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Century 21

Zwar wurde dieser Essay nicht rechtzeitig zum Einsendeschluss des Cicero Essay Preis fertig, aber ich will immerhin den Anfang trotzdem veröffentlichen. Vielleicht werde ich von Zeit zu Zeit daran weiterschreiben - vielleicht aber auch nicht.

„Geisteskranke ohne Handhelds“

„"I have a dream“" -– so in etwa das Motto der Rede eines, wohl Allen bekannten, Menschenrechtlers. Den habe ich auch, einen Traum, allerdings spielt der nicht auf den „red hills of Georgia“. Mein Traum ließe sich wohl in das paradoxe Genre des „weißen Tech-Noir“ einordnen und spielt in gigantischen, hellen und gläsernen Hallen des Fortschritts. Mein Traum über die Beschaffenheit des 21. Jahrhunderts ist erschreckend entfremdet von jeglicher Träumerei im idealistischen Sinne und dafür umso erschreckender verwandt mit den Zukunftsvisionen des Autors Philip K. Dick oder vielleicht der Schönen neuen Welt die Huxley einst erfand.

Die Welt, oder besser die Entwicklung, die ich skizzieren möchte beginnt mit 2 großen Umschwüngen – beide noch vor 2030. Man mag diese auch als „zu lösende Probleme“ beschreiben: das erste ist das Versickern der Ölreservoirs, welches Visionäre zeitlich um das Jahr 2015 herum angesiedelt haben. Das zweite ist eine Folge, oder vielmehr die Prognose, die Moores’ Gesetz vorschreibt, nämlich das die Computer etwa im Jahre 2025 in ihrer Weiterentwicklung nicht mehr mit der sonstigen Entwicklung Schritt halten können – die Grenze der Halbleitertechnologie in Mikro-Prozessoren.

Gleichzeitig ist die fortschreitende Entwicklung anderer Wissenschaften, vor allem die der Neurologie und die Informationswissenschaft Auslöser einiger bahnbrechender Neuerungen. Ein Trend, der schon begonnen hat, nämlich der Trend sich von Elektronik abhängig zu machen, diese aber möglichst klein oder besser noch unsichtbar zu machen, wird sein Übriges tun. Genug der einleitenden Worte, am besten beginne ich chronologisch:


Transport

Transport und Logistik – heute schon ein Thema das zur Dauerdiskussion anregt – wird, bedingt durch das Ende der Erdöl-Ära, den ersten großen Umschwung des 21. Jahrhunderts erleben. Schon heute gibt es beinahe unlösbare Probleme: die Ozeanriesen vermischen nicht nur die Arten der verschiedenen Ökosysteme, sondern sind auch noch zu langsam für unsere schnelllebige Gesellschaft. Die Flugzeuge müssen immer grösser werden um der Last der Passagiere gerecht zu werden, doch auch hier gibt es Grenzen. Automobile kann man sich dank der steigenden (und bald womöglich schon exponentiell steigenden) Erdölpreise kaum noch leisten. Und die Züge aller Arten sind den Passagieren meist zu unflexibel und benötigen nebst Schienen auch noch Bahnhöfe, was der Industrie nicht gefällt. Die Resultate aus diesen teilweise schon hochaktuellen Problemen sind neue, gigantische Jumbo-Jets, Experimente mit neuen U-Bahn Systemen und Magnetschienen, Alternative Antriebe in Automobilen und immer grössere Schiffe, die sich nicht durch Geschwindigkeit aber dafür durch Masse der Waren rentieren.

Aber man sollte mal einen Schritt weiter denken: wie tief kann man eine Fahrrinne für ein Schiff ausbaggern, bis die laufenden Kosten dafür die Größe des –- und der Begriff ist hier äußerst bezeichnend –- Ozeanriesen unrentabel werden lassen? Auch ist das sicher nicht die einzige Grenze die dem Schiffsbauer gesetzt werden, denn wie soll man die Schiffe antreiben, wo sollen sie anlegen und an welchen Anlagen beladen und gelöscht werden? Mit den Schiffen müsste das Drumherum ebenfalls wachsen, ab einer bestimmten Größe wäre das kaum noch rentabel. Ähnlich ergeht es der Luftfahrt. Neue Werkstoffe und Berechnungsmodelle der Aerodynamik schieben den Punkt hinaus, an dem eine Weiterentwicklung unmöglich wird – aber wie lange? Die Automobile sollen hier gar nicht weiter erwähnt sein, ihr Schicksal – zumindest in der Form wie wir sie kennen – wird ein baldiges Ende finden müssen.

Das bringt uns auch schon zum ersten großen Problem des 21. Jahrhunderts, dem Erdöl. Laut Prognose werden die Quellen schon etwa 2015 versiegen. Alternativen bis jetzt: keine Wirklichen. Wohl gibt es Ansätze, per Sonnenenergie oder Gas Fahrzeuge zu betreiben, aber wendet man seinen Blick der Stromerzeugung in Kraftwerken zu, kann man erkennen das hier zu wenig Potential vergraben ist. Die Lösung für Energiegewinnung – und damit auch für das Transportproblem – könnte das Fusionskraftwerk bieten, allerdings gibt es bis jetzt nur bedingt funktionsfähige Prototypen. Nichts desto trotz will ich hier die Lösung ansiedeln, denn wenn die Erdölkonzerne und Regierungen vor das immer dringlichere Problem der Energiegewinnung gestellt werden, so wird so schnell das Erdöl abnimmt die Summe der Gelder für Forschung und Entwicklung zunehmen. Da die Fusionskraftwerke der Ansatz mit der grössten Potenz sind, werden die Gelder hoffentlich reichen um die Forschung bis 2015 abzuschließen.


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