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Tagebucheintrag vom Mittwoch, 11. Mai 2005 Nacht

Über das Schreiben und die Blockaden. Über Themen und meine persönliche Chaostheorie.

Ich mache mir Gedanken über das Schreiben. Wie eine kleine Wunde die nicht ab heilen will, hat sich in meinem Kopf eine hartnäckige Schreibblockade eingenistet. Ich kann nicht aufhören mich zu fragen, ob es sinnvoll ist was ich tue - ob ich damit ein Ziel verfolge, ein Ziel das ich selbst nicht sehen kann. Vielleicht schreibe ich aus Narzissmus? Vielleicht aus Verzweiflung? Vielleicht ist es ein Schrei nach Gleichgesinnten oder ein Ersatz für Schweigen.

Es gibt so viel über das ich schreiben möchte, so viele Themen die zu erwähnen mir wichtig wäre. So viele Themen, und so wenig Zeit. Philip K. Dick muss es wohl ähnlich ergangen sein, sonst hätte er keine Amphetamine zum Schreiben benötigt. Man setzt sich an die Schreibmaschine oder den Computer und will bestimmte Gedanken zu einem bestimmten Thema zu Papier bringen, doch dann, dann geschieht es. Wie ein schlechtes Gewissen schleichen sich während des Schreibens neue Ideen und Gedanken ein, die das eigentliche Thema verdrängen wollen. Man zündet sich eine Zigarette an und beginnt Schmutzpartikel von der Maus zu kratzen. Die Gedanken machen sich selbstständig, verflüchtigen sich wie Wasserdampf. Mit dem Gedanken verselbstständigt sich das Thema - Tatsachen die vorher feststanden werden schwammig, weichen auf. Die Basis, auf der der Text basieren sollte wird eine andere, verändert ihr Antlitz nach einem scheinbaren Zufallsprinzip.

Entweder man bricht hier den Text ab, mit der Intention sich oder seine Gedanken zu sammeln und beizeiten zum Thema zurückzukehren, vielleicht mit einem Kaffee oder Ähnlichem bewaffnet, vielleicht ausgeschlafen. Oder man schreibt weiter, stürzt sich in die selbst gemachte Chaos Theorie, wird zum Vagabunden der Wörter oder zum Opfer des eigenen Hirngespinsts.

Ich hülle mich in eine Rauchwolke und starre Löcher in die Luft. Wenn ich meine Zigarette im Aschenbecher ausdrücke achte ich peinlich genau darauf, mit meiner Fingerkuppe nicht ein die Asche zu berühren. Nervös knibbele ich die Etikette von meinem Bier. Die Last der Worte bedrückt mich wie ein mit Wolken verhangener Himmel. Wie eine Zecke haben sich die Ideen in meinem Nacken fest gebissen. Sie verfolgen mich, wohin ich auch gehe. Was bezwecken Sie, was wollen Sie von mir?


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Kommentare

patrick wrote on 2006-03-05 14:01:27

... so wird man ihn im Regelfall auch nicht mehr fertigstellen. Allein auf dieser Homepage gibt es drei Beispiele dafür; in meinem "Texte" Ordner auf dem Desktop bestimmt zwanzig.

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