mich den Dominique mit den Worten "BÄM BÄM BÄM BÄM!" an.

Da haste ja echt wieder voll zugeschlagen! Respekt!

Ich würde ein paar mehr Absätze vorschlagen, das hilft beim Lesen.

Ansonsten meine ich wir sollten ein paar Zeitungen und Magazine verbrennen, vielleicht auf einer kleinen Lichtung im Laubwald der Hunde (den Redakteur könnten wir auf diesem pseudo-intellektuellen Scheiterhaufen direkt mit verbrennen!)

Lambizzel wrote on 2007-12-01 14:34:38

Ich könnte jetzt einen sehr langen Kommentar schreiben, aber ich belasse es bei einem: "Ja, verdammt, so ist es !"

Psy-Ko, das rhetorische Maschinengewehr, hat wieder gefeuert !

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