Text-Layouts: WeblayoutZeitung3 Spalten

Phantasie zermahlt die Körner der Einsamkeit

Irrung der Verwirrung...

Mein Geist bildet einen zweiten Körper und sitzt mir gegenüber. Mit versunkenem Blick erblindet er durch mich in sich selbst. Ein Strudel fleischiger Gefühle reißt mich hinab in meine eigenen Tiefen. Viele Äste brechen auf dem Weg nach unten bei dem Versuch sie zu greifen. Doch irgendwann gelingt es meinen blutverschmierten Händen einen verschmiergelten Ast zu fassen. Am seidenen Faden der Ängste blicke ich nach unten und sehe den lachenden Klippen meiner kindlichen Fragwürdigkeit in den verzerrten Rachen. Stimmen die von überall auf mich einschlagen und die Schwerkraft in ihrer Absicht bestätigen, mich zu stürzen. Ein Staudamm aus Todesschweiß erbricht sich in die donnernden Abgründe. An den glühenden Klippen verdampfen alte Erinnerungen. Nebelartig hüllen sie mich für einen Augenblick in ein träges Gewand der Abwesenheit. Ich schließe meine juckenden Augen und wache in mir selbst auf als ich sie wieder öffne. Hier ist dem Wesen nach alles wie früher, nur sitzt mir mein Geist nicht mehr gegenüber. Gegenwärtig hat es den Anschein als sollten die mentalen Witterungsbedingungen dafür sorgen, dass in meiner aus Frustration aufgeschütteten Wüste nichts fruchtbares gedeiht. Die Welt breitet ihre schützenden Flügel aus, um mich in der Schwebe der Willenlosigkeit zu halten. Ich gehe nach draußen und trinke die angespannte Luft, die mir die Nacht einschenkt. Wie bittersüß schmeckt der Nektar der träumerischen Freiheit. Ich will die vereiste Unabdingbarkeit auftauen, doch vernehme nur den besorgten Flimmer der schlafenden Laternen am Straßenrand meiner Gedankenwohnung. Die Zeit badet den Moment im Ozean der Melancholie. Ich lasse meinen Blick in mir baden. Ich hole tief Luft und tauche hinab in die verschwommene Zukunft. Das Himmelslicht tanzt barfuß durch die Räume des Jenseits, Trauer zerstört seine eigenen Zäune, Treibsand gießt sich in das Wurzelwerk meiner Lebenstrümmer. Die Luft wird langsam müde und ich tauche wieder auf, um mich in meinem Zimmer zu beobachten. Ich sitze im Korbstuhl, der mich umarmt und mein Gesicht erwidert das Farbspiel der abendlichen Sonne. Als ich in mir aufstehe, bleibt mein alter Ego sitzen und verabschiedet sich mit heuchlerischem Grinsen. Mit inspirierter Aura bewege ich mich auf die hungrigen Pfade des Alltags und warte voll Sehnsucht auf die nächste Audienz bei Fräulein Phantasie.


RSS feed RSS RSS feed RSS (Kommentare)

Kommentare

xoxo wrote on 2007-05-18 16:50:28

Mhmmm... wie das duftet... nach zermahlenen Einsamkeitskörnern.. bestäubt mit einem zartbitteren Hauch von wohldosiertem Endorphin. Mjam mjam! Mehr davon!

P.S.: Die Gedankenabenteuer von user(58) jetzt auch in Serie auf linkhttp://www.myspace.com/ksokso/link ! Verpasst keine Folge! Bis zum nächten mal... wenn es wieder heißt... Eloquente Wortwitzdinosaurier auf den Punkt gebracht!

* Why use my real name?


* Pflichtfelder