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Von der R√ľcksichtslosigkeit der Zeit

Von der R√ľcksichtslosigkeit der Zeit



Der Fluss der Zeit ist voller Stromschnellen und Gefahren. Meist flie√üt er ruhig und bed√§chtig als breiter Strom daher. In diesen Abschnitten treiben wir gedankenverloren und leicht mit ihm. Wir blicken uns sorglos um schauen mal nach links und mal nach rechts und sehen wie die Landschaften an uns vorbei ziehen und sich √§ndern. Unbewusst registrieren wir unsere Umwelt und vergessen schnell wieder was wir sahen und f√ľhlten. Wir glauben der Fluss g√§be uns Geborgenheit und Schutz und er w√ľrde uns schon zum Ziel bringen. Und so verfallen wir in eine Lethargie. Doch dann wird der Fluss enger. Er wird schneller. Es wird lauter. Er wird rei√üend. Und wir schlucken Wasser. Drohen zu ertrinken. Wir wissen dass wir schwimmen m√ľssen. Wissen das es weitergeht. Wir wollen nicht aber es gibt keine Alternative. Wir sind gefangen. Gefangen im Fluss der Zeit. Panisch blicken wir uns um. Ein Ast? Ein Stein? Irgendetwas was uns h√§lt? Nichts! Keine Chance aus zu ruhen. Keine Chance unseren Weg zu √ľberblicken. Kein Moment in dem der Fluss ohne uns weiter flie√üt.

Immer mehr Wasser schlucken wir. Wir k√§mpfen ums √ľberleben. Der ruhige sichere Fluss dem wir so blind vertrauten wir nun zum grausamen Feind. Immer wieder rei√üt es uns unter Wasser und jeder Funken Hoffnung auf Ruhe erstickt in unseren Wassergefluteten Lungen. Irgendwann erbarmt sich der Strom und wird wieder ein breiter, ruhiger Fluss. Doch einige von uns sind ertrunken in den vergangenen Untiefen. Wir alle sind ersch√∂pft und schwer verletzt. Die Wunden heilen. Und wir treiben wieder. Pl√∂tzlich kommt uns der Gedanken: Was wenn uns dieser Strom nicht in bessere Gefilde f√ľhrt? Was wenn am Ende ein Wasserfall ins Nichts vor uns liegt? Oder ein Meer der Einsamkeit wenn wir bis dahin alle die uns begleiteten verloren haben? Doch dann holt uns die Lethargie ein. Die Fragen die uns fast noch mehr qu√§lten als die Trauer um die Ertrunkenen und der Schmerz der eigenen Wunden bleiben bei den aufgedunsenen K√∂rpern unserer Gef√§hrten am Grunde des Flusses. Wir treiben gedankenverloren und leicht im Fluss. Wir blicken uns sorglos um schauen mal nach links und mal nach rechts und sehen wie die Landschaften an uns vorbei ziehen und sich √§ndern.


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Kommentare

Anonymous wrote on 2005-12-23 04:38:13

Die Hoffnungslosigkeit der Zeit ist noch nicht mal jemand befreit, der mit dem Strom fließt!

Und was ist, wenn der Strom so stark ist, dass er uns mitreist, obwohl wir uns dagegen währen?

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